Die Fürstenfamilie von Monaco: Wer wie viel besitzt

Die Fürstenfamilie von Monaco: Wer wie viel besitzt

Der größte Teil des Vermögens in Monaco liegt beim Staat, nicht bei der Familie: Am Kasino- und Hotelkonzern Société des Bains de Mer hält der monegassische Staat 64,21 Prozent der Aktien. Privat gehört den Grimaldis unter anderem der Landsitz Roc Agel bei La Turbie. Für Fürst Albert II. existiert eine Vermögensschätzung von rund einer Milliarde US-Dollar aus dem Jahr 2010.

Die Grimaldis kontrollieren oder besitzen in Monaco eine Reihe bedeutender Vermögenswerte, die sich in staatliche und private Kategorien aufteilen.

Was besitzt die Familie Grimaldi in Monaco?

Staatlich gebundene Vermögenswerte (de facto unter fürstlicher Kontrolle):

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Grimaldis herrschen seit 1297 über Monaco – mit Unterbrechungen, aber ohne dynastischen Wechsel.
  • Fürst Albert II. wurde am 14. März 1958 geboren, Fürstin Charlène am 25. Januar 1978 in Bulawayo.
  • Die Zwillinge Jacques und Gabriella kamen am 10. Dezember 2014 zur Welt; Jacques ist Erbprinz.
  • Der monegassische Staat hält 64,21 Prozent der SBM-Aktien, der Rest ist an der Euronext Paris gelistet.
  • Die Société des Bains de Mer wurde 1863 durch Verfügung von Fürst Charles III. gegründet; François Blanc führte sie über Jahrzehnte.
  • Der eigentliche private Landsitz der Familie in Frankreich ist Roc Agel bei La Turbie – nicht die Villa La Vigie.
  • Die Villa La Vigie in Roquebrune-Cap-Martin gehört seit 1952 der SBM; Karl Lagerfeld war dort von 1986 bis 2000 Mieter.
  • Die Grands Appartements des Fürstenpalasts sind 2026 vom 30. März bis 15. Oktober geöffnet, der Eintritt kostet 10 Euro.
  • Monegassen zahlen seit 1869 keine Einkommensteuer; für französische Staatsbürger in Monaco gilt diese Ausnahme nicht.

Wer gehört zur Fürstenfamilie?

NameGeborenRolle
Albert II.14. März 1958Regierender Fürst seit 2005
Charlène25. Januar 1978, BulawayoFürstin, seit der Hochzeit am 1./2. Juli 2011
Jacques10. Dezember 2014Erbprinz, erster in der Thronfolge
Gabriella10. Dezember 2014Zweite in der Thronfolge
Caroline23. Januar 1957Schwester des Fürsten, Prinzessin von Hannover
Stéphanie1. Februar 1965Schwester des Fürsten, Präsidentin von Fight Aids Monaco

Caroline war dreimal verheiratet: mit dem Bankier Philippe Junot (1978–1980), mit dem italienischen Unternehmer Stefano Casiraghi, der am 3. Oktober 1990 bei einem Motorbootunfall starb, und seit dem 23. Januar 1999 mit Prinz Ernst August von Hannover. Erst diese dritte Ehe machte sie zur Prinzessin von Hannover. Stéphanie, das jüngste Kind von Fürst Rainier III. und Grace Kelly, gründete 2003 die Organisation Fight Aids Monaco und ist Schirmherrin des Internationalen Zirkusfestivals von Monte-Carlo.

Wie die Thronfolge geregelt ist

Grundlage ist die Verfassung von 1962, ergänzt durch das fürstliche Gesetz Nr. 1.249 vom 2. April 2002. Es gilt die Primogenitur mit Männervorrang: Erbprinz Jacques steht vor seiner wenige Minuten älteren Schwester Gabriella. Es folgen Prinzessin Caroline und ihre Nachkommen, danach die Kinder von Prinzessin Stéphanie.

Die Reform von 2002 hatte einen konkreten Anlass: Zuvor konnten nur direkte Nachkommen des Fürsten erben. Ohne Kinder Alberts hätte Monaco Gefahr gelaufen, an Frankreich zu fallen. Seither dürfen auch Geschwister und deren Nachkommen erben – Voraussetzung sind unter anderem die monegassische Staatsangehörigkeit und eine mit Zustimmung des Fürsten geschlossene Ehe der Eltern.

Was dem Staat gehört – und was der Familie

Monaco ist mit rund zwei Quadratkilometern nach dem Vatikan der zweitkleinste Staat der Welt; die Landesfläche wird durch Aufschüttungen im Meer schrittweise vergrößert und liegt aktuell bei etwa 2,08 Quadratkilometern. Bei der Volkszählung 2025 wurden 38.857 Einwohner erfasst.

Die wirtschaftlich wichtigste Beteiligung liegt beim Staat: 64,21 Prozent der Aktien der Société des Bains de Mer. Die restlichen 35,79 Prozent sind im Streubesitz; die Aktie ist an der Euronext Paris notiert, das Grundkapital besteht aus 24.516.661 Aktien zu je einem Euro. Wer von einer Familienbeteiligung von „rund 69 Prozent“ liest, folgt einer falschen Zahl.

Den Fürstenpalast besitzt Albert II. nach den zugänglichen Darstellungen nicht persönlich; er ist Amtssitz und Residenz. Eine offizielle Aussage darüber, ob der Palast formal Staatseigentum ist, veröffentlicht der Palast selbst nicht – wer das behauptet, kann sich auf keine belastbare Quelle stützen. Belegt sind dagegen private Immobilien in Frankreich (dazu unten) und das Elternhaus von Grace Kelly in Philadelphia, das Albert II. 2016 erwarb.

Roc Agel: der private Landsitz – und die Verwechslung mit La Vigie

Der private Rückzugsort der Grimaldis in Frankreich liegt oberhalb von Monaco auf dem Gebiet der Gemeinde La Turbie: Roc Agel, ein Landgut, das schon Fürst Rainier III. und Grace Kelly als Familienrefugium diente. Zu den persönlichen Residenzen Albert II. zählt außerdem ein Anwesen in Marchais im französischen Département Aisne.

Die häufig als „Villa der Familie“ bezeichnete Villa La Vigie in Roquebrune-Cap-Martin gehört dagegen nicht den Grimaldis. Das 1902 für Sir William Ingram errichtete Haus wurde 1952 von der Société des Bains de Mer gekauft und wird bis heute von ihr vermietet. Karl Lagerfeld war von 1986 bis 2000 Mieter; er zahlte eine sehr geringe Miete und ließ das Anwesen im Gegenzug umfassend restaurieren. Ende 2000 gab er es auf. La Vigie gehört damit in die Bilanz des Konzerns, nicht in die der Familie.

Die SBM: 1863 gegründet, bis heute das Rückgrat

Die Société des Bains de Mer entstand 1863 durch Verfügung von Fürst Charles III., der auf dem damals unbebauten Plateau des Spélugues ein neues Stadtviertel plante. Die Umsetzung übernahm François Blanc, zuvor Betreiber des Kurbetriebs im deutschen Homburg; er führte die Gesellschaft und ihre Betriebe rund 50 Jahre lang. Das Kasino eröffnete im Frühjahr 1863, das Viertel erhielt später den Namen Monte-Carlo.

Der Erfolg des Kasinos hatte eine dauerhafte Folge: 1869 waren die Einnahmen so hoch, dass das Fürstentum auf die Erhebung der Einkommensteuer bei seinen Einwohnern verzichten konnte. Diese Regel gilt bis heute – mit einer Ausnahme: Französische Staatsbürger mit Wohnsitz in Monaco zahlen weiterhin Einkommen- und Vermögensteuer in Frankreich. Heute beschäftigt die SBM-Gruppe nach eigenen Angaben mehr als 4.000 Menschen.

Der Fürstenpalast als Besuchsziel

Die Grands Appartements sind saisonal geöffnet – und zwar deutlich länger, als oft behauptet wird. Die Saison 2026 läuft vom 30. März bis zum 15. Oktober, also rund sechseinhalb Monate. Der Eintritt kostet 10 Euro, ermäßigt 5 Euro für Kinder von 6 bis 17 Jahren und für Studierende; ein Audioguide ist in elf Sprachen verfügbar. Die Angabe, der Palast sei nur an etwa 80 Tagen im Jahr zugänglich, ist falsch.

Die Wachablösung vor dem Palast findet täglich um 11.55 Uhr statt. Sie wird von der Compagnie des Carabiniers du Prince gestellt, die aus 3 Offizieren, 15 Unteroffizieren und 88 Mannschaftsdienstgraden besteht, dazu ein Orchester mit 25 Musikern.

Was sich über das Vermögen nicht sagen lässt

Zum Privatvermögen der Grimaldis gibt es keine Offenlegung und keine geprüfte Aufstellung. Die einzige benannte Schätzung für Fürst Albert II. stammt aus dem Jahr 2010 und lag bei rund einer Milliarde US-Dollar; sie ist damit über 15 Jahre alt. Eine aktuellere, seriös zurechenbare Zahl liegt nicht vor.

Ebenfalls nicht belegbar sind zwei Angaben, die in Artikeln über Monaco häufig auftauchen: Für Lizenzgebühren auf das Grimaldi-Wappen als private Einnahmequelle der Familie existiert keine Quelle. Und der oft genannte Anteil staatlicher Unternehmen von „15 bis 20 Prozent“ an der Wirtschaftsleistung Monacos lässt sich in keiner offiziellen Statistik nachvollziehen. Beides gehört deshalb nicht in eine Vermögensbilanz.

Häufige Fragen

Wie viel der SBM gehört dem Staat Monaco?

64,21 Prozent der Aktien, wie die Gesellschaft in ihrer Aktionärsstruktur ausweist. Die übrigen 35,79 Prozent befinden sich im Streubesitz. Die Beteiligung liegt beim Staat, nicht beim Fürsten persönlich.

Gehörte die Villa La Vigie Karl Lagerfeld?

Nein. Er war von 1986 bis 2000 Mieter. Eigentümerin ist seit 1952 die Société des Bains de Mer, die die Villa bis heute vermietet. Sie ist weder Privatbesitz der Fürstenfamilie noch war sie Lagerfelds Eigentum.

Wann ist der Fürstenpalast geöffnet?

2026 vom 30. März bis zum 15. Oktober. Erwachsene zahlen 10 Euro, Kinder von 6 bis 17 Jahren und Studierende 5 Euro. Die Wachablösung auf dem Vorplatz findet täglich um 11.55 Uhr statt und ist kostenlos zu sehen.

Zahlen Monegassen wirklich keine Steuern?

Auf Einkommen zahlen sie seit 1869 keine Steuer. Das gilt aber nicht pauschal für alle Einwohner: Französische Staatsbürger mit Wohnsitz in Monaco bleiben in Frankreich einkommen- und vermögensteuerpflichtig. Unternehmen unterliegen zudem unter bestimmten Bedingungen einer Gewinnsteuer.

Wer folgt Albert II. auf den Thron?

Erbprinz Jacques, geboren am 10. Dezember 2014. Seine Zwillingsschwester Gabriella steht an zweiter Stelle, danach folgen Prinzessin Caroline und ihre Nachkommen. Grundlage sind die Verfassung von 1962 und das Erbfolgegesetz von 2002.

Quellen

  • https://www.montecarlosbm-corporate.com/finance-2/share/
  • https://www.montecarlosbm-corporate.com/the-company/history/
  • https://www.palais.mc/fr/l-institution/le-palais-des-princes-de-monaco-1-16.html
  • https://www.palais.mc/fr/maison-souveraine/la-compagnie-des-carabiniers-de-s-a-s-le-prince-1-24.html
  • https://www.monaco-tribune.com/2026/01/visiter-le-palais-princier-en-2026-les-dates-douverture-des-grands-appartements-annoncees/
  • https://www.monaco-tribune.com/2019/02/la-vigie-villa-karl-lagerfeld/
  • https://en.wikipedia.org/wiki/Albert_II,_Prince_of_Monaco
  • https://en.wikipedia.org/wiki/Line_of_succession_to_the_Monegasque_throne
  • https://en.wikipedia.org/wiki/Monaco
  • https://en.wikipedia.org/wiki/Caroline,_Princess_of_Hanover

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