Kurz beantwortet
In Europa bestehen zwölf Monarchien, aber nur in zehn von ihnen wird das Staatsoberhaupt innerhalb einer Familie vererbt. Erste in der Thronfolge sind dort (Stand 25. August 2026) Prinz William im Vereinigten Königreich, Kronprinzessin Victoria in Schweden, Kronprinz Haakon in Norwegen, Kronprinz Christian in Dänemark, Prinzessin Catharina-Amalia in den Niederlanden, Prinzessin Elisabeth in Belgien, Prinzessin Leonor in Spanien, Prinz Charles in Luxemburg, Erbprinz Jacques in Monaco und Erbprinz Alois in Liechtenstein.
Das Wichtigste in Kürze
- Zehn europäische Erbmonarchien haben eine namentlich benannte Thronfolgerin oder einen Thronfolger. Andorra und Vatikanstadt sind Monarchien ohne Erbfolge.
- In vier dieser zehn Länder steht heute eine Frau an erster Stelle: Schweden, die Niederlande, Belgien und Spanien.
- Dänemark: Margrethe II. dankte am 14. Januar 2024 ab, seither ist Frederik X. König und sein Sohn Christian Kronprinz.
- Luxemburg: Großherzog Henri übergab am 3./4. Oktober 2025 an seinen Sohn Guillaume. Thronfolger ist seither dessen Sohn Prinz Charles, geboren 2020.
- Liechtenstein hat am 15. August 2026 das Hausgesetz geändert und die männliche Primogenitur durch die absolute Primogenitur ersetzt – allerdings erst für künftig geborene Nachkommen.
- Spanien und Monaco sind damit die letzten europäischen Monarchien, in denen ein Sohn eine ältere Tochter noch verdrängen kann.
- Schweden führte 1980 als erstes Land der Welt die volle Erbfolge nach Erstgeburt ohne Geschlechtsvorrang ein.
- In Norwegen nimmt Kronprinz Haakon seit dem 21. August 2026 die Aufgaben des Regenten wahr, weil König Harald V. nach Mitteilung des Hofes in Behandlung ist.
Wie viele Monarchien gibt es in Europa?
Zwölf europäische Staaten haben ein monarchisches Staatsoberhaupt: das Vereinigte Königreich, die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Spanien, Dänemark, Schweden, Norwegen, Monaco, Liechtenstein, Andorra und Vatikanstadt. Die Frage „Wer steht als Nächstes bereit?“ lässt sich aber nur für zehn davon beantworten.
Andorra ist ein Kofürstentum mit zwei Staatsoberhäuptern, die ihr Amt kraft einer anderen Funktion ausüben: der jeweilige französische Staatspräsident – derzeit Emmanuel Macron – und der jeweilige Bischof von Urgell, seit 2024 Josep-Lluís Serrano Pentinat. Vererbt wird hier nichts. In Vatikanstadt ist der Papst Staatsoberhaupt; er wird vom Konklave gewählt. Amtsinhaber ist Leo XIV. Auch hier gibt es keinen Thronfolger.
Die zehn Erbmonarchien und ihre Thronfolger
Die folgende Übersicht nennt für jede Erbmonarchie das amtierende Staatsoberhaupt, die erste Person in der Thronfolge und die Rechtsgrundlage, aus der sich die Reihenfolge ergibt. Alle Angaben stammen von den Hofverwaltungen und aus den amtlichen Gesetzestexten der jeweiligen Länder.
| Land | Staatsoberhaupt | Erste(r) in der Thronfolge | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|---|
| Vereinigtes Königreich | König Charles III. (seit 8.9.2022) | Prinz William, Prince of Wales | Act of Settlement 1701, geändert durch den Succession to the Crown Act 2013 |
| Schweden | König Carl XVI. Gustaf (seit 15.9.1973) | Kronprinzessin Victoria | Successionsordningen, Fassung von 1979, in Kraft seit 1.1.1980 |
| Norwegen | König Harald V. | Kronprinz Haakon | Grunnloven § 6 |
| Dänemark | König Frederik X. (seit 14.1.2024) | Kronprinz Christian | Tronfølgeloven von 1953, zuletzt geändert 2009 |
| Niederlande | König Willem-Alexander (seit 30.4.2013) | Prinzessin Catharina-Amalia, Prinzessin von Oranien | Grondwet, Artikel 24 und 25 |
| Belgien | König Philippe (seit 21.7.2013) | Prinzessin Elisabeth, Herzogin von Brabant | Belgische Verfassung, Artikel 85 |
| Spanien | König Felipe VI. (seit 19.6.2014) | Prinzessin Leonor, Fürstin von Asturien | Spanische Verfassung, Artikel 57 |
| Luxemburg | Großherzog Guillaume (seit 3.10.2025) | Prinz Charles (geb. 2020) | Luxemburgische Verfassung, Artikel 56 |
| Monaco | Fürst Albert II. (seit 2005) | Erbprinz Jacques (geb. 10.12.2014) | Verfassung von Monaco, Artikel 10 |
| Liechtenstein | Fürst Hans-Adam II. | Erbprinz Alois | Hausgesetz von 1993, novelliert am 15.8.2026 |
Was sich seit 2024 geändert hat
Drei der zehn Erbmonarchien haben ihre Thronfolge seit 2024 verändert. Wer ältere Übersichten liest, findet dort in aller Regel noch den Stand von 2023.
Dänemark. Königin Margrethe II. kündigte in ihrer Neujahrsansprache am 31. Dezember 2023 an, am 14. Januar 2024 zurückzutreten. An diesem Tag unterzeichnete sie im Staatsrat auf Schloss Christiansborg die Abdankungserklärung; in diesem Moment wurde ihr Sohn König Frederik X. Der dänische Hof weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich um die erste Abdankung in Dänemark seit fast 900 Jahren handelte. Kronprinz ist seither Christian, geboren am 15. Oktober 2005 im Rigshospitalet in Kopenhagen.
Luxemburg. Großherzog Henri hatte seinen ältesten Sohn Guillaume bereits am 8. Oktober 2024 zum Stellvertreter (Lieutenant-Représentant) ernannt. Am 3. und 4. Oktober 2025 folgte der eigentliche Thronwechsel. Erster in der Thronfolge ist damit Prinz Charles, geboren am 10. Mai 2020 in der Maternité Grande-Duchesse Charlotte, an zweiter Stelle sein jüngerer Bruder Prinz François.
Liechtenstein. Am liechtensteinischen Staatsfeiertag, dem 15. August 2026, gab Erbprinz Alois eine Novellierung des fürstlichen Hausgesetzes bekannt. Die Thronfolge wird von der männlichen auf die absolute Primogenitur umgestellt, weibliche Nachkommen erhalten in hausgesetzlichen Fragen dieselben Mitwirkungsrechte wie männliche. Die Neuregelung wirkt allerdings nicht sofort: Sie gilt nach der Medienmitteilung des Fürstenhauses „ausschliesslich für die künftig geborenen Nachkommen der Kinder von S.D. Erbprinz Alois und seiner Frau I.K.H. Erbprinzessin Sophie“. Bereits geborene Mitglieder des Fürstenhauses sind nicht betroffen.
Erbfolge ist geltendes Recht, nicht bloß Tradition
Wer in einer Monarchie als Nächstes an der Reihe ist, ergibt sich nicht aus Gewohnheit, sondern aus geschriebenem Recht – meist aus der Verfassung selbst. Die Niederlande regeln es in Artikel 25 der Grondwet: Das Königtum geht beim Tod des Königs auf seine rechtmäßigen Nachkommen über, „wobei das älteste Kind Vorrang hat“. Belgien formuliert in Artikel 85 seiner Verfassung ebenso geschlechtsneutral und stellt allein auf das Erstgeburtsrecht ab. Luxemburg nennt in Artikel 56 der 2023 in Kraft getretenen Verfassung ausdrücklich die Reihenfolge der Primogenitur, „erstgeborenes Kind, unabhängig vom Geschlecht“.
Schweden war das erste Land der Welt, das diesen Schritt ging. Der schwedische Hof schreibt dazu: Nach einer seit Anfang des 18. Jahrhunderts geltenden agnatischen, also rein männlichen Thronfolge wurde 1980 eine voll kognatische Thronfolge eingeführt, seither erbt das älteste Kind des Monarchen den Thron. Geregelt ist das in der Successionsordningen, einem der vier schwedischen Grundgesetze.
Zwei Länder halten am Männervorrang fest. Artikel 57 der spanischen Verfassung bestimmt, dass bei gleichem Grad der Verwandtschaft „el varón a la mujer“ vorgeht – der Mann der Frau. Prinzessin Leonor ist deshalb nur deswegen Thronfolgerin, weil sie keinen Bruder hat. Artikel 10 der monegassischen Verfassung regelt die Thronfolge ebenfalls „par ordre de primogéniture avec priorité masculine au même degré de parenté“. Deshalb ist in Monaco Prinz Jacques Erbprinz und nicht seine wenige Minuten ältere Zwillingsschwester Gabriella.
Norwegen und das Vereinigte Königreich haben den Männervorrang abgeschafft, aber mit Stichtagen. Nach § 6 der norwegischen Verfassung gilt für alle vor 1990 Geborenen weiterhin, dass der Mann der Frau vorgeht; deshalb steht Kronprinz Haakon (geboren 1973) vor seiner älteren Schwester Märtha Louise (geboren 1971), während seine Tochter Ingrid Alexandra (geboren 2004) vor ihrem jüngeren Bruder rangiert. Im Vereinigten Königreich beendete der Succession to the Crown Act 2013 laut royal.uk das System der männlichen Primogenitur, „unter dem ein jüngerer Sohn eine ältere Tochter in der Thronfolge verdrängen konnte“.
Skandinavien: drei Länder, drei Generationen
Die drei nordischen Monarchien stehen an sehr unterschiedlichen Punkten. In Dänemark ist der Generationswechsel bereits vollzogen: Frederik X., geboren am 26. Mai 1968, regiert seit Januar 2024, sein Thronfolger Christian ist 20 Jahre alt.

In Norwegen steht der Wechsel noch bevor. Der Hof teilte am 21. August 2026 mit, dass König Harald V. weiterhin im Rikshospitalet behandelt wird und Kronprinz Haakon die Aufgaben des Regenten wahrnimmt; am 24. August meldete der Hof, es gebe keine wesentlichen Änderungen und die Lage sei stabil. Zweite in der Thronfolge ist Prinzessin Ingrid Alexandra, geboren am 21. Januar 2004 im Rikshospitalet in Oslo. Seit sie am 21. Januar 2022 volljährig wurde, hat sie ein eigenes Büro im Königlichen Schloss; wichtigste Aufgabe der nächsten Jahre bleibt nach Angaben des Hofes ihre Ausbildung.
In Schweden ist Carl XVI. Gustaf weiterhin Staatsoberhaupt. Er bestieg den Thron am 15. September 1973 und ist damit der am längsten regierende Monarch der schwedischen Geschichte. 2026 standen zwei Jubiläen an: Am 30. April feierte der König seinen 80. Geburtstag, am 13. Juni beging das Königspaar in Stockholm seine Goldene Hochzeit – vorgezogen, weil der eigentliche Hochzeitstag am 19. Juni auf den Mittsommerabend fiel. Nach der Kronprinzessin folgt in der Thronfolge deren Tochter, Prinzessin Estelle.
Die jungen Thronfolgerinnen und was über sie belegt ist
Über die nächste Generation kursieren viele Behauptungen. Belegt sind vor allem Ausbildungswege, die die Höfe selbst veröffentlichen.
Prinzessin Catharina-Amalia (Niederlande), geboren am 7. Dezember 2003 in Den Haag, studiert seit September 2022 Politics, Psychology, Law and Economics an der Universität Amsterdam. 2025 begann sie zusätzlich einen Bachelor in niederländischem Recht und die zweijährige Ausbildung des Defensity College als Werkstudentin. Seit ihrem 18. Geburtstag gehört sie von Rechts wegen dem Staatsrat an.
Prinzessin Elisabeth (Belgien), geboren am 25. Oktober 2001 in Anderlecht, trägt seit dem 21. Juli 2013 den Titel Herzogin von Brabant. Sie schloss 2021 ein Jahr Sozial- und Militärwissenschaften an der Königlichen Militärakademie ab, erwarb im Juli 2024 einen Bachelor in Geschichte und Politik am Lincoln College in Oxford und absolviert nach Angaben des belgischen Hofes derzeit einen Master in Public Policy an der Harvard Kennedy School.
Prinzessin Leonor (Spanien), geboren am 31. Oktober 2005 in Madrid, ist seit der Proklamation ihres Vaters am 19. Juni 2014 Thronerbin. Sie legte 2023 ihren Abschluss am UWC Atlantic College in Wales ab, trat am 17. August 2023 in die Allgemeine Militärakademie in Saragossa ein und durchläuft derzeit die Luft- und Raumfahrtakademie in San Javier.
Was Thronfolger heute tatsächlich tun
Die Rolle ist rechtlich definiert und enger, als die Berichterstattung oft nahelegt. Der schwedische Hof beschreibt sie so: Wenn der Monarch seine Aufgaben als Staatsoberhaupt nicht wahrnehmen kann, übernimmt das nächstfolgende Mitglied des Königlichen Hauses die Amtsgeschäfte als vorübergehender Regent – so bestimmt es Kapitel 5, § 4 der schwedischen Regierungsform. Genau dieser Fall ist im August 2026 in Norwegen eingetreten.
Daneben stehen Vorbereitung und Repräsentation: Teilnahme an Konseils und an Sitzungen des Außenpolitischen Ausschusses, Staatsbesuche, die Eröffnung des Parlamentsjahres. Kronprinzessin Victoria und Kronprinz Haakon sind zudem beide Goodwill-Botschafter des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP). Im Mai 2026 wurde an der Universität Göteborg die „Crown Princess Victoria Professorship in Biodiversity“ eingerichtet, die die Kronprinzessin in ihrer Rede als Geschenk zum bevorstehenden 50. Geburtstag bezeichnete.
Häufige Fragen
Wie viele Monarchien gibt es aktuell in Europa?
Zwölf. Zehn davon sind Erbmonarchien mit einer festgelegten Thronfolge. Andorra hat zwei Kofürsten, die ihr Amt kraft anderer Funktionen ausüben, und in Vatikanstadt wird der Papst gewählt. Für diese beiden Staaten gibt es deshalb keinen Thronfolger.
Wer folgt in Dänemark auf den Thron?
Kronprinz Christian, der älteste Sohn von König Frederik X. und Königin Mary. Er wurde am 15. Oktober 2005 geboren und ist seit der Abdankung von Königin Margrethe II. am 14. Januar 2024 erster in der Thronfolge.
In welchen Ländern geht ein Sohn noch vor einer älteren Tochter?
In Spanien und in Monaco. Beide Verfassungen sehen bei gleichem Verwandtschaftsgrad einen Vorrang der männlichen Linie vor. In Norwegen gilt der Männervorrang nur noch für vor 1990 Geborene. Liechtenstein hat den Vorrang im August 2026 abgeschafft, aber nur für künftige Generationen.
Wer ist im Vereinigten Königreich Thronfolger?
Prinz William, Prince of Wales. Nach ihm folgen laut royal.uk seine Kinder in der Reihenfolge Prinz George, Prinzessin Charlotte und Prinz Louis. König Charles III. wurde am 8. September 2022 mit dem Tod seiner Mutter Elizabeth II. Staatsoberhaupt.
Wer ist der jüngste Thronfolger Europas?
Prinz Charles von Luxemburg, geboren am 10. Mai 2020. Er rückte an die erste Stelle, als sein Vater Guillaume im Oktober 2025 Großherzog wurde. Zweitjüngster ist Erbprinz Jacques von Monaco, geboren am 10. Dezember 2014 – wenige Minuten nach seiner Zwillingsschwester Gabriella, die wegen des Männervorrangs hinter ihm rangiert.
Quellen
- Kungahuset.se: Sveriges statsskick – volle kognatische Thronfolge seit 1980
- Het Koninklijk Huis: Troonopvolging
- royal.uk: Succession – Thronfolgeliste und Succession to the Crown Act 2013
- Kongehuset.dk: Tronskifte am 14. Januar 2024
- Det norske kongehus: Pressemitteilung vom 21. August 2026
- Lovdata: Norwegische Verfassung, § 6 (Erbfolge)
- Cour grand-ducale: Die konstitutionelle Monarchie und die Thronfolge
- Fürstenhaus Liechtenstein: Medienmitteilung zur Novellierung des Hausgesetzes, 15. August 2026
- Belgische Verfassung, Artikel 85 (Volltext des Senats)
- Constitución Española, Artikel 57 (BOE)
- Belgische Monarchie: Prinzessin Elisabeth, Herzogin von Brabant
- UNDP: Goodwill Ambassadors