Armin Laschets Vermögen – Ein Überblick

Armin Laschet Vermögen

Kurz beantwortet

Zum privaten Vermögen von Armin Laschet gibt es keine belastbare Zahl – in Deutschland müssen Abgeordnete kein Vermögen erklären. Offengelegt werden nur Nebeneinkünfte und Beteiligungen. Der Bundestag führt für Laschet unter anderem den Vorsitz im Kuratorium der RAG-Stiftung mit 60.000 Euro jährlich sowie Kuratoriumsposten bei zwei weiteren Stiftungen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Vermögenserklärung für Bundestagsabgeordnete gibt es in Deutschland nicht – kursierende Summen von „1,2 bis 2 Millionen Euro“ sind reine Schätzungen ohne Quelle.
  • Veröffentlicht werden Nebeneinkünfte betragsgenau, sobald sie 1.000 Euro im Monat oder 3.000 Euro im Kalenderjahr übersteigen.
  • Unternehmensbeteiligungen sind ab mehr als 5 Prozent Kapital-, Stimmrechts- oder Gewinnanteil anzeigepflichtig.
  • Für Laschet weist der Bundestag als bezahlte Funktion den Kuratoriumsvorsitz der RAG-Stiftung aus: seit Januar 2024 60.000 Euro jährlich.
  • Hinzu kommen 30.000 Euro jährlich aus dem Kuratorium der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und 21.000 Euro der Brost-Stiftung für 2025.
  • Armin Laschet war von 2017 bis 2021 Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und vom 22. Januar 2021 bis 31. Januar 2022 CDU-Bundesvorsitzender.
  • Als Kanzlerkandidat der Union holte er bei der Bundestagswahl am 26. September 2021 mit CDU/CSU 24,1 Prozent – das schlechteste Ergebnis der Unionsgeschichte.
  • Seit 2021 sitzt er im Bundestag, 2025 gewann er das Direktmandat im Wahlkreis Aachen I.

Warum es für deutsche Politiker keine Vermögenszahl gibt

Anders als in den USA müssen Mitglieder des Deutschen Bundestages kein Vermögen erklären. Es gibt keine Pflicht, Immobilien, Depots, Erbschaften oder Sparguthaben offenzulegen. Wer eine Zahl wie „1,2 bis 2 Millionen Euro“ nennt, stützt sich auf Schätzungen, die niemand überprüfen kann. Solche Angaben stehen deshalb nicht mehr in diesem Artikel.

Was es sehr wohl gibt, sind Transparenzpflichten für Nebentätigkeiten. Sie stehen seit dem 19. Oktober 2021 im Elften Abschnitt des Abgeordnetengesetzes und werden durch die Ausführungsbestimmungen des Ältestenrates vom 12. Mai 2022 konkretisiert. Der Bundestag fasst die Regeln so zusammen: Die Angaben werden „auf Euro und Cent genau veröffentlicht“, und zwar „im Internet jeweils mit den Abgeordneten-Biografien“ und „laufend aktualisiert“.

Was offengelegt wirdSchwelle
Einkünfte aus einer anzeigepflichtigen Tätigkeit – betragsgenaumehr als 1.000 Euro im Monat
Einkünfte aus einer anzeigepflichtigen Tätigkeit – betragsgenaumehr als 3.000 Euro im Kalenderjahr
Beteiligung an Kapital- oder Personengesellschaftenmehr als 5 Prozent Kapital-, Stimmrechts- oder Gewinnanteil
Privatvermögen, Immobilien, Ersparnissekeine Offenlegungspflicht

Zur 5-Prozent-Schwelle heißt es in den Ausführungsbestimmungen wörtlich: „Ein Anteil von mehr als 5 vom Hundert im Sinne des § 45 Absatz 2 Nummer 6 des Abgeordnetengesetzes liegt vor, wenn zumindest der Kapital-, der Stimmrechts- oder der Gewinnanteil des betroffenen Mitglieds des Bundestages mehr als 5 vom Hundert beträgt.“

Was der Bundestag über Armin Laschet konkret offenlegt

In Laschets Abgeordnetenprofil beim Deutschen Bundestag steht eine lange Liste von Funktionen. Der weit überwiegende Teil davon ist ausdrücklich als ehrenamtlich gekennzeichnet – dazu zählen die Präsidentschaft der Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik (BAPP) GmbH, das Präsidium der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen, der Vorstand der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Stiftungsrat der Leo Baeck Foundation, das Kuratorium der Guardini-Stiftung sowie Vorstandsposten bei der Stiftung Genshagen und beim Nah- und Mittelost-Verein.

Vergütet und damit betragsgenau ausgewiesen sind nur wenige Positionen:

FunktionZeitraumVeröffentlichte Vergütung
RAG-Stiftung, Vorsitzender des Kuratoriumsseit 28. November 2022seit Januar 2024: 60.000 Euro jährlich
RAG-Stiftung, Kuratoriumsmitglied5. April – 27. November 2022für 2023: 27.000 Euro
Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Kuratoriumlaufend2018: 6.000 Euro jährlich; ab 1. Januar 2023: 30.000 Euro jährlich
Brost-Stiftung, Kuratoriumseit Februar 2023für 2025: 21.000 Euro
Postcode Lotterie DT gemeinnützige GmbH, Beiratseit Februar 2025keine Vergütung ausgewiesen

Weitere Kuratoriumsmandate ohne ausgewiesene Vergütung führt der Bundestag für die Björn-Steiger-Stiftung (seit Januar 2023), die Heinz-Kühn-Stiftung (seit Februar 2023), die Europäische Stiftung Aachener Dom und die Gesellschaft für die Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen. In den vom Bundestag veröffentlichten Angaben zu Armin Laschet ist keine Unternehmensbeteiligung über 5 Prozent aufgeführt – auch das ist eine belegte Aussage, denn eine solche Beteiligung wäre nach § 45 Abgeordnetengesetz anzeige- und veröffentlichungspflichtig.

Was ein Bundestagsabgeordneter verdient

Die Abgeordnetenentschädigung ist im Abgeordnetengesetz geregelt und für alle Mitglieder des Bundestages gleich hoch – unabhängig davon, welche Ämter jemand früher hatte. Sie beträgt derzeit 11.833,47 Euro brutto im Monat und ist voll zu versteuern. Hinzu kommt eine steuerfreie Kostenpauschale für mandatsbedingte Ausgaben wie Wahlkreisbüro, Fahrten und Bürobedarf.

Die für 2026 vorgesehene Anhebung auf 12.330,48 Euro hat der Bundestag am 10. Juli 2026 zurückgenommen. Es bleibt damit bei den 11.833,47 Euro. Ältere Angaben wie „10.591,70 Euro“ oder Gehaltstabellen mit Beträgen für frühere Mandate sind überholt beziehungsweise beruhen auf keiner nachprüfbaren Quelle.

Armin Laschet Einkommen

Als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen wurde Laschet nach dem nordrhein-westfälischen Ministergesetz besoldet, nicht nach dem Abgeordnetengesetz. Dieses Amt endete am 26. Oktober 2021; seither bezieht er dafür kein Gehalt mehr. Die früher hier veröffentlichten Monatsbeträge von „17.658 Euro“ oder „18.200 Euro“ ließen sich auf keine Quelle zurückführen und wurden gestrichen.

Ämter und Amtszeiten im Überblick

Armin Laschet wurde am 18. Februar 1961 im Aachener Stadtteil Burtscheid geboren. Nach dem Abitur 1981 am Bischöflichen Pius-Gymnasium studierte er Rechts- und Staatswissenschaften in München und Bonn und legte 1987 das Erste Juristische Staatsexamen ab. Danach arbeitete er journalistisch.

AmtZeitraum
Mitglied des Deutschen Bundestages (Wahlkreis Aachen-Stadt)1994–1998
Mitglied des Europäischen Parlaments1999–2005
Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes NRWJuni 2005 – Juli 2010
Mitglied des Landtags von Nordrhein-Westfalen2010 – Oktober 2021
CDU-Landesvorsitzender in Nordrhein-Westfalen2012–2021
Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen27. Juni 2017 – 26. Oktober 2021
CDU-Bundesvorsitzender22. Januar 2021 – 31. Januar 2022
Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung des Europaratesseit 24. Januar 2022
Mitglied des Deutschen Bundestagesseit Oktober 2021

Kanzlerkandidatur 2021 und was danach kam

Am 22. Januar 2021 wurde Laschet zum CDU-Bundesvorsitzenden gewählt, am 20. April 2021 setzte er sich als Kanzlerkandidat der Union durch. Bei der Bundestagswahl am 26. September 2021 kam CDU/CSU auf 24,1 Prozent – das schlechteste Ergebnis bei einer Bundestagswahl in der Geschichte der Union. Kanzler wurde Olaf Scholz.

Laschet trat am 25. Oktober 2021 als Ministerpräsident zurück und schied am 26. Oktober 2021 aus dem Amt aus; am selben Tag gab er sein Landtagsmandat ab und zog in den Bundestag ein. Den CDU-Bundesvorsitz gab er am 31. Januar 2022 an Friedrich Merz ab.

Was Armin Laschet heute macht

Bei der Bundestagswahl 2025 trat Laschet als Direktkandidat der CDU im Wahlkreis Aachen I an und gewann das Mandat. In der vorangegangenen Wahlperiode war er ordentliches Mitglied im Auswärtigen Ausschuss und führte den Vorsitz im Unterausschuss Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung; zudem gehörte er dem Vorstand der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung an. Seit 2025 ist er Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages.

Außerhalb des Parlaments ist Laschet seit September 2022 Mitglied des Direktoriums der Gesellschaft für die Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen und seit 2024 Lehrbeauftragter am Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft der Universität München. Im Oktober 2024 übernahm er den Vorsitz des Strategic Advisory Council des Europäischen Forums Alpbach.

Familie und Herkunft

Laschet ist römisch-katholisch und seit 1985 mit Susanne Laschet, geborene Malangré, verheiratet. Das Paar hat drei erwachsene Kinder. Über die privaten Finanzen der Familie ist nichts veröffentlicht, und es besteht auch keine Pflicht dazu.

Häufige Fragen

Wie hoch ist das Vermögen von Armin Laschet?

Das ist nicht seriös zu beantworten. Bundestagsabgeordnete müssen in Deutschland kein Vermögen erklären. Offengelegt werden nur Nebeneinkünfte oberhalb der gesetzlichen Schwellen und Beteiligungen über 5 Prozent. Jede genannte Millionensumme ist eine Schätzung ohne überprüfbare Grundlage.

Welche Nebeneinkünfte hat Armin Laschet gemeldet?

Der Bundestag weist für ihn den Kuratoriumsvorsitz der RAG-Stiftung mit 60.000 Euro jährlich seit Januar 2024 aus, das Kuratorium der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung mit 30.000 Euro jährlich seit Anfang 2023 und die Brost-Stiftung mit 21.000 Euro für 2025. Die meisten weiteren Funktionen sind als ehrenamtlich gekennzeichnet.

Wie viel verdient Laschet als Abgeordneter?

Er erhält wie jedes Mitglied des Bundestages 11.833,47 Euro brutto im Monat plus eine steuerfreie Kostenpauschale. Die für 2026 geplante Erhöhung auf 12.330,48 Euro hat der Bundestag am 10. Juli 2026 zurückgenommen.

Wann war Armin Laschet Ministerpräsident und CDU-Chef?

Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen war er vom 27. Juni 2017 bis zum 26. Oktober 2021. CDU-Bundesvorsitzender war er vom 22. Januar 2021 bis zum 31. Januar 2022. Beide Ämter hat er also nicht mehr inne.

Sitzt Armin Laschet noch im Bundestag?

Ja. Er gehört dem Bundestag seit Oktober 2021 an und gewann bei der Bundestagswahl 2025 das Direktmandat im Wahlkreis Aachen I. Seit 2025 führt er den Vorsitz im Auswärtigen Ausschuss.

Quellen

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