Boris Becker Vermögen: Wie steht es um seine Finanzen?

Boris Becker Vermögen

Kurz beantwortet

Eine seriöse Zahl zum Vermögen von Boris Becker existiert nicht: Keine benennbare Quelle beziffert es. Belegt ist dagegen der Rahmen. Becker verdiente im Tennis mehr als 25 Millionen US-Dollar Preisgeld, wurde am 21. Juni 2017 in London für zahlungsunfähig erklärt und ist seit dem 27. April 2024 per Gerichtsbeschluss aus der Insolvenz entlassen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Sechs Grand-Slam-Titel im Einzel: Wimbledon 1985, 1986 und 1989, US Open 1989, Australian Open 1991 und 1996.
  • Olympiasieger im Doppel 1992 in Barcelona an der Seite von Michael Stich.
  • 1991 stand Becker zwölf Wochen lang auf Platz eins der Weltrangliste.
  • Karriere-Preisgeld: über 25 Millionen US-Dollar.
  • Am 21. Juni 2017 erklärte ihn ein Londoner Insolvenzgericht für zahlungsunfähig.
  • Am 8. April 2022 sprach ihn eine Jury am Southwark Crown Court in vier von 24 Anklagepunkten schuldig, am 29. April 2022 folgte ein Strafmaß von zwei Jahren und sechs Monaten.
  • Am 15. Dezember 2022 wurde er nach acht Monaten Haft vorzeitig entlassen und nach Deutschland abgeschoben.
  • Mit Beschluss vom 1. Mai 2024 endete die Insolvenz rückwirkend zum 27. April 2024.
  • Im September 2024 heiratete er in Portofino Lilian de Carvalho Monteiro.

Warum sich Beckers Vermögen nicht beziffern lässt

Zahlen wie „500.000 Euro“ oder „einst 100 Millionen Euro“ kursieren seit Jahren. Keine davon lässt sich auf eine benennbare Quelle zurückführen — weder auf ein Gericht, eine Behörde noch auf ein Wirtschaftsmedium, das seine Methode offenlegt. Becker hat sein Vermögen nie öffentlich beziffert, und eine Pflicht dazu besteht nicht.

Was sich überprüfen lässt, sind Einzelwerte aus Gerichtsakten und Verbandsstatistiken. Sie ergeben kein Gesamtvermögen, aber sie zeichnen einen belastbaren Rahmen. Dieser Artikel beschränkt sich darauf.

Die belegbare sportliche Bilanz

Am 7. Juli 1985 gewann Becker mit 17 Jahren das Wimbledon-Finale gegen Kevin Curren mit 6:3, 6:7, 7:6, 6:4. Er war damit der bis heute jüngste männliche Wimbledon-Sieger. Es folgten fünf weitere Grand-Slam-Titel im Einzel.

TurnierJahr
Wimbledon1985
Wimbledon1986
Wimbledon1989
US Open1989
Australian Open1991
Australian Open1996

1992 gewann Becker in Barcelona olympisches Gold im Doppel mit Michael Stich; im Finale schlugen sie Wayne Ferreira und Piet Norval mit 7:6, 4:6, 7:6, 6:3. 1991 führte er zwölf Wochen lang die Weltrangliste an. Sein Karriere-Preisgeld wird mit über 25 Millionen US-Dollar angegeben — es ist die einzige größere Einnahmeposition seiner Laufbahn, die verbandsseitig dokumentiert ist.

Nach dem Karriereende arbeitete Becker als Trainer und TV-Experte. Von Ende 2013 bis zum 6. Dezember 2016 betreute er Novak Đoković, der in dieser Zeit sechs Grand-Slam-Titel gewann, darunter die French Open 2016 und damit den Karriere-Grand-Slam. Von Oktober 2023 bis Februar 2024 trainierte er den Dänen Holger Rune. Als Experte und Co-Kommentator war er ab den Australian Open 2017 für Eurosport tätig.

Das Steuerverfahren 2002 in München

Am 24. Oktober 2002 verurteilte das Landgericht München I Becker wegen Steuerhinterziehung zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung. Hinzu kamen eine Geldstrafe von 300.000 Euro (500 Tagessätze zu je 600 Euro) und eine Auflage von 200.000 Euro zugunsten karitativer Einrichtungen. Gegenstand waren bewusst falsche Angaben in Steuererklärungen; die hinterzogene Summe bezifferte das Gericht auf 3,3 Millionen D-Mark.

Das Insolvenzverfahren in London ab 2017

Am 21. Juni 2017 erklärte das Londoner Insolvenzgericht (Bankruptcy and Companies Court) Becker für zahlungsunfähig. Nach britischem Recht endet eine Privatinsolvenz normalerweise nach zwölf Monaten automatisch — der Schuldner wird dann von den Restriktionen und den Schulden befreit. In Beckers Fall geschah das nicht: Am 3. Dezember 2018 setzte das Gericht diesen Automatismus nach Section 279(3) des Insolvency Act 1986 aus, weil es die Mitwirkung des Schuldners als unzureichend ansah.

Damit lief das Verfahren zeitlich unbegrenzt weiter. Aus dem späteren Gerichtsbeschluss geht hervor, dass die Verwertungserlöse nicht ausreichten, um die Gläubiger vollständig zu befriedigen.

Die Verurteilung am Southwark Crown Court 2022

Der Prozess gegen Becker begann am 21. März 2022 am Southwark Crown Court in London. Am 8. April 2022 sprach ihn die Jury in vier von 24 Anklagepunkten nach dem Insolvency Act schuldig; in 20 Punkten wurde er freigesprochen, darunter sämtliche Vorwürfe zu Vorgängen vor der Insolvenzeröffnung.

AnklagepunktGegenstandBetrag laut Urteilsbegründung
Punkt 4Beiseiteschaffen von Vermögen426.930,90 Euro
Punkt 10Nicht offengelegte Immobilie „Im Schilling“ in Leimen1.053.720 Pfund (Bewertung)
Punkt 13Nicht offengelegtes Darlehen der Bank of Alpinum825.000 Euro
Punkt 14Nicht offengelegte 75.057 Aktien der Breaking Data Corp9.256,25 Pfund (Verkaufserlös)

Am 29. April 2022 verkündete Her Honour Judge Deborah Taylor, Recorder of Westminster, das Strafmaß: zwei Jahre und sechs Monate Haft für Punkt 4, dazu 18 Monate für die Punkte 10, 13 und 14, die parallel laufen. In der Urteilsbegründung heißt es, die Gesamtstrafe betrage zweieinhalb Jahre und er werde die Hälfte davon in Haft verbüßen, bevor er unter Auflagen entlassen werde.

Haft, vorzeitige Entlassung und Abschiebung

Becker trat die Strafe unmittelbar an und saß in den Gefängnissen Wandsworth in London und Huntercombe in Oxfordshire ein. Am 15. Dezember 2022 wurde er nach acht Monaten vorzeitig aus der Haft entlassen und nach Deutschland abgeschoben. Wenige Wochen später gab Eurosport bekannt, ihn für die Berichterstattung von den Australian Open 2023 erneut zu verpflichten.

Ende der Insolvenz: der Beschluss vom 1. Mai 2024

Das ist der aktuellste und wichtigste Punkt. Becker beantragte, die Aussetzung des Restschuldbefreiungslaufs vom 3. Dezember 2018 aufzuheben. Am 1. Mai 2024 gab Chief Insolvency and Companies Court Judge Briggs diesem Antrag statt (Aktenzeichen [2024] EWHC 1001 (Ch)). Die Aussetzung wurde mit Wirkung zum 27. April 2024 beendet — Becker gilt seither als aus der Insolvenz entlassen.

Wichtig ist die juristische Einordnung: Es handelt sich um eine Entlassung aus der Insolvenz (discharge), nicht um eine Aufhebung der Insolvenzeröffnung (annulment). Das Verfahren wurde also regulär beendet, nicht nachträglich für gegenstandslos erklärt. Der Richter hielt fest, Becker habe objektiv alles getan, was ihm zur Erfüllung seiner Pflichten vernünftigerweise möglich war, und liege damit klar auf der richtigen Seite der Grenze zwischen kooperativen und obstruktiven Schuldnern. Der Beschluss verweist auf eine Vergleichsvereinbarung vom 15. November 2023, die Schulden aus der Zeit nach der Insolvenzeröffnung betrifft und deren Inhalt vertraulich ist.

Die im Umlauf befindliche Behauptung, Becker müsse bis 2031 einen festen Anteil seiner Einkünfte an einen Insolvenzverwalter abführen, ließ sich in keiner überprüfbaren Quelle bestätigen. Der Beschluss vom 1. Mai 2024 enthält dazu nichts.

Familienstand und Privatleben

Boris Becker Ehen und Scheidungen im Überblick

Becker war zweimal verheiratet, bevor er 2024 erneut heiratete. Die Ehe mit Barbara Feltus wurde am 17. Dezember 1993 geschlossen und am 15. Januar 2001 geschieden. Die zweite Ehe mit Sharlely „Lilly“ Kerssenberg begann am 12. Juni 2009, das Paar trennte sich im Mai 2018; die Scheidung erfolgte im September 2023.

Am 23. Mai 2024 gab Becker bei den Filmfestspielen in Cannes seine Verlobung mit Lilian de Carvalho Monteiro bekannt. Im September 2024 heiratete das Paar im italienischen Portofino. 2023 hatte Becker angegeben, mit seiner Partnerin in Mailand zu wohnen. Zu Unterhaltszahlungen für seine Kinder gibt es keine überprüfbaren Angaben; entsprechende Summen, die in Medienberichten kursieren, lassen sich nicht auf eine benennbare Quelle stützen.

Häufige Fragen

Wie hoch ist das Vermögen von Boris Becker?

Dazu gibt es keine überprüfbare Angabe. Becker hat sein Vermögen nie öffentlich beziffert, und keine benennbare Quelle legt eine nachvollziehbare Schätzung vor. Belegt ist lediglich, dass er im Tennis mehr als 25 Millionen US-Dollar Preisgeld verdient hat und dass die Verwertungserlöse in seinem Insolvenzverfahren nicht ausreichten, um alle Gläubiger vollständig zu befriedigen.

Ist Boris Becker noch insolvent?

Nein. Mit Beschluss vom 1. Mai 2024 hob der High Court in London die Aussetzung der Restschuldbefreiung mit Wirkung zum 27. April 2024 auf. Damit ist Becker aus der 2017 eröffneten Privatinsolvenz entlassen. Das Verfahren wurde beendet, nicht rückwirkend aufgehoben.

Wofür wurde Boris Becker 2022 verurteilt?

Eine Jury am Southwark Crown Court sprach ihn am 8. April 2022 in vier von 24 Anklagepunkten nach dem britischen Insolvency Act schuldig. Es ging um das Beiseiteschaffen von rund 427.000 Euro sowie um eine nicht offengelegte Immobilie in Leimen, ein nicht offengelegtes Darlehen über 825.000 Euro und nicht offengelegte Aktien. In 20 Punkten wurde er freigesprochen.

Wie lange saß Boris Becker im Gefängnis?

Er verbüßte acht Monate. Das Gericht hatte am 29. April 2022 eine Gesamtstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verhängt. Am 15. Dezember 2022 wurde Becker vorzeitig entlassen und nach Deutschland abgeschoben.

Wie viele Grand-Slam-Titel hat Boris Becker gewonnen?

Sechs im Einzel: Wimbledon 1985, 1986 und 1989, die US Open 1989 sowie die Australian Open 1991 und 1996. Dazu kommt olympisches Gold im Doppel 1992 in Barcelona gemeinsam mit Michael Stich.

Mit wem ist Boris Becker verheiratet?

Seit September 2024 mit Lilian de Carvalho Monteiro. Die Hochzeit fand im italienischen Portofino statt, die Verlobung hatte Becker im Mai 2024 in Cannes bekannt gegeben. Zuvor war er mit Barbara Feltus (1993 bis 2001) und mit Sharlely „Lilly“ Kerssenberg (2009 bis zur Scheidung 2023) verheiratet.

Quellen