Kurz beantwortet
Zum privaten Vermögen von Chris Kaman gibt es keine belastbare Zahl – er hat sich dazu nie öffentlich geäußert. Belegt sind dagegen seine Verträge: Im Oktober 2006 verlängerte er bei den Los Angeles Clippers über fünf Jahre für 52,5 Millionen US-Dollar, im Juli 2012 unterschrieb er bei den Dallas Mavericks für ein Jahr über acht Millionen Dollar.
Das Wichtigste in Kürze
- Chris Kaman wurde am 28. April 1982 in Grand Rapids im US-Bundesstaat Michigan geboren – nicht im Februar, wie hier früher stand.
- Er ist 2,13 Meter groß und wog als Spieler rund 120 Kilogramm (7 Fuß, 265 Pfund).
- Die Los Angeles Clippers wählten ihn im NBA-Draft 2003 an sechster Stelle der ersten Runde, nach drei Jahren an der Central Michigan University.
- Er spielte 13 Spielzeiten und 735 NBA-Partien für fünf Klubs: Clippers, New Orleans Hornets, Dallas Mavericks, Los Angeles Lakers und Portland Trail Blazers.
- Seine einzige All-Star-Nominierung fiel 2010, in der Saison mit seinen Karrierebestwerten von 18,5 Punkten und 9,3 Rebounds pro Spiel.
- Am 2. Juli 2008 erhielt er den deutschen Pass – über deutsche Urgroßeltern und mit Blick auf die Olympischen Spiele in Peking.
- Für Deutschland spielte er 2008 bei Olympia in Peking (10,4 Punkte pro Spiel) und bei der EuroBasket 2011 (15,5 Punkte pro Spiel).
- In der deutschen Basketball-Bundesliga hat Chris Kaman nie gespielt.
- Eine offizielle Gesamtsumme seiner Karriereeinnahmen ist nicht belegbar – die früher hier genannten „77 Millionen Euro“ und „50 Millionen Euro Vermögen“ hatten keine Quelle.
Warum ein Amerikaner auf einer deutschen Seite steht
Chris Kaman ist in Michigan geboren und aufgewachsen. Deutscher wurde er erst als 26-Jähriger: Am 2. Juli 2008 erhielt er die deutsche Staatsbürgerschaft, weil seine Urgroßeltern aus Deutschland stammten. Der Anstoß kam aus dem Basketball – Dirk Nowitzki hatte ihn für die Nationalmannschaft ins Gespräch gebracht. Der damalige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble begründete die zügige Einbürgerung mit einem übergeordneten öffentlichen Interesse.
Wenige Wochen später stand Kaman bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking für Deutschland auf dem Feld. Mit 10,4 Punkten pro Spiel war er hinter Nowitzki der zweitbeste deutsche Werfer des Turniers. Drei Jahre später kehrte er für die EuroBasket 2011 in die Nationalmannschaft zurück und kam dort auf 15,5 Punkte pro Partie – erneut als zweitbester deutscher Schütze hinter Nowitzki.
Häufig falsch dargestellt wird der Rest: Kaman hat nie in der Basketball-Bundesliga gespielt. Seine gesamte Profikarriere fand in der NBA statt. Der deutsche Bezug beschränkt sich auf den Pass und die beiden Turniere für die Nationalmannschaft.
Die NBA-Verträge: Was tatsächlich dokumentiert ist
Anders als bei vielen Prominenten lässt sich bei NBA-Profis wenigstens ein Teil der Einnahmen konkret benennen, weil Vertragsabschlüsse in der Liga öffentlich verhandelt und dokumentiert werden. Für Chris Kaman sind zwei Abschlüsse mit Summe belegt:
| Zeitpunkt | Klub | Vertrag |
|---|---|---|
| Oktober 2006 | Los Angeles Clippers | Verlängerung über fünf Jahre, 52,5 Millionen US-Dollar |
| Juli 2012 | Dallas Mavericks | Einjahresvertrag über 8 Millionen US-Dollar |
| 12. Juli 2013 | Los Angeles Lakers | Einjahresvertrag, Summe nicht dokumentiert |
| 10. Juli 2014 | Portland Trail Blazers | Vertragskonditionen nicht dokumentiert |
Der Wechsel nach New Orleans war kein Vertragsabschluss, sondern Teil eines der bekanntesten Transfers der Ligageschichte: Am 14. Dezember 2011 gaben die Clippers Kaman, Al-Farouq Aminu, Eric Gordon und einen Erstrundenpick für 2012 an die New Orleans Hornets ab und erhielten dafür Chris Paul sowie zwei künftige Zweitrundenpicks.
Eine seriöse Gesamtsumme seiner Karriereeinnahmen lässt sich daraus nicht ableiten, und keine überprüfbare Quelle nennt eine. Die Zahlen, die früher in diesem Artikel standen – 77 Millionen Euro Karriereverdienst, 50 Millionen Euro Vermögen, dazu geschätzte Millionenbeträge aus „Geschäftsinvestitionen“ und „Sponsoring“ –, ließen sich auf keinen Beleg zurückführen und wurden gestrichen. Auch die Behauptung, Kaman sei der drittbestverdienende deutsche NBA-Spieler hinter Dirk Nowitzki und Dennis Schröder, stützte sich auf keine nachprüfbare Quelle.
Warum man Basketball-Gehälter kennt und Fußball-Gehälter nicht
Dass bei Kaman überhaupt konkrete Vertragswerte kursieren, liegt an der Struktur der nordamerikanischen Profiligen. Die NBA arbeitet mit einem Salary Cap – einer Gehaltsobergrenze pro Team, die im Tarifvertrag zwischen Liga und Spielergewerkschaft festgelegt wird. Weil sich der Handlungsspielraum jedes Klubs aus der Summe aller laufenden Verträge ergibt, ist jeder einzelne Vertrag für Transfers, Tauschgeschäfte und Kaderplanung relevant. Vertragswerte werden deshalb routinemäßig bekannt und über Jahre fortgeschrieben.
Hinzu kommt die feste Gehaltsstaffel für Draft-Picks: Was ein an sechster Stelle gewählter Spieler in seinen ersten Profijahren verdient, ergibt sich aus dem Tarifvertrag und nicht aus einer individuellen Verhandlung. Auch das macht die frühen Jahre einer NBA-Karriere kalkulierbar.
Im europäischen Fußball fehlt beides. Es gibt keine ligaweite Gehaltsobergrenze, die einzelne Verträge offenlegungsrelevant machen würde, und keine Pflicht, Spielergehälter zu veröffentlichen. Klubs weisen in ihren Abschlüssen allenfalls den Gesamtpersonalaufwand aus. Deshalb beruhen fast alle Gehaltsangaben zu Fußballprofis auf Schätzungen – während bei Kaman wenigstens zwei Verträge mit Zahl benannt werden können.

Die Stationen seiner NBA-Karriere
| Klub | Zeitraum |
|---|---|
| Los Angeles Clippers | 2003–2011 |
| New Orleans Hornets | 2011–2012 |
| Dallas Mavericks | 2012–2013 |
| Los Angeles Lakers | 2013–2014 |
| Portland Trail Blazers | 2014–2016 |
Ein Hinweis zur Bezeichnung: Als Kaman 2011 nach New Orleans wechselte, hieß der Klub noch New Orleans Hornets. Den Namen Pelicans trägt er erst seit 2013 – Kaman hat also nie für ein Team gespielt, das so hieß. Die frühere Fassung dieses Artikels vermischte beide Namen.
Sportliche Bilanz: 735 Spiele und ein All-Star-Jahr
Kaman kam in 13 Spielzeiten auf 735 NBA-Partien. Im Schnitt erzielte er 11,2 Punkte, 7,6 Rebounds und 1,3 Assists pro Spiel, bei einer Feldwurfquote von 48,9 Prozent und 74,3 Prozent von der Freiwurflinie.
Sein stärkstes Jahr war die Saison 2009/10 bei den Clippers: 18,5 Punkte und 9,3 Rebounds pro Spiel bedeuteten Karrierebestwerte – und die Nominierung als Reservist für das All-Star Game 2010, seine einzige. Sein letztes NBA-Spiel bestritt er am 25. April 2016 in den Playoffs für Portland.
Vor der NBA spielte er drei Jahre für die Central Michigan University und wurde 2003 zum Spieler des Jahres der Mid-American Conference gewählt. Seinen frühen Draft-Antritt begründete er damals unter anderem damit, eine Hühnerfarm in Michigan finanzieren zu wollen.
Was über Chris Kamans Vermögen nicht bekannt ist
Zu Immobilien, Beteiligungen, Werbeverträgen oder Stiftungen von Chris Kaman liegen keine überprüfbaren Angaben vor. Die früher hier abgedruckten Tabellen zu „Investitionsbereichen“ mit erwarteten Gewinnen, zu Luxusautos und Wohnlagen sowie die Angabe von „30 Spenden“ und Millionenbeträgen für soziale Projekte hatten keinerlei Quelle und wurden ersatzlos entfernt. Ebenso gestrichen wurden Aussagen zu einer Erkrankung und zu angeblichen Konflikten in der Nationalmannschaft, für die sich kein Beleg finden ließ.
Was bleibt, ist die belegbare wirtschaftliche Basis: eine 13-jährige Karriere in der bestbezahlten Basketballliga der Welt, ein Fünfjahresvertrag über 52,5 Millionen US-Dollar und ein Einjahresvertrag über acht Millionen Dollar. Alles Weitere wäre geraten.
Häufige Fragen
Wie viel hat Chris Kaman in der NBA verdient?
Eine offizielle Gesamtsumme ist nicht belegt. Dokumentiert sind einzelne Verträge: die Verlängerung bei den Los Angeles Clippers vom Oktober 2006 über fünf Jahre und 52,5 Millionen US-Dollar sowie der Einjahresvertrag bei den Dallas Mavericks vom Juli 2012 über acht Millionen Dollar.
Hat Chris Kaman für Deutschland gespielt?
Ja. Nach seiner Einbürgerung am 2. Juli 2008 spielte er für die deutsche Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking und bei der EuroBasket 2011. In Peking erzielte er 10,4 Punkte pro Spiel, bei der EuroBasket 15,5.
Hat Chris Kaman in der Basketball-Bundesliga gespielt?
Nein. Seine gesamte Profikarriere verbrachte er in der NBA. Der deutsche Bezug ergibt sich aus seinem Pass und den beiden Turnieren für die Nationalmannschaft.
Wann und wo wurde Chris Kaman geboren?
Am 28. April 1982 in Grand Rapids im US-Bundesstaat Michigan. Das früher hier genannte Datum 28. Februar 1982 war falsch.
An welcher Stelle wurde Chris Kaman gedraftet?
Die Los Angeles Clippers wählten ihn im NBA-Draft 2003 in der ersten Runde an sechster Stelle aus. Zuvor hatte er drei Jahre an der Central Michigan University gespielt.
Wann endete seine Karriere?
Sein letztes NBA-Spiel bestritt Kaman am 25. April 2016 in den Playoffs für die Portland Trail Blazers. Danach trat er nicht mehr in einer Profiliga an.