Frank Elstner Parkinson: Wie der Moderator mit der Krankheit umgeht

Frank Elstner Parkinson: Wie der Moderator mit der Krankheit umgeht

Frank Elstner erhielt 2016 die Parkinson-Diagnose und machte sie 2019 öffentlich. Er setzt nach eigenen Angaben auf Sport – unter anderem Boxen, Tennis und Tischtennis –, mentales Training, Ernährung und Disziplin. Er ist Botschafter der Parkinson Stiftung, schrieb ein Buch über die Krankheit und äußerte sich zuletzt Anfang 2026 mit 83 Jahren öffentlich.

Das Wichtigste in Kürze

  • Frank Elstner, geboren am 19. April 1942 in Linz, bekam die Diagnose 2016 und machte sie 2019 öffentlich.
  • Er ist Botschafter der Parkinson Stiftung und Mitglied ihres Stiftungsrats; die Stiftung wurde 2019 in Berlin gegründet.
  • 2021 erschien sein gemeinsam mit dem Neurologen Jens Volkmann verfasstes Buch Dann zitter ich halt – Leben trotz Parkinson (Piper Verlag).
  • 2022 erhielt er am Welt-Parkinson-Tag den Muhammad-Ali-Gedächtnispreis der Deutschen Parkinson Hilfe.
  • Er arbeitet weiter: Seit April 2019 führt er durch die Interviewreihe Wetten, das war’s …?, die 2020 zu Netflix wechselte; 2024 drehte er die 13. Folge von Elstners Reisen für den SWR.
  • Parkinson entsteht durch das Absterben dopaminproduzierender Nervenzellen in der Substantia nigra; bei Symptombeginn sind meist 60 bis 80 Prozent dieser Zellen verloren.
  • In Deutschland sind laut Parkinson Stiftung mehr als 400.000 Menschen betroffen, Tendenz steigend.
  • Die SPARX-Studie in JAMA Neurology (2018) zeigte, dass intensives Ausdauertraining die motorischen Symptome bei früh diagnostizierten Betroffenen über sechs Monate stabil hielt.
  • Heilbar ist Parkinson bislang nicht; Medikamente, Tiefe Hirnstimulation und Therapien lindern jedoch die Symptome.

Wann bekam Frank Elstner die Parkinson-Diagnose?

Die Diagnose wurde 2016 gestellt. Öffentlich gemacht hat Elstner sie erst 2019 – also rund drei Jahre später. Er war zu diesem Zeitpunkt Mitte siebzig.

Die Angabe, er habe die Erkrankung 2018 in einem Interview mit einem bestimmten Magazin öffentlich gemacht, lässt sich nicht belegen. Belegt ist das Jahr 2019; zu Ort und Medium der ersten Veröffentlichung liegen keine übereinstimmenden Angaben vor.

Das idiopathische Parkinson-Syndrom, also Parkinson ohne bekannte Ursache, tritt am häufigsten im höheren Lebensalter auf. Elstners Diagnosealter ist insofern typisch.

Wie geht Frank Elstner mit der Krankheit um?

Schematische Darstellung von Nervenzellen im Gehirn

Elstner hat seinen Umgang mit der Erkrankung mehrfach öffentlich beschrieben. Im Zentrum steht Bewegung. Zum Welt-Parkinson-Tag 2022 sagte er: „Es geht darum, dass man Sport macht, denn der, der da am besten unterstützen kann, ist man immer selbst.“ Und: „Ich habe meinen Tischtennisschläger wieder rausgeholt.“

Seine Frau schenkte ihm Boxhandschuhe und einen Sandsack. Dazu sagte er 2024: „Wenn ich gegen den boxe, kann ich all meine Aggressionen rauslassen.“ Sport allein reiche aber nicht: „Zum Sport kommt mentales Training, gute Ernährung und eiserne Disziplin.“

Bemerkenswert ist, wie er über die Krankheit spricht. Über die Gewöhnung sagte er 2022: „Ich habe mich an mein Parkinsönchen gewöhnt und rede mit ihm auch.“ Und zu seiner Grundhaltung: „Du kannst vieles bei mir erreichen, aber nicht, mir den Mut zu nehmen.“ 2024 fasste er es so zusammen: „Die Diagnose ist kein Todesurteil.“

Zum Verlauf bei ihm selbst sagte er im April 2024: „Manchmal denke ich, dass ich gar kein Parkinson habe.“ Seine jüngste Tochter berichtete im selben Jahr, ihr Vater sei topfit, mache eine Ganzkörpertherapie, spiele Tennis und boxe.

Welche Behandlung bekommt Frank Elstner?

Elstner hat seine Medikation nie öffentlich gemacht. Angaben dazu, welche Wirkstoffe er einnimmt oder ob er überhaupt Medikamente nimmt, wären Spekulation und finden sich hier deshalb nicht.

Öffentlich bekannt ist nur, was er selbst genannt hat: Sport, mentales Training, Ernährung, Disziplin – und, über seine Tochter vermittelt, eine Ganzkörpertherapie. Was er zu seinem eigenen Ausblick sagte, war zurückhaltend: „Wenn mein Zustand so bleibt, wie er jetzt ist, wäre ich sehr glücklich.“

Was Frank Elstner für Parkinson-Betroffene tut

Seit 2020 unterstützt Elstner die 2019 in Berlin gegründete Parkinson Stiftung. Er ist ihr Botschafter und gehört ihrem Stiftungsrat an. Auf der Website der Stiftung wird er mit den Worten zitiert: „Wenn wir es gemeinsam mit den klügsten Köpfen in der Forschung anpacken, werden wir den Parkinson besiegen können.“

2021 veröffentlichte er zusammen mit Jens Volkmann, dem ersten Vorsitzenden der Stiftung und Direktor der Neurologischen Klinik in Würzburg, das Buch Dann zitter ich halt – Leben trotz Parkinson im Piper Verlag. Es wurde ein Spiegel-Bestseller. 2022 erhielt Elstner am Welt-Parkinson-Tag den Muhammad-Ali-Gedächtnispreis der Deutschen Parkinson Hilfe.

Arbeitet Frank Elstner noch? Der Stand 2026

Ja. Seit April 2019 moderiert Elstner die Interview- und Talkreihe Wetten, das war’s …?, die zunächst auf YouTube startete. Im November 2019 wurde bekannt, dass die Reihe 2020 zu Netflix wechselt.

Wichtig zur Einordnung: Es handelt sich um ein eigenständiges Gesprächsformat, nicht um ein Nachfolgeformat von „Wetten, dass..?“. Der ähnliche Titel ist ein Wortspiel.

Im Oktober 2024 stand Elstner mit 82 Jahren für die 13. Folge seiner SWR-Reihe Elstners Reisen vor der Kamera, diesmal mit deutschen Drehorten statt Fernreisen. Anfang 2026 äußerte er sich mit 83 Jahren öffentlich zur Neuauflage von „Wetten, dass..?“ mit Bill und Tom Kaulitz: „Ich gratuliere dem ZDF, dass sie mit Tom und Bill Kaulitz eine mutige und kreative Entscheidung getroffen haben.“

Was passiert bei Parkinson im Gehirn?

Bei Parkinson sterben Nervenzellen in der Substantia nigra ab, einem Bereich im Mittelhirn. Diese Zellen produzieren Dopamin, einen Botenstoff, der für die Steuerung von Bewegungen gebraucht wird. Wenn die ersten motorischen Symptome auftreten, sind typischerweise bereits 60 bis 80 Prozent dieser Zellen verloren.

Die vier Kardinalsymptome sind:

  • Tremor: rhythmisches Zittern, das typischerweise in Ruhe auftritt.
  • Rigor: Muskelsteifheit und Verspannung.
  • Bradykinese: Verlangsamung der Bewegungsabläufe.
  • Posturale Instabilität: Gleichgewichtsstörungen mit erhöhtem Sturzrisiko.

Frühe Warnzeichen können Jahre vor der Diagnose auftreten. Die Parkinson’s Foundation nennt unter anderem leichtes Zittern in Finger, Daumen, Hand oder Kinn, eine kleiner werdende Handschrift, nachlassenden Geruchssinn, heftige Bewegungen im Tiefschlaf, Steifheit in Schulter oder Hüfte, Verstopfung, eine leise oder heisere Stimme, einen maskenhaft wirkenden Gesichtsausdruck, Schwindel beim Aufstehen und eine gebeugte Haltung. Auch Depressionen und Angstzustände können den motorischen Symptomen vorausgehen.

Wie verläuft Parkinson? Die fünf Stadien

Der Verlauf wird üblicherweise nach der Skala von Hoehn und Yahr in fünf Stadien eingeteilt. Wie schnell jemand diese Stadien durchläuft, ist individuell sehr verschieden.

StadiumMerkmale
1Milde Symptome, meist einseitig; der Alltag ist in der Regel nicht beeinträchtigt.
2Symptome betreffen beide Körperseiten oder die Mittellinie; Aufgaben werden schwerer, selbstständiges Leben bleibt möglich.
3Gleichgewichtsverlust ist charakteristisch, Stürze werden häufiger; Selbstständigkeit bleibt erhalten.
4Symptome sind voll ausgeprägt und stark einschränkend; Stehen und Gehen sind noch möglich, aber es wird deutliche Hilfe im Alltag benötigt.
5Steifheit in den Beinen kann Stehen und Gehen unmöglich machen; rund um die Uhr ist Pflege erforderlich.

Welche Behandlungen gibt es bei Parkinson?

Parkinson ist bislang nicht heilbar. Die verfügbaren Behandlungen lindern die Symptome, halten das Absterben der Nervenzellen aber nicht auf. Die Therapie wird individuell zusammengestellt.

  • Levodopa in Kombination mit Carbidopa gilt als Standardtherapie gegen die bewegungsbezogenen Symptome.
  • Dopaminagonisten ahmen die Wirkung von Dopamin nach und kommen häufig in frühen Stadien zum Einsatz.
  • MAO-B-Hemmer verlangsamen den Abbau von Dopamin im Gehirn.
  • Die Tiefe Hirnstimulation ist eine operative Option, wenn Medikamente nicht mehr ausreichend wirken. Dabei werden Elektroden implantiert, die über elektrische Impulse motorische Symptome kontrollieren.

Auf lange Sicht kann die Wirkung der Medikamente nachlassen, und es können Nebenwirkungen auftreten. Deshalb gehören regelmäßige neurologische Kontrollen dazu.

Was Bewegung und Logopädie tatsächlich bringen

Zur Bewegungstherapie gibt es belastbare Daten. Die SPARX-Studie (Study in Parkinson Disease of Exercise), eine randomisierte Phase-2-Studie mit verblindeten Prüfern, erschien 2018 in JAMA Neurology. Untersucht wurden Menschen mit neu diagnostiziertem Parkinson, die noch keine Medikamente nahmen.

Ergebnis nach sechs Monaten: In der Gruppe mit hochintensivem Laufbandtraining veränderte sich der motorische Score der Unified Parkinson’s Disease Rating Scale im Mittel um 0,3 Punkte, in der Kontrollgruppe mit üblicher Versorgung um 3,2 Punkte – höhere Werte bedeuten stärkere Symptome. Nur die hochintensive Gruppe erreichte die vorab definierte Schwelle, ab der eine große Wirksamkeitsstudie gerechtfertigt ist. Das ist ein Hinweis auf einen Effekt, kein Nachweis einer Heilung.

Sprech- und Stimmprobleme sind bei Parkinson häufig: Die Stimme wird leiser oder heiser, die Sprechmelodie flacher. Eine belastbare Prozentzahl dazu ist öffentlich nicht einheitlich dokumentiert, weshalb hier keine genannt wird. Behandelt wird vor allem logopädisch. Etablierte Programme sind LSVT LOUD (Lee Silverman Voice Treatment) und SPEAK OUT! des Parkinson Voice Project; auch Singen kann Atemkontrolle und Stimmkraft unterstützen.

Soziale Einbindung und eine aktive Haltung wirken sich messbar auf die Lebensqualität aus. Dass positives Denken den neurodegenerativen Verlauf selbst bremst, ist damit nicht gesagt – dafür gibt es keine Belege.

Prominente Betroffene und Anlaufstellen in Deutschland

Michael J. Fox erhielt die Diagnose 1991 im Alter von 29 Jahren während der Dreharbeiten zu „Doc Hollywood“. Öffentlich machte er sie während der dritten Staffel von „Spin City“; im Herbst 2000 gründete er die Michael J. Fox Foundation for Parkinson’s Research.

Bei Robin Williams ist die Sachlage oft falsch dargestellt. Zu Lebzeiten wurde bei ihm ein Parkinson im Frühstadium diagnostiziert, was er nicht öffentlich machte. Die Obduktion ergab eine diffuse Lewy-Körperchen-Erkrankung – eine eigenständige Erkrankung, die zuvor als Parkinson eingeordnet worden war.

Betroffene in Deutschland finden Unterstützung bei der Deutschen Parkinson Vereinigung (dPV), die Regionalgruppen und Kontaktstellen in allen 16 Bundesländern unterhält und telefonische Sprechzeiten anbietet. Die Parkinson Stiftung informiert über Forschung und Versorgung und hat unter anderem einen Betroffenenbeirat mit zwölf Mitgliedern eingerichtet.

Häufige Fragen

Wann hat Frank Elstner seine Parkinson-Erkrankung öffentlich gemacht?

Im Jahr 2019. Die Diagnose selbst hatte er bereits 2016 erhalten. Angaben, er habe sich 2018 in einem bestimmten Magazin geäußert, lassen sich nicht belegen.

Lebt Frank Elstner noch?

Ja. Anfang 2026 äußerte er sich mit 83 Jahren öffentlich zur Neubesetzung von „Wetten, dass..?“.

Welche Medikamente nimmt Frank Elstner?

Dazu hat er sich öffentlich nie geäußert. Genannt hat er Sport, mentales Training, gute Ernährung und Disziplin. Konkrete Wirkstoffe sind nicht bekannt.

Ist „Wetten, das war’s …?“ der Nachfolger von „Wetten, dass..?“

Nein. Es ist eine Interview- und Talkreihe, die im April 2019 auf YouTube startete und 2020 zu Netflix wechselte. Mit der ZDF-Samstagabendshow hat sie außer dem Wortspiel im Titel nichts zu tun.

Hilft Sport bei Parkinson wirklich?

Die SPARX-Studie in JAMA Neurology (2018) fand, dass hochintensives Laufbandtraining die motorischen Symptome bei neu diagnostizierten Betroffenen über sechs Monate weitgehend stabil hielt, während sie in der Kontrollgruppe zunahmen. Trainingspläne sollten mit Ärztin oder Physiotherapeut abgestimmt werden.

Wie viele Menschen in Deutschland haben Parkinson?

Die Parkinson Stiftung gibt mehr als 400.000 Betroffene an, mit steigender Tendenz.

Quellen

  • https://www.t-online.de/unterhaltung/stars/id_100377240/frank-elstner-hat-parkinson-tochter-verraet-wie-es-dem-moderator-geht.html
  • https://www.t-online.de/unterhaltung/stars/id_100395478/frank-elstner-kaempft-gegen-parkinson-laesst-aggressionen-beim-boxen-raus.html
  • https://www.t-online.de/unterhaltung/id_91971570/welt-parkinson-tag-frank-elstner-setzt-auf-sport-gegen-parkinson.html
  • https://www.t-online.de/unterhaltung/tv/id_100507550/frank-elstner-feiert-tv-comeback-mit-82-jahren-trotz-parkinson.html
  • https://www.t-online.de/unterhaltung/tv/id_101094082/-wetten-dass-erfinder-frank-elstner-aeussert-sich-zu-kaulitz-zwillingen.html
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Elstner
  • https://www.parkinsonstiftung.de/
  • https://www.parkinsonstiftung.de/ueber-uns/stiftung/organisation/
  • https://www.ninds.nih.gov/health-information/disorders/parkinsons-disease
  • https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29228079/
  • https://www.parkinson.org/understanding-parkinsons/10-early-warning-signs
  • https://www.parkinson.org/understanding-parkinsons/what-is-parkinsons/stages
  • https://www.parkinson.org/library/fact-sheets/speech-therapy
  • https://www.dpv-bundesverband.de/start
  • https://www.michaeljfox.org/michaels-story
  • https://en.wikipedia.org/wiki/Robin_Williams

Das könnte Sie auch interessieren