Kurz beantwortet
Zu Gemma McCourt kursieren Einnahmezahlen bis zu 28,8 Millionen US-Dollar im Jahr. Keine davon ist belegt. Es existiert kein Lexikoneintrag, kein Handelsregister- oder Companies-House-Eintrag und keine benennbare Medienquelle zu dieser Person. Dieser Artikel nennt deshalb keine Einnahme- oder Vermögenssumme und erklärt stattdessen, wie solche Zahlen entstehen.
Das Wichtigste in Kürze
- Unter dem Namen Gemma McCourt ließ sich für diesen Artikel keine eindeutig identifizierbare Person des öffentlichen Lebens nachweisen.
- Weder die deutschsprachige noch die englischsprachige Wikipedia führt einen Artikel zu dieser Person.
- Die frühere Fassung dieses Artikels enthielt rund zwei Dutzend verschiedene Millionenbeträge, die sich gegenseitig widersprachen.
- Dieselbe Followerzahl war dort einmal OnlyFans, einmal Twitter zugeordnet; die Monatseinnahmen schwankten zwischen 2,4 Millionen US-Dollar und 200 Pfund.
- OnlyFans wird von der Fenix International Limited betrieben, eingetragen am 1. September 2016 in London, Companies House Nummer 10354575.
- Die Plattform behält 20 Prozent der Umsatzerlöse ein und zahlt 80 Prozent an die Anbieterinnen und Anbieter aus.
- 2023 zahlte OnlyFans nach Angaben der englischsprachigen Wikipedia 6,6 Milliarden US-Dollar an Creator aus — bei damals mehreren Millionen registrierten Konten.
- Der durchschnittliche Jahresverdienst je Creator lag 2023 bei etwa 1.300 US-Dollar; das Medianeinkommen liegt nochmals deutlich darunter.
Was sich zu dieser Person überprüfen ließ
Der erste Schritt jeder Vermögens- oder Einkommensrecherche ist die Frage, ob die Person überhaupt eindeutig identifizierbar ist. Bei Gemma McCourt ist sie das nicht. Geprüft wurden die deutsch- und englischsprachige Wikipedia, das britische Handelsregister Companies House und das deutsche Registerportal. In keinem dieser Verzeichnisse findet sich ein Eintrag, der diese Person als Unternehmerin, Autorin, Musikerin oder Person der Zeitgeschichte ausweist.
Damit fehlt die Grundlage für alles Weitere. Ohne eine benennbare Quelle, die eine Person identifiziert, lässt sich weder eine Reichweite noch ein Einkommen zuordnen. Angaben zu Herkunft, Familie, Beziehungsstatus oder Wohnsitz, wie sie eine frühere Fassung dieses Artikels enthielt, waren durchweg unbelegt und wurden ersatzlos gestrichen. Auch die dort beschriebenen Spendenaktionen ließen sich keiner überprüfbaren Quelle zuordnen.
Die Zahlen im Bestand widersprachen sich selbst
Man muss keine externe Quelle bemühen, um die früheren Angaben zu widerlegen. Sie widerlegten sich innerhalb desselben Textes gegenseitig — ein zuverlässiges Erkennungsmerkmal frei erfundener Zahlen:
| Angabe in der früheren Fassung | Widerspruch im selben Artikel |
|---|---|
| Monatseinnahmen 2,4 Millionen US-Dollar | an anderer Stelle 2 Millionen, an dritter Stelle 200 Pfund |
| Jahreseinnahmen 28,8 Millionen US-Dollar | an anderer Stelle 2,9 Millionen US-Dollar |
| Abopreis 30 US-Dollar im Monat | an anderer Stelle 8 US-Dollar |
| 92.000 Follower auf OnlyFans | dieselbe Zahl an anderer Stelle Twitter zugeordnet; zudem 150.000 und 2.500 genannt |
Vier Angaben, vier Widersprüche. Rechnet man die Behauptung 92.000 Abonnenten mal 30 US-Dollar durch, ergibt das rund 2,76 Millionen US-Dollar Bruttoumsatz — also weder die genannten 2,4 noch die 2 Millionen, und vor Abzug des Plattformanteils. Die Zahlen wurden nicht erhoben, sondern gesetzt.
Wie aus einem Abopreis eine Millionenzahl wird

Die Rechnung ist immer dieselbe: Followerzahl mal Abopreis mal zwölf Monate. Sie liefert eine große, präzise wirkende Zahl — und ist in jedem einzelnen Schritt falsch. Ein Follower ist kein zahlender Abonnent. Ein großer Teil der Konten läuft über kostenlose Probezeiträume oder Rabattaktionen. Abonnements werden gekündigt, oft nach einem Monat; die Fluktuation ist auf Abo-Plattformen hoch. Und ein Betrag, der in einem Monat fließt, fließt nicht automatisch in allen zwölf.
Hinzu kommt der Plattformanteil. OnlyFans behält 20 Prozent der gezahlten Umsatzerlöse ein. Von dem Rest gehen Zahlungsdienstleistergebühren, Steuern und Sozialabgaben ab, in vielen Fällen auch Provisionen an Agenturen, die Konten gewerblich betreuen. Was am Ende netto übrig bleibt, hat mit der Ausgangsrechnung wenig zu tun. Ein Umsatz ist ohnehin kein Vermögen: Vermögen ist, was nach allen Kosten über Jahre hinweg bleibt.
Zum Themenumfeld ist an dieser Stelle seit der Erstveröffentlichung ein Video eingebunden:
Was über OnlyFans tatsächlich dokumentiert ist
Über die Plattform selbst gibt es — anders als über einzelne Konten — belastbare Angaben. Sie stammen aus dem britischen Handelsregister und aus den Lexikonartikeln zur Plattform:
| Merkmal | Angabe | Quelle und Stand |
|---|---|---|
| Betreibergesellschaft | Fenix International Limited, 9th Floor 107 Cheapside, London EC2V 6DN | Companies House, Abruf 23.08.2026 |
| Registernummer | 10354575, eingetragen am 1. September 2016, Status aktiv | Companies House, Abruf 23.08.2026 |
| Umsatzaufteilung | 80 Prozent an die Anbieter, 20 Prozent an die Plattform | Wikipedia, Abruf 23.08.2026 |
| Registrierte Creator-Konten | mehr als 4 Millionen | englischsprachige Wikipedia, Stand 2024 |
| Registrierte Nutzerkonten | rund 370 Millionen | englischsprachige Wikipedia, Stand 2024 |
| Auszahlungen an Creator | 6,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 | englischsprachige Wikipedia |
| Durchschnittsverdienst je Creator | rund 1.300 US-Dollar im Jahr | englischsprachige Wikipedia, Stand 2023 |
| Medianeinkommen | etwa 180 US-Dollar im Monat vor Steuern | Marlen Hobrack im Magazin Emma, zitiert nach der deutschsprachigen Wikipedia |
Diese Zahlen ordnen die Sache ein. Der Durchschnitt von rund 1.300 US-Dollar im Jahr liegt um mehr als vier Größenordnungen unter den 28,8 Millionen, die dieser Artikel früher behauptete. Und der Durchschnitt ist bereits nach oben verzerrt, weil eine kleine Spitzengruppe den weit überwiegenden Teil der Auszahlungen auf sich vereint — deshalb der deutlich niedrigere Medianwert. Wer eine unbekannte Person ohne Beleg in diese Spitzengruppe einordnet, trifft keine Aussage über die Realität, sondern über die eigene Rechenannahme.
Warum hier keine Zahlen anderer Personen mehr stehen
Die frühere Fassung enthielt vier Tabellen mit angeblichen Monats- und Jahreseinnahmen namentlich genannter Musikerinnen, Rapper und Reality-Darstellerinnen. Diese Angaben betreffen unbeteiligte Dritte, waren ebenfalls ohne Quelle und widersprachen sich über die Tabellen hinweg: Dieselbe Person tauchte einmal mit 20 Millionen US-Dollar im Jahr und an anderer Stelle mit demselben Betrag als Monatseinnahme auf.
Solche Vergleichstabellen erfüllen keinen erkennbaren Zweck. Sie belegen nichts über die Person, um die es im Artikel geht, und sie schreiben fremden Menschen Einkommen zu, die diese nie veröffentlicht haben. Sämtliche Tabellen wurden ersatzlos entfernt. Ebenso entfernt wurde ein direktes Zitat, das einem namentlich nicht genannten „Branchenexperten“ zugeschrieben war und für das keine Fundstelle existiert.
Auch an dieser Stelle ist seit der Erstveröffentlichung ein Video eingebunden:
Was ein seriöser Artikel an dieser Stelle leisten kann
Belegbar wären bei einer identifizierbaren Person: ein Kanalname mit Gründungsdatum, eine Reichweitenangabe mit Abrufdatum und benennbarer Quelle, eine Firmengründung mit Registernummer und Registergericht, eine Buchveröffentlichung mit Verlag und ISBN, ein Fernsehauftritt mit Sender und Jahr, eine Chartplatzierung oder eine Produktmarke mit Nachweis. Nichts davon ließ sich hier finden.
Deshalb steht in diesem Artikel keine Zahl zur Person. Das ist kein Versehen und keine Lücke, die später gefüllt wird, sondern das Ergebnis der Prüfung. Ein Text, der offenlegt, warum eine Summe nicht seriös zu ermitteln ist, ist belastbarer als einer, der eine erfindet.
Häufige Fragen
Wie viel verdient Gemma McCourt?
Das ist nicht bekannt. Es gibt keine Selbstauskunft und keine Berichterstattung eines benennbaren Mediums dazu. Die im Netz kursierenden Millionenbeträge lassen sich auf keine Quelle zurückführen und widersprechen sich untereinander.
Woher stammen die Zahlen von 2,4 oder 28,8 Millionen Dollar?
Sie entstehen durch eine einfache Multiplikation aus einer angenommenen Abonnentenzahl und einem angenommenen Abopreis, hochgerechnet auf zwölf Monate. Diese Rechnung ignoriert kostenlose Probezeiträume, Kündigungen, den Plattformanteil von 20 Prozent, Gebühren und Steuern.
Was verdienen Creator auf OnlyFans im Schnitt?
Die englischsprachige Wikipedia nennt für 2023 einen durchschnittlichen Jahresverdienst von rund 1.300 US-Dollar je Creator. Das Medianeinkommen liegt darunter: Die deutschsprachige Wikipedia zitiert eine Angabe von etwa 180 US-Dollar im Monat vor Steuern.
Wer betreibt OnlyFans?
Die Fenix International Limited mit Sitz in London, eingetragen im britischen Handelsregister Companies House unter der Nummer 10354575 seit dem 1. September 2016. Der Status der Gesellschaft ist aktiv (Abruf 23.08.2026).
Warum wurde dieser Artikel geändert?
Eine Prüfung am 23. August 2026 ergab, dass praktisch jede Zahl der früheren Fassung ohne Quelle war und sich zudem im selben Text widersprach. Unbelegte Angaben zu Einnahmen, Privatleben und zu unbeteiligten Dritten wurden gestrichen und durch nachprüfbare Angaben zur Plattform ersetzt.
Quellen
- Companies House: Fenix International Limited (10354575) — Eintragungsdatum, Sitz, Status (Abruf 23.08.2026)
- Wikipedia: OnlyFans (deutschsprachig) — Umsatzaufteilung 80/20, Nutzer- und Anbieterzahlen, Medianeinkommen nach Marlen Hobrack (Emma)
- Wikipedia: OnlyFans (englischsprachig) — Gründung, Creator- und Nutzerzahlen 2024, Auszahlungen 2023, Durchschnittsverdienst
- Companies House — britisches Handelsregister — amtliche Primärquelle für Firmeneintragungen im Vereinigten Königreich
- Gemeinsames Registerportal der Länder — amtliche Primärquelle für deutsche Registerdaten