Stand: 22. August 2026
Jens Spahn bekommt als Bundestagsabgeordneter die gesetzliche Entschädigung von 11.833,47 Euro brutto im Monat, dazu eine steuerfreie Kostenpauschale von 5.467,27 Euro — zusammen rund 17.300 Euro aus dem Bundestagshaushalt. Von Mai 2025 bis zu seinem Rücktritt am 18. Juli 2026 kam als Fraktionsvorsitzender eine Zulage hinzu, deren Höhe die Unionsfraktion nicht veröffentlicht.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Abgeordnetenentschädigung liegt seit dem 1. Juli 2025 bei 11.833,47 Euro brutto im Monat und ist einkommensteuerpflichtig.
- Der Bundestag beschloss am 10. Juli 2026, auf die vorgesehene Erhöhung um 4,2 Prozent auf 12.330,48 Euro zu verzichten. Es bleibt beim bisherigen Betrag.
- Dazu kommt eine steuerfreie Kostenpauschale von 5.467,27 Euro monatlich (Stand Januar 2026) für Wahlkreisbüro, Zweitwohnung in Berlin und weitere Mandatskosten.
- Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen jedem Abgeordneten 27.396 Euro im Monat zur Verfügung (Stand 1. Mai 2026). Dieses Geld zahlt die Bundestagsverwaltung direkt an die Beschäftigten aus.
- Spahn sitzt seit 2002 im Bundestag und gewann den Wahlkreis Steinfurt I – Borken I stets direkt.
- Von Mai 2025 bis Juli 2026 war er Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Am 18. Juli 2026 trat er von diesem Amt zurück, sein Mandat behielt er.
- Funktionszulagen für Fraktionsvorsitzende zahlen die Fraktionen aus eigenen Mitteln. Die Unionsfraktion legt sie nicht offen.
- Ein Bundesminister bezieht nach Angaben des Bundes der Steuerzahler rund 17.990 Euro Amtsgehalt im Monat plus rund 3.681 Euro steuerfreie Dienstaufwandsentschädigung im Jahr.
- Wer gleichzeitig Regierungsmitglied und Abgeordneter ist, dem wird die Abgeordnetenentschädigung nach § 29 AbgG um 50 Prozent gekürzt — sie entfällt nicht.
Was Jens Spahn im August 2026 monatlich bekommt
Seit dem Rücktritt vom Fraktionsvorsitz ist Spahn einfacher Abgeordneter. Damit bezieht er exakt das, was jedes andere Mitglied des Bundestages ohne Zusatzfunktion bekommt: die Entschädigung nach dem Abgeordnetengesetz und die Amtsausstattung.
| Bestandteil | Betrag pro Monat | Steuerliche Behandlung |
|---|---|---|
| Abgeordnetenentschädigung (Diät) | 11.833,47 Euro | steuerpflichtig |
| Kostenpauschale | 5.467,27 Euro | steuerfrei, zweckgebunden |
| Summe aus dem Bundestagshaushalt | rund 17.300 Euro | gemischt |
| Budget für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter | bis 27.396 Euro | fließt an die Beschäftigten, nicht an den Abgeordneten |
Diese Rechnung machte auch t-online nach Spahns Rücktritt auf: rund 17.300 Euro pro Monat, die weiterlaufen, solange er das Mandat hat. Hinzu kommen Sachleistungen, die der Bundestag stellt und die kein Einkommen sind: ein eingerichtetes Büro von rund 54 Quadratmetern im Berliner Parlamentsviertel, die Nutzung von Dienstfahrzeugen im Stadtgebiet, eine Bahnfreifahrkarte für Inlandsreisen und die Erstattung mandatsbezogener Flugkosten.
Warum die Diäten 2026 nicht gestiegen sind
Die Entschädigung wird seit einer Gesetzesänderung von 2014 jedes Jahr zum 1. Juli automatisch an den Nominallohnindex angepasst. Der Präsident des Statistischen Bundesamtes meldet die Lohnentwicklung an den Bundestagspräsidenten, der den neuen Betrag als Bundestagsdrucksache veröffentlicht. Für 2026 ergab die Meldung vom 6. März 2026 ein Plus von 4,2 Prozent — die Diät wäre damit zum 1. Juli 2026 auf 12.330,48 Euro gestiegen.
Dazu kam es nicht. Am 10. Juli 2026 beschloss der Bundestag, auf die Anpassung für dieses Jahr zu verzichten. Die Koalitionsfraktionen begründeten das mit der wirtschaftlichen Lage und dem angespannten Haushalt. Wer heute nach dem aktuellen Wert sucht, findet deshalb auf bundestag.de weiterhin die 11.833,47 Euro, die seit dem 1. Juli 2025 gelten. Die nächste reguläre Anpassung steht zum 1. Juli 2027 an.
Das ist der Grund, warum viele ältere Artikel — auch die frühere Fassung dieses Textes — falsche Zahlen nennen: Sie schreiben entweder einen Betrag aus der vorletzten Wahlperiode fort oder übernehmen die im Frühjahr angekündigte Erhöhung, die später zurückgenommen wurde.
Kostenpauschale und Mitarbeiterbudget sind kein Gehalt
Die beiden größten Posten neben der Diät werden in Diskussionen regelmäßig als verstecktes Zusatzeinkommen dargestellt. Beide sind zweckgebunden.
Die Kostenpauschale beträgt seit Januar 2026 monatlich 5.467,27 Euro. Sie soll sämtliche mandatsbedingten Ausgaben abdecken: Einrichtung und Betrieb des Wahlkreisbüros, die Zweitwohnung am Regierungssitz, Büromaterial, Fahrt- und Betreuungskosten im Wahlkreis. Sie wird nicht einzeln abgerechnet und ist steuerfrei, weil sie rechtlich eine Aufwandsentschädigung ist und kein Arbeitsentgelt.
Das Mitarbeiterbudget liegt bei 27.396 Euro im Monat (Stand: 1. Mai 2026). Der Betrag erreicht den Abgeordneten nie: Die Bundestagsverwaltung wickelt die Arbeitsverträge ab und überweist die Gehälter unmittelbar an die Beschäftigten in Berlin und im Wahlkreis. Wer dieses Budget in eine Gehaltsrechnung einbezieht, zählt fremde Löhne mit.
Was Spahn als Fraktionsvorsitzender zusätzlich bekam
Vom 6. Mai 2025 bis zum 18. Juli 2026 führte Spahn die CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Für solche Ämter zahlen die Fraktionen Funktionszulagen — nicht der Bundestag, sondern die Fraktion aus ihren staatlich finanzierten Mitteln. Eine gesetzliche Regelung mit festen Sätzen gibt es dafür nicht.
Wie hoch Spahns Zulage war, ist nicht öffentlich bekannt. Die Unionsfraktion legt einzelne Zulagen nicht offen, und Spahn selbst hat sich dazu nie öffentlich geäußert. Belegbar sind nur Vergleichswerte anderer Fraktionen: Recherchen von abgeordnetenwatch.de zufolge zahlten Grüne und Linke ihren Fraktionsvorsitzenden 50 Prozent einer zusätzlichen Diät, die FDP-Fraktion eine volle zusätzliche Diät; t-online nannte im Juli 2026 für die AfD-Fraktionsspitze ebenfalls eine volle Diät. Auf das heutige Niveau übertragen läge eine solche Zulage zwischen rund 5.900 und knapp 11.900 Euro im Monat. Ob die Unionsfraktion in diesem Rahmen zahlt, ist nicht belegt.
Mit dem Rücktritt entfiel diese Zulage. Nachfolger im Fraktionsvorsitz wurde am 29. Juli 2026 Thorsten Frei, der 91,9 Prozent der Stimmen erhielt.
Wie viel ein Bundesminister und der Bundeskanzler verdienen

Für Regierungsmitglieder gilt nicht das Abgeordnetengesetz, sondern das Bundesministergesetz. Es bemisst das Amtsgehalt als Vielfaches des Grundgehalts der Besoldungsgruppe B 11 und sieht zusätzlich einen Ortszuschlag sowie eine steuerfreie Dienstaufwandsentschädigung vor. Anders als bei den Diäten gibt es keine automatische jährliche Anpassung nach Lohnindex.
| Amt | Amtsgehalt pro Monat | Steuerfreie Dienstaufwandsentschädigung | Quelle |
|---|---|---|---|
| Bundesminister | rund 17.990 Euro | rund 3.681 Euro im Jahr | Bund der Steuerzahler |
| Bundeskanzler | rund 22.083 Euro | rund 12.271 Euro im Jahr | Bund der Steuerzahler |
| Bundeskanzler | 20.675,42 Euro | 12.271,01 Euro im Jahr | Bundesregierung, Juli 2026 |
Die beiden Angaben zum Kanzlergehalt liegen rund 1.400 Euro auseinander. Der Bund der Steuerzahler nennt für seine Zahl keinen Stichtag; die 20.675,42 Euro stammen aus einer Auskunft der Bundesregierung, die ein dpa-Faktencheck im Juli 2026 dokumentiert hat. Welche Zulagen jeweils eingerechnet sind, weist keine der beiden Quellen vollständig aus. Eine tagesaktuelle amtliche Gehaltstabelle für Regierungsmitglieder veröffentlicht der Bund nicht.
Spahn war vom 14. März 2018 bis zum 8. Dezember 2021 Bundesgesundheitsminister. Für diese Zeit gelten dieselben Regeln — allerdings auf dem damaligen Niveau, das unter den heutigen Beträgen lag. Eine belastbare Angabe zu seinen konkreten Bezügen in diesen Jahren ist öffentlich nicht dokumentiert.
Warum Minister ihre Diät nur zur Hälfte bekommen
Ein weit verbreiteter Irrtum lautet, ein Abgeordneter verliere seine Diät, sobald er ins Kabinett wechselt. Das Gegenteil eines vollständigen Wegfalls ist richtig: § 29 des Abgeordnetengesetzes kürzt die Entschädigung um 50 Prozent, wenn Einkommen aus einer öffentlichen Kasse hinzukommt — etwa als Mitglied der Bundesregierung oder als Parlamentarischer Staatssekretär. Der Kürzungsbetrag darf dabei 30 Prozent dieses Einkommens nicht übersteigen.
Praktisch heißt das: Ein Minister mit Bundestagsmandat erhält sein Amtsgehalt und dazu die halbierte Diät. Bei den heutigen Beträgen wären das rund 5.917 Euro zusätzlich zum Amtsgehalt. Auch die Kostenpauschale wird bei Regierungsmitgliedern gekürzt ausgezahlt. Addiert werden die Bezüge also nie in voller Höhe, gestrichen aber ebenso wenig.
Spahns Stationen und welche Ansprüche daraus folgen
| Zeitraum | Funktion |
|---|---|
| seit 2002 | Mitglied des Bundestages, Wahlkreis Steinfurt I – Borken I |
| 2015 bis 2018 | Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium |
| 14. März 2018 bis 8. Dezember 2021 | Bundesminister für Gesundheit |
| Dezember 2021 bis Mai 2025 | stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion |
| Mai 2025 bis 18. Juli 2026 | Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion |
| seit 18. Juli 2026 | Abgeordneter ohne Fraktionsamt |
Aus der Ministerzeit können Versorgungsansprüche entstehen. Das Bundesministergesetz verlangt dafür grundsätzlich eine Amtszeit von vier Jahren; der Satz beginnt bei 27,74 Prozent der Amtsbezüge und steigt bis höchstens 71,75 Prozent. Ausgezahlt wird ein solches Ruhegehalt nicht sofort nach dem Ausscheiden, sondern erst ab einer Altersgrenze — nach einer Ausarbeitung des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages frühestens mit 60 Jahren.
Spahn war drei Jahre und knapp neun Monate Minister und davor rund drei Jahre Parlamentarischer Staatssekretär. Ob und in welchem Umfang diese Zeiten für ihn zu einem Anspruch führen, ist öffentlich nicht dokumentiert. Der Bundestag veröffentlicht keine individuellen Versorgungsdaten, und Spahn hat sich dazu nicht geäußert. Konkrete Beträge, die dazu kursieren, sind Schätzungen ohne belegte Grundlage.
Häufige Fragen
Wie hoch ist Jens Spahns Gehalt 2026?
Seit dem Rücktritt vom Fraktionsvorsitz erhält Spahn die reguläre Abgeordnetenentschädigung von 11.833,47 Euro brutto im Monat sowie die steuerfreie Kostenpauschale von 5.467,27 Euro. Das sind zusammen rund 17.300 Euro. Bis Juli 2026 kam eine Funktionszulage der Fraktion hinzu, deren Höhe nicht veröffentlicht wird.
Ist die Abgeordnetenentschädigung steuerpflichtig?
Ja. Die Entschädigung nach dem Abgeordnetengesetz ist in voller Höhe einkommensteuerpflichtig. Steuerfrei ist nur die Kostenpauschale, weil sie rechtlich eine Aufwandsentschädigung für Mandatskosten ist. Wie viel netto bleibt, hängt von den persönlichen Verhältnissen ab; belastbare Netto-Angaben für einzelne Abgeordnete gibt es nicht.
Warum sind die Diäten 2026 nicht auf 12.330 Euro gestiegen?
Der Nominallohnindex hätte zum 1. Juli 2026 eine Erhöhung um 4,2 Prozent auf 12.330,48 Euro ausgelöst. Der Bundestag beschloss am 10. Juli 2026, für dieses Jahr darauf zu verzichten. Es bleibt deshalb bei 11.833,47 Euro. Die nächste Anpassung ist für den 1. Juli 2027 vorgesehen.
Verliert ein Abgeordneter seine Diät, wenn er Minister wird?
Nein. Nach § 29 des Abgeordnetengesetzes wird die Entschädigung um 50 Prozent gekürzt, wenn Einkommen aus einer öffentlichen Kasse hinzukommt, wobei die Kürzung 30 Prozent dieses Einkommens nicht übersteigen darf. Ein Minister mit Mandat bezieht also Amtsgehalt plus halbe Diät.
Wie viel verdient ein Bundesminister im Vergleich?
Der Bund der Steuerzahler beziffert das Amtsgehalt eines Bundesministers auf rund 17.990 Euro im Monat plus rund 3.681 Euro steuerfreie Dienstaufwandsentschädigung im Jahr. Für den Bundeskanzler nennt er rund 22.083 Euro; die Bundesregierung selbst gab im Juli 2026 ein Amtsgehalt von 20.675,42 Euro an.
Bekommt Spahn eine Ministerpension?
Ob ihm ein Ruhegehalt zusteht, ist öffentlich nicht dokumentiert. Das Bundesministergesetz verlangt in der Regel vier Jahre Amtszeit; Spahn war drei Jahre und knapp neun Monate Minister, davor Parlamentarischer Staatssekretär. Ausgezahlt würde ein solcher Anspruch ohnehin erst ab einer Altersgrenze, nicht heute.
Quellen
- https://www.bundestag.de/abgeordnete/mdb_diaeten/mdb_diaeten-214848
- https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2026/kw28-de-abgeordnetengesetz-1192574
- https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1165658
- https://www.bundestag.de/abgeordnete/mdb_diaeten/1334-260792
- https://www.bundestag.de/abgeordnete/mdb_diaeten/1334d-260806
- https://www.bundestag.de/abgeordnete/biografien/S/spahn_jens-1049240
- https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2026/kw31-fraktionsvorsitz-1200664
- https://lxgesetze.de/abgg/29
- https://steuerzahler.de/aktion-position/politikfinanzierung/bundesminister/
- https://dpa-factchecking.com/germany/260707-99-987069/
- https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_101350318/spahn-verliert-fraktionsvorsitz-fuenfstelliges-gehalt-fliesst-weiter.html
- https://www.abgeordnetenwatch.de/recherchen/wahlen-parlamente/bundestagsabgeordnete-erhielten-45-millionen-euro-an-zuschlaegen
- https://www.bundestag.de/resource/blob/953326/6f5d31e9d931fa2f989903004e474015/WD-3-051-23-pdf-data.pdf