Lars Eidinger, geboren am 21. Januar 1976 in West-Berlin, gehört seit einem Vierteljahrhundert zum Ensemble der Berliner Schaubühne und arbeitet daneben in internationalen Kinoproduktionen. Zu seinem Vermögen kursieren Zahlen im Netz, für die es keine überprüfbare Grundlage gibt. Dieser Artikel erklärt, warum – und was stattdessen belegbar ist.
Kurz beantwortet
Zum Vermögen von Lars Eidinger existiert keine seriöse Quelle. Gagen an deutschen Staats- und Stadttheatern und in deutschen Filmproduktionen werden nicht veröffentlicht, Eidinger selbst nennt keine Zahlen, und eine Offenlegungspflicht gibt es nicht. Belegbar sind dagegen seine Festanstellung an der Schaubühne seit 2000, seine Filmografie und seine Auszeichnungen.
Das Wichtigste in Kürze
- Lars Eidinger wurde am 21. Januar 1976 in West-Berlin geboren und studierte von 1995 bis 1999 an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“.
- Seit 2000 gehört er zum Ensemble der Schaubühne am Lehniner Platz; sein Debüt dort war „Das Kontingent“ von Soeren Voima.
- Seine „Hamlet“-Rolle in der Inszenierung von Thomas Ostermeier hatte 2008 Premiere und ist bis heute sein international meistgespieltes Stück.
- Für „Sterben“ (2024) von Matthias Glasner war er beim Deutschen Filmpreis als bester Hauptdarsteller nominiert – gewonnen hat er in dieser Kategorie nicht.
- Preise erhielt er unter anderem 2013 (Preis der deutschen Filmkritik), 2014 (Grimme-Preis), 2018 (Österreichischer Filmpreis) sowie 2019 den Ernst-Lubitsch-Preis und den Bayerischen Filmpreis.
- 2025 war er in Tom Tykwers Berlinale-Eröffnungsfilm „Das Licht“ und in Noah Baumbachs „Jay Kelly“ zu sehen.
- Im Dezember 2025 wurde er als Brainiac für James Gunns DC-Film „Man of Tomorrow“ besetzt; der Kinostart ist für den 9. Juli 2027 angesetzt.
- Eine belastbare Vermögensschätzung gibt es nicht – auch die vielfach kopierte Angabe „rund 4 Millionen Euro“ hat keine nachweisbare Quelle.
Warum es zu Lars Eidingers Vermögen keine seriöse Zahl gibt
Der Titel dieses Artikels verspricht Zahlen. Die ehrliche Auskunft lautet: Für das Privatvermögen von Lars Eidinger gibt es keine überprüfbare Angabe. Das hat drei konkrete Gründe.
- Theatergagen sind nicht öffentlich. Verträge von Ensemblemitgliedern an Häusern wie der Schaubühne unterliegen der Vertraulichkeit. Es gibt keine Gehaltstabelle, die für einzelne Schauspieler auslesbar wäre.
- Filmgagen werden in Deutschland nicht ausgewiesen. Anders als in den USA, wo Branchenblätter Verhandlungssummen für Großproduktionen berichten, veröffentlichen deutsche Produktionsfirmen und Sender keine Darstellerhonorare.
- Es besteht keine Offenlegungspflicht. Schauspieler sind keine Amtsträger und müssen weder Einkünfte noch Beteiligungen melden.
Die im Netz verbreitete Summe von „rund 4 Millionen Euro“ lässt sich auf keine benennbare Redaktion, kein Wirtschaftsmagazin und keine Aussage Eidingers zurückführen. Sie stammt aus Schätzportalen, die weder Rechenweg noch Datengrundlage angeben. Ebenso wenig belegt sind kursierende Tagessätze wie „2.000 bis 5.000 Euro pro Drehtag“. Solche Zahlen stehen deshalb nicht in diesem Artikel.
Was sich stattdessen belegen lässt, ist die berufliche Substanz dahinter: eine feste Ensemblestelle seit 25 Jahren, kontinuierliche Hauptrollen im deutschen und europäischen Kino, Arbeiten für Netflix und Disney und seit Ende 2025 eine Hauptrolle in einer US-Studioproduktion.

Die Schaubühne: feste Basis seit dem Jahr 2000
Eidinger studierte von 1995 bis 1999 an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin, gemeinsam mit Nina Hoss, Devid Striesow, Mark Waschke und Fritzi Haberlandt. Im Jahr 2000 wurde er Ensemblemitglied der Schaubühne am Lehniner Platz; sein Debüt gab er dort in „Das Kontingent“ von Soeren Voima.
Es folgten über zwei Jahrzehnte hinweg tragende Rollen, unter anderem in „Nora“ (2002 und 2004), „Phaidras Liebe“ von Sarah Kane (2003), „Troilus und Cressida“ und „Hedda Gabler“ (beide 2005), „Ein Sommernachtstraum“ (2006), „Der Häßliche“ von Marius von Mayenburg (2007) und „Endstation Sehnsucht“ (2009).
Er arbeitet dort auch als Regisseur: Im Dezember 2008 inszenierte er im Studio der Schaubühne Schillers „Die Räuber“, am 17. April 2013 hatte seine Inszenierung von „Romeo und Julia“ Premiere.
„Hamlet“: die Rolle, die ihn international trägt
Die für seine Bekanntheit wichtigste Theaterarbeit ist der Hamlet in der Inszenierung von Thomas Ostermeier, die 2008 Premiere hatte. Eidinger gab 2015 an, die Rolle in sechs Jahren rund 250 Mal gespielt zu haben. Die Produktion reiste über Jahre um die Welt, mit Gastspielen unter anderem 2010 in Sydney und 2022 in New York.
2015 folgte, ebenfalls unter Ostermeiers Regie, „Richard III.“ – auch dieses Stück ging auf internationale Reise, etwa 2016 zum Edinburgh Festival, 2017 zum Adelaide Festival und an die Brooklyn Academy of Music in New York.
2021 und 2022 spielte er zudem den Jedermann bei den Salzburger Festspielen.
Filmkarriere: von „Alle Anderen“ bis Hollywood
| Jahr | Produktion | Regie / Anmerkung |
|---|---|---|
| 2009 | Alle Anderen | Maren Ade |
| 2016 | Personal Shopper | Olivier Assayas |
| 2016 | Die Blumen von gestern | Österreichischer Filmpreis 2018 für Eidinger |
| seit 2017 | Babylon Berlin (Serie) | 2020 Nominierung Deutscher Schauspielerpreis (Staffel 3) |
| 2018 | 25 km/h | Ernst-Lubitsch-Preis und Bayerischer Filmpreis 2019 |
| 2019 | Dumbo | Tim Burton, Disney |
| 2020 | Schwesterlein | Goldene Linde 2021 als bester Darsteller |
| 2022 | White Noise | Noah Baumbach, Netflix – als „Mr. Gray“ |
| 2023 | All the Light We Cannot See | Netflix – als Reinhold von Rumpel |
| 2024 | Sterben | Matthias Glasner – als Dirigent Tom Lunies |
| 2025 | Das Licht | Tom Tykwer – als Tim Engels |
| 2025 | Jay Kelly | Noah Baumbach, Netflix |
Im Fernsehen wurde er einem breiten Publikum durch den NDR-„Tatort – Borowski und der stille Gast“ bekannt, für den er 2013 für den Deutschen Schauspielerpreis nominiert war.
„Sterben“ (2024): Berlinale-Bär, Lolas – und eine Nominierung
Matthias Glasners Familiendrama „Sterben“ ist die bislang am breitesten ausgezeichnete Produktion mit Eidinger in der Hauptrolle. Er spielt den Dirigenten Tom Lunies und lernte für die Rolle das Dirigieren. Der Film feierte am 16. Februar 2024 im Wettbewerb der Berlinale Premiere und gewann dort den Silbernen Bären für das beste Drehbuch, der an Glasner ging.
Beim Deutschen Filmpreis 2024 wurde „Sterben“ als bester Spielfilm ausgezeichnet. Corinna Harfouch erhielt die Lola für die beste weibliche Hauptrolle, Hans-Uwe Bauer die für die beste männliche Nebenrolle. Eidinger war für die beste männliche Hauptrolle nominiert, ging in dieser Kategorie aber leer aus. Das ist ein Punkt, den viele Artikel falsch darstellen.
Preise und Auszeichnungen im Überblick
| Jahr | Auszeichnung | Anlass |
|---|---|---|
| 2013 | Preis der deutschen Filmkritik, Bester Darsteller | „Was bleibt“ und „Tabu“ |
| 2014 | Grimme-Preis | „Grenzgang“ |
| 2016 | Deutscher Hörbuchpreis, Beste Interpretation | Hörbuchproduktion |
| 2018 | Österreichischer Filmpreis, Bester Darsteller | „Die Blumen von gestern“ |
| 2018 | Film Festival Cologne, International Actors Award | Gesamtwerk |
| 2019 | Ernst-Lubitsch-Preis (mit Bjarne Mädel) | „25 km/h“ |
| 2019 | Bayerischer Filmpreis (mit Bjarne Mädel) | „25 km/h“ |
| 2021 | Goldene Linde, Bester Darsteller | „Schwesterlein“ |
| 2023 | Gilde-Filmpreis | „Lars Eidinger – Sein oder Nichtsein“ |
| 2024 | Emder Schauspielpreis | Gesamtwerk |
| 2024 | Bambi, Schauspieler national | Gesamtwerk |
Nominierungen ohne Auszeichnung gab es beim Deutschen Filmpreis 2018 für „Die Blumen von gestern“ und 2024 für „Sterben“, beim Deutschen Fernsehpreis 2010 und 2013 sowie beim Deutschen Schauspielerpreis 2013 und 2020. Einen Europäischen Filmpreis hat Lars Eidinger bislang nicht erhalten.
Fotografie, Bildbände und bildende Kunst
Neben Bühne und Film arbeitet Eidinger als Fotograf. Seine erste Einzelausstellung „Autistic Disco“ zeigte 2019 der Neue Aachener Kunstverein. Es folgten die Bildbände „Autistic Disco“ (2020) und „O Mensch“ (2023). 2024/2025 war seine Arbeit im K21 der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf zu sehen.
Diese Tätigkeit ist künstlerisch dokumentiert – über Verkaufserlöse oder Honorare daraus ist nichts veröffentlicht.
Was 2025 und 2026 anstand
2025 war ein ungewöhnlich sichtbares Jahr. Tom Tykwers „Das Licht“, in dem Eidinger den Familienvater Tim Engels spielt, eröffnete am 13. Februar 2025 die 75. Berlinale und kam am 20. März 2025 in die deutschen Kinos. Im Herbst folgte Noah Baumbachs „Jay Kelly“ mit George Clooney: Weltpremiere am 28. August 2025 im Wettbewerb von Venedig, Netflix-Start am 5. Dezember 2025. Eidinger spielt darin eine kleine, aber vielbeachtete Rolle als deutscher Radfahrer.
Im Dezember 2025 wurde bekannt, dass er nach einer weltweiten Suche als Bösewicht Brainiac in James Gunns DC-Film „Man of Tomorrow“ besetzt wurde – der Fortsetzung von „Superman“ (2025) mit David Corenswet und Nicholas Hoult. Die Dreharbeiten begannen am 20. April 2026 in den Trilith Studios in Georgia; der Kinostart ist für den 9. Juli 2027 vorgesehen. Es ist die bislang größte internationale Produktion seiner Laufbahn.
Häufige Fragen
Wie hoch ist das Vermögen von Lars Eidinger?
Dazu gibt es keine seriöse Angabe. Theater- und Filmgagen werden in Deutschland nicht veröffentlicht, eine Offenlegungspflicht besteht nicht, und Eidinger selbst nennt keine Zahlen. Die häufig kopierte Summe von rund 4 Millionen Euro lässt sich auf keine benennbare Quelle zurückführen.
Was verdient Lars Eidinger pro Drehtag?
Das ist nicht bekannt. Tagessätze deutscher Schauspieler sind Vertragssache zwischen Produktion und Darsteller und werden nicht publiziert. Kursierende Spannen wie „2.000 bis 5.000 Euro“ sind reine Schätzungen ohne Beleg.
Seit wann spielt er an der Schaubühne?
Seit dem Jahr 2000 gehört Lars Eidinger zum Ensemble der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin. Zuvor hatte er von 1995 bis 1999 an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ studiert.
Hat er für „Sterben“ einen Preis gewonnen?
Nicht persönlich. Der Film gewann 2024 die Lola als bester Spielfilm und auf der Berlinale den Silbernen Bären für das beste Drehbuch. Eidinger war beim Deutschen Filmpreis für die beste männliche Hauptrolle nominiert, ausgezeichnet wurden in den Darstellerkategorien Corinna Harfouch und Hans-Uwe Bauer.
Welche Rolle spielt er in „Man of Tomorrow“?
Er spielt den Bösewicht Brainiac in James Gunns DC-Film, der die Fortsetzung von „Superman“ (2025) ist. Die Besetzung wurde im Dezember 2025 bekannt, gedreht wird seit April 2026, der Kinostart ist für den 9. Juli 2027 angesetzt.
Quellen
- Wikipedia (deutsch): Lars Eidinger – Biografie, Theaterrollen, Auszeichnungen
- Wikipedia (englisch): Lars Eidinger – internationale Gastspiele und Filmografie
- Wikipedia (englisch): „Sterben“ (2024) – Berlinale, Deutscher Filmpreis, Besetzung
- Wikipedia (deutsch): „Das Licht“ (2025) – Berlinale-Eröffnungsfilm von Tom Tykwer
- Wikipedia (englisch): „Jay Kelly“ – Venedig-Premiere und Netflix-Start
- Wikipedia (englisch): „Man of Tomorrow“ – Besetzung als Brainiac und Startdatum
- Wikipedia (englisch): „White Noise“ (2022) – Rolle als Mr. Gray
- Wikipedia (englisch): „All the Light We Cannot See“ – Rolle als Reinhold von Rumpel