Kurz beantwortet
Paul Newman (26. Januar 1925 bis 26. September 2008) war ein US-amerikanischer Schauspieler, Regisseur, Rennfahrer und Unternehmer. Neunmal war er als Darsteller für den Oscar nominiert; gewonnen hat er ihn einmal, am 30. März 1987 als bester Hauptdarsteller für „Die Farbe des Geldes“. Dazu kommen ein Ehrenoscar (1986) und der Jean Hersholt Humanitarian Award (1994).
Das Wichtigste in Kürze
- Geboren am 26. Januar 1925 in Cleveland, Ohio; gestorben am 26. September 2008 in Westport, Connecticut.
- Im Zweiten Weltkrieg diente er in der US Navy als Funker und Bordschütze im Pazifik.
- Kinodebüt 1954 in „Der silberne Kelch“; 1956 folgte „Eine handvoll Dreck“ mit Newman als Rocky.
- Neun Oscar-Nominierungen als Darsteller zwischen 1959 und 2003, ein Sieg: 1987 für „Die Farbe des Geldes“.
- Zusätzlich: Ehrenoscar 1986 und Jean Hersholt Humanitarian Award bei der Verleihung am 21. März 1994.
- Klassiker: „Die Katze auf dem heißen Blechdach“, „Haie der Großstadt“, „Der Unbeugsame“, „Butch Cassidy und Sundance Kid“, „Der Clou“.
- Zweiter Platz bei den 24 Stunden von Le Mans 1979 auf einem Porsche 935 des Teams Dick Barbour.
- 1982 gründete er mit A. E. Hotchner die Lebensmittelfirma Newman’s Own, 2005 die Newman’s Own Foundation.
- Nach Angaben der Stiftung wurden bislang über 600 Millionen US-Dollar an gemeinnützige Zwecke ausgeschüttet.
Herkunft, Kriegsdienst und der Weg zum Film
Paul Leonard Newman wurde am 26. Januar 1925 in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio geboren. Seine Eltern führten ein gut gehendes Sportartikelgeschäft. Nach Darstellung der Newman’s Own Foundation prägten ihn zwei Erfahrungen: das Geschäftsethos seines Vaters während der Weltwirtschaftskrise und der Krieg. Newman meldete sich freiwillig zur US Navy und diente im Zweiten Weltkrieg als Funker und Bordschütze im Pazifik.
Sein Bühnendebüt gab er am Broadway in dem Stück „Picnic“. Dort lernte er auch Joanne Woodward kennen, seine spätere zweite Ehefrau. 1954 folgte mit „Der silberne Kelch“ (Rolle: Basil) sein erster Kinofilm, 1956 „Eine handvoll Dreck“ mit Newman in der Rolle des Rocky.
Die Klassiker der 1950er bis 1970er Jahre
1958 spielte Newman in „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ den Brick Pollitt an der Seite von Elizabeth Taylor. Beide waren dafür für den Oscar nominiert. 1961 verkörperte er in „Haie der Großstadt“ (Originaltitel „The Hustler“) den Poolbillardspieler Eddie Felson – die Rolle, zu der er 25 Jahre später zurückkehren sollte.
Es folgten „Der Wildeste unter Tausend“ (1963) als Hud Bannon, „Der Unbeugsame“ (1967) als Luke und, an der Seite von Robert Redford, „Butch Cassidy und Sundance Kid“ (1969) als Butch Cassidy sowie „Der Clou“ (1973) als Henry Gondorff. Belegt sind genau diese beiden gemeinsamen Kinofilme mit Redford. Es folgten „Flammendes Inferno“ (1974) als Doug Roberts und „Schlappschuss“ (1977) als Reggie Dunlop.
Neun Oscar-Nominierungen als Darsteller, ein Sieg
| Verleihung | Kategorie | Film | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 31. Academy Awards, 6. April 1959 | Bester Hauptdarsteller | Cat on a Hot Tin Roof (Die Katze auf dem heißen Blechdach) | Nominierung |
| 34. Academy Awards, 9. April 1962 | Bester Hauptdarsteller | The Hustler (Haie der Großstadt) | Nominierung |
| 36. Academy Awards, 13. April 1964 | Bester Hauptdarsteller | Hud (Der Wildeste unter Tausend) | Nominierung |
| 40. Academy Awards, 10. April 1968 | Bester Hauptdarsteller | Cool Hand Luke (Der Unbeugsame) | Nominierung |
| 54. Academy Awards, 29. März 1982 | Bester Hauptdarsteller | Absence of Malice (Die Sensationsreporterin) | Nominierung |
| 55. Academy Awards, 11. April 1983 | Bester Hauptdarsteller | The Verdict | Nominierung |
| 59. Academy Awards, 30. März 1987 | Bester Hauptdarsteller | The Color of Money (Die Farbe des Geldes) | Auszeichnung |
| 67. Academy Awards, 27. März 1995 | Bester Hauptdarsteller | Nobody’s Fool | Nominierung |
| 75. Academy Awards, 23. März 2003 | Bester Nebendarsteller | Road to Perdition | Nominierung |
Hinzu kommen zwei Preise, die nicht für eine einzelne Rolle vergeben werden: 1986 erhielt Newman einen Ehrenoscar, 1994 den Jean Hersholt Humanitarian Award für sein humanitäres Engagement – verliehen bei der 66. Oscarverleihung am 21. März 1994.

Spätwerk: „The Verdict“, „Die Farbe des Geldes“ und „Cars“
Im Gerichtsdrama „The Verdict – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit“ (1982) spielte Newman den Anwalt Frank Galvin. Vier Jahre später kehrte er in „Die Farbe des Geldes“ (1986) als Fast Eddie Felson zurück. Regie führte Martin Scorsese; die Vorlage war Walter Tevis’ Fortsetzung seines Romans „The Hustler“. Neben Newman spielte Tom Cruise die Rolle des Vincent Lauria.
Danach folgten unter anderem „Mr. und Mrs. Bridge“ (1990) als Walter Bridge, „Hudsucker – Der große Sprung“ (1994) der Coen-Brüder als Sidney J. Mussburger, „Nobody’s Fool“ (1994) als Sully Sullivan und „Road to Perdition“ (2002) als John Rooney. Seine letzte große Filmrolle war eine Sprechrolle: Doc Hudson im Animationsfilm „Cars“ (2006).
Rennfahrer: zweiter Platz in Le Mans 1979
Zum Motorsport kam Newman über die Arbeit: Für den Rennfilm „Indianapolis“ (1970), in dem er Frank Capua spielte, absolvierte er ein Fahrertraining – daraus wurde eine zweite Karriere. Sein größter Erfolg war der zweite Gesamtrang bei den 24 Stunden von Le Mans am 10. Juni 1979.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Rennen | 24 Heures du Mans, 10. Juni 1979, Circuit de la Sarthe |
| Startnummer / Fahrzeug | 70 / Porsche 935 |
| Team | Dick Barbour |
| Fahrer | Rolf Stommelen, Dick Barbour, Paul Newman |
| Ergebnis | 2. Gesamtrang, Klassensieg IMSA über 2,5 Liter |
| Distanz | 300 Runden, 4.087,8 Kilometer |
Die Datenbank Racing Sports Cars führt für Newman 112 Veranstaltungen zwischen 1966 und 2005 mit drei Siegen, sechs zweiten und fünf dritten Plätzen sowie vier Pole-Positions – mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass die Statistik nur den eigenen Archivbestand abbildet und keine vollständige Karrierebilanz ist. Die Newman’s Own Foundation schreibt ihm vier nationale Meistertitel zu.
„Newman’s Own“: über 600 Millionen Dollar für gute Zwecke
1980 rührten Newman und sein Freund A. E. Hotchner ein Salatdressing an, um es zu Weihnachten zu verschenken. 1982 wurde daraus eine Firma: Newman’s Own. Schon im ersten Jahr erwirtschaftete das Dressing nach Angaben der Stiftung mehr als 300.000 Dollar Gewinn – und Newman entschied, den Gewinn vollständig zu spenden.
| Jahr | Station |
|---|---|
| 1980 | Newman und A. E. Hotchner mischen das erste Salatdressing als Weihnachtsgeschenk. |
| 1982 | Gründung von Newman’s Own; über 300.000 Dollar Gewinn im ersten Jahr. |
| 1988 | Eröffnung des Hole in the Wall Gang Camp in Connecticut für schwer kranke Kinder; 288 Kinder im ersten Jahr. |
| 1993 | Gründung von Newman’s Own Organics durch Nell Newman gemeinsam mit ihrem Vater und Peter Meehan. |
| 2005 | Gründung der Newman’s Own Foundation. |
| 2022 | 40 Jahre Newman’s Own; 600 Millionen Dollar an Spenden erreicht. |
Auf ihrer Website beziffert die Stiftung die bislang ausgeschüttete Summe auf über 600 Millionen US-Dollar. Sie zitiert Newman dort mit dem Satz: „Those who are most lucky should hold their hands out to those who aren’t.“ – Wer am meisten Glück gehabt habe, solle denen die Hand reichen, die es nicht hatten.
Privatleben und politisches Engagement
Newman war zweimal verheiratet: von 1949 bis 1958 mit Jacqueline Emily Witte, ab 1958 bis zu seinem Tod mit der Schauspielerin Joanne Woodward. Zwei seiner Töchter traten später öffentlich für das Familienunternehmen in Erscheinung: Nell Newman gründete 1993 Newman’s Own Organics, Melissa Newman entwarf das Etikett dafür.
Politisch engagierte sich Newman für Bürgerrechte – im August 1963 nahm er am Marsch auf Washington teil –, für Frauenrechte und für die Rechte Homosexueller. Er setzte sich öffentlich für gleiche Gagen für seine Kolleginnen ein und trat gegen das atomare Wettrüsten auf; Präsident Jimmy Carter berief ihn in die US-Delegation zu einer Sondersitzung der UN-Generalversammlung über nukleare Abrüstung.

Filmografie in Auswahl
| Jahr | Deutscher Titel | Rolle |
|---|---|---|
| 1954 | Der silberne Kelch | Basil |
| 1956 | Eine handvoll Dreck | Rocky |
| 1958 | Der lange, heiße Sommer | Ben Quick |
| 1958 | Die Katze auf dem heißen Blechdach | Brick Pollitt |
| 1960 | Exodus | Ari Ben Kanaan |
| 1961 | Haie der Großstadt | Eddie Felson |
| 1962 | Süßer Vogel Jugend | Chance Wayne |
| 1963 | Der Wildeste unter Tausend | Hud Bannon |
| 1966 | Der zerrissene Vorhang | Professor Michael Armstrong |
| 1967 | Der Unbeugsame | Luke |
| 1967 | Man nannte ihn Hombre | John Russell |
| 1969 | Butch Cassidy und Sundance Kid | Butch Cassidy |
| 1970 | Indianapolis | Frank Capua |
| 1972 | Das war Roy Bean | Richter Roy Bean |
| 1973 | Der Clou | Henry Gondorff |
| 1974 | Flammendes Inferno | Doug Roberts |
| 1977 | Schlappschuss | Reggie Dunlop |
| 1981 | Die Sensationsreporterin | Michael Colin Gallagher |
| 1982 | The Verdict – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit | Frank Galvin |
| 1986 | Die Farbe des Geldes | Fast Eddie Felson |
| 1990 | Mr. und Mrs. Bridge | Walter Bridge |
| 1994 | Hudsucker – Der große Sprung | Sidney J. Mussburger |
| 1994 | Nobody’s Fool – Auf Dauer unwiderstehlich | Sully Sullivan |
| 1998 | Im Zwielicht | Harry Ross |
| 2002 | Road to Perdition | John Rooney |
| 2006 | Cars | Doc Hudson (Stimme) |
Häufige Fragen
Wie viele Oscars hat Paul Newman gewonnen?
Einen Darsteller-Oscar: 1987 als bester Hauptdarsteller für „Die Farbe des Geldes“. Dazu kommen zwei Ehrungen ohne Rollenbezug – der Ehrenoscar 1986 und der Jean Hersholt Humanitarian Award 1994. Als Darsteller war er insgesamt neunmal nominiert.
Spielte Paul Newman in „Die Faust im Nacken“?
Nein. „Die Faust im Nacken“ (Originaltitel „On the Waterfront“, 1954) ist ein Film mit Marlon Brando, der dafür bei der Oscarverleihung am 30. März 1955 als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde. Newmans Kinodebüt im selben Jahr war „Der silberne Kelch“.
Führte Paul Newman bei „Die Farbe des Geldes“ Regie?
Nein, Regie führte Martin Scorsese; Newman spielte die Hauptrolle des Fast Eddie Felson. Die Encyclopaedia Britannica führt Newman zwar auch als Regisseur, für „Die Farbe des Geldes“ trifft das aber nicht zu.
Wie viele Filme drehten Paul Newman und Robert Redford zusammen?
Belegbar sind zwei: „Butch Cassidy und Sundance Kid“ (1969) und „Der Clou“ (1973). Höhere Zahlen, die gelegentlich kursieren, lassen sich in den Filmdatenbanken nicht bestätigen.
Was passiert mit den Gewinnen von Newman’s Own?
Sie gehen vollständig an gemeinnützige Zwecke. Die Firma gehört der Newman’s Own Foundation, die nach eigenen Angaben bislang über 600 Millionen US-Dollar ausgeschüttet hat. Seit 2022 konzentriert sie sich auf Ernährungsbildung und Schulessen, indigene Ernährungssouveränität und das SeriousFun Children’s Network.
Quellen
- Academy of Motion Picture Arts and Sciences: The 59th Academy Awards, 1987 (Archivfassung)
- Academy of Motion Picture Arts and Sciences: The 66th Academy Awards, 1994 – Jean Hersholt Humanitarian Award
- Academy of Motion Picture Arts and Sciences: The 27th Academy Awards, 1955 (Marlon Brando für „On the Waterfront“)
- Newman’s Own Foundation: Our Founder – Biografie, Zeitleiste und Spendensumme
- Newman’s Own Foundation: Our Impact – Förderzahlen
- Racing Sports Cars: Ergebnisliste der 24 Stunden von Le Mans 1979
- Racing Sports Cars: Fahrerprofil Paul Newman
- Deutsche Synchronkartei: Paul Newman – Rollen und deutsche Filmtitel
- Encyclopaedia Britannica: Paul Newman