Kurz beantwortet
Zu Capri Holdings gehören seit dem 2. Dezember 2025 nur noch zwei Marken: Michael Kors und Jimmy Choo. Die dritte Kernmarke Versace ging an Prada. Der 2023 vereinbarte Zusammenschluss mit dem US-Konkurrenten Tapestry kam nach einer Klage der US-Wettbewerbsbehörde FTC nicht zustande. Konzernsitz ist London, Vorstandschef und Verwaltungsratsvorsitzender ist John D. Idol.
Das Wichtigste in Kürze
- Capri Holdings Limited führt laut Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2026 nur noch die beiden Marken Michael Kors und Jimmy Choo.
- Die Gesellschaft wurde am 13. Dezember 2002 auf den Britischen Jungferninseln als Michael Kors Holdings Limited eingetragen und heißt seit dem 31. Dezember 2018 Capri Holdings Limited.
- Versace wurde am 2. Dezember 2025 für einen Kaufpreis von 1,375 Milliarden US-Dollar in bar an Prada S.p.A. übergeben; der Kaufvertrag datiert vom 10. April 2025.
- Der am 10. August 2023 geschlossene Fusionsvertrag mit Tapestry wurde am 13. November 2024 einvernehmlich aufgehoben, nachdem ein US-Bundesgericht eine einstweilige Verfügung erlassen hatte.
- Tapestry erstattete Capri im Zuge der Aufhebung am 14. November 2024 rund 45 Millionen US-Dollar an Kosten.
- Der Konzernumsatz aus fortgeführten Geschäften lag im Geschäftsjahr 2026 (Abschluss 28. März 2026) bei 3,474 Milliarden US-Dollar.
- Michael Kors steuerte in diesem Geschäftsjahr rund 83 Prozent des Umsatzes bei, Jimmy Choo rund 17 Prozent.
- Der Konzernsitz liegt in der 90 Whitfield Street in London; Ende des Geschäftsjahres 2026 beschäftigte Capri rund 11.200 Menschen.
Welche Marken gehören heute zu Capri Holdings?
Der Geschäftsbericht (Form 10-K) für das Geschäftsjahr 2026 beschreibt Capri als „global fashion luxury group“, die aus den beiden Marken Michael Kors und Jimmy Choo besteht. Entsprechend berichtet der Konzern in genau zwei Segmenten. Eine dritte operative Marke gibt es seit dem Verkauf von Versace nicht mehr, und weitere Tochtermarken führt der Bericht nicht auf.
| Marke | Im Konzern seit | Umsatzanteil Geschäftsjahr 2026 | Eigene Läden (inkl. Concessions) |
|---|---|---|---|
| Michael Kors | Kernmarke seit Gründung der Holding | rund 83 Prozent | 673 |
| Jimmy Choo | 1. November 2017 | rund 17 Prozent | 211 |
| Versace | 31. Dezember 2018 bis 2. Dezember 2025 | nicht mehr enthalten | verkauft |
Insgesamt betrieb Capri zum Stichtag 28. März 2026 nach eigenen Angaben 884 angemietete Verkaufsflächen weltweit. Michael Kors ist nach Konzerndarstellung in mehr als 100 Ländern präsent, über eigene Läden, eigene Online-Shops, Kaufhäuser, Fachhandel und Lizenzpartner.
Der Verkauf von Versace an Prada
Am 10. April 2025 schlossen Capri Holdings und die italienische Prada S.p.A. einen Kaufvertrag über jene Tochtergesellschaften, die das Versace-Geschäft betreiben. Vollzogen wurde die Transaktion am 2. Dezember 2025. Der vereinbarte Gesamtkaufpreis betrug 1,375 Milliarden US-Dollar in bar, vorbehaltlich üblicher Anpassungen für Nettoverschuldung, Betriebskapital und Transaktionskosten.
Im Geschäftsbericht beziffert Capri den Bruttomittelzufluss auf Basis der vorläufigen Abschlussrechnung mit 1,395 Milliarden US-Dollar und die Nettogegenleistung nach Berücksichtigung bestimmter Vorteile für den Käufer sowie des Übergangsdienstleistungsvertrags mit rund 1,365 Milliarden US-Dollar. Versace wird in der Konzernrechnung seit dem ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 als aufgegebener Geschäftsbereich ausgewiesen. Das ist der Grund, warum die Umsatzreihen von Capri seit dieser Umstellung deutlich niedriger ausfallen als in älteren Darstellungen.
Capri hatte Versace am 31. Dezember 2018 übernommen, damals zu einem Unternehmenswert von rund 1,753 Milliarden Euro beziehungsweise etwa 2,005 Milliarden US-Dollar. Mit dem Erlös aus dem Verkauf tilgte der Konzern Schulden: Die Mittelabflüsse aus der Finanzierungstätigkeit stiegen im Geschäftsjahr 2026 auf 1,3 Milliarden US-Dollar, im Wesentlichen durch höhere Nettoschuldentilgungen von einer Milliarde US-Dollar.
Warum der Zusammenschluss mit Tapestry scheiterte
Zahlreiche Darstellungen führen Capri bis heute als Teil von Tapestry. Das ist falsch. Der Zusammenschluss wurde vereinbart, aber nie vollzogen. Die Chronologie steht in den Pflichtmitteilungen des Konzerns an die US-Börsenaufsicht SEC.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 10. August 2023 | Capri, Tapestry und die Zweckgesellschaft Sunrise Merger Sub schließen den Fusionsvertrag. |
| 22. April 2024 | Die US-Handelsbehörde Federal Trade Commission (FTC) klagt vor dem US-Bundesbezirksgericht für den südlichen Bezirk von New York gegen Tapestry und Capri, um den Zusammenschluss zu stoppen. |
| September 2024 | Die Anhörung über die einstweilige Verfügung wird abgeschlossen. |
| 24. Oktober 2024 | Das Gericht gibt dem Antrag der FTC statt und untersagt den Zusammenschluss vorläufig. |
| 28. Oktober 2024 | Tapestry und Capri legen gemeinsam Berufung beim Bundesberufungsgericht für den zweiten Bezirk ein. |
| 13. November 2024 | Die Vertragsparteien heben den Fusionsvertrag einvernehmlich und mit sofortiger Wirkung auf. |
| 14. November 2024 | Tapestry erstattet Capri vertragsgemäß rund 45 Millionen US-Dollar in bar für bestimmte Aufwendungen. |
Die FTC begründete ihre Klage damit, dass der Zusammenschluss gegen Abschnitt 7 des Clayton Act verstoße und Fusionsvertrag wie Zusammenschluss unlautere Wettbewerbsmethoden im Sinne von Abschnitt 5 des FTC Act darstellten. In ihrer Pressemitteilung vom 22. April 2024 bezifferte die Behörde das Volumen der Übernahme auf 8,5 Milliarden US-Dollar und begründete das Einschreiten damit, dass drei enge Wettbewerber zusammengeführt würden. Regulatorische Freigaben aus allen anderen Ländern lagen Capri nach eigener Darstellung bereits vor; allein die Vereinigten Staaten fehlten.
Ein Nachspiel hat der Vorgang bis heute: Im Dezember 2024 und Januar 2025 reichten zwei Aktionäre Sammelklagen wegen mutmaßlicher Verstöße gegen US-Wertpapierrecht ein. Das zuständige Gericht in Delaware gab dem Abweisungsantrag von Capri am 31. März 2026 ohne Präjudiz statt; am 30. April 2026 legten die Kläger eine geänderte Klageschrift vor. Das Verfahren ist damit weiterhin anhängig.
Michael Kors: die Hauptmarke des Konzerns
Die Marke Michael Kors wurde 1981 von dem Designer Michael Kors ins Leben gerufen und ist aus einem amerikanischen Luxus-Sportswear-Haus zu einem weltweit vertriebenen Anbieter von Accessoires, Schuhen und Bekleidung geworden. Der Konzern führt drei Hauptlinien: Michael Kors Collection, MICHAEL Michael Kors und Michael Kors Mens. Verkauft wird über eigene Läden, eigene Online-Shops, führende Kaufhäuser, Fachgeschäfte sowie ausgewählte Lizenzpartner – ein Vertriebsmix, der die Marke im gehobenen Lifestyle-Segment breit verfügbar hält.
Im Geschäftsjahr 2026 setzte das Segment Michael Kors 2,874 Milliarden US-Dollar um, nach 3,016 Milliarden im Vorjahr. Regional entfielen 1,854 Milliarden auf Amerika, 712 Millionen auf Europa, Nahost und Afrika und 308 Millionen auf Asien.
Jimmy Choo: Schuhe als Kern der zweiten Marke
Jimmy Choo besteht seit 1996 und ist seit dem 1. November 2017 Teil des Konzerns. Damals erwarb eine Tochtergesellschaft sämtliche ausgegebenen und auszugebenden Anteile der Jimmy Choo Group Limited zu 230 Pence je Aktie; der Gesamttransaktionswert einschließlich der Ablösung bestehender Verbindlichkeiten betrug 1,447 Milliarden US-Dollar. Der Kern des Sortiments sind Damenschuhe, ergänzt um Taschen, kleine Lederwaren, Schmuck, Tücher, Gürtel sowie Herrenschuhe und -accessoires. Düfte und Brillen entstehen unter Lizenz.
Im Geschäftsjahr 2026 kam Jimmy Choo auf 600 Millionen US-Dollar Umsatz nach 605 Millionen im Vorjahr – von den beiden Marken die stabilere. Europa, Nahost und Afrika sind hier mit 291 Millionen US-Dollar die größte Region, vor Amerika mit 175 Millionen und Asien mit 134 Millionen.
Geschäftszahlen im Geschäftsjahr 2026
Das Geschäftsjahr 2026 von Capri Holdings endete am 28. März 2026. Alle folgenden Zahlen stammen aus dem Konzernabschluss im Form 10-K und beziehen sich auf die fortgeführten Geschäfte, also ohne Versace.
| Kennzahl | Geschäftsjahr 2026 | Geschäftsjahr 2025 |
|---|---|---|
| Umsatz | 3.474 Mio. USD | 3.621 Mio. USD |
| Rohertrag | 2.163 Mio. USD | 2.251 Mio. USD |
| Rohertragsmarge | 62,3 Prozent | 62,2 Prozent |
| Ergebnis der fortgeführten Geschäfte (operativ) | 23 Mio. USD | −26 Mio. USD |
| Konzernergebnis nach Steuern | 138 Mio. USD | −1.179 Mio. USD |
| Beschäftigte zum Jahresende | rund 11.200 | rund 14.200 (inkl. Versace) |
Der Umsatzrückgang von 4,1 Prozent enthält positive Währungseffekte von 76 Millionen US-Dollar; währungsbereinigt betrug das Minus 6,2 Prozent. Das positive Konzernergebnis von 138 Millionen US-Dollar setzt sich aus 80 Millionen aus fortgeführten und 58 Millionen aus aufgegebenen Geschäften zusammen. Der Vorjahresverlust war maßgeblich von einer Steuerbelastung in Höhe von 524 Millionen US-Dollar geprägt.
Marktkapitalisierung und Börsenkurs nennt dieser Artikel bewusst nicht: Sie ändern sich täglich und werden häufig mit dem Umsatz verwechselt. Die Capri-Aktie wird an der New York Stock Exchange unter dem Kürzel CPRI gehandelt.
Führung und Aktionäre
John D. Idol ist Chairman und Chief Executive Officer. Finanz- und Betriebschef ist seit dem 30. März 2026 Tyler Reddien, der vom Kosmetikkonzern Natura &Co kam; sein Vorgänger Thomas J. Edwards Jr. ist ausgeschieden. Krista McDonough, Chief Legal and Sustainability Officer, verließ das Unternehmen zum 26. Juni 2026; eine Nachfolge war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichts noch nicht benannt.
Bei den Eigentümern zeigt die Einladung zur Hauptversammlung 2026 den Stand vom 1. Juni 2026: Von 114.796.106 ausstehenden Stammaktien hielt FMR LLC 9,0 Prozent und Vanguard Capital Management 5,1 Prozent. Weitere Aktionäre mit mehr als fünf Prozent weist die Gesellschaft nicht aus. John D. Idol kam auf 2,2 Prozent, alle amtierenden Führungskräfte und Verwaltungsräte zusammen auf 2,6 Prozent. Der häufig zu lesende Satz, der Vorstandschef sei größter Anteilseigner, trifft demnach nicht zu.
Häufige Fragen
Gehört Versace noch zu Capri Holdings?
Nein. Capri hat das Versace-Geschäft am 2. Dezember 2025 an Prada S.p.A. übergeben. Der Kaufpreis lag bei 1,375 Milliarden US-Dollar in bar. Der zugrunde liegende Kaufvertrag war am 10. April 2025 unterzeichnet worden.
Wurde Capri Holdings von Tapestry übernommen?
Nein. Der Fusionsvertrag vom 10. August 2023 wurde am 13. November 2024 einvernehmlich aufgehoben, nachdem ein Bundesgericht in New York den Zusammenschluss am 24. Oktober 2024 auf Antrag der FTC vorläufig untersagt hatte. Capri ist weiterhin eigenständig börsennotiert.
Wann wurde Capri Holdings gegründet?
Die Gesellschaft wurde am 13. Dezember 2002 auf den Britischen Jungferninseln als Michael Kors Holdings Limited eingetragen und trägt seit dem 31. Dezember 2018 den Namen Capri Holdings Limited. Die Jahreszahl 1981 bezieht sich auf die Gründung der Modemarke Michael Kors, nicht auf die Holding.
Wo hat Capri Holdings seinen Sitz?
Der eingetragene Hauptsitz liegt in der 90 Whitfield Street, 2nd Floor, London W1T 4EZ. Rechtlich ist die Gesellschaft auf den Britischen Jungferninseln registriert. Weitere große Standorte sind New York, Mailand und Manno in der Schweiz.
Wie viel Umsatz macht Capri Holdings?
Im Geschäftsjahr 2026, das am 28. März 2026 endete, erzielte Capri aus fortgeführten Geschäften 3,474 Milliarden US-Dollar Umsatz. Ältere Angaben von rund 5,6 Milliarden US-Dollar stammen aus Geschäftsjahren, in denen Versace noch enthalten war.
Quellen
- Capri Holdings Limited, Form 10-K für das Geschäftsjahr zum 28. März 2026 (SEC)
- Capri Holdings, Form 8-K vom 2. Dezember 2025: Vollzug des Versace-Verkaufs an Prada
- Capri Holdings, Form 8-K vom 14. November 2024: Aufhebung des Fusionsvertrags mit Tapestry
- Federal Trade Commission, Pressemitteilung vom 22. April 2024: FTC Moves to Block Tapestry’s Acquisition of Capri
- Capri Holdings, Form 10-K für das Geschäftsjahr zum 30. März 2019: Übernahmen von Jimmy Choo und Versace
- Capri Holdings, Einladung zur Hauptversammlung 2026 (DEF 14A) mit Aktionärsstruktur