Welche Firmen gehören zu Kering?

Welche Firmen gehören zu Kering

Kurz beantwortet

Zu Kering gehören nach der Konzernbeschreibung, die das Unternehmen im Juli 2026 selbst veröffentlicht hat, die Häuser Gucci, Saint Laurent, Bottega Veneta, Balenciaga, McQueen, Brioni, Boucheron, Pomellato, Dodo, Qeelin und Ginori 1735 sowie die Brillensparte Kering Eyewear. Die Kosmetiksparte Kering Beauté ging am 31. März 2026 an L’Oréal. Konzernchef ist seit September 2025 Luca de Meo.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kering führt in seiner offiziellen Kurzbeschreibung elf Häuser plus Kering Eyewear auf – Mode, Lederwaren, Schmuck, Brillen.
  • Der Konzern erzielte 2025 einen Umsatz von 14,7 Milliarden Euro und beschäftigte rund 44.000 Menschen (Angabe aus der Kering-Mitteilung zur Hauptversammlung vom 28. Mai 2026).
  • Die Kosmetiksparte Kering Beauté samt der Duftmarke Creed wurde am 19. Oktober 2025 zum Verkauf an L’Oréal angekündigt und am 31. März 2026 übergeben.
  • Am 7. Juli 2026 vereinbarten Gucci und L’Oréal eine exklusive Beauty-Lizenz über 50 Jahre – ein Jahr früher als ursprünglich geplant.
  • Luca de Meo ist seit September 2025 Vorstandsvorsitzender von Kering; François-Henri Pinault gab den CEO-Posten ab und blieb Vorsitzender des Verwaltungsrats.
  • Die Schmuckhäuser Boucheron (seit 2000), Qeelin (seit 2012) sowie Pomellato und Dodo (seit 2013) bilden neben der Mode die zweite Säule des Portfolios.
  • Nicht mehr zu Kering gehören Puma, Volcom, Girard-Perregaux und Ulysse Nardin – und seit 2026 auch Creed.
  • Kering hält seit Juli 2023 eine Minderheitsbeteiligung von 30 Prozent an Valentino. In der eigenen Häuser-Liste des Konzerns taucht Valentino nicht auf.

Welche Häuser Kering selbst aufzählt

Die belastbarste Liste stammt aus dem Konzern selbst. In jeder Pressemitteilung schließt Kering mit einem Absatz „About Kering“, der das Portfolio nennt. In der Mitteilung vom 15. Juli 2026 lautet er: „Gucci, Saint Laurent, Bottega Veneta, Balenciaga, McQueen, Brioni, Boucheron, Pomellato, Dodo, Qeelin, Ginori 1735, as well as Kering Eyewear.“ Auffällig ist die Schreibweise McQueen – Kering führt das Londoner Modehaus in seinen aktuellen Mitteilungen ohne den Vornamen Alexander.

HausBereichSeit
GucciMode, Lederwaren1999 Einstieg mit 42 %, 2004 rund 99,4 %
Saint LaurentMode, Lederwarenmit der Gucci-Gruppe übernommen
Bottega VenetaMode, Lederwarenmit der Gucci-Gruppe übernommen
BalenciagaModemit der Gucci-Gruppe übernommen
McQueen (Alexander McQueen)Modeüber eine 51-Prozent-Beteiligung der Gucci-Gruppe
BrioniHerrenmaßkonfektion2012
BoucheronSchmuck, Paris2000
PomellatoSchmuck, Mailand2013
DodoSchmuck, Mailand2013
QeelinSchmuck, Hongkong2012 (Mehrheitsbeteiligung)
Ginori 1735Porzellanmanufaktur, FlorenzKonzernhaus
Kering EyewearBrillen2014 gegründet

Gucci, Saint Laurent und Bottega Veneta – die Modehäuser

Gucci ist das mit Abstand größte Haus des Konzerns und zugleich das, an dem sich die Lage von Kering ablesen lässt. Der Einstieg begann 1999: Pinault-Printemps-Redoute, wie der Konzern damals hieß, kaufte 42 Prozent der Gucci-Gruppe für rund drei Milliarden US-Dollar und kam bis 2004 auf etwa 99,4 Prozent. Mit der Gucci-Gruppe kamen auch Saint Laurent, Bottega Veneta, Balenciaga und die Beteiligung an Alexander McQueen ins Haus.

Bottega Veneta bekommt zum 1. September 2026 einen neuen Chef: Kering hat am 15. Juli 2026 Romain Spitzer zum Chief Executive Officer des Hauses berufen. Er berichtet an Konzernchef Luca de Meo, sitzt in Mailand und rückt in das Executive Committee der Gruppe auf.

Brioni, seit 2012 im Konzern, steht für italienische Herrenmaßkonfektion. Zu Umsätzen einzelner Häuser veröffentlicht Kering keine belastbaren Einzelangaben in den frei zugänglichen Mitteilungen – deshalb stehen in diesem Artikel keine Marken-Umsätze.

Schmuck und Porzellan: Boucheron, Pomellato, Dodo, Qeelin, Ginori 1735

Neben der Mode ist Schmuck die zweite tragende Kategorie. Den Anfang machte 2000 der Pariser Juwelier Boucheron. 2012 folgte die Mehrheitsbeteiligung am Hongkonger Juwelier Qeelin, 2013 kamen die Mailänder Marken Pomellato und Dodo hinzu. Ginori 1735, die florentinische Porzellanmanufaktur, führt Kering ebenfalls als eigenes Haus – sie ist der einzige Name im Portfolio, der nicht aus Mode oder Schmuck kommt.

Kering Eyewear: die eigene Brillensparte

Kering Eyewear wurde 2014 gegründet, um Design, Fertigung und Vertrieb der Brillenkollektionen im Konzern zu bündeln, statt sie an Lizenznehmer abzugeben. Die Sparte arbeitet für die Häuser der Gruppe und für Marken außerhalb des Konzerns. Kering führt sie in seiner offiziellen Kurzbeschreibung gleichrangig neben den Modehäusern.

Kering Beauté ist verkauft – was 2025 und 2026 passiert ist

Wer in älteren Übersichten liest, Kering baue gerade eine eigene Kosmetiksparte auf, liest einen überholten Stand. Kering gründete Kering Beauté 2023 und kaufte im selben Jahr das Duftunternehmen Creed. Am 19. Oktober 2025 kündigten Kering und L’Oréal eine strategische Allianz an; am 31. März 2026 teilte L’Oréal den Vollzug mit. Übergegangen sind Kering Beauté samt Creed sowie exklusive Lizenzen über 50 Jahre für Beauty- und Duftprodukte von Bottega Veneta und Balenciaga.

Am 7. Juli 2026 folgte der zweite Teil: Gucci und L’Oréal schlossen eine exklusive Beauty-Lizenz über 50 Jahre – ein Jahr früher als geplant, weil die bis dahin laufende Lizenz von Coty vorzeitig abgelöst wurde. Wirksam wird sie Mitte 2027. Zur Bandbreite an Pflege- und Duftthemen finden Sie bei uns weitere Beiträge im Bereich Wellness.

Wie einträglich der Verkauf war, lässt sich an der Ausschüttung ablesen: Für das Geschäftsjahr 2025 zahlte Kering neben der ordentlichen Dividende von 3,00 Euro je Aktie eine Sonderdividende von 1,00 Euro je Aktie, die der Konzern ausdrücklich mit der Veräußerung von Kering Beauté an L’Oréal begründet.

Wer Kering führt

Die Angabe, François-Henri Pinault leite den Konzern seit 2005 als Vorstandschef, stimmt seit September 2025 nicht mehr. Seither ist Luca de Meo Chief Executive Officer von Kering; er kam vom Autohersteller Renault. Kering nennt ihn in seinen Mitteilungen vom Juli 2026 ausdrücklich als CEO. François-Henri Pinault gab den CEO-Posten ab und blieb Vorsitzender des Verwaltungsrats.

Die Hauptversammlung am 28. Mai 2026 bestätigte die Mandate von Véronique Weill und Serge Weinberg für vier Jahre und wählte Marie-Hélène Chenut und Laurent Kleitman neu in den Verwaltungsrat, der damit 13 Mitglieder zählt. Kering beschreibt sich selbst als „family-led luxury group“ – die Kontrolle liegt bei der Familie Pinault über deren Holding Groupe Artémis. Belastbare, aktuelle Prozentangaben zu diesem Anteil waren für diesen Artikel nicht aus einer Konzernquelle zu beschaffen; deshalb stehen hier keine.

Kering in Zahlen

KennzahlWertQuelle
Umsatz Geschäftsjahr 202514,7 Mrd. EuroKering-Mitteilung zur Hauptversammlung, 28.05.2026
Beschäftigte 2025rund 44.000ebenda
Ordentliche Dividende 20253,00 Euro je Aktieebenda
Sonderdividende 20251,00 Euro je Aktieebenda
Verwaltungsrat nach der HV 202613 Mitgliederebenda
BörsenplatzEuronext Paris, ISIN FR0000121485Börsenstammdaten

Marktkapitalisierung, Quartalsumsätze und Markenumsätze schwanken täglich beziehungsweise werden von Kering nicht in allen Details frei veröffentlicht. Wo dieser Artikel früher solche Zahlen nannte, sind sie gestrichen: Sie stammten aus dem Jahr 2023 oder 2024 und waren teils falsch zugeordnet.

Was früher zu Kering gehörte

Der Konzern entstand nicht als Luxushaus. François Pinault gründete 1963 in der Bretagne ein Unternehmen im Holz- und Baustoffhandel; 1988 ging Pinault S.A. an die Pariser Börse. 1994 hieß die Gruppe Pinault-Printemps-Redoute, im März 2013 wurde daraus Kering. Der Weg dorthin führte über den Ausstieg aus dem Handel und aus dem Sportgeschäft.

  • Printemps: 2006 begann der Rückzug aus dem Einzelhandel mit dem Verkauf von 51 Prozent der Anteile.
  • Fnac: Mitte 2013 abgespalten und an die Börse gebracht.
  • La Redoute: 2014 zu einem symbolischen Euro verkauft.
  • Puma: Anfang 2018 reduzierte Kering seine Beteiligung von 86 auf 16 Prozent.
  • Volcom: Verkauf an Authentic Brands Group, abgeschlossen im April 2019.
  • Girard-Perregaux und Ulysse Nardin: die Uhrenfirma Sowind Group wurde Anfang 2022 verkauft.
  • Creed und Kering Beauté: an L’Oréal, Vollzug am 31. März 2026.

Häufige Fragen

Gehört Gucci noch zu Kering?

Ja. Gucci steht in der Häuser-Liste, die Kering im Juli 2026 in seinen eigenen Pressemitteilungen führt, an erster Stelle. Neu ist die Beauty-Lizenz: Gucci-Düfte und -Kosmetik werden künftig von L’Oréal hergestellt und vertrieben, auf Basis einer am 7. Juli 2026 geschlossenen Vereinbarung über 50 Jahre.

Gehört Creed noch zu Kering?

Nein. Creed war Teil von Kering Beauté und ging mit dieser Sparte an L’Oréal. Angekündigt wurde die Transaktion am 19. Oktober 2025, vollzogen am 31. März 2026. Ältere Texte, die Creed noch bei Kering führen, sind überholt.

Wer ist der Chef von Kering?

Luca de Meo, seit September 2025. Er löste François-Henri Pinault als Vorstandsvorsitzenden ab, der Vorsitzender des Verwaltungsrats blieb. Kering weist de Meo in seinen Mitteilungen vom Juli 2026 als Chief Executive Officer aus.

Gehört Valentino zu Kering?

Nur zum Teil. Kering erwarb im Juli 2023 eine Beteiligung von 30 Prozent an Valentino. In der Häuser-Liste, die Kering selbst veröffentlicht, wird Valentino nicht geführt – anders als Gucci oder Boucheron ist es kein Konzernhaus, sondern eine Minderheitsbeteiligung.

Wann wurde Kering gegründet?

Das Ursprungsunternehmen entstand 1963 als Holz- und Baustoffhandel von François Pinault; so nennt es die deutschsprachige Wikipedia, die englischsprachige nennt 1962. Den Namen Kering trägt der Konzern seit März 2013, davor hieß er Pinault-Printemps-Redoute beziehungsweise PPR.

Gehört Puma zu Kering?

Nein. Kering senkte seine Puma-Beteiligung Anfang 2018 von 86 auf 16 Prozent und ist seither kein Mehrheitseigner mehr. Puma zählt nicht zu den Häusern, die Kering in seiner Konzernbeschreibung nennt.

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Quellen

Hinweis zur Recherche: Die Konzernseite kering.com war beim Erstellen dieses Artikels nicht abrufbar. Alle Konzernangaben stammen deshalb aus den Original-Pressemitteilungen von Kering, wie sie über den Verbreitungsdienst GlobeNewswire veröffentlicht wurden, sowie aus der Mitteilung des Käufers L’Oréal.