Kurz beantwortet
Zu LVMH gehören nach Konzernangaben mehr als 75 Maisons, verteilt auf sechs Geschäftsbereiche: Wein und Spirituosen, Mode und Lederwaren, Parfum und Kosmetik, Uhren und Schmuck, selektiver Einzelhandel sowie sonstige Aktivitäten. Dazu zählen Louis Vuitton, Christian Dior Couture, Fendi, Moët & Chandon, Hennessy, Bulgari, Tiffany & Co., Sephora und Le Bon Marché. Der Konzernumsatz betrug 2025 80.807 Millionen Euro.
Das Wichtigste in Kürze
- LVMH führt laut eigener Maison-Übersicht mehr als 75 Maisons in sechs Geschäftsbereichen.
- Umsatz im Geschäftsjahr 2025: 80.807 Mio. Euro (2024: 84.683 Mio. Euro, 2023: 86.153 Mio. Euro).
- Größte Sparte ist Mode und Lederwaren mit 37.770 Mio. Euro Umsatz 2025.
- Das Vertriebsnetz umfasst über 6.280 Geschäfte weltweit.
- 2025 beschäftigte der Konzern mehr als 211.000 Menschen, davon 71 Prozent Frauen.
- Vorsitzender des Verwaltungsrats und CEO ist Bernard Arnault.
- Die Übernahme von Tiffany & Co. wurde am 7. Januar 2021 vollzogen, zum nachverhandelten Preis von 131,50 US-Dollar je Aktie.
- Hermès, Chanel, Gucci und Rolex gehören nicht zu LVMH.
Die sechs Geschäftsbereiche und ihre Umsätze
LVMH ordnet seine Marken sechs Sektoren zu. Fünf davon berichtet der Konzern als eigene Umsatzsegmente; die Sparte „sonstige Aktivitäten“ mit Medien, Hotellerie und Yachtbau wird in der Ergebnisrechnung zusammen mit Konsolidierungseffekten ausgewiesen. Wichtig für die Einordnung: Der Konzern veröffentlicht Umsätze pro Segment, nicht pro Marke. Zahlen zu einzelnen Maisons – etwa ein angeblicher Louis-Vuitton-Umsatz – stammen nicht von LVMH.
| Geschäftsbereich | Umsatz 2025 | Umsatz 2024 | Umsatz 2023 |
|---|---|---|---|
| Mode und Lederwaren | 37.770 Mio. € | 41.060 Mio. € | 42.169 Mio. € |
| Selektiver Einzelhandel | 18.348 Mio. € | 18.262 Mio. € | 17.885 Mio. € |
| Uhren und Schmuck | 10.486 Mio. € | 10.577 Mio. € | 10.902 Mio. € |
| Parfum und Kosmetik | 8.174 Mio. € | 8.418 Mio. € | 8.271 Mio. € |
| Wein und Spirituosen | 5.358 Mio. € | 5.862 Mio. € | 6.602 Mio. € |
| Konzern gesamt | 80.807 Mio. € | 84.683 Mio. € | 86.153 Mio. € |
Das betriebliche Ergebnis aus wiederkehrender Geschäftstätigkeit lag 2025 bei 17.755 Mio. Euro, der Konzernjahresüberschuss bei 11.222 Mio. Euro, davon 10.878 Mio. Euro Anteil der Aktionäre.
Mode und Lederwaren: die größte Sparte
Mit 37.770 Mio. Euro Umsatz im Jahr 2025 steuert dieser Bereich rund 47 Prozent des Konzernumsatzes bei und erwirtschaftete 13.209 Mio. Euro operatives Ergebnis. LVMH nennt in dieser Sparte folgende Maisons:
- Louis Vuitton, Christian Dior Couture, Celine, Loewe, Kenzo, Givenchy, Fendi
- Emilio Pucci, Marc Jacobs, Berluti, Loro Piana, Rimowa, Patou
- Moynat, Barton Perreira, Vuarnet
- Als B2B-Maisons: LVMH Métiers d’Art und Thélios (Brillenfertigung)
Louis Vuitton wurde 1854 gegründet, Celine 1945, Givenchy 1952. Marken, die früher in Listen zu LVMH auftauchten und heute nicht mehr auf der Maison-Übersicht des Konzerns stehen – etwa Rossimoda oder Off-White –, gehören nicht mehr dazu.
Wein und Spirituosen: 28 Häuser
Der älteste Teil des Konzerns ist zugleich der kleinste: 5.358 Mio. Euro Umsatz 2025. LVMH weist für diese Sparte Absatzmengen aus – 2025 waren es 60,1 Millionen Flaschen Champagner und 74,6 Millionen Flaschen Cognac, nach 61,7 beziehungsweise 80,8 Millionen im Jahr 2024.
Zur Sparte zählen: Moët & Chandon, Dom Pérignon, Veuve Clicquot, Krug, Ruinart, Mercier, Hennessy, Glenmorangie, Ardbeg, Belvedere, Volcan de mi Tierra, Eminente, Woodinville, Chandon, Armand de Brignac, Château d’Yquem, Château Cheval Blanc, Château Galoupet, Château d’Esclans, Minuty, Domaine des Lambrays, Cloudy Bay, Colgin Cellars, Joseph Phelps, Bodega Numanthia, Terrazas de los Andes, Cheval des Andes und Ao Yun.
Parfum und Kosmetik sowie Uhren und Schmuck
In der Sparte Parfum und Kosmetik (8.174 Mio. Euro Umsatz 2025) führt LVMH 13 Maisons: Parfums Christian Dior, Guerlain, Givenchy Parfums, Kenzo Parfums, Loewe Perfumes, Acqua di Parma, Maison Francis Kurkdjian, Officine Universelle Buly, Benefit Cosmetics, Make Up For Ever, Fresh, Ole Henriksen und Fenty Beauty by Rihanna. Die Duftlinien von Givenchy, Kenzo und Loewe sind also eigene Häuser, getrennt von den Modemarken gleichen Namens.
Uhren und Schmuck (10.486 Mio. Euro Umsatz 2025) umfasst elf Maisons: Bulgari, Tiffany & Co., Chaumet, Fred, Repossi, TAG Heuer, Hublot, Zenith, Daniel Roth, Gérald Genta und L’Épée 1839. Seit 2025 ist LVMH globaler Luxuspartner der Formel 1 – ein auf zehn Jahre angelegter Vertrag, in dem TAG Heuer als offizieller Zeitnehmer auftritt, Moët & Chandon als offizieller Champagner und Louis Vuitton als weiterer offizieller Partner.
Einzelhandel, Medien, Hotels und Yachten
Der selektive Einzelhandel ist mit 18.348 Mio. Euro (2025) die zweitgrößte Sparte und die einzige, die 2025 gegenüber dem Vorjahr zulegte. Dazu gehören Sephora, DFS, Le Bon Marché Rive Gauche, La Grande Épicerie de Paris, La Samaritaine und die Online-Plattform 24S.
Die sechste Sparte, „sonstige Aktivitäten“, bündelt Beteiligungen außerhalb des klassischen Luxusgeschäfts: die Zeitungen Les Échos, Le Parisien, Investir und Paris Match, das Magazin Connaissance des Arts, den Sender Radio Classique, die Hotelgruppen Belmond und Cheval Blanc, das italienische Café-Haus Cova, den Pariser Freizeitpark Jardin d’Acclimatation sowie den Yachtbauer Royal Van Lent.
Tiffany & Co.: was tatsächlich vereinbart wurde
Die größte Übernahme der Konzerngeschichte ist gut dokumentiert, wird aber oft falsch wiedergegeben. Der ursprüngliche Fusionsvertrag zwischen Tiffany und LVMH datiert laut Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht vom 24. November 2019. Nach einem Rechtsstreit vor dem Chancery Court in Delaware einigten sich beide Seiten am 28. Oktober 2020 auf einen geänderten Vertrag und gaben ihn am 29. Oktober 2020 bekannt: Kaufpreis 131,50 US-Dollar je Aktie in bar statt der zuvor vereinbarten Summe. Vollzogen wurde die Fusion am 7. Januar 2021.
Die vielzitierten „15,8 Milliarden Dollar“ sind eine Hochrechnung aus Aktienzahl und Preis, keine Angabe der beteiligten Unternehmen. Tiffany wurde 1837 in New York gegründet und beschäftigte zum Zeitpunkt der Einigung nach eigenen Angaben mehr als 14.000 Menschen.
Wer LVMH führt
An der Spitze steht Bernard Arnault als Chairman und Chief Executive Officer. Dem Verwaltungsrat gehören außerdem seine Kinder Delphine, Antoine, Alexandre und Frédéric Arnault an, dazu unabhängige Mitglieder wie Henri de Castries (Lead Director), Clara Gaymard, Marie-Josée Kravis, Natacha Valla und Hubert Védrine sowie zwei von der Belegschaft entsandte Mitglieder. Die operative Führung liegt beim Executive Committee, dem die Leitungen der Geschäftsbereiche angehören.
Die einzelnen Maisons haben eigene Geschäftsführungen. Christian Dior Couture wird von Delphine Arnault geführt, Celine von Séverine Merle, Moët & Chandon von Sibylle Scherer, Veuve Clicquot von Thomas Mulliez, Sephora von Guillaume Motte und Le Bon Marché von Patrice Wagner.
Was nicht zu LVMH gehört
Weil LVMH so groß ist, werden ihm regelmäßig Marken zugeschrieben, die anderen Eigentümern gehören. Auf der Maison-Übersicht des Konzerns tauchen weder Hermès noch Chanel auf – beide werden unabhängig geführt. Gucci, Saint Laurent, Balenciaga und Bottega Veneta gehören zum Wettbewerber Kering, Rolex einer Stiftung, Cartier und Van Cleef & Arpels zur Richemont-Gruppe. Auch Prada, Armani und Versace stehen nicht unter dem LVMH-Dach.
Häufige Fragen
Wie viele Marken gehören zu LVMH?
LVMH spricht selbst von „mehr als 75 Maisons“. Die Zahl schwankt leicht, weil Zukäufe und Verkäufe die Liste verändern und weil einige Häuser – etwa Givenchy und Givenchy Parfums – als getrennte Maisons geführt werden. Maßgeblich ist die aktuelle Übersicht auf lvmh.com.
Wie viel Umsatz macht LVMH?
Im Geschäftsjahr 2025 waren es 80.807 Mio. Euro, ein Rückgang gegenüber 84.683 Mio. Euro im Jahr 2024 und 86.153 Mio. Euro im Jahr 2023. Umsatz ist dabei nicht mit Börsenwert oder Markenwert zu verwechseln – das sind drei verschiedene Kennzahlen.
Gehört Hermès zu LVMH?
Nein. Hermès ist in keiner der sechs LVMH-Sparten aufgeführt und wird als eigenständiges börsennotiertes Unternehmen geführt. Die Verwechslung ist verbreitet, weil beide Konzerne französisch sind und im selben Marktsegment antreten.
Welche Sparte ist die größte?
Mode und Lederwaren. Der Bereich erzielte 2025 mit 37.770 Mio. Euro etwa 47 Prozent des Konzernumsatzes und mit 13.209 Mio. Euro den größten Ergebnisbeitrag.
Wie viele Geschäfte betreibt LVMH?
Der Konzern nennt für 2025 ein Netz von über 6.280 Geschäften weltweit. Zahlen zu einzelnen Ketten – etwa wie viele Filialen Sephora oder DFS betreiben – veröffentlicht LVMH in dieser Übersicht nicht.
Quellen
- LVMH – Key Figures (Ergebnisrechnung und Segmentzahlen 2023–2025)
- LVMH – Our Maisons (Übersicht der sechs Geschäftsbereiche)
- LVMH – Governance (Verwaltungsrat und Executive Committee)
- LVMH – Partnerschaft mit der Formel 1
- Tiffany & Co. / LVMH – Mitteilung zum geänderten Kaufpreis, 29. Oktober 2020 (SEC)
- Tiffany & Co. – Form 8-K zum Vollzug der Fusion, 7. Januar 2021 (SEC)