Wem gehört Bugatti – Aktuelle Eigentumsverhältnisse

Wem gehört Bugatti

Kurz beantwortet

Die Automarke Bugatti gehört dem Gemeinschaftsunternehmen Bugatti Rimac d.o.o. mit Sitz in Sveta Nedelja in Kroatien. Daran halten die Rimac Group 55 Prozent und die Porsche AG 45 Prozent. Am 24. April 2026 hat Porsche vereinbart, beide Beteiligungen – an Bugatti Rimac und an der Rimac Group – an ein Konsortium unter Führung von HOF Capital zu verkaufen. Der Vollzug steht noch aus.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bugatti Rimac nahm am 1. November 2021 den Geschäftsbetrieb auf. Eigentümer: Rimac Group 55 Prozent, Porsche AG 45 Prozent.
  • Volkswagen war zuvor Eigentümer von Bugatti und brachte die Marke in das Gemeinschaftsunternehmen ein; die Anteile gingen anschließend auf Porsche über.
  • Porsche hält zusätzlich 20,6 Prozent an der Rimac Group – nach einer Erhöhung auf 24 Prozent im August 2021 und der späteren Verwässerung durch die Series-D-Runde.
  • Am 24. April 2026 unterzeichnete Porsche den Verkauf beider Beteiligungen an ein Konsortium um HOF Capital (New York) mit BlueFive Capital als größtem Investor. Der Abschluss wird vor Ende 2026 erwartet.
  • Nach Vollzug soll die Rimac Group die Kontrolle über Bugatti Rimac übernehmen; HOF Capital wird größter Anteilseigner der Rimac Group neben Mate Rimac.
  • Der Kaufpreis ist vertraulich. Die Series-D-Runde der Rimac Group brachte 2022 500 Millionen Euro und bewertete das Unternehmen mit über zwei Milliarden Euro.
  • Gebaut wird weiterhin in Molsheim im Elsass. Der Sitz von Bugatti Rimac liegt in Kerestinec bei Sveta Nedelja, Kroatien.
  • Aktuelles Modell ist der Tourbillon: 8,3-Liter-V16-Saugmotor plus Hybridantrieb, 1.800 PS Systemleistung, 250 Exemplare, Startpreis 3,8 Millionen Euro netto.
  • Wichtig: Die Bekleidungs- und Schuhmarke bugatti gehört der bugatti GmbH in Herford und hat mit dem Autobauer nichts zu tun.

Wem gehört Bugatti heute?

Bugatti ist seit dem 1. November 2021 Teil des Gemeinschaftsunternehmens Bugatti Rimac. Porsche teilte damals mit, dass das Unternehmen seinen Sitz in Sveta Nedelja in Kroatien hat und von Mate Rimac geführt wird. Die Anteile verteilen sich auf die Rimac Group mit 55 Prozent und die Porsche AG mit 45 Prozent. Bugatti und Rimac Automobili arbeiten darin als eigenständige Marken mit eigenen Produktionsstandorten in Molsheim und Zagreb weiter.

Auf der Website von Bugatti Rimac ist als Anschrift die Bugatti Rimac d.o.o., Kerestinečka cesta 54, Kerestinec, 10431 Sveta Nedelja, Kroatien, angegeben. Die Rimac Group bestätigt auf ihrer eigenen Unternehmenschronik die Mehrheit von 55 Prozent.

GesellschaftAnteilStand
Rimac Group an Bugatti Rimac55 %seit 01.11.2021
Porsche AG an Bugatti Rimac45 %seit 01.11.2021, Verkauf vereinbart
Porsche AG an der Rimac Group20,6 %Stand 24.04.2026, Verkauf vereinbart

Der Ausstieg von Porsche im April 2026

Am 24. April 2026 gab Porsche bekannt, seine Beteiligungen an Bugatti Rimac und an der Rimac Group vollständig zu verkaufen. Käufer ist ein Konsortium unter Führung der New Yorker Investmentgesellschaft HOF Capital, mit BlueFive Capital als größtem Investor sowie institutionellen Investoren aus den USA und der EU. Die Verträge wurden am selben Tag unterzeichnet.

Der Vollzug steht unter den üblichen Bedingungen, insbesondere unter kartellrechtlichen Freigaben, und wird nach Angaben von Porsche vor Ende 2026 erwartet. Nach Abschluss soll die Rimac Group die Kontrolle über Bugatti Rimac übernehmen und eine strategische Partnerschaft mit HOF Capital und BlueFive Capital eingehen. HOF Capital tritt zugleich als größter Anteilseigner neben Gründer Mate Rimac in die Rimac Group ein. Die finanziellen Konditionen bleiben vertraulich.

Porsche-Chef Michael Leiters begründete den Schritt damit, dass sich Porsche auf das Kerngeschäft konzentriere; das Fundament für Bugattis Zukunft sei mit dem Gemeinschaftsunternehmen gelegt. Mate Rimac, CEO von Bugatti Rimac, nannte Porsche einen entscheidenden Partner beim Aufbau des Unternehmens.

Bis zum Vollzug bleibt es rechtlich bei 55 zu 45 Prozent. Wer schreibt, Bugatti gehöre heute HOF Capital, greift dem Verfahren vor.

Wie es dazu kam: von Volkswagen zu Rimac

DatumVorgang
1909Ettore Bugatti gründet die Marke in Molsheim im Elsass; Bugatti selbst sprach 2024 von „115 Jahren Bugatti-Geschichte“
1937 und 1939Siege beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans mit den Rennwagen auf Basis des Type 57
03.08.2021Der Aufsichtsrat von Porsche stimmt der Aufstockung der Beteiligung an Rimac Automobili von 15 auf 24 Prozent zu
05.07.2021Porsche und Rimac vereinbaren das Gemeinschaftsunternehmen. Bugatti wird vom damaligen Eigentümer Volkswagen eingebracht, die Anteile gehen anschließend auf Porsche über
01.11.2021Bugatti Rimac nimmt den Geschäftsbetrieb auf
2022Series-D-Runde: Die Rimac Group nimmt 500 Millionen Euro auf, angeführt von SoftBank Vision Fund 2 und Goldman Sachs Asset Management, Bewertung über zwei Milliarden Euro
24.04.2026Porsche unterzeichnet den Verkauf beider Beteiligungen an das HOF-Capital-Konsortium

Eine häufige Verwechslung betrifft die 500 Millionen Euro: Das war keine Investition von Porsche in Rimac, sondern die Series-D-Finanzierungsrunde der Rimac Group, an der Porsche und InvestIndustrial als bestehende Gesellschafter neben den neuen Investoren teilnahmen. Genau diese Runde erklärt auch, warum Porsches Anteil an der Rimac Group heute 20,6 statt 24 Prozent beträgt.

Nicht verwechseln: die Modemarke bugatti aus Herford

Wer nach dem Eigentümer von „Bugatti“ sucht, landet leicht bei der falschen Firma. Neben dem Autobauer gibt es eine deutsche Bekleidungs- und Schuhmarke gleichen Namens. Sie gehört der bugatti GmbH, Hansastraße 55, 32049 Herford, wie das Impressum ihres Onlineshops ausweist. Das Unternehmen verkauft Jacken, Mäntel, Anzüge, Schuhe, Taschen und Accessoires.

Zwischen der bugatti GmbH und Bugatti Rimac besteht keine gesellschaftsrechtliche Verbindung. Wer eine bugatti-Jacke kauft, kauft kein Produkt des Hypersportwagenherstellers – und umgekehrt.

Was heute in Molsheim gebaut wird

Der W16-Motor, der Veyron und Chiron angetrieben hat, ist Geschichte. Am 16. Juli 2026 meldete Bugatti das Produktionsende des W16 Mistral, des offenen Abschiedsmodells dieser Motorengeneration. Zuvor hatte Bugatti-Pilote-Officiel Andy Wallace im November 2024 mit dem W16 Mistral World Record Car 453,91 km/h auf dem Testgelände Papenburg erreicht – nach Angaben des Unternehmens der schnellste offene Serienwagen der Welt.

Die Zukunft gehört dem Tourbillon, den Bugatti am 21. Juni 2024 vorstellte. Technische Eckdaten nach Herstellerangaben:

MerkmalAngabe
Verbrennungsmotor8,3-Liter-V16-Saugmotor, entwickelt mit Cosworth
Elektrische Komponentene-Achse vorn mit zwei Motoren, ein Motor an der Hinterachse
Systemleistung1.800 PS (1.000 PS Verbrenner, 800 PS elektrisch)
Stückzahl250 Exemplare
Startpreis3,8 Millionen Euro netto
FertigungHandmontage in Molsheim; künftig im neuen Atelier „La Manufacture“

Daneben führt Bugatti das „Programme Solitaire“ für Einzelstücke. Die dritte Arbeit dieses Programms, der Destrier, wurde Anfang August 2026 digital gezeigt und am 14. August 2026 während der Monterey Car Week erstmals öffentlich präsentiert. Er baut auf dem Karbon-Monocoque des Bolide auf und ist nur einen Meter hoch.

Wer die Marke heute führt

CEO von Bugatti Rimac ist Mate Rimac. In der Mitteilung zur Monterey Car Week im August 2026 nennt das Unternehmen als weitere Verantwortliche Hendrik Malinowski als Managing Director von Bugatti, Frank Heyl als Director of Design und Sascha Doering als COO von Bugatti of the Americas. Chief Test and Development Driver bei Bugatti Rimac ist Miroslav Zrnčević.

Die Angabe, Oliver Blume und Lutz Meschke säßen im Aufsichtsrat von Bugatti Rimac, stammt aus der Gründungsmitteilung von 2021 und gibt nicht mehr den heutigen Stand wieder. Vorstandsvorsitzender der Porsche AG ist inzwischen Michael Leiters.

Häufige Irrtümer

  • „Bugatti gehört Volkswagen.“ Volkswagen war Eigentümer bis zur Gründung des Gemeinschaftsunternehmens 2021. Danach lag die Beteiligung bei der Konzerntochter Porsche – und die wird gerade verkauft.
  • „Porsche hat 500 Millionen Euro in Rimac investiert.“ Die 500 Millionen Euro waren die Series-D-Runde der Rimac Group im Jahr 2022 mit mehreren Investoren.
  • „Porsche hält 24 Prozent an Rimac.“ Das war der Stand von August 2021. Porsche selbst nennt im April 2026 20,6 Prozent.
  • „Rimac macht eine halbe Million Euro Umsatz im Jahr.“ Diese Zahl steht in keiner Veröffentlichung des Unternehmens und ist angesichts einer Bewertung von über zwei Milliarden Euro nicht plausibel.
  • „Der Chiron ist das aktuelle Modell.“ Die W16-Ära ist mit dem Produktionsende des W16 Mistral im Juli 2026 abgeschlossen.

Häufige Fragen

Wem gehört Bugatti aktuell?

Dem Gemeinschaftsunternehmen Bugatti Rimac, an dem die Rimac Group 55 Prozent und die Porsche AG 45 Prozent halten. Porsche hat den Verkauf seines Anteils am 24. April 2026 vereinbart; der Vollzug wird vor Ende 2026 erwartet.

Gehört Bugatti noch zu Volkswagen?

Nein. Volkswagen brachte Bugatti 2021 in das Gemeinschaftsunternehmen ein, die Anteile gingen danach auf die Porsche AG über. Mit dem Verkauf an das HOF-Capital-Konsortium endet auch diese mittelbare Verbindung.

Wo werden Bugatti gebaut?

In Molsheim im Elsass, dem Gründungsort der Marke. Rimac Automobili fertigt getrennt davon in Kroatien. Der Sitz von Bugatti Rimac liegt in Kerestinec bei Sveta Nedelja.

Was kostet der Bugatti Tourbillon?

Der Startpreis liegt laut Hersteller bei 3,8 Millionen Euro netto. Gebaut werden 250 Exemplare mit 1.800 PS Systemleistung aus einem 8,3-Liter-V16 und drei Elektromotoren.

Ist die Modemarke bugatti dieselbe Firma?

Nein. Die Bekleidungs- und Schuhmarke bugatti gehört der bugatti GmbH mit Sitz in Herford in Nordrhein-Westfalen. Sie hat mit Bugatti Rimac und dem Automobilbau nichts zu tun.

Wer ist Mate Rimac?

Der Gründer von Rimac und CEO von Bugatti Rimac. Nach der Unternehmenschronik der Rimac Group baute er 2009 einen BMW E30 zum Elektro-Rennwagen um und meldete Rimac Automobili im selben Jahr in Sveta Nedelja als Unternehmen an.

Quellen