Wem gehört Burberry? Börsennotiert im Streubesitz

Wem gehört Burberry

Kurz beantwortet

Burberry gehört keinem Konzern und keiner Familie. Die Burberry Group plc ist ein eigenständiges, an der London Stock Exchange notiertes Unternehmen. Ihre Aktien liegen im Streubesitz, überwiegend bei institutionellen Investoren wie Fondsgesellschaften und Vermögensverwaltern. Einen beherrschenden Großaktionär gibt es nicht – anders als bei Dior, Gucci oder Chanel.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Burberry Group plc ist in England und Wales unter der Nummer 3458224 eingetragen, Sitz ist Horseferry House, Horseferry Road, London.
  • Thomas Burberry eröffnete 1856 in Basingstoke sein erstes Textilgeschäft; das Unternehmen begeht 2026 sein 170-jähriges Bestehen.
  • Great Universal Stores (GUS) übernahm Burberry 1955, brachte das Unternehmen im Juli 2002 an die Börse und verkaufte im Dezember 2005 die letzten Anteile.
  • Im Geschäftsjahr 2025/26 – 52 Wochen bis zum 28. März 2026 – lag der Umsatz bei 2.420 Millionen Pfund, der berichtete Betriebsgewinn bei 115 Millionen Pfund.
  • Eine Dividende zahlte Burberry weder für 2024/25 noch für 2025/26.
  • CEO ist seit dem 17. Juli 2024 Joshua Schulman, Vorsitzender des Board ist Gerry Murphy, Finanzchefin ist Kate Ferry.
  • Im ersten Quartal 2026/27 – 13 Wochen bis zum 27. Juni 2026 – stieg der Einzelhandelsumsatz um 5 Prozent auf 455 Millionen Pfund.
  • Ende März 2026 betrieb Burberry 410 eigene Stores, mit Franchisegeschäften zusammen 437 Standorte.

Warum Burberry zu keinem Luxuskonzern gehört

Bei den meisten großen Modehäusern endet die Eigentümerfrage bei einem Konzern oder einer Familie. Bei Burberry endet sie an der Börse. Die Burberry Group plc ist selbst die oberste Gesellschaft der Gruppe; über ihr steht keine Holding, kein Mehrheitseigner, keine Familienstiftung. Das Unternehmen weist auf seinen Investorenseiten als Sitz Horseferry House in London aus und ist in England und Wales unter der Registernummer 3458224 eingetragen.

Genau das ist die Antwort auf die Titelfrage – und sie unterscheidet Burberry von fast allen vergleichbaren Häusern. Wer eine Burberry-Aktie kauft, kauft einen Anteil am Unternehmen selbst und nicht an einer Konzerntochter. Neben der Notierung in London existieren American Depositary Receipts, die außerbörslich in den USA gehandelt werden.

Vom Familienbetrieb über GUS an die Börse

Burberry blieb bis 1955 ein familienkontrolliertes Unternehmen. In diesem Jahr übernahm der britische Handelskonzern Great Universal Stores die Eigentümerschaft. Erst im Juli 2002 wurde die Burberry Group plc an der London Stock Exchange platziert; ihre restlichen Anteile gab GUS im Dezember 2005 ab. Seither hat Burberry keinen Eigentümer mehr, der die Gesellschaft kontrolliert.

Die häufig zu lesende Angabe, Burberry sei bereits 1920 an die Börse gegangen, lässt sich in den geprüften Quellen nicht belegen. Maßgeblich ist der Börsengang von 2002.

Wer die Aktien hält

Burberry veröffentlicht auf seiner Website keine laufend gepflegte Liste der größten Anteilseigner. Meldepflichtige Beteiligungen werden stattdessen einzeln als Stimmrechtsmitteilungen im Bereich Regulatory News bekanntgegeben, und diese Anteile verschieben sich fortlaufend. Aus diesem Grund finden Sie hier bewusst keine Prozenttabelle: Jede Momentaufnahme wäre binnen Wochen überholt.

Belegbar ist die Struktur. Die deutschsprachige Wikipedia nennt als Großaktionäre BlackRock, JPMorgan Chase, Schroders, Fidelity Investments, Legal & General und die Capital Group Companies und hält fest, dass sich über 50 Prozent der Aktien im Streubesitz befinden. Ein Hinweis auf das Gewicht der institutionellen Anleger findet sich im Geschäftsbericht 2025/26: Für die Konsultation zur Vergütungspolitik kontaktierte Burberry nach eigenen Angaben Aktionäre, die rund 60 Prozent des ausgegebenen Grundkapitals halten.

Wer Burberry führt

Weil kein Eigentümer durchregiert, liegt die Steuerung beim Management und beim Board. Burberry weist sein Führungsteam mit Ernennungsdaten selbst aus.

PersonFunktionIm Amt seit
Joshua SchulmanChief Executive Officer17. Juli 2024
Dr Gerry MurphyChair of the Board12. Juli 2018
Kate FerryChief Financial Officer17. Juli 2023
Jonathan KimanChief Marketing Officerlaufend
Alexandra McCauleyChief People Officerlaufend

Schulmans Vorgänger Jonathan Akeroyd verließ das Unternehmen im Juli 2024, zeitgleich mit einer Gewinnwarnung. Als Kreativdirektor wurde im September 2022 Daniel Lee angekündigt, zuvor bei Bottega Veneta, als Nachfolger von Riccardo Tisci; die deutschsprachige Wikipedia führt ihn weiterhin in dieser Rolle. Auf der offiziellen Übersicht des Führungsteams wird die Position des Chief Creative Officer nicht gesondert aufgeführt.

Geschäftsjahr 2025/26: zurück in der Gewinnzone

Die Zahlen stammen aus der Jahresmitteilung vom 14. Mai 2026 für die 52 Wochen bis zum 28. März 2026.

Kennzahl2025/262024/25
Gesamtumsatz2.420 Mio. £
Einzelhandelsumsatz2.056 Mio. £
Vergleichbare Store-Umsätze+2 %–12 %
Bereinigter Betriebsgewinn160 Mio. £26 Mio. £
Berichteter Betriebsgewinn115 Mio. £–3 Mio. £ (Verlust)
Bereinigte Betriebsmarge6,6 %
Nettoverschuldung852 Mio. £1.111 Mio. £
Eigene Stores410422
Dividendekeinekeine

Der Umsatz ging berichtet um 2 Prozent zurück und lag zu konstanten Wechselkursen unverändert. Entscheidend für die Aktionäre war der Ergebnissprung: Aus einem berichteten Betriebsverlust von 3 Millionen Pfund im Vorjahr wurde ein Gewinn von 115 Millionen Pfund. CEO Joshua Schulman bezeichnete das Geschäftsjahr in der Mitteilung als Wendepunkt und verwies auf die Rückkehr zu profitablem Wachstum auf vergleichbarer Fläche.

Vorausgegangen war ein harter Sparkurs. Im November 2024 startete Burberry ein Kostensenkungsprogramm über 40 Millionen Pfund und richtete die Marke wieder auf Oberbekleidung und Trenchcoats aus. Im Mai 2025 kündigte das Unternehmen an, bis zu 1.700 Stellen abzubauen; der Geschäftsbericht 2025/26 spricht von rund 1.700 betroffenen Rollen. Die Strategie läuft unter dem Namen Burberry Forward.

Erstes Quartal 2026/27: Wachstum in Amerika und China

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27, den 13 Wochen bis zum 27. Juni 2026, erreichte der Einzelhandelsumsatz 455 Millionen Pfund – ein Plus von 5 Prozent berichtet und 4 Prozent zu konstanten Wechselkursen. Die vergleichbaren Umsätze entwickelten sich regional unterschiedlich: Amerika legte um 12 Prozent zu, Großchina um 9 Prozent, der Rest von Asien-Pazifik um 3 Prozent, während die Region Europa, Naher Osten, Indien und Afrika 3 Prozent verlor.

Trenchcoat, Gabardine und das königliche Wappen

Der wirtschaftliche Kern der Marke ist ein Stoff. Thomas Burberry entwickelte den Gabardine, ein robustes, wasserabweisendes und zugleich atmungsaktives Gewebe, bei dem das Garn vor dem Weben imprägniert wird. Die englischsprachige Wikipedia datiert die Einführung auf 1879, die deutschsprachige auf 1880; einig sind sich beide, dass Burberry den Stoff 1888 patentieren ließ. Aus dem Militärmantel des Ersten Weltkriegs, getragen von britischen Offizieren in den Schützengräben, wurde der Trenchcoat.

Burberry unterhält weiterhin zwei Produktionsstätten in Großbritannien: Castleford fertigt Regenmäntel, Keighley ist der zweite Standort. Zum Hoflieferantenstatus hält die deutschsprachige Wikipedia fest, dass das Haus Burberry seit 1955 Hoflieferant von Königin Elisabeth II. und seit 1989 des Prinzen von Wales, des heutigen Königs Charles III., war. Ob unter Charles III. ein neues Royal Warrant erteilt wurde, weist Burberry auf seinen Unternehmensseiten derzeit nicht aus; belastbar belegen lässt es sich aus den geprüften Quellen nicht.

Burberry an der Börse: Index, Hauptversammlung, Dividende

Die englisch- und die deutschsprachige Wikipedia führen Burberry als Bestandteil des FTSE 100. Diese Zugehörigkeit ist allerdings keine feste Größe: Die Indexzusammensetzung wird jedes Quartal überprüft, Unternehmen wechseln bei entsprechender Marktkapitalisierung zwischen FTSE 100 und FTSE 250. Burberrys Börsenwert schwankte in den vergangenen Jahren erheblich, entsprechend hat sich auch die Indexeinordnung bewegt.

Die Hauptversammlung fand am 15. Juli 2026 statt. Eine Dividende wurde weder für 2024/25 noch für 2025/26 beschlossen. Zur Kapitalverwendung nennt Burberry als Prioritäten Reinvestitionen in organisches Wachstum, eine progressive Dividendenpolitik, strategische Zukäufe und die Rückgabe überschüssiger Liquidität an die Aktionäre bei Erhalt eines Investment-Grade-Ratings.

Häufige Fragen

Gehört Burberry zu LVMH oder Kering?

Nein. Die Burberry Group plc ist ein eigenständiges börsennotiertes Unternehmen und gehört keinem Luxuskonzern an. Der letzte Mehrheitseigner war Great Universal Stores, der seine restlichen Anteile im Dezember 2005 verkaufte.

Wer ist der größte Aktionär von Burberry?

Einen beherrschenden Aktionär gibt es nicht. Burberry veröffentlicht auf seiner Website keine aktuelle Aktionärsliste, sondern meldepflichtige Beteiligungen einzeln über Stimmrechtsmitteilungen. Als Großaktionäre werden unter anderem BlackRock, JPMorgan Chase, Schroders, Fidelity Investments, Legal & General und die Capital Group genannt.

Wer leitet Burberry aktuell?

Chief Executive Officer ist seit dem 17. Juli 2024 Joshua Schulman. Vorsitzender des Board ist seit Juli 2018 Dr Gerry Murphy, Finanzchefin ist seit Juli 2023 Kate Ferry. Schulmans Vorgänger Jonathan Akeroyd schied im Juli 2024 aus.

Wie viel Umsatz macht Burberry?

Im Geschäftsjahr 2025/26, das am 28. März 2026 endete, setzte Burberry 2.420 Millionen Pfund um. Davon entfielen 2.056 Millionen Pfund auf den eigenen Einzelhandel. Der berichtete Betriebsgewinn lag bei 115 Millionen Pfund.

Zahlt Burberry eine Dividende?

Für die Geschäftsjahre 2024/25 und 2025/26 hat Burberry keine Dividende erklärt. Das Unternehmen nennt eine progressive Dividendenpolitik weiterhin als Teil seines Kapitalallokationsrahmens, hat die Zahlung aber während der Sanierungsphase ausgesetzt.

Seit wann ist Burberry börsennotiert?

Die Burberry Group plc wurde im Juli 2002 an der London Stock Exchange platziert. Die verbreitete Angabe eines Börsengangs im Jahr 1920 lässt sich nicht belegen.

Quellen