Wem gehört Lamborghini? Audi, Volkswagen und die Eigentümerkette

Wem gehört Lamborghini

Kurz beantwortet

Lamborghini gehört dem Volkswagen-Konzern. Die Automobili Lamborghini S.p.A. in Sant’Agata Bolognese hat laut eigenem Impressum einen einzigen Gesellschafter und untersteht der Leitung und Koordinierung der AUDI AG; Audi wiederum ist eine Marke der Volkswagen AG in Wolfsburg. Größter Stimmrechtsaktionär von Volkswagen ist die Porsche Automobil Holding SE mit 53,3 Prozent (Stand 31. Dezember 2025).

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Eigentümerkette lautet: Automobili Lamborghini S.p.A. → AUDI AG → Volkswagen AG → Porsche Automobil Holding SE als größter Stimmrechtsaktionär.
  • Lamborghini schreibt selbst, es sei „a company with sole shareholder subject to the management and coordination of AUDI AG“ — also eine Ein-Personen-Gesellschaft unter Audi-Leitung.
  • Im Volkswagen-Konzern gehört Lamborghini zur Markengruppe Progressive, gemeinsam mit Audi, Bentley und Ducati.
  • 2025 lieferte Lamborghini 10.747 Fahrzeuge aus, ein Plus von 0,6 Prozent gegenüber 2024 (Volkswagen-Geschäftsbericht 2025).
  • Im ersten Halbjahr 2026 setzte Lamborghini 1,74 Milliarden Euro um und erzielte 395 Millionen Euro operatives Ergebnis bei 22,7 Prozent Marge.
  • Vorstandsvorsitzender ist Stephan Winkelmann, kaufmännischer Geschäftsführer und Finanzchef ist Paolo Poma.
  • Die Traktorenmarke Lamborghini Trattori gehört nicht zu Volkswagen, sondern zur italienischen SDF-Gruppe (SAME Deutz-Fahr).
  • Einen beschlossenen Börsengang oder eine Abspaltung von Lamborghini gibt es nicht: Der im Juli 2026 vorgestellte Zukunftsplan des VW-Vorstands nennt weder einen Verkauf noch einen IPO der Marke.

Die Eigentümerkette Stufe für Stufe

„Wem gehört Lamborghini“ lässt sich nicht mit einem einzigen Namen beantworten, weil vier Gesellschaften übereinanderliegen. Jede Stufe ist öffentlich dokumentiert.

StufeGesellschaftBelegtes Beteiligungsverhältnis
1Automobili Lamborghini S.p.A., Sant’Agata BologneseGesellschaft mit einem einzigen Anteilseigner, Leitung und Koordinierung durch die AUDI AG (Angabe auf lamborghini.com)
2AUDI AG, IngolstadtMarke der Volkswagen AG; Lamborghini wird im Konzern der Markengruppe Progressive zugerechnet (Audi, Bentley, Lamborghini, Ducati)
3Volkswagen AG, WolfsburgBörsennotiert; Stimmrechte zum 31.12.2025: Porsche SE 53,3 %, Land Niedersachsen 20,0 %, Qatar Holding 17,0 %, Streubesitz 9,7 %
4Porsche Automobil Holding SE, StuttgartSämtliche 153.125.000 Stammaktien werden mittelbar ausschließlich von Mitgliedern der Familien Porsche und Piëch gehalten (Stand 31.12.2025)

Praktisch heißt das: Lamborghini hat keine eigenen Aktionäre. Wer sich an Lamborghini beteiligen will, kauft Volkswagen-Vorzugsaktien — und hält damit einen sehr kleinen indirekten Anteil an einem Konzern, der 2025 rund 9,0 Millionen Fahrzeuge auslieferte. Ein privates Vermögen steckt in dieser Kette nur mittelbar, nämlich über die Stammaktien der Porsche SE.

Wer die Volkswagen AG kontrolliert

Die Volkswagen AG hat 295.089.818 Stammaktien und 206.205.445 Vorzugsaktien ausgegeben. Stimmberechtigt sind nur die Stammaktien. Deren Verteilung entscheidet, wer bei Lamborghini letztlich das Sagen hat: Die Porsche Automobil Holding SE kommt auf 53,3 Prozent der Stimmrechte und damit auf die absolute Mehrheit. Das Land Niedersachsen hält 20,0 Prozent, die Qatar Holding 17,0 Prozent, der Streubesitz nur 9,7 Prozent.

Die Porsche SE bezeichnet sich selbst als Ankeraktionär des Volkswagen-Konzerns. Ihre Stammaktien liegen vollständig und ausschließlich mittelbar bei Mitgliedern der Familien Porsche und Piëch; die ebenfalls 153.125.000 Vorzugsaktien sind stimmrechtslos und im Streubesitz institutioneller und privater Anleger. Die häufig zu lesende Formulierung, Lamborghini gehöre „den Familien Porsche und Piëch“, ist damit verkürzt, aber nicht falsch — sie beschreibt die vierte Stufe der Kette.

Lamborghini Trattori gehört nicht zu Volkswagen

Das ist der häufigste Fehler beim Thema Lamborghini-Eigentum. Ferruccio Lamborghini begann 1948 mit Traktoren und stieg erst 1963 in den Automobilbau ein. Den Traktorenzweig verkaufte er Anfang der 1970er-Jahre; seit 1973 ist Lamborghini Trattori vom Automobilgeschäft getrennt.

Heute führt die italienische SDF-Gruppe (SAME Deutz-Fahr) mit Sitz in Treviglio die Marke Lamborghini Trattori in ihrem Markenportfolio — neben DEUTZ-FAHR, SAME, Hürlimann, Grégoire und VitiBot. Wer also einen Traktor mit Lamborghini-Schriftzug sieht, sieht kein Volkswagen-Produkt. Beide Firmen tragen denselben Familiennamen und haben denselben Gründer, aber seit über 50 Jahren verschiedene Eigentümer.

Wie Lamborghini zu Audi kam

Automobili Lamborghini wurde 1963 in Sant’Agata Bolognese gegründet. Nach mehreren Eigentümerwechseln in den 1970er- und 1980er-Jahren übernahm die AUDI AG das Unternehmen 1998. Seither ist die Marke ohne Unterbrechung Teil des Volkswagen-Konzerns. Die Marke selbst betont ihre über 60-jährige Geschichte und ihre historischen Modelle Miura, Countach, Diablo und Aventador.

Die aktuelle Modellpalette ist vollständig elektrifiziert und besteht aus drei Baureihen: dem V12-Plug-in-Hybrid Revuelto, dem V8-Plug-in-Hybrid Temerario und dem Super-SUV Urus SE. Verkauft wird über 186 Händler in 56 Ländern.

Was Lamborghini wirtschaftlich für den Konzern leistet

Lamborghini ist gemessen an Stückzahlen eine winzige Marke im Volkswagen-Konzern — gemessen an der Marge eine der stärksten. Die folgenden Werte stammen aus dem Volkswagen-Geschäftsbericht 2025 und aus der Halbjahresmitteilung von Automobili Lamborghini vom Juli 2026.

KennzahlWertZeitraum
Auslieferungen10.747 Fahrzeuge (+0,6 %)Gesamtjahr 2025
Auslieferungen5.422 Fahrzeuge (−4,6 %)1. Halbjahr 2026
Umsatz1,74 Mrd. Euro (+7,4 %)1. Halbjahr 2026
Operatives Ergebnis395 Mio. Euro, Marge 22,7 %1. Halbjahr 2026
Beschäftigterund 3.0002026
Handelsnetz186 Händler in 56 Ländern2026

Zum Vergleich: Der gesamte Volkswagen-Konzern kam 2025 auf 321,9 Milliarden Euro Umsatz, 8,9 Milliarden Euro operatives Ergebnis, 8.984.000 ausgelieferte Fahrzeuge und 663.000 Beschäftigte zum Jahresende. Die Markengruppe Progressive, zu der Lamborghini zählt, erzielte 65,5 Milliarden Euro Umsatz und 3,4 Milliarden Euro operatives Ergebnis. Lamborghini steuert also weniger als ein Promille der Konzernstückzahlen bei, arbeitet aber mit einer Rendite, die im Konzern kaum eine andere Marke erreicht.

Einen offiziell veröffentlichten Jahresumsatz für das Gesamtjahr 2025 weist Lamborghini in den öffentlich zugänglichen Konzernunterlagen nicht separat aus; die Marke wird dort innerhalb der Markengruppe Progressive konsolidiert. Belegbar sind die Halbjahreszahlen und die Auslieferungen.

Wird Lamborghini abgespalten oder an die Börse gebracht?

Seit dem Börsengang der Porsche AG 2022 wird in Medienberichten immer wieder über eine ähnliche Lösung für Lamborghini spekuliert. Beschlossen ist davon nichts. Der Zukunftsplan, den der Volkswagen-Vorstand am 9. Juli 2026 vorstellte, nennt als Schwerpunkte eine Reduzierung der Modellpalette um bis zu 50 Prozent, eine Verringerung der Angebotskomplexität um bis zu 75 Prozent, die Bündelung der Technologiefelder und eine Zielkapazität von rund neun Millionen Fahrzeugen pro Jahr. Lamborghini kommt darin nicht als Verkaufs- oder Börsenkandidat vor.

Die einzige im Plan genannte größere Beteiligungstransaktion ist der Verkauf der Mehrheit an Everllence, der dem Konzern rund 7,4 Milliarden Euro einbringt. Solange Volkswagen nichts anderes mitteilt, bleibt es bei der Kette Lamborghini → Audi → Volkswagen.

Wer Lamborghini führt

An der Spitze von Automobili Lamborghini steht Stephan Winkelmann als Chairman und CEO. Er hatte die Marke bereits von 2005 bis 2016 geführt und kehrte am 1. Dezember 2020 zurück. Kaufmännischer Geschäftsführer und Finanzvorstand ist Paolo Poma.

Eine Ebene darüber führt Gernot Döllner als Vorstandsvorsitzender die AUDI AG, die 2025 einen Umsatz von 65,5 Milliarden Euro, ein operatives Ergebnis von 3,4 Milliarden Euro und 1.644.429 Auslieferungen meldete. Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG ist Oliver Blume.

Häufige Fragen

Wem gehört Lamborghini heute?

Der Volkswagen AG, mittelbar über die AUDI AG. Automobili Lamborghini S.p.A. ist eine Gesellschaft mit einem einzigen Anteilseigner und untersteht der Leitung und Koordinierung von Audi. Diese Struktur besteht seit der Übernahme durch Audi im Jahr 1998.

Kann man Lamborghini-Aktien kaufen?

Nein. Lamborghini ist nicht börsennotiert und hat keine eigenen frei handelbaren Anteile. Wer indirekt investieren möchte, kann Aktien der börsennotierten Volkswagen AG erwerben. Ein Börsengang der Marke ist nicht beschlossen.

Gehören die Lamborghini-Traktoren auch zu Volkswagen?

Nein. Lamborghini Trattori ist seit 1973 vom Automobilgeschäft getrennt und gehört heute zur italienischen SDF-Gruppe (SAME Deutz-Fahr). Gemeinsam sind beiden Firmen nur der Name und der Gründer Ferruccio Lamborghini.

Wie viele Autos verkauft Lamborghini im Jahr?

2025 waren es 10.747 Fahrzeuge, 0,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Im ersten Halbjahr 2026 lieferte die Marke 5.422 Fahrzeuge aus, 4,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, bei gleichzeitig gestiegenem Umsatz.

Wer ist der Chef von Lamborghini?

Stephan Winkelmann, seit dem 1. Dezember 2020 Chairman und CEO. Finanzchef und kaufmännischer Geschäftsführer ist Paolo Poma. Über Audi berichtet Lamborghini an den Audi-Vorstandsvorsitzenden Gernot Döllner.

Welche Modelle baut Lamborghini aktuell?

Drei Baureihen, alle elektrifiziert: den Revuelto mit V12-Plug-in-Hybrid, den Temerario mit V8-Plug-in-Hybrid und den Urus SE als Super-SUV mit Doppelturbo-V8-Plug-in-Hybrid.

Quellen