Kurz beantwortet
Rimowa gehört zur französischen Luxusgütergruppe LVMH. LVMH teilte am 4. Oktober 2016 mit, 80 Prozent der Anteile für 640 Millionen Euro zu übernehmen; der Vollzug war für Januar 2017 angekündigt. Verkäufer war Dieter Morszeck, der Enkel des Gründers. Rimowa wurde damit die erste deutsche Maison der Gruppe.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Preis von 640 Millionen Euro für 80 Prozent der Anteile ist keine Schätzung Dritter: Er steht wörtlich in der LVMH-Pressemitteilung vom 4. Oktober 2016.
- Verkäufer war Dieter Morszeck, Enkel des Gründers. Er behielt laut LVMH Anteile am Unternehmen und zunächst seine Führungsfunktion.
- Der Vollzug war für Januar 2017 angekündigt, vorbehaltlich der Freigabe durch die Wettbewerbsbehörden.
- Rimowa wurde 1898 in Köln von Paul Morszeck gegründet und ist die erste deutsche Maison von LVMH.
- 1937 brachte Richard Morszeck den ersten Aluminiumkoffer auf den Markt, 1976 entwarf Dieter Morszeck den ersten wasserdichten Metallkoffer, 2000 folgte der erste Koffer aus Polycarbonat.
- Das Rillenprofil datiert LVMH auf das Jahr 1950.
- LVMH nennt für Rimowa heute rund 3.000 Beschäftigte und drei Produktionsstandorte weltweit.
- An der Spitze stehen Beatrice Monguidi als Chief Executive Officer und Alexandre Arnault als Chairman (Stand: LVMH-Meldung vom 27. Mai 2026).
- Einen eigenen Rimowa-Umsatz veröffentlicht LVMH bis heute nicht. Für 2016 erwartete der Konzern mehr als 400 Millionen Euro.
Wem gehört Rimowa – die Eigentümerkette im Detail
Rimowa ist eine Maison von LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton und dort der Sparte Mode und Lederwaren zugeordnet. LVMH gliedert sein Geschäft nach eigener Darstellung in sechs Bereiche:
- Wein und Spirituosen
- Mode und Lederwaren – hier steht Rimowa neben Louis Vuitton, Fendi, Loewe, Loro Piana und Dior
- Parfüm und Kosmetik
- Uhren und Schmuck
- Selektiver Einzelhandel
- Sonstige Aktivitäten
Die Konzernzahlen von LVMH sagen nichts über die Größe von Rimowa aus – Konzernumsatz, Segmentumsatz und Börsenwert sind drei verschiedene Kennzahlen. Zur Einordnung die von LVMH selbst veröffentlichten Werte:
| Kennzahl | Wert | Geschäftsjahr |
|---|---|---|
| Konzernumsatz LVMH | 80.807 Mio. Euro | 2025 |
| Betriebsergebnis aus wiederkehrender Geschäftstätigkeit | 17.755 Mio. Euro | 2025 |
| Umsatz Sparte Mode und Lederwaren | 37.770 Mio. Euro | 2025 |
| Betriebsergebnis Mode und Lederwaren | 13.209 Mio. Euro | 2025 |
| Einzelumsatz Rimowa | wird nicht veröffentlicht | – |
LVMH beziffert sein Netz nach eigenen Angaben auf mehr als 75 Maisons und über 6.280 Geschäfte weltweit.
Was LVMH zum Kaufpreis wirklich gesagt hat
Bei vielen Luxus-Übernahmen kursieren Kaufpreise, die aus Analystenmodellen abgeleitet und nie vom Käufer bestätigt wurden. Bei Rimowa ist das anders. In der Mitteilung vom 4. Oktober 2016 schreibt LVMH ausdrücklich, die Transaktion beziehe sich – vorbehaltlich der Freigabe durch die Wettbewerbsbehörden – auf 80 Prozent der Anteile mit einem Wert von 640 Millionen Euro und solle im Januar 2017 abgeschlossen werden. Die Zahl ist damit eine Unternehmensangabe, keine Ableitung.
Ebenfalls in der Mitteilung: Dieter Morszeck verkaufte eine Mehrheitsbeteiligung, hielt aber weiterhin Anteile und behielt seine Führungsaufgaben. Einen erheblichen Teil des Verkaufserlöses stiftete er in die von ihm gegründete RIMOWA Dieter Morszeck Foundation, die Projekte in Forschung, Gesundheit, Bildung und humanitärer Hilfe unterstützt.
Was LVMH seither nicht veröffentlicht hat: ob und wann die restlichen 20 Prozent den Eigentümer gewechselt haben. Wer heute eine exakte Beteiligungsquote der Familie Morszeck nennt, stützt sich nicht auf eine Konzernquelle.
Die Geschichte von Rimowa: 1898 bis heute
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1898 | Paul Morszeck gründet das Unternehmen in Köln. |
| 1937 | Sein Sohn Richard bringt den ersten am Markt erhältlichen Aluminiumkoffer heraus. |
| 1950 | Das charakteristische Rillenprofil aus Aluminium kommt hinzu. |
| 1976 | Dieter Morszeck entwirft den ersten wasserdichten Metallkoffer. |
| 2000 | Rimowa bringt den ersten Polycarbonatkoffer der Branche auf den Markt. |
| 2014 | Start der Linie „Bossa Nova“, die Polycarbonat mit Leder kombiniert. |
| 2016 | LVMH kündigt die Übernahme von 80 Prozent der Anteile an. |
| 2017 | Angekündigter Vollzug der Transaktion. |
| 2022 | Rimowa führt eine lebenslange Garantie auf seine Koffer ein. |
Die Marke wurde in Köln gegründet und wird dort bis heute produziert: Bei der Eröffnung des New Yorker Flagship-Stores 2025 beschrieb LVMH die dafür aufgelegte Sonderedition ausdrücklich als in Köln aus hochwertigem eloxiertem Aluminium gefertigt.
Aluminium, Polycarbonat und das Rillenprofil
Der Materialwechsel ist der eigentliche Kern der Firmengeschichte. Richard Morszeck griff nach Darstellung von LVMH auf geriffeltes Aluminium zurück, weil es leicht und zugleich formstabil ist – die Inspiration kam aus der frühen Luftfahrt. LVMH nennt dabei namentlich die Junkers F 13, das erste Ganzmetall-Verkehrsflugzeug, dessen Nachbau Rimowa finanziell unterstützte; der Erstflug der Rekonstruktion fand am 15. September 2016 statt. Die parallel verlaufenden Rillen machen die Koffer sofort erkennbar und tragen zur Stabilität der Schale bei.
Im Jahr 2000 kam der zweite Materialsprung: Rimowa brachte nach Konzernangaben den ersten Polycarbonatkoffer der Branche heraus. Seither führt das Unternehmen beide Materialwelten parallel. Aluminium und Polycarbonat sind bis heute die tragenden Werkstoffe des Sortiments.
Wer Rimowa heute führt
Mit dem Vollzug der Übernahme wurde Alexandre Arnault, ein Sohn des LVMH-Konzernchefs Bernard Arnault, zum Co-CEO von Rimowa ernannt – nicht zum alleinigen Geschäftsführer. Er teilte sich die Führung zunächst mit Dieter Morszeck.
Der aktuelle Stand ergibt sich aus einer LVMH-Meldung vom 27. Mai 2026 zur vierten Verleihung des RIMOWA Design Prize: Dort wird Beatrice Monguidi als „RIMOWA Chief Executive Officer“ und Alexandre Arnault als „RIMOWA Chairman“ geführt. Beide saßen in der Jury der Preisverleihung, die am 11. Mai 2026 im Berliner Kulturforum stattfand.
Was sich unter LVMH verändert hat
Die sichtbarste Veränderung ist der Ausbau eigener Verkaufsflächen in Spitzenlagen. Im April 2025 eröffnete Rimowa eine Boutique in der Londoner New Bond Street 125, verteilt über fünf Etagen; ein kompletter Stock ist dort der Kundenbetreuung mit Reparaturen vor Ort und Ersatzteilen gewidmet. Im Juli 2025 folgte ein Flagship-Store an der Madison Avenue in New York, dessen Fassade aus schwarzen Porzellanfliesen die Rillenoptik der Koffer aufgreift.
Der zweite Schwerpunkt ist Langlebigkeit: Die 2022 eingeführte lebenslange Garantie ist nach Angaben des Konzerns der Grund für die Reparaturflächen in den Boutiquen. Hinzu kommt der RIMOWA Design Prize, ein jährlicher Studierendenwettbewerb mit deutschen Gestaltungshochschulen samt Mentoringprogramm, der 2026 zum vierten Mal vergeben wurde.
Zahlen, die sich nicht belegen lassen
Über Rimowa kursieren zahlreiche sehr präzise wirkende Angaben, für die es keine Unternehmens- oder Konzernquelle gibt. Dazu zählen tägliche Stückzahlen, Jahresproduktionen, die Zahl der Länder mit Rimowa-Präsenz, die Zahl der Service-Center und Statistiken über Auftritte der Koffer in Film und Fernsehen. Diese Angaben stehen in diesem Artikel bewusst nicht.
Belegbar ist dagegen die Größenordnung, die LVMH selbst nennt: rund 3.000 Beschäftigte weltweit, drei Produktionsstandorte, durchschnittlich rund 90 Arbeitsschritte und etwa 200 verbaute Bauteile je Koffer. Auch aktuelle Verkaufspreise sind keine stabile Größe – sie ändern sich laufend und gehören deshalb nur mit Abrufdatum in einen Text.
Häufige Fragen
Wem gehört Rimowa heute?
Rimowa gehört zur LVMH-Gruppe und wird dort in der Sparte Mode und Lederwaren geführt. LVMH kündigte die Übernahme von 80 Prozent der Anteile im Oktober 2016 an; der Vollzug war für Januar 2017 vorgesehen.
Was hat LVMH für Rimowa bezahlt?
640 Millionen Euro für 80 Prozent der Anteile. Diese Angabe stammt direkt aus der LVMH-Pressemitteilung vom 4. Oktober 2016 und ist damit eine Unternehmensangabe, keine Marktschätzung.
Ist die Familie Morszeck noch beteiligt?
LVMH erwarb 2016 eine Mehrheit von 80 Prozent und hielt fest, dass Dieter Morszeck weiterhin Anteile hält. Ob sich daran seither etwas geändert hat, hat der Konzern nicht öffentlich mitgeteilt. Eine belastbare aktuelle Quote lässt sich deshalb nicht nennen.
Wer leitet Rimowa?
Chief Executive Officer ist Beatrice Monguidi, Chairman ist Alexandre Arnault. Beide werden in einer LVMH-Meldung vom 27. Mai 2026 mit diesen Funktionen genannt.
Wo wird Rimowa produziert?
LVMH nennt drei Produktionsstandorte weltweit, ohne sie einzeln aufzuführen. Belegt ist die Fertigung in Köln: Für die Sondermodelle zur Eröffnung der Flagship-Stores in London und New York gibt der Konzern Köln ausdrücklich als Herstellungsort an.
Wie viel Umsatz macht Rimowa?
LVMH weist keinen eigenen Rimowa-Umsatz aus. Die einzige veröffentlichte Größenordnung stammt aus der Übernahmemitteilung von 2016: Dort erwartete der Konzern für das Jahr 2016 einen Rimowa-Umsatz von mehr als 400 Millionen Euro.
Quellen
- LVMH: RIMOWA, global leader of high quality luggage, joins the LVMH Group (4. Oktober 2016)
- LVMH: Maison-Profil RIMOWA
- LVMH: RIMOWA celebrates young design talents at fourth RIMOWA Design Prize ceremony (27. Mai 2026)
- LVMH: RIMOWA opens new flagship on New Bond Street in London (12. Mai 2025)
- LVMH: RIMOWA unveils new flagship on Madison Avenue in New York (31. Juli 2025)
- LVMH: Key figures (Geschäftsjahr 2025, abgerufen am 24. August 2026)