Kurz beantwortet
„High Society“ ist eine deutsche Komödie aus dem Jahr 2017, die Anika Decker geschrieben und inszeniert hat. Sie kam am 14. September 2017 in die deutschen Kinos. Erzählt wird die Geschichte zweier bei der Geburt vertauschter Töchter: Anabel von Schlacht (Emilia Schüle) aus reichem Haus und Aura Schlonz (Caro Cult) aus einfachen Verhältnissen.
Das Wichtigste in Kürze
- Regie und Drehbuch stammen beide von Anika Decker; „High Society“ war nach „Traumfrauen“ (2015) ihre zweite Kinoregie.
- Kinostart in Deutschland: 14. September 2017. Produktionsland ist Deutschland.
- Produziert wurde der Film von Hellinger Doll Filmproduktion in Koproduktion mit Decker Bros. und Warner Bros. Entertainment.
- In den Hauptrollen: Emilia Schüle als Anabel von Schlacht, Caro Cult als Aura Schlonz, Jannis Niewöhner als Yann Kowalski und Iris Berben als Trixi von Schlacht.
- Für Caro Cult war es die erste große Hauptrolle und laut Wikipedia ihr Durchbruch im deutschen Kino.
- Die Idee geht auf einen Artikel des Zeitmagazins über eine Krankenschwester zurück, die Babys vertauscht hatte.
- Die deutsche Wikipedia nennt rund 577.000 Kinobesucher und Rang 52 der Jahresbilanz 2017.
- Die Kritiken fielen gespalten aus – von wohlwollend bis deutlich ablehnend.
- Nicht zu verwechseln mit dem US-Musical „High Society“ von 1956, das auf Deutsch „Die oberen Zehntausend“ heißt.
Worum es in „High Society“ (2017) geht
Der Film erzählt von einem vertauschten Leben. Die verwöhnte Industriellentochter Anabel von Schlacht erfährt nach einem Skandal, dass sie bei der Geburt mit einem anderen Kind vertauscht wurde. Ihre leibliche Familie ist die Familie Schlonz, die in deutlich einfacheren Verhältnissen lebt. Anabel verliert ihre privilegierte Stellung und muss sich neu einrichten, während Aura Schlonz in die Luxusvilla einzieht.
Aus dieser Vertauschung bezieht die Komödie ihren Konflikt: Zwei Milieus prallen aufeinander, und beide Frauen müssen sich in einer Welt zurechtfinden, für die sie nicht erzogen wurden. Der Stoff ist damit weniger eine Liebesgeschichte als eine Auseinandersetzung mit Herkunft, Geld und gesellschaftlicher Zugehörigkeit – erzählt im Tonfall der Komödie.
Wer in „High Society“ mitspielt
Die folgenden Rollenzuordnungen stimmen in der deutsch- und der englischsprachigen Wikipedia überein und gelten hier als gesichert:
| Darstellerin / Darsteller | Rolle |
|---|---|
| Emilia Schüle | Anabel von Schlacht |
| Caro Cult | Aura Schlonz |
| Jannis Niewöhner | Yann Kowalski |
| Iris Berben | Trixi von Schlacht |
Die Besetzungslisten nennen darüber hinaus weitere Mitwirkende, unter ihnen Katja Riemann, Jannik Schümann, Marc Benjamin und Rick Kavanian. Die Zuordnung einzelner Nebenrollen weicht zwischen der deutschen und der englischen Wikipedia-Fassung ab; sie wird hier deshalb nicht als gesichert wiedergegeben.
Ein Hinweis, weil er häufig verwechselt wird: Anika Decker ist die Regisseurin, keine Filmfigur. Ebenso ist „Decker“ kein Nachname einer Rolle, sondern der Name der Regisseurin und ihrer Produktionsfirma Decker Bros. „Schlacht“ und „Schlonz“ sind die Familiennamen der beiden Familien im Film.
Anika Decker: Regie und Drehbuch
Anika Decker, geboren am 1. August 1975 in Marburg, ist Drehbuchautorin, Regisseurin und Schriftstellerin. Bekannt wurde sie zunächst als Autorin: Sie schrieb gemeinsam mit Til Schweiger die Drehbücher zu „Keinohrhasen“ (2007) und „Zweiohrküken“ (2009), außerdem zu „Rubbeldiekatz“ (2011) und „SMS für Dich“ (2016).
Ihr Regiedebüt gab sie 2015 mit „Traumfrauen“. „High Society“ folgte 2017, „Liebesdings“ 2022. Bei ihren Regiearbeiten trat sie auch als Co-Produzentin auf, unter anderem gemeinsam mit ihrem Bruder Jan Decker.
Produziert wurde „High Society“ von der Hellinger Doll Filmproduktion in Koproduktion mit Decker Bros. und Warner Bros. Entertainment. Die Beteiligung eines großen Studios erklärt die breite Kinoauswertung im Herbst 2017. Decker Bros. ist die Produktionsfirma, die Anika Decker gemeinsam mit ihrem Bruder Jan Decker betreibt – sie taucht auch bei ihren anderen Regiearbeiten auf.
Wie die Idee zum Film entstand
Den Anstoß gab laut der deutschen Wikipedia ein Artikel des Zeitmagazins über eine alkoholkranke Krankenschwester, die Babys vertauscht hatte. Decker wollte demnach ohnehin seit Längerem eine Komödie über Arm und Reich und über die verschiedenen Gesellschaftsschichten drehen. Einzelne Figuren sollen an tatsächlichen Personen aus der High Society orientiert sein, während die Familie Schlonz von Deckers eigenem Umfeld geprägt wurde.
Kinostart und Publikumszuspruch
„High Society“ startete am 14. September 2017 in den deutschen Kinos. Die deutsche Wikipedia nennt für die erste Woche rund 125.000 Besucher und insgesamt etwa 577.000 Besucher; in der Jahresbilanz 2017 belegte der Film demnach Rang 52.
Damit war der Film kein Kassenschlager, aber auch kein Totalausfall. Aussagen wie „ein großer Erfolg“ lassen sich mit diesen Zahlen nicht belegen – ein Kinojahr in Deutschland wird an der Spitze von Titeln mit mehreren Millionen Besuchern bestimmt.
Wie die Kritik reagierte
Die Aufnahme durch die Kritik war uneinheitlich. Der Kritikenspiegel der deutschen Wikipedia bildet die Bandbreite ab: Die Neue Osnabrücker Zeitung beschrieb den Film als locker inszenierte Komödie mit Witz, Herz und gutem Ensemble, die Rheinische Post als grelle Komödie aus der Berliner Gegenwart mit erstklassiger Besetzung.
Deutlich ablehnend äußerten sich andere Stimmen: Die Westfälischen Nachrichten sprachen von einer seichten Farce, der Filmdienst von einer überdrehten Klamauk-Komödie ohne inhaltliche Ambitionen. Wer den Film einordnen möchte, sollte diese Spannbreite kennen, statt sich auf eine Seite zu verlassen.
Nicht verwechseln: „High Society“ von 1956
Unter dem Originaltitel „High Society“ läuft auch ein US-amerikanisches Filmmusical von 1956, das im deutschsprachigen Raum als „Die oberen Zehntausend“ bekannt ist. Regie führte Charles Walters, in den zentralen Rollen spielen Bing Crosby, Grace Kelly und Frank Sinatra, dazu Celeste Holm; Louis Armstrong tritt mit seiner Band auf. Die Musik schrieb Cole Porter, darunter das Duett „True Love“.
Die Vorlage ist das Broadway-Stück „The Philadelphia Story“ (1939) von Philip Barry, das George Cukor bereits 1940 unter dem deutschen Titel „Die Nacht vor der Hochzeit“ verfilmt hatte. Mit dem deutschen Film von 2017 hat dieses Musical außer dem Namen nichts gemeinsam.
Was es mit dem Zusatz „Gegensätze ziehen sich an“ auf sich hat
Der Film wird in der Wikipedia schlicht als „High Society“ geführt; ein offizieller Untertitel ist dort nicht verzeichnet. Die Wendung „Gegensätze ziehen sich an“ beschreibt treffend das Prinzip der Handlung – zwei vertauschte Leben, zwei Milieus –, ist aber nicht als Bestandteil des Filmtitels belegt.
Als Begriff bezeichnet „High Society“ im Übrigen die Personengruppe mit dem größten materiellen Reichtum und dem höchsten sozialen Status innerhalb einer Gesellschaft. Gebräuchliche Synonyme sind Hautevolee und, spöttisch gemeint, „High Snobiety“.
Häufige Fragen
Wer führte Regie bei „High Society“ (2017)?
Anika Decker. Sie schrieb auch das Drehbuch. Es war nach „Traumfrauen“ (2015) ihre zweite Regiearbeit fürs Kino; 2022 folgte „Liebesdings“.
Wer spielt die Hauptrollen?
Emilia Schüle spielt Anabel von Schlacht, Caro Cult spielt Aura Schlonz. Jannis Niewöhner ist als Yann Kowalski zu sehen, Iris Berben als Trixi von Schlacht. Für Caro Cult war es die erste große Hauptrolle.
Worum geht es in der Handlung?
Zwei Töchter wurden bei der Geburt vertauscht. Als das herauskommt, verliert die reiche Anabel ihre Stellung, während Aura aus der Familie Schlonz in die Villa zieht. Beide müssen sich in einem fremden Milieu behaupten.
War der Film ein Kinoerfolg?
Die deutsche Wikipedia nennt rund 577.000 Kinobesucher und Rang 52 der Jahresbilanz 2017. Das ist ein solides, aber kein herausragendes Ergebnis. Die Kritiken reichten von wohlwollend bis zum Verriss.
Ist das derselbe Film wie „High Society“ mit Grace Kelly?
Nein. „High Society“ von 1956 mit Bing Crosby, Grace Kelly und Frank Sinatra ist ein US-Musical und läuft auf Deutsch als „Die oberen Zehntausend“. Es beruht auf dem Stück „The Philadelphia Story“. Beide Filme teilen nur den Titel.
Quellen
- Wikipedia (de): High Society (2017) – Handlung, Produktion, Besetzung, Rezeption
- Wikipedia (en): High Society (2017 film) – Regie, Kinostart, Besetzung
- Wikipedia (de): Anika Decker – Drehbücher und Regiearbeiten
- Wikipedia (de): Caro Cult – erste große Hauptrolle in High Society
- Wikipedia (de): Die oberen Zehntausend (High Society, 1956)
- Wikipedia (de): High Society – Bedeutung des Begriffs
Stand: 22. August 2026.