Cary Grant: Filmografie 1932 bis 1966 und Biografie

Cary Grant Filmografie und Biografie

Kurz beantwortet

Cary Grant, geboren am 18. Januar 1904 in Bristol als Archibald Alec Leach, spielte zwischen 1932 und 1966 in 73 Kinofilmen. Viermal arbeitete er mit Alfred Hitchcock. Einen regulären Oscar gewann er nie – er war zweimal nominiert und erhielt 1970 den Ehrenoscar. Grant starb am 29. November 1986 in Davenport, Iowa.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bürgerlicher Name Archibald Alec Leach, geboren am 18. Januar 1904 im Bristoler Stadtteil Horfield, gestorben am 29. November 1986 in Davenport, Iowa.
  • 73 Kinofilme zwischen 1932 und 1966; der letzte war Nicht so schnell, mein Junge (Walk, Don’t Run).
  • Genau vier Filme mit Alfred Hitchcock: Verdacht (1941), Berüchtigt (1946), Über den Dächern von Nizza (1955) und Der unsichtbare Dritte (1959).
  • Zwei Oscar-Nominierungen als bester Hauptdarsteller – für Akkorde der Liebe (Verleihung 1942) und None But the Lonely Heart (Verleihung 1945). Gewonnen hat er in dieser Kategorie nie.
  • Ehrenoscar bei der 42. Oscarverleihung am 7. April 1970, überreicht von Frank Sinatra.
  • 1999 setzte ihn das American Film Institute auf Platz 2 seiner Liste der größten männlichen Leinwandlegenden, hinter Humphrey Bogart.
  • Fünfmal verheiratet; aus der Ehe mit Dyan Cannon stammt seine einzige Tochter Jennifer, geboren 1966.
  • 1942 nahm er die US-Staatsbürgerschaft an, 1981 erhielt er die Kennedy Center Honors.

Von Archibald Alec Leach zu Cary Grant

Grant wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Sein Vater Elias James Leach arbeitete als Bügler in einer Kleiderfabrik, seine Mutter Elsie Maria Leach, geborene Kingdon, als Näherin. Als der Sohn neun Jahre alt war, wurde die Mutter in die Nervenheilanstalt Glenside eingewiesen. Grant erfuhr davon erst mit 31 Jahren, als sein Vater es ihm kurz vor dessen Tod gestand.

Am 13. März 1918 wurde der 14-Jährige von der Fairfield Grammar School verwiesen. Er schloss sich der Artistentruppe von Bob Pender an, wo er unter anderem als Stelzenläufer ausgebildet wurde, und reiste mit ihr am 21. Juli 1920 an Bord der RMS Olympic in die Vereinigten Staaten. Den Namen Cary Grant nahm er am 7. Dezember 1931 an, dem Tag, an dem er bei Paramount Pictures einen Fünfjahresvertrag über 450 Dollar Wochengage unterschrieb; das Studio hatte auf einen amerikanischer klingenden Namen gedrängt.

Die vier Filme mit Alfred Hitchcock

Grant und Hitchcock drehten vier gemeinsame Filme – nicht mehr und nicht weniger. In Aufzählungen fehlt häufig Über den Dächern von Nizza, gelegentlich wird ihm auch ein Film zugeschrieben, an dem er nicht beteiligt war.

JahrFilm (deutscher Titel / Original)Grants Rolle
1941Verdacht (Suspicion)Johnnie Aysgarth
1946Berüchtigt (Notorious)Regierungsagent T. R. Devlin
1955Über den Dächern von Nizza (To Catch a Thief)John Robie
1959Der unsichtbare Dritte (North by Northwest)Werbefachmann Roger Thornhill

Schlüsselrollen mit Rolle und Regie

JahrFilm (deutscher Titel / Original)RolleRegie
1932Madame verliert ihr Kleid (This Is the Night)Olympia-SpeerwerferFrank Tuttle
1932Blonde Venuswohlhabender PlayboyJosef von Sternberg
1935Sylvia ScarlettCockney-TrickbetrügerGeorge Cukor
1937Die schreckliche Wahrheit (The Awful Truth)Jerry WarrinerLeo McCarey
1938Leoparden küßt man nicht (Bringing Up Baby)Paläontologe David HuxleyHoward Hawks
1939Aufstand in Sidi Hakim (Gunga Din)britischer SergeantGeorge Stevens
1939S.O.S. Feuer an Bord (Only Angels Have Wings)PostfliegerHoward Hawks
1940Sein Mädchen für besondere Fälle (His Girl Friday)Zeitungschef Walter BurnsHoward Hawks
1940Die Nacht vor der Hochzeit (The Philadelphia Story)C. K. Dexter HavenGeorge Cukor
1941Akkorde der Liebe (Penny Serenade)Roger AdamsGeorge Stevens
1941Verdacht (Suspicion)Johnnie AysgarthAlfred Hitchcock
1944Arsen und Spitzenhäubchen (Arsenic and Old Lace)Mortimer BrewsterFrank Capra
1944None But the Lonely HeartErnie MottClifford Odets
1946Berüchtigt (Notorious)T. R. DevlinAlfred Hitchcock
1952Liebling, ich werde jünger (Monkey Business)Howard Hawks
1955Über den Dächern von Nizza (To Catch a Thief)John RobieAlfred Hitchcock
1957Die große Liebe meines Lebens (An Affair to Remember)Nickie FerranteLeo McCarey
1959Der unsichtbare Dritte (North by Northwest)Roger ThornhillAlfred Hitchcock
1963CharadeMann mit wechselnden Identitäten, zuletzt Brian CruikshankStanley Donen

Cary Grant: alle 73 Kinofilme von 1932 bis 1966

Die folgende Liste führt Grants Kinofilme chronologisch auf, mit deutschem Verleihtitel und Originaltitel. Wo kein deutscher Titel existiert, steht der Originaltitel. Nicht enthalten sind vier Kurzfilme: Singapore Sue (1932), Pirate Party on Catalina Isle (1935) sowie The Shining Future und The Road to Victory (beide 1944).

JahrDeutscher TitelOriginaltitel
1932Madame verliert ihr KleidThis Is the Night
1932Sinners in the Sun
1932Merrily We Go to Hell
1932Die Frau im U-BootDevil and the Deep
1932Blonde Venus
1932Hot Saturday
1932Madame Butterfly
1933Sie tat ihm unrechtShe Done Him Wrong
1933The Woman Accused
1933The Eagle and the Hawk
1933Gambling Ship
1933Ich bin kein EngelI’m No Angel
1933Alice im WunderlandAlice in Wonderland
1934Prinzessin für 30 TageThirty-Day Princess
1934Born to Be Bad
1934Tempel der SchönheitKiss and Make-Up
1934Meine Damen, zugehört!Ladies Should Listen
1934Madame befiehlt!Enter Madame
1935Licht im DunkelnWings in the Dark
1935Das letzte FortThe Last Outpost
1935Sylvia Scarlett
1936Große braune AugenBig Brown Eyes
1936Suzy
1936The Amazing Quest of Ernest Bliss
1936Wedding Present
1937When You’re in Love
1937Topper – Das blonde GespenstTopper
1937The Toast of New York
1937Die schreckliche WahrheitThe Awful Truth
1938Leoparden küßt man nichtBringing Up Baby
1938Die Schwester der BrautHoliday
1939Aufstand in Sidi HakimGunga Din
1939S.O.S. Feuer an BordOnly Angels Have Wings
1939Nur dem Namen nachIn Name Only
1940Sein Mädchen für besondere FälleHis Girl Friday
1940Meine LieblingsfrauMy Favorite Wife
1940The Howards of Virginia
1940Die Nacht vor der HochzeitThe Philadelphia Story
1941Akkorde der LiebePenny Serenade
1941VerdachtSuspicion
1942Zeuge der AnklageThe Talk of the Town
1942Es waren einmal FlitterwochenOnce Upon a Honeymoon
1943Mr. Lucky
1943Bestimmung TokioDestination Tokyo
1944Arsen und SpitzenhäubchenArsenic and Old Lace
1944Pinky und CurlyOnce Upon a Time
1944None But the Lonely Heart
1946Without Reservations (Gastauftritt)
1946Tag und Nacht denk‘ ich an DichNight and Day
1946BerüchtigtNotorious
1947So einfach ist die Liebe nichtThe Bachelor and the Bobby-Soxer
1947Jede Frau braucht einen EngelThe Bishop’s Wife
1948Nur meiner Frau zuliebeMr. Blandings Builds His Dream House
1948Jedes Mädchen müßte heiratenEvery Girl Should Be Married
1949Ich war eine männliche KriegsbrautI Was a Male War Bride
1950HexenkesselCrisis
1951People Will Talk
1952Vater werden ist nicht schwerRoom for One More
1952Liebling, ich werde jüngerMonkey Business
1953Du und keine andereDream Wife
1955Über den Dächern von NizzaTo Catch a Thief
1957Stolz und LeidenschaftThe Pride and the Passion
1957Die große Liebe meines LebensAn Affair to Remember
1957Kiss Them for Me
1958IndiskretIndiscreet
1958HausbootHouseboat
1959Der unsichtbare DritteNorth by Northwest
1959Unternehmen PetticoatOperation Petticoat
1960Vor Hausfreunden wird gewarntThe Grass Is Greener
1962Ein Hauch von NerzThat Touch of Mink
1963Charade
1964Der große Wolf ruftFather Goose
1966Nicht so schnell, mein JungeWalk, Don’t Run

Oscars: zwei Nominierungen, ein Ehrenoscar

Grant wurde zweimal als bester Hauptdarsteller für den Oscar nominiert: 1942 für Akkorde der Liebe – den Preis gewann in jenem Jahr Gary Cooper für Sergeant York – und 1945 für None But the Lonely Heart. Weitere Nominierungen in einer Darstellerkategorie gab es nicht. Weder für Leoparden küßt man nicht noch für die Hitchcock-Filme wurde er nominiert.

Bei der 42. Oscarverleihung am 7. April 1970 erhielt Grant den Ehrenoscar. Überreicht wurde er von Frank Sinatra. 1981 wurde Grant zudem mit den Kennedy Center Honors ausgezeichnet. 1999 führte ihn das American Film Institute auf Platz 2 seiner Liste der 25 größten männlichen Leinwandlegenden, hinter Humphrey Bogart und vor James Stewart.

Fünf Ehen und eine Tochter

EhefrauZeitraumAnmerkung
Virginia Cherrill1934–1935Schauspielerin
Barbara Hutton1942–1945Woolworth-Erbin
Betsy Drake1949–1962Schauspielerin, längste Ehe Grants
Dyan Cannon1965–1968Mutter seiner Tochter Jennifer (geb. 1966)
Barbara Harrisab 1981Ehe bestand bis zu Grants Tod 1986

Jennifer Grant war Grants einziges Kind. Über Spekulationen zu Grants Privatleben, etwa zu seiner Wohngemeinschaft mit dem Schauspieler Randolph Scott, gibt es keine gesicherten Belege; Grant hat sich dazu öffentlich nicht geäußert.

Der Rückzug 1966 und die letzten Jahre

Nach Nicht so schnell, mein Junge (1966) beendete Grant im Alter von 62 Jahren seine Filmkarriere. Als Grund gab er an, sich um die Erziehung seiner im selben Jahr geborenen Tochter Jennifer kümmern und ihr Beständigkeit bieten zu wollen. Er kehrte nicht mehr vor die Kamera zurück. Grant starb am 29. November 1986 im Alter von 82 Jahren in Davenport im US-Bundesstaat Iowa.

Rückzug

LSD-Therapie: was belegt ist

Nach Angaben der deutschsprachigen Wikipedia wurde Grant zwischen 1958 und 1961 im Rahmen einer Psychotherapie mehrfach LSD verabreicht – zu dieser Zeit war die Substanz noch legal und wurde in den USA in psychiatrischen Behandlungen eingesetzt. Weitergehende Angaben zu Diagnosen oder zu seiner späteren Bewertung dieser Behandlung lassen sich anhand der hier ausgewerteten Quellen nicht belegen und bleiben deshalb außen vor.

Cary Grant und die LSD-Therapie

Häufige Fragen

Wie viele Filme hat Cary Grant gedreht?

73 Kinofilme zwischen 1932 und 1966, dazu vier Kurzfilme. Sein Debüt war Madame verliert ihr Kleid (This Is the Night), sein letzter Film Nicht so schnell, mein Junge.

Welche Filme drehte Cary Grant mit Alfred Hitchcock?

Vier: Verdacht (1941), Berüchtigt (1946), Über den Dächern von Nizza (1955) und Der unsichtbare Dritte (1959). Andere Hitchcock-Filme, etwa Das Fenster zum Hof, entstanden ohne ihn.

Hat Cary Grant einen Oscar gewonnen?

Keinen regulären. Er war zweimal als bester Hauptdarsteller nominiert, 1942 und 1945, ging aber beide Male leer aus. 1970 erhielt er den Ehrenoscar für sein Lebenswerk.

Wie hieß Cary Grant bürgerlich?

Archibald Alec Leach. Den Künstlernamen Cary Grant nahm er am 7. Dezember 1931 an, als er bei Paramount Pictures unterschrieb.

Warum hörte Cary Grant 1966 auf zu drehen?

Er wollte sich um seine 1966 geborene Tochter Jennifer kümmern und ihr ein beständiges Umfeld bieten. Nach Nicht so schnell, mein Junge stand er nicht mehr vor der Kamera.

Quellen