Sean Connery Filmografie und Biografie – Der große Schotte

Sean Connery Filmografie und Biografie

Sean Connery

Kurz beantwortet

Sean Connery (25. August 1930 in Edinburgh, gestorben am 31. Oktober 2020 in Lyford Cay auf den Bahamas) war ein schottischer Schauspieler. Er spielte James Bond in sechs Filmen der offiziellen Eon-Reihe und ein siebtes Mal 1983 in der Konkurrenzproduktion „Sag niemals nie“. 1988 erhielt er den Oscar als bester Nebendarsteller für „Die Unbestechlichen“, im Juli 2000 wurde er zum Ritter geschlagen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Geboren am 25. August 1930 in Edinburgh, aufgewachsen im Arbeiterviertel Fountainbridge.
  • Sechs James-Bond-Filme für Eon Productions: 1962, 1963, 1964, 1965, 1967 und 1971.
  • „Sag niemals nie“ (1983) war der siebte Bond-Auftritt, gehört aber nicht zur Eon-Reihe.
  • Oscar als bester Nebendarsteller bei der Verleihung am 11. April 1988 für „Die Unbestechlichen“ (1987).
  • BAFTA als bester Hauptdarsteller für „Der Name der Rose“, 1998 die BAFTA Fellowship.
  • 1991 erhielt er die Ehrenbürgerschaft (Freedom of the City) von Edinburgh, am 5. Juli 2000 den Ritterschlag.
  • Letzte Realfilmrolle: „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ (2003); den Rückzug erklärte er am 8. Juni 2006.
  • Er starb am 31. Oktober 2020 im Alter von 90 Jahren auf den Bahamas an Atemversagen infolge einer Lungenentzündung.

Vom Milchmann zum Filmschauspieler: der Weg bis 1962

Connery wuchs in einfachen Verhältnissen in Edinburghs Stadtteil Fountainbridge auf. Mit 16 Jahren trat er 1946 in die Royal Navy ein und wurde mit 19 aus gesundheitlichen Gründen entlassen – wegen eines Zwölffingerdarmgeschwürs. Danach schlug er sich unter anderem als Milchmann bei der Edinburgher Genossenschaft St Cuthbert’s, als Lkw-Fahrer, Bademeister und Aktmodell durch.

Mit 18 begann er mit dem Bodybuilding. Zur häufig zitierten Platzierung beim Mr.-Universe-Wettbewerb gibt es widersprüchliche Angaben: Seine offizielle Website nannte einen dritten Platz 1950, die meisten Quellen ordnen seine Teilnahme dagegen dem Jahr 1953 zu. Ein Titel als „schottischer Meister im Bodybuilding“ lässt sich nicht belegen.

Sein erster Filmauftritt war 1954 eine Statistenrolle in „Lilacs in the Spring“. 1957 folgten kleinere Sprechrollen in „No Road Back“, „Hell Drivers“ und „Action of the Tiger“. 1958 stand er in dem Melodram „Another Time, Another Place“ neben Lana Turner vor der Kamera, 1959 spielte er in Disneys „Darby O’Gill and the Little People“ erstmals eine Hauptrolle.

Sean Connery als James Bond: alle sieben Filme in der Reihenfolge

1962 übernahm Connery die Rolle des Geheimagenten 007. Ian Fleming, der Autor der Romanvorlagen, hielt ihn zunächst für eine Fehlbesetzung und äußerte sinngemäß, er suche einen Commander Bond und keinen übergroßen Stuntman. Nach der Premiere von „James Bond jagt Dr. No“ revidierte Fleming sein Urteil.

Deutscher TitelOriginaltitelJahrProduktion
James Bond jagt Dr. NoDr. No1962Eon Productions
Liebesgrüße aus MoskauFrom Russia with Love1963Eon Productions
GoldfingerGoldfinger1964Eon Productions
FeuerballThunderball1965Eon Productions
Man lebt nur zweimalYou Only Live Twice1967Eon Productions
DiamantenfieberDiamonds Are Forever1971Eon Productions
Sag niemals nieNever Say Never Again1983Taliafilm – nicht Eon

Die Rechnung „siebenmal Bond“ stimmt also nur, wenn man den Film von 1983 mitzählt. Innerhalb der offiziellen Reihe sind es sechs Filme. Zwischen „Man lebt nur zweimal“ und „Diamantenfieber“ spielte einmalig George Lazenby den Agenten.

Warum „Sag niemals nie“ nicht zur offiziellen Bond-Reihe gehört

„Sag niemals nie“ von 1983 ist eine Neuverfilmung des Stoffs von „Feuerball“. Möglich wurde sie, weil der Produzent Kevin McClory nach einem jahrelangen Rechtsstreit, der bis in die 1960er Jahre zurückreichte, die Verfilmungsrechte am Roman „Thunderball“ behalten hatte. Produziert wurde der Film deshalb nicht von Eon Productions, sondern von Jack Schwartzmans Firma Taliafilm; Regie führte Irvin Kershner.

Aus rechtlichen Gründen fehlen dem Film zentrale Erkennungsmerkmale der Eon-Reihe, darunter die Gun-Barrel-Sequenz und das James-Bond-Thema. Der Titel spielt darauf an, dass Connery nach „Diamantenfieber“ (1971) erklärt hatte, die Rolle nie wieder zu spielen. Er war bei den Dreharbeiten 52 Jahre alt, und das Drehbuch griff das Altern der Figur ausdrücklich auf. Erst 1997 erwarb MGM die Rechte an dem Film.

Die wichtigsten Rollen abseits von James Bond

Connery arbeitete parallel und nach der Bond-Zeit als Charakterdarsteller. Die folgende Übersicht ordnet die bekanntesten Rollen den Filmen zu – genau hier kommt es beim Nacherzählen häufig zu Verwechslungen.

FilmJahrRolle
Marnie1964Mark Rutland
The Wind and the Lion1975Raisuli
Highlander – Es kann nur einen geben1986Juan Sánchez Villa-Lobos Ramírez
Der Name der Rose1986William von Baskerville
Die Unbestechlichen1987Jim Malone
Indiana Jones und der letzte Kreuzzug1989Henry Jones Sr.
Jagd auf Roter Oktober1990Marko Ramius
The Rock – Fels der Entscheidung1996John Patrick Mason
Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen2003Allan Quatermain

In „Highlander“ spielte Connery nicht den Titelhelden, sondern dessen Mentor Ramírez. In „Jagd auf Roter Oktober“ verkörperte er den sowjetischen U-Boot-Kommandanten Marko Ramius, nicht den CIA-Analysten. In „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ war er der Vater des Titelhelden, Henry Jones Sr., an der Seite von Harrison Ford.

Oscar, BAFTA und Ritterschlag: die Auszeichnungen

Den Oscar erhielt Connery bei der 60. Verleihung der Academy Awards am 11. April 1988, die die Filme des Jahres 1987 ehrte. Ausgezeichnet wurde er in der Kategorie Bester Nebendarsteller für seine Rolle als Polizist Jim Malone in Brian De Palmas Mafiathriller „Die Unbestechlichen“. Es blieb sein einziger Oscar. Für denselben Film erhielt er auch den Golden Globe als bester Nebendarsteller.

Von der British Academy of Film and Television Arts wurde er als bester Hauptdarsteller für „Der Name der Rose“ ausgezeichnet; 1998 folgte die BAFTA Fellowship für sein Lebenswerk. 1991 erhielt er die Ehrenbürgerwürde „Freedom of the City of Edinburgh“. Am 5. Juli 2000 schlug ihn Königin Elisabeth II. in Edinburgh zum Knight Bachelor; er erschien dazu im Kilt.

Zum kommerziellen Erfolg der frühen Bond-Filme sind belastbare weltweite Zahlen schwer zu bekommen. Box Office Mojo weist für „Goldfinger“ ein weltweites Einspielergebnis von rund 51,2 Millionen US-Dollar aus, davon 99,7 Prozent im nordamerikanischen Markt – die internationalen Umsätze der 1960er Jahre sind dort nur lückenhaft erfasst. Ältere, höhere Zahlen kursieren, lassen sich aber nicht auf eine prüfbare Quelle zurückführen.

Schottland: Stiftung und Position zur Unabhängigkeit

1971 gehörte Connery zu den Gründern des Scottish International Educational Trust, gemeinsam mit dem Rennfahrer Jackie Stewart und dem Industriellen Iain Stewart. Seine Gage für „Diamantenfieber“ in Höhe von 1,25 Millionen US-Dollar stellte er der Stiftung vollständig zur Verfügung. Die Stiftung fördert schottische Talente und Projekte.

Sean Connery Schottland

Connery war Mitglied und Förderer der Scottish National Party und unterstützte das Ziel einer schottischen Unabhängigkeit. Seine finanzielle Unterstützung der Partei endete 2001, als eine britische Gesetzesänderung Parteispenden aus dem Ausland untersagte; Connery lebte zu diesem Zeitpunkt nicht in Großbritannien. Diese Angaben geben seine dokumentierte Position wieder; eine Bewertung ist damit nicht verbunden.

Rückzug, letzter Film und Tod

Seine letzte Realfilmrolle spielte Connery 2003 als Allan Quatermain in „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“. Den Rückzug aus dem Filmgeschäft erklärte er am 8. Juni 2006 bei der Verleihung des AFI Life Achievement Award – nicht bereits 2005, wie häufig zu lesen ist. Danach lieh er nur noch einmal seine Stimme: dem Animationsfilm „Sir Billi“ (2012), seinem letzten Leinwandcredit überhaupt.

Sean Connery starb am 31. Oktober 2020 im Alter von 90 Jahren in Lyford Cay auf den Bahamas. Als Todesursache wurden Atemversagen infolge einer Lungenentzündung sowie altersbedingte Herzschwäche genannt; er litt zudem an einer Demenz. Seine Asche wurde in Schottland verstreut.

Privat war Connery von 1962 bis 1973 mit der australischen Schauspielerin Diane Cilento verheiratet; aus der Ehe stammt der Sohn Jason Connery, ebenfalls Schauspieler. 1975 heiratete er die Malerin Micheline Roquebrune, mit der er bis zu seinem Tod verheiratet blieb.

Häufige Fragen

Wie oft spielte Sean Connery James Bond?

Sechsmal für Eon Productions: 1962, 1963, 1964, 1965, 1967 und 1971. Ein siebtes Mal trat er 1983 in „Sag niemals nie“ auf, der aber nicht zur offiziellen Reihe gehört. Je nach Zählweise sind es also sechs oder sieben Filme.

Für welchen Film bekam Sean Connery den Oscar?

Für „Die Unbestechlichen“ (1987) als Polizist Jim Malone. Die Auszeichnung als bester Nebendarsteller wurde ihm am 11. April 1988 bei der 60. Oscarverleihung überreicht. Es war sein einziger Oscar.

Welche Rolle spielte Connery in „Der Name der Rose“?

Er spielte den Franziskanermönch William von Baskerville, der in einem Kloster eine Mordserie aufklärt. Für diese Rolle erhielt er den BAFTA Award als bester Hauptdarsteller, nicht den Oscar.

Was war Sean Connerys letzter Film?

Sein letzter Realfilm war „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ (2003). Danach sprach er nur noch eine Rolle im Animationsfilm „Sir Billi“ (2012). Seinen Rückzug vom Schauspiel erklärte er 2006.

Wann und woran starb Sean Connery?

Er starb am 31. Oktober 2020 mit 90 Jahren in Lyford Cay auf den Bahamas. Genannt wurden Atemversagen infolge einer Lungenentzündung und altersbedingte Herzschwäche; zudem war er an Demenz erkrankt.

Quellen

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