James Stewart – Filmografie und Biografie | Die beliebtesten Filme

James Stewart Filmografie und Biografie

Kurz beantwortet

James Stewart (20. Mai 1908 – 2. Juli 1997) war ein US-amerikanischer Schauspieler, der zwischen 1935 und 1991 in rund 80 Kinofilmen mitwirkte. Seinen Oscar als bester Hauptdarsteller erhielt er 1941 für „Die Nacht vor der Hochzeit“. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen „Ist das Leben nicht schön?“, „Das Fenster zum Hof“ und „Vertigo“.

Das Wichtigste in Kürze

  • Geboren am 20. Mai 1908 in Indiana, Pennsylvania; gestorben am 2. Juli 1997 in Beverly Hills, Kalifornien.
  • Architekturstudium an der Princeton University, Abschluss 1932; Filmvertrag bei Metro-Goldwyn-Mayer ab 1935.
  • Fünf Oscar-Nominierungen, ein Gewinn: 1941 als bester Hauptdarsteller für „Die Nacht vor der Hochzeit“ (The Philadelphia Story).
  • 1985 Ehrenoscar für das Lebenswerk und die Presidential Medal of Freedom.
  • Drei Filme mit Frank Capra, vier mit Alfred Hitchcock, fünf Western mit Anthony Mann, drei Filme mit John Ford.
  • Ab März 1941 Soldat der United States Army Air Forces, 1944 Einsatzoffizier der 453rd Bombardment Group mit über 20 Feindflügen.
  • Am 23. Juli 1959 zum Brigadegeneral befördert; 1968 nach 27 Dienstjahren aus der Air Force Reserve ausgeschieden.
  • 1999 wählte ihn das American Film Institute auf Platz 3 der größten männlichen US-Filmlegenden.

Herkunft, Studium und Karrierebeginn

James Maitland Stewart wurde am 20. Mai 1908 in Indiana, Pennsylvania, geboren. Statt den Eisenwarenladen der Familie zu übernehmen, studierte er Architektur an der Princeton University und schloss 1932 ab. Schon während des Studiums spielte er Theater und gehörte der Gruppe „University Players“ an.

1935 unterschrieb Stewart bei Metro-Goldwyn-Mayer und gab sein Filmdebüt in „Der elektrische Stuhl“ (The Murder Man). Es folgten Nebenrollen wie in „Seine Sekretärin“ (1936) und „Dünner Mann, 2. Fall“ (1936). Den Durchbruch brachten Ende der 1930er Jahre die Filme von Frank Capra.

Die Zusammenarbeit mit Frank Capra

Stewart drehte drei Filme mit Frank Capra. In „Lebenskünstler“ (You Can’t Take It with You, 1938) spielte er den Sohn eines Bankiers. In „Mr. Smith geht nach Washington“ (1939) verkörperte er den Idealisten Jefferson Smith, der überraschend in den US-Senat berufen wird und sich dort gegen politische Machenschaften stellt – die Rolle brachte ihm seine erste Oscar-Nominierung ein.

1946 folgte „Ist das Leben nicht schön?“ (It’s a Wonderful Life) mit Stewart als George Bailey, einem Bausparkassenleiter in einer Kleinstadt, der an einem Weihnachtsabend an sich verzweifelt. Auch dafür wurde Stewart für den Oscar nominiert. Der Film gilt heute als Weihnachtsklassiker.

Capra

Kriegsdienst: Bomberpilot und späterer Brigadegeneral

Stewart trat am 22. März 1941 in die United States Army Air Forces ein – vor dem Kriegseintritt der USA und auf dem Höhepunkt seines Erfolgs. Er wurde als Bomberpilot ausgebildet und flog im Krieg die viermotorige B-24 Liberator. 1944 war er Einsatzoffizier (Operations Officer) der 453rd Bombardment Group innerhalb der 8th Air Force und absolvierte nach Angaben der deutschsprachigen Wikipedia über 20 Feindflüge über Europa.

Nach dem Krieg blieb Stewart Reserveoffizier der Air Force und flog dort später auch die Strahlbomber B-47 und B-52. Am 23. Juli 1959 wurde er zum Brigadegeneral befördert und war damit der ranghöchste Schauspieler in der US-amerikanischen Militärgeschichte. 1968 schied er nach 27 Dienstjahren mit Erreichen der Altersgrenze von 60 Jahren aus; zum Abschied erhielt er die Air Force Distinguished Service Medal.

Die vier Filme mit Alfred Hitchcock

Zwischen 1948 und 1958 arbeitete Stewart viermal mit Alfred Hitchcock zusammen. Es waren genau diese vier Filme – weitere gemeinsame Arbeiten gab es nicht.

JahrDeutscher TitelOriginaltitelStewarts Rolle
1948Cocktail für eine LeicheRopeehemaliger Lehrer der beiden Mörder
1954Das Fenster zum HofRear WindowFotojournalist L. B. Jefferies
1956Der Mann, der zuviel wußteThe Man Who Knew Too Muchamerikanischer Arzt auf Reisen in Marokko
1958Vertigo – Aus dem Reich der TotenVertigoder an Höhenangst leidende Ex-Polizist Scottie Ferguson

„Der Mann, der zuviel wußte“ wird gelegentlich als Western beschrieben. Das trifft nicht zu: Der Film ist ein Thriller, der überwiegend in Marokko und London spielt.

Western mit Anthony Mann und John Ford

Nach dem Krieg baute Stewart sein Rollenfach um. Mit Regisseur Anthony Mann drehte er fünf Western: „Winchester ’73“ (1950), „Meuterei am Schlangenfluß“ (Bend of the River, 1952), „Nackte Gewalt“ (The Naked Spur, 1953), „Über den Todespaß“ (The Far Country, 1954) und „Der Mann aus Laramie“ (The Man from Laramie, 1955). Dazu kamen drei Filme außerhalb des Genres, darunter „Die Todesbucht von Louisiana“ (1953) und „Die Glenn Miller Story“ (1954).

Mit John Ford arbeitete Stewart dreimal: „Zwei ritten zusammen“ (1961), „Der Mann, der Liberty Valance erschoß“ (1962) als Ostküsten-Anwalt Ransom Stoddard und „Cheyenne“ (Cheyenne Autumn, 1964) als Wyatt Earp.

James Stewart Filmografie

Oscars, Ehrenoscar und weitere Auszeichnungen

Stewart war fünfmal für den Oscar nominiert und gewann ihn einmal – 1941 als bester Hauptdarsteller für „Die Nacht vor der Hochzeit“ (The Philadelphia Story), in dem er unter der Regie von George Cukor einen schnellzüngigen Reporter spielte. Bei dieser Verleihung setzte er sich unter anderem gegen Charles Chaplin, Henry Fonda und Laurence Olivier durch. 1985 erhielt er den Ehrenoscar für sein Lebenswerk und im selben Jahr die Presidential Medal of Freedom.

VerleihungsjahrFilmKategorieErgebnis
1940Mr. Smith geht nach WashingtonBester Hauptdarstellernominiert
1941Die Nacht vor der HochzeitBester HauptdarstellerOscar
1947Ist das Leben nicht schön?Bester Hauptdarstellernominiert
1951Mein Freund HarveyBester Hauptdarstellernominiert
1960Anatomie eines MordesBester Hauptdarstellernominiert
1985Ehrenoscar für das Lebenswerkverliehen

Hinzu kamen der Cecil B. DeMille Award der Golden Globes 1965 und ein Golden Globe 1974 für die Serie „Hawkins“ sowie 1982 der Goldene Ehrenbär der Berlinale. 1999 setzte ihn das American Film Institute auf Platz 3 der 25 größten männlichen US-Filmlegenden.

James Stewart Filmografie: alle Filme von 1934 bis 1991

Die Übersicht listet Stewarts Filme chronologisch. Rollenname und Regie sind nur dort eingetragen, wo eine der unten genannten Quellen sie ausdrücklich benennt.

JahrDeutscher TitelOriginaltitelRolleRegie
1934Art TroubleArt Trouble
1935Der elektrische StuhlThe Murder Man
1936Rose-MarieRose-Marie
1936Next Time We LoveNext Time We Love
1936Seine SekretärinWife vs. Secretarybetrogener Verlobter
1936Important NewsImportant News
1936KleinstadtmädelSmall Town Girl
1936SpeedSpeed
1936The Gorgeous HussyThe Gorgeous Hussy
1936Zum Tanzen geborenBorn to Dance
1936Dünner Mann, 2. FallAfter the Thin Man
1937Im siebenten HimmelSeventh HeavenPariser KanalarbeiterFrank Borzage
1937Der letzte GangsterThe Last Gangster
1937SeekadettenNavy Blue and Gold
1938Of Human HeartsOf Human Hearts
1938Vivacious LadyVivacious Lady
1938Engel aus zweiter HandThe Shopworn Angel
1938LebenskünstlerYou Can’t Take It with YouSohn des BankiersFrank Capra
1939Ein ideales PaarMade for Each Other
1939Tanz auf dem EisThe Ice Follies of 1939
1939Mr. Smith geht nach WashingtonMr. Smith Goes to WashingtonSenator Jefferson SmithFrank Capra
1939Drunter und drüberIt’s a Wonderful World
1939Der große BluffDestry Rides Againpazifistischer Gesetzeshüter
1940Rendezvous nach LadenschlußThe Shop Around the CornerVerkäufer und BriefpartnerErnst Lubitsch
1940Tödlicher SturmThe Mortal StormFrank Borzage
1940Keine Zeit für KomödieNo Time for Comedy
1940Die Nacht vor der HochzeitThe Philadelphia Storyschnellzüngiger ReporterGeorge Cukor
1941Komm, bleib bei mirCome Live with Me
1941Pot o‘ GoldPot o‘ Gold
1941Mädchen im RampenlichtZiegfeld Girl
1942Winning Your Wings (Kurzfilm)Winning Your Wings
1946Ist das Leben nicht schön?It’s a Wonderful LifeGeorge BaileyFrank Capra
1947Fremde StadtMagic Town
1948Kennwort 777Call Northside 777
1948On Our Merry WayOn Our Merry Way
1948Cocktail für eine LeicheRopeehemaliger Lehrer der MörderAlfred Hitchcock
1948Startbahn ins GlückYou Gotta Stay Happy
1949MalayaMalaya
1949The Stratton StoryThe Stratton Story
1950Mein Freund HarveyHarveyElwood P. DowdHenry Koster
1950Der gebrochene PfeilBroken ArrowEx-Soldat und Indianeragent
1950Winchester ’73Winchester ’73rachsüchtiger ScharfschützeAnthony Mann
1950Der geheimnisvolle EhemannThe Jackpot
1951Die Reise ins UngewisseNo Highway in the Sky
1952Die größte Schau der WeltThe Greatest Show on EarthClown mit dunkler VergangenheitCecil B. DeMille
1952Meuterei am SchlangenflußBend of the RiverAnthony Mann
1952Stärker als KettenCarbine Williams
1953Nackte GewaltThe Naked SpurKopfgeldjägerAnthony Mann
1953Die Todesbucht von LouisianaThunder BayAnthony Mann
1954Tomorrow’s Drivers (Kurzfilm)Tomorrow’s Drivers
1954Die Glenn Miller StoryThe Glenn Miller StoryGlenn MillerAnthony Mann
1954Über den TodespaßThe Far CountryAnthony Mann
1954Das Fenster zum HofRear WindowFotojournalist L. B. JefferiesAlfred Hitchcock
1955In geheimer KommandosacheStrategic Air CommandAnthony Mann
1955Der Mann aus LaramieThe Man from LaramieAnthony Mann
1956Der Mann, der zuviel wußteThe Man Who Knew Too Muchamerikanischer ArztAlfred Hitchcock
1957Die Uhr ist abgelaufenNight Passage
1957Lindbergh – Mein Flug über den OzeanThe Spirit of St. LouisCharles LindberghBilly Wilder
1958Vertigo – Aus dem Reich der TotenVertigoScottie FergusonAlfred Hitchcock
1958Meine Braut ist übersinnlichBell, Book and Candle
1959Anatomie eines MordesAnatomy of a MurderKleinstadtanwaltOtto Preminger
1959Geheimagent des FBIThe FBI Story
1960Der KommandantThe Mountain Road
1961Die X-15 startklarX-15Erzähler
1961Zwei ritten zusammenTwo Rode TogetherJohn Ford
1962Der Mann, der Liberty Valance erschoßThe Man Who Shot Liberty ValanceAnwalt Ransom StoddardJohn Ford
1962Mr. Hobbs macht FerienMr. Hobbs Takes a Vacation
1962Das war der Wilde WestenHow the West Was Won
1963In Liebe eine 1Take Her, She’s Mine
1964CheyenneCheyenne AutumnWyatt EarpJohn Ford
1965Geliebte BrigitteDear Brigitte
1965Der Mann vom großen FlussShenandoah
1965Der Flug des PhoenixThe Flight of the Phoenix
1966Rancho RiverThe Rare Breed
1968Die fünf VogelfreienFirecreek
1968BandoleroBandolero!
1970Geschossen wird ab MitternachtThe Cheyenne Social Club
1971Die GnadenlosenFool’s Parade
1976The Shootist – Der letzte ScharfschützeThe ShootistArzt
1976Sentimental JourneySentimental Journey
1977Verschollen im Bermuda-DreieckAirport ’77
1978Unsere LassieThe Magic of Lassie
1978Tote schlafen besserThe Big Sleep
1980Der Fremde im RegenwaldAfurika monogatari
1991Feivel, der Mauswanderer im Wilden WestenAn American Tail: Fievel Goes WestSheriff Wylie Burp (Stimme)

Privatleben und letzte Jahre

1949 heiratete Stewart Gloria Hatrick McLean. Die Ehe hielt 45 Jahre, bis Gloria 1994 an Lungenkrebs starb. 1951 kamen die Zwillingstöchter Kelly und Judy zur Welt; die beiden Söhne seiner Frau aus erster Ehe nahm Stewart an. Der Stiefsohn Ronald Walsh McLean fiel am 8. Juni 1969 als First Lieutenant des US Marine Corps im Vietnamkrieg.

In seinen letzten Filmjahren trat Stewart nur noch selten auf, unter anderem 1976 als Arzt in „The Shootist“, dem letzten Film von John Wayne, und 1991 als Sprecher des Sheriffs Wylie Burp im Zeichentrickfilm „Feivel, der Mauswanderer im Wilden Westen“. Sein gedehntes Sprechen – der berühmte „drawl“ – war so bekannt, dass Komiker ihn regelmäßig imitierten. James Stewart starb am 2. Juli 1997 im Alter von 89 Jahren in Beverly Hills an einer Lungenembolie mit anschließendem Herz-Kreislauf-Versagen.

Häufige Fragen

Wofür gewann James Stewart den Oscar?

Für „Die Nacht vor der Hochzeit“ (The Philadelphia Story). Die Auszeichnung als bester Hauptdarsteller erhielt er 1941. Es blieb sein einziger regulärer Oscar; 1985 kam ein Ehrenoscar für das Lebenswerk hinzu.

Welche Filme drehte James Stewart mit Alfred Hitchcock?

Genau vier: „Cocktail für eine Leiche“ (1948), „Das Fenster zum Hof“ (1954), „Der Mann, der zuviel wußte“ (1956) und „Vertigo – Aus dem Reich der Toten“ (1958).

War James Stewart wirklich Bomberpilot?

Ja. Stewart trat im März 1941 in die United States Army Air Forces ein, wurde zum Bomberpiloten ausgebildet und flog die B-24 Liberator. 1944 war er Einsatzoffizier der 453rd Bombardment Group der 8th Air Force. Später brachte er es in der Air Force Reserve bis zum Brigadegeneral.

Wie viele Filme drehte James Stewart?

Die englischsprachige Wikipedia nennt 80 Filme zwischen 1935 und 1991. Rechnet man Kurz- und Fernsehauftritte ab 1934 hinzu, kommt die deutschsprachige Wikipedia auf annähernd 100 Auftritte.

Welche Rolle spielte Stewart in „Ist das Leben nicht schön?“

Er spielte George Bailey, den Leiter einer kleinstädtischen Bausparkasse, der an Heiligabend an seinem Leben verzweifelt. Frank Capra führte Regie; Stewart wurde für die Rolle für den Oscar nominiert.

Quellen