Kurz beantwortet
Clint Eastwood, geboren am 31. Mai 1930 in San Francisco, ist im August 2026 96 Jahre alt und arbeitet weiter. Er hat vier Oscars gewonnen: zweimal Regie und zweimal Bester Film als Produzent, für Erbarmungslos (Verleihung 1993) und Million Dollar Baby (Verleihung 2005). Als Darsteller war er zweimal nominiert, gewonnen hat er in dieser Kategorie nie.
Das Wichtigste in Kürze
- Geboren am 31. Mai 1930 in San Francisco; der Guardian gratulierte ihm im Mai 2024 zum 94. Geburtstag.
- Vier Oscar-Gewinne: Regie und Bester Film für Erbarmungslos (1993) und für Million Dollar Baby (2005).
- Bei Bester Film wurde er jeweils als Produzent ausgezeichnet – die Kategorie wird oft mit der Regie verwechselt.
- Einen Darsteller-Oscar hat er nie gewonnen; nominiert war er 1993 und 2005.
- 1995 erhielt er den Irving G. Thalberg Memorial Award.
- Durchbruch mit Sergio Leones Dollar-Trilogie: Für eine Handvoll Dollar (1964), Für ein paar Dollar mehr (1965), Zwei glorreiche Halunken (1966).
- Regiedebüt 1971 mit Sadistico – Wunschkonzert für einen Toten (Play Misty for Me).
- Von 1986 bis 1988 war er Bürgermeister von Carmel-by-the-Sea in Kalifornien.
- Sein jüngster Regiefilm ist der Gerichtsthriller Juror No 2 (2024) mit Nicholas Hoult und Toni Collette.
Anfänge: Rowdy Yates in „Rawhide“
Vor den Western war Eastwood, wie der Guardian schreibt, „hitherto best known as Rowdy Yates from TV’s Rawhide“. Die Serie lief von 1959 bis 1966; die Deutsche Synchronkartei führt sie unter dem deutschen Titel Tausend Meilen Staub und verzeichnet für Eastwood die Rolle des Rowdy Yates in zwei verschiedenen deutschen Synchronfassungen. Angaben, er sei zuvor in Rauchende Colts aufgetreten, ließen sich für diesen Artikel nicht belegen und stehen deshalb hier nicht.
Die Dollar-Trilogie von Sergio Leone
Den internationalen Durchbruch brachte Für eine Handvoll Dollar (1964). Der Guardian beschreibt den Schritt als Risiko: Eastwood übernahm in einer italienischen Billigproduktion die Rolle eines Antihelden im Poncho, des „Man With No Name“, mit einer Musik von Ennio Morricone. Leones Film war eine nicht autorisierte Neuverfilmung von Akira Kurosawas Yojimbo und begründete das Subgenre des Italowesterns.
Es folgten Für ein paar Dollar mehr (1965) mit Lee Van Cleef und Zwei glorreiche Halunken (1966), der dritte und letzte Teil der Trilogie, in dem Eli Wallach dazustieß. Die deutschen Rollennamen laut Synchronkartei: Joe, Monco und „Blonder“.

Dirty Harry und die Actionjahre
1971 kam Dirty Harry unter der Regie von Don Siegel heraus – laut Guardian der erste von fünf Filmen mit Inspector Harry Callahan. Die Deutsche Synchronkartei verzeichnet genau diese fünf: Dirty Harry (1971), Callahan (1973), Der Unerbittliche (1976), Dirty Harry kommt zurück (1983) und Das Todesspiel (1988).
Mit Siegel drehte Eastwood mehrfach, unter anderem Coogans großer Bluff (1968), Betrogen (1970) und Flucht von Alcatraz (1979), der laut Guardian die letzte gemeinsame Arbeit der beiden war. Aus den Erfahrungen bei Agenten sterben einsam (1968) heraus gründete Eastwood seine eigene, betont sparsam wirtschaftende Produktionsfirma Malpaso.
Der Regisseur: die Oscars richtig sortiert
Hier wird regelmäßig durcheinandergebracht, wofür Eastwood ausgezeichnet wurde. Die Datenbank der Academy of Motion Picture Arts and Sciences ist eindeutig: Er gewann viermal, je zweimal für Regie und je zweimal in der Kategorie Bester Film – dort nicht als Regisseur, sondern als Produzent.
| Verleihung | Film | Kategorie | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 1993 | Erbarmungslos (Unforgiven) | Directing | gewonnen |
| 1993 | Erbarmungslos (Unforgiven) | Best Picture, als Produzent | gewonnen |
| 1993 | Erbarmungslos (Unforgiven) | Actor in a Leading Role | nominiert (Gewinner: Al Pacino) |
| 1995 | — | Irving G. Thalberg Memorial Award | gewonnen |
| 2004 | Mystic River | Directing und Best Picture | je nominiert |
| 2005 | Million Dollar Baby | Directing | gewonnen |
| 2005 | Million Dollar Baby | Best Picture, als Produzent | gewonnen |
| 2005 | Million Dollar Baby | Actor in a Leading Role | nominiert (Gewinner: Jamie Foxx) |
| 2007 | Letters from Iwo Jima | Directing und Best Picture | je nominiert |
| 2015 | American Sniper | Best Picture, als Produzent | nominiert |
Die Behauptung, in Eastwood-Filmen seien acht Schauspieler mit dem Oscar geehrt worden, ließ sich nicht bestätigen. Belegbar sind fünf: Gene Hackman als Nebendarsteller in Erbarmungslos (1993), Sean Penn als Hauptdarsteller und Tim Robbins als Nebendarsteller in Mystic River (2004) sowie Hilary Swank als Hauptdarstellerin und Morgan Freeman als Nebendarsteller in Million Dollar Baby (2005).

Vom Darsteller zum Regisseur
Sein Regiedebüt gab Eastwood 1971 mit dem Psychothriller Play Misty for Me, deutsch Sadistico – Wunschkonzert für einen Toten. High Plains Drifter (1973, deutsch Ein Fremder ohne Namen) war laut Guardian sein erster Western als Regisseur. Bei Der Texaner (The Outlaw Josey Wales, 1976) übernahm er die Regie im laufenden Projekt. Später inszenierte er sich selbst unter anderem in Die Brücken am Fluss (1995) an der Seite von Meryl Streep, in Space Cowboys (2000) und in Gran Torino (2008), wo er den Korea-Veteranen Walt Kowalski spielt.
Clint Eastwood Filmografie: Auswahl mit Rollen
Titel- und Rollenangaben folgen der Deutschen Synchronkartei, die 65 Sprechrollen für Eastwood verzeichnet. Sie ist eine Synchron-, keine Produktionsdatenbank, und ihre Jahresangaben weichen gelegentlich um ein Jahr vom Erscheinungsjahr ab. Wo der Guardian ein Jahr nennt, steht hier dessen Angabe.
| Jahr | Deutscher Titel (Original) | Rolle |
|---|---|---|
| 1964 | Für eine Handvoll Dollar (Per un pugno di dollari) | Joe |
| 1965 | Für ein paar Dollar mehr (For a Few Dollars More) | Monco |
| 1966 | Zwei glorreiche Halunken (The Good, the Bad and the Ugly) | „Blonder“ |
| 1968 | Hängt ihn höher (Hang ’Em High) | Marshal Jed Cooper |
| 1968 | Coogans großer Bluff (Coogan’s Bluff) | Sheriff Coogan |
| 1968 | Agenten sterben einsam (Where Eagles Dare) | Lt. Morris Schaffer |
| 1969 | Stoßtrupp Gold (Kelly’s Heroes) | Pvt. Kelly |
| 1971 | Sadistico – Wunschkonzert für einen Toten (Play Misty for Me) | Dave Garver |
| 1971 | Dirty Harry | Insp. Harry Callahan |
| 1973 | Ein Fremder ohne Namen (High Plains Drifter) | Der Fremde |
| 1973 | Callahan (Magnum Force) | Insp. Harry Callahan |
| 1976 | Der Texaner (The Outlaw Josey Wales) | Josey Wales |
| 1976 | Der Unerbittliche (The Enforcer) | Insp. Harry Callahan |
| 1979 | Flucht von Alcatraz (Escape from Alcatraz) | Frank Lee Morris |
| 1982 | Firefox | Mitchell Gant |
| 1983 | Dirty Harry kommt zurück (Sudden Impact) | Insp. Harry Callahan |
| 1985 | Pale Rider – Der namenlose Reiter | Der Prediger |
| 1988 | Das Todesspiel (The Dead Pool) | Insp. Harry Callahan |
| 1990 | Weißer Jäger, schwarzes Herz (White Hunter Black Heart) | John Wilson |
| 1992 | Erbarmungslos (Unforgiven) | William „Bill“ Munny |
| 1993 | In the Line of Fire – Die zweite Chance | Frank Horrigan |
| 1993 | Perfect World (A Perfect World) | Chief Red Garnett |
| 1995 | Die Brücken am Fluss (The Bridges of Madison County) | Robert Kincaid |
| 1997 | Absolute Power | Luther Whitney |
| 2000 | Space Cowboys | Frank Corvin |
| 2002 | Blood Work | Terry McCaleb |
| 2004 | Million Dollar Baby | Frankie Dunn |
| 2008 | Gran Torino | Walt Kowalski |
| 2012 | Back in the Game (Trouble with the Curve) | Gus Lobel |
| 2018 | The Mule | Earl Stone |
| 2021 | Cry Macho | Michael „Mike“ Milo |
Was seit 2024 dazugekommen ist
Eastwood steht seit Cry Macho (2021) nicht mehr selbst vor der Kamera, führt aber weiter Regie. Im September 2024 kündigte der Guardian in seiner Oscar-Vorschau an: „Clint Eastwood with his legal thriller Juror No 2 starring Nicholas Hoult and Toni Collette“. Der Gerichtsthriller kam noch 2024 heraus; der Guardian erwähnt ihn auch Anfang 2026 in einem Porträt der Darstellerin Zoey Deutch. Ein späteres Regieprojekt ließ sich für diesen Artikel nicht belegen.
Außerhalb des Films gehört zu seiner Biografie die Amtszeit als Bürgermeister von Carmel-by-the-Sea in Kalifornien von 1986 bis 1988 – jenem Ort, in dem er 1971 sein Regiedebüt gedreht hatte.
Häufige Fragen
Wie viele Oscars hat Clint Eastwood gewonnen?
Vier: je einen für Regie und je einen als Produzent des besten Films, für Erbarmungslos (Verleihung 1993) und für Million Dollar Baby (Verleihung 2005). Dazu kommt 1995 der Irving G. Thalberg Memorial Award, ein Ehrenpreis der Academy.
Hat Clint Eastwood einen Oscar als Schauspieler bekommen?
Nein. Er war zweimal in der Kategorie Actor in a Leading Role nominiert, 1993 für Erbarmungslos und 2005 für Million Dollar Baby. Gewonnen haben Al Pacino beziehungsweise Jamie Foxx.
Wie alt ist Clint Eastwood?
Er wurde am 31. Mai 1930 in San Francisco geboren und ist damit im August 2026 96 Jahre alt. Der Guardian gratulierte ihm im Mai 2024 zum 94. Geburtstag.
Welche Filme gehören zur Dollar-Trilogie?
Für eine Handvoll Dollar (1964), Für ein paar Dollar mehr (1965) und Zwei glorreiche Halunken (1966), alle unter der Regie von Sergio Leone und mit Musik von Ennio Morricone.
Was war Clint Eastwoods erster Film als Regisseur?
Play Misty for Me von 1971, deutsch Sadistico – Wunschkonzert für einen Toten, gedreht in Carmel-by-the-Sea. Sein erster selbst inszenierter Western war High Plains Drifter (deutsch Ein Fremder ohne Namen).
Quellen
- Academy of Motion Picture Arts and Sciences: Verleihung 1993 (Archivfassung)
- Academy of Motion Picture Arts and Sciences: Verleihung 1995, Thalberg Award (Archivfassung)
- Academy of Motion Picture Arts and Sciences: Verleihung 2004 (Archivfassung)
- Academy of Motion Picture Arts and Sciences: Verleihung 2005 (Archivfassung)
- Academy of Motion Picture Arts and Sciences: Verleihung 2007 (Archivfassung)
- Academy of Motion Picture Arts and Sciences: Verleihung 2015 (Archivfassung)
- Deutsche Synchronkartei: Clint Eastwood, Rollenübersicht
- Encyclopaedia Britannica: Clint Eastwood (Kurzbiografie)
- The Guardian, 30. Mai 2024: Happy 94th birthday Clint Eastwood – his best films ranked
- The Guardian, 18. September 2024: Oscar-Vorschau mit „Juror No 2“
- The Guardian, 27. Januar 2026: Zoey Deutch über „Juror No 2“ und Nouvelle Vague