Gregory Peck Filmografie und Biografie – Karriere des Hollywood-Stars

Gregory Peck Filmografie und Biografie

Kurz beantwortet

Gregory Peck (5. April 1916 – 12. Juni 2003) war ein US-amerikanischer Schauspieler, der zwischen 1944 und 1998 in knapp 60 Kino- und Fernsehproduktionen auftrat. Fünfmal wurde er für den Oscar als bester Hauptdarsteller nominiert, gewonnen hat er ihn genau einmal: bei der Verleihung am 8. April 1963 für die Rolle des Anwalts Atticus Finch in „Wer die Nachtigall stört“.

Das Wichtigste in Kürze

  • Geboren am 5. April 1916 in La Jolla, Kalifornien; gestorben am 12. Juni 2003 in Los Angeles an den Folgen einer Lungenentzündung.
  • Filmdebüt 1944 in „Days of Glory“ unter der Regie von Jacques Tourneur, letzte Rolle 1998 als Prediger Mapple im Fernsehzweiteiler „Moby Dick“.
  • Fünf Oscar-Nominierungen als bester Hauptdarsteller, ein Gewinn – 1963 für „Wer die Nachtigall stört“.
  • Vom Militärdienst im Zweiten Weltkrieg war Peck wegen einer Rückenverletzung freigestellt.
  • 1967 stand er der Academy of Motion Picture Arts and Sciences als Präsident vor, von 1967 bis 1969 leitete er das Kuratorium des American Film Institute.
  • 1969 zeichnete ihn US-Präsident Lyndon B. Johnson mit der Presidential Medal of Freedom aus.
  • 1999 setzte ihn das American Film Institute auf Platz 12 seiner Liste der 25 größten männlichen Filmlegenden.
  • 2003 wählte das AFI die von Peck gespielte Figur Atticus Finch auf Platz 1 der größten Filmhelden.

Herkunft, Ausbildung und Weg zur Bühne

Eldred Gregory Peck kam am 5. April 1916 in La Jolla bei San Diego zur Welt. Einen Teil seiner Schulzeit verbrachte er auf der katholischen St. John’s Military Academy in Los Angeles. Anschließend studierte er an der University of California, Berkeley, zunächst mit medizinischem Schwerpunkt, bevor er zu Englisch wechselte. Den Schritt zur Schauspielerei machte er am Neighborhood Playhouse in New York, wo er bei Sanford Meisner lernte.

Sein Broadwaydebüt gab Peck 1942 in der Hauptrolle von Emlyn Williams‘ Stück „The Morning Star“; im selben Jahr folgte „The Willow and I“. 1947 gründete er gemeinsam mit Dorothy McGuire und Mel Ferrer das La Jolla Playhouse in seiner Geburtsstadt, das bis 1964 im Auditorium der La Jolla High School spielte und 1983 an der University of California, San Diego wiedereröffnet wurde.

Der Durchbruch in Hollywood ab 1944

Während des Zweiten Weltkriegs waren junge männliche Darsteller in Hollywood knapp. Peck war vom Militärdienst freigestellt, weil er sich im College bei Tanz- und Bewegungsunterricht eine Rückenverletzung zugezogen hatte – ein Umstand, der seinen Einstieg begünstigte. 1944 debütierte er in „Days of Glory“ als Anführer russischer Partisanen. Noch im selben Jahr spielte er in „Schlüssel zum Himmelreich“ (The Keys of the Kingdom) einen katholischen Priester und wurde dafür erstmals für den Oscar nominiert.

In den folgenden Jahren arbeitete Peck mit einer Reihe prägender Regisseure: mit Alfred Hitchcock in „Ich kämpfe um dich“ (Spellbound, 1945) und „Der Fall Paradin“ (The Paradine Case, 1947), mit King Vidor in „Duell in der Sonne“ (1946) als Lewt McCanles, mit Elia Kazan in „Tabu der Gerechten“ (1947) und mit William Wyler in „Ein Herz und eine Krone“ (Roman Holiday, 1953), wo er neben Audrey Hepburn den Journalisten Joe Bradley spielte.

Gregory Pecks Oscars: ein Gewinn, vier weitere Nominierungen

Peck war fünfmal für den Oscar als bester Hauptdarsteller nominiert und gewann ihn ein einziges Mal. Die Auszeichnung erhielt er bei der 35. Oscar-Verleihung am 8. April 1963, die die Filme des Jahres 1962 würdigte; seine Mitbewerber waren Burt Lancaster, Jack Lemmon, Marcello Mastroianni und Peter O’Toole.

Film (deutscher Titel)OriginaltitelFilmjahrErgebnis
Schlüssel zum HimmelreichThe Keys of the Kingdom1944nominiert
Die Wildnis ruftThe Yearling1946nominiert
Tabu der GerechtenGentleman’s Agreement1947nominiert
Der KommandeurTwelve O’Clock High1949nominiert
Wer die Nachtigall störtTo Kill a Mockingbird1962Oscar (Verleihung 1963)

Häufig kursiert in Filmografien der Titel „Zwölf Uhr mittags“ als Peck-Nominierung. Das ist eine Verwechslung: „Zwölf Uhr mittags“ ist der deutsche Titel von „High Noon“ mit Gary Cooper. Pecks Kriegsfilm heißt im Original „Twelve O’Clock High“ und lief in Deutschland als „Der Kommandeur“.

Atticus Finch und die Listen des American Film Institute

In Robert Mulligans Verfilmung von Harper Lees Roman spielte Peck 1962 den Anwalt Atticus Finch, der im Alabama der 1930er Jahre einen zu Unrecht beschuldigten schwarzen Mann verteidigt. Das American Film Institute wählte diese Figur 2003 auf Platz 1 seiner Liste „100 Years…100 Heroes & Villains“ – vor Indiana Jones, James Bond und Rick Blaine aus „Casablanca“.

Peck selbst führte das AFI 1999 auf Platz 12 der 25 größten männlichen Filmlegenden. Es handelt sich um eine Platzierung, nicht um zwölf einzelne Nennungen – eine Verwechslung, die in Online-Biografien häufig auftaucht. 1989 erhielt Peck zudem den Lifetime Achievement Award des Instituts.

Pecks ikonische Filmrollen

Gregory Peck Filmografie: alle Filme von 1944 bis 1998

Die folgende Übersicht listet Pecks Kino- und Fernsehauftritte chronologisch. Rollenname und Regie sind nur dort eingetragen, wo eine der unten genannten Quellen sie ausdrücklich benennt; alle übrigen Felder bleiben leer, statt sie zu ergänzen.

JahrDeutscher TitelOriginaltitelRolleRegie
1944Days of GloryDays of GloryAnführer russischer PartisanenJacques Tourneur
1944Schlüssel zum HimmelreichThe Keys of the Kingdomkatholischer Priester
1945Die EntscheidungThe Valley of Decision
1945Ich kämpfe um dichSpellboundvermeintlicher KlinikleiterAlfred Hitchcock
1946Die Wildnis ruftThe YearlingVater der Familie Baxter
1946Duell in der SonneDuel in the SunLewt McCanlesKing Vidor
1947Die Affäre MacomberThe Macomber Affair
1947Tabu der GerechtenGentleman’s AgreementMagazin-JournalistElia Kazan
1947Der Fall ParadinThe Paradine Casebritischer AnwaltAlfred Hitchcock
1948Herrin der toten StadtYellow Sky
1949Der SpielerThe Great Sinner
1949Der KommandeurTwelve O’Clock HighBrigadegeneral Frank Savage
1950Der ScharfschützeThe Gunfighteralternder RevolvermannHenry King
1951Des Königs AdmiralCaptain Horatio HornblowerHoratio Hornblower
1951Bis zum letzten AtemzugOnly the Valiant
1951David und BathsebaDavid and BathshebaKönig David
1952Sturmfahrt nach AlaskaThe World in His Arms
1952Schnee am KilimandscharoThe Snows of Kilimanjaro
1953Ein Herz und eine KroneRoman HolidayJournalist Joe BradleyWilliam Wyler
1953Sein größter BluffThe Million Pound Note
1954Das unsichtbare NetzNight People
1954Flammen über FernostThe Purple Plain
1956Der Mann im grauen FlanellThe Man in the Gray Flannel Suit
1956Moby DickMoby DickKapitän AhabJohn Huston
1957Warum hab‘ ich ja gesagt?Designing Woman
1958Weites LandThe Big CountryWilliam Wyler
1958BravadosThe Bravados
1958The Hidden World (Dokumentarfilm)The Hidden WorldErzähler
1959Die Krone des LebensBeloved InfidelF. Scott Fitzgerald
1959Das letzte UferOn the BeachU-Boot-KommandantStanley Kramer
1959Mit Blut geschriebenPork Chop HillJoseph G. Clemons
1961Die Kanonen von NavaroneThe Guns of NavaroneBergsteiger der KommandotruppeJ. Lee Thompson
1962Ein Köder für die BestieCape FearAnwalt und Familienvater
1962Das war der Wilde WestenHow the West Was Won
1962Wer die Nachtigall störtTo Kill a MockingbirdAtticus FinchRobert Mulligan
1963Captain NewmanCaptain Newman, M.D.
1963Deine Zeit ist umBehold a Pale Horse
1965Die 27. EtageMirageMann mit GedächtnisverlustEdward Dmytryk
1966ArabeskeArabesque
1968Der große SchweigerThe Stalking Moon
1969Mackenna’s GoldMackenna’s GoldTitelrolle Mackenna
1969Der gefährlichste Mann der WeltThe ChairmanAgent
1969Verschollen im WeltraumMaroonedNASA-Verantwortlicher
1970Der SheriffI Walk the Line
1971Abrechnung in Gun HillShootout
1974Begrabt die Wölfe in der SchluchtBilly Two Hats
1976Das OmenThe OmenRichard Donner
1977MacArthur – Held des PazifikMacArthurGeneral Douglas MacArthur
1978The Boys from BrazilThe Boys from BrazilJosef Mengele
1980Die Seewölfe kommenThe Sea Wolves
1982Die Blauen und die Grauen (TV)The Blue and the GrayAbraham Lincoln
1983Im Wendekreis des Kreuzes (TV)The Scarlet and the BlackHugh O’Flaherty
1987Schweigende StimmenAmazing Grace and Chuck
1989Old GringoOld Gringo
1991Kap der AngstCape FearStrafverteidigerMartin Scorsese
1991Das Geld anderer LeuteOther People’s MoneyUnternehmerNorman Jewison
1993The Portrait (TV)The Portrait
1998Moby Dick (TV-Zweiteiler)Moby DickPrediger Mapple

Pecks späte Karriere

Ämter, Ehrungen und öffentliches Engagement

Peck übernahm früh Verantwortung in den Institutionen der Branche. 1967 war er Präsident der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, von 1967 bis 1969 Vorsitzender des Kuratoriums des American Film Institute. 1969 erhielt er von Präsident Lyndon B. Johnson die Presidential Medal of Freedom, die höchste zivile Auszeichnung der USA, ausdrücklich für sein humanitäres Lebenswerk.

Politisch äußerte sich Peck offen gegen den Vietnamkrieg, während sein Sohn Stephen dort als Offizier des Marine Corps diente; 1972 produzierte er einen Film über Kriegsgegner. 1970 wurde er in demokratischen Kreisen als möglicher Gouverneurskandidat für Kalifornien gehandelt – er selbst räumte später ein, an einer eigenen Kandidatur kein Interesse gehabt zu haben. 1980 trat er unentgeltlich mit öffentlichen Auftritten für die damals angeschlagene Chrysler Corporation ein. Für seine Rolle als Prediger Mapple in der Fernsehfassung von „Moby Dick“ (1998) erhielt er einen Golden Globe als bester Nebendarsteller in einer Serie, Miniserie oder einem Fernsehfilm.

Privatleben

Peck war zweimal verheiratet. Aus der 1942 geschlossenen und 1955 geschiedenen Ehe mit Greta Kukkonen (1911–2008) gingen drei Söhne hervor, aus der zweiten Ehe mit der französischen Journalistin Veronique Passani (1932–2012), die er 1955 heiratete, zwei weitere Kinder. Sein Sohn Jonathan starb 1975 durch Suizid. Sohn Carey kandidierte 1978 und 1980 für den US-Kongress, Tochter Cecilia wurde ebenfalls Schauspielerin. Gregory Peck starb am 12. Juni 2003 im Alter von 87 Jahren in Los Angeles.

Häufige Fragen

Wie viele Oscars gewann Gregory Peck?

Genau einen. Peck erhielt den Oscar als bester Hauptdarsteller bei der Verleihung am 8. April 1963 für „Wer die Nachtigall stört“. Vier weitere Nominierungen in derselben Kategorie – für „Schlüssel zum Himmelreich“, „Die Wildnis ruft“, „Tabu der Gerechten“ und „Der Kommandeur“ – blieben ohne Gewinn.

Warum diente Gregory Peck nicht im Zweiten Weltkrieg?

Peck war vom Militärdienst freigestellt. Grund war eine Rückenverletzung, die er sich während seiner College-Zeit im Tanz- und Bewegungsunterricht zugezogen hatte. Weil viele junge Darsteller eingezogen waren, war er in Hollywood in dieser Zeit besonders gefragt.

Welche Filme drehte Gregory Peck mit Alfred Hitchcock?

Zwei: „Ich kämpfe um dich“ (Spellbound) von 1945 und „Der Fall Paradin“ (The Paradine Case) von 1947. In „Duell in der Sonne“ (1946), das ihm häufig ebenfalls zugeschrieben wird, führte King Vidor Regie.

War Atticus Finch wirklich der größte Filmheld?

Nach der Wertung des American Film Institute ja. Das AFI setzte die Figur 2003 auf Platz 1 seiner Liste „100 Years…100 Heroes & Villains“. Es handelt sich um das Ergebnis einer Branchenabstimmung, nicht um eine objektive Rangfolge.

Spielte Gregory Peck in „Die Wildgänse kommen“ mit?

Nein. In „Die Wildgänse kommen“ (1978) trat Peck nicht auf. Gemeint ist regelmäßig „Die Seewölfe kommen“ (The Sea Wolves) von 1980, einer seiner späten Kinofilme.

Quellen