Kurz beantwortet
Zum Vermögen von Günther Jauch gibt es keine geprüfte Quelle. Weder er selbst noch RTL, die ARD oder seine Unternehmen haben je eine Summe genannt. Belegbar sind dagegen seine wirtschaftlichen Standbeine: die Produktionsfirma i&u TV, die er 2019 verkaufte, das Weingut von Othegraven in Kanzem an der Saar und die Moderation von „Wer wird Millionär?“ bei RTL seit dem 3. September 1999.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine belastbare Quelle für eine konkrete Vermögenssumme existiert nicht. Kursierende Zahlen sind ungeprüfte Schätzungen ohne nachvollziehbare Methode.
- Günther Jauch wurde am 13. Juli 1956 in Münster geboren.
- „Wer wird Millionär?“ läuft seit dem 3. September 1999 bei RTL. Jauch moderiert die Sendung seit der ersten Ausgabe durchgehend.
- „Stern TV“ moderierte er vom 4. April 1990 bis zum 5. Januar 2011 – insgesamt 891 Ausgaben.
- Die politische Talkshow „Günther Jauch“ lief vom 11. September 2011 bis zum 29. November 2015 im Ersten.
- Seine Produktionsfirma i&u TV gründete er im Sommer 2000 und verkaufte sie am 29. März 2019 an den US-Finanzinvestor KKR. Ein Kaufpreis wurde nicht veröffentlicht.
- 2010 übernahm er das Weingut von Othegraven in Kanzem an der Saar, 2011 kam der 3,5 Hektar große Wawerner Herrenberg dazu.
- Eine Gage pro Folge oder pro Jahr hat weder RTL noch die ARD je bestätigt. Solche Zahlen sind nicht belegbar.
Warum es zum Vermögen von Günther Jauch keine geprüfte Zahl gibt
Günther Jauch hat sich zu seinem Vermögen nie öffentlich geäußert. Es gibt keine Selbstauskunft, keine gerichtlich festgestellte Zahl und keine Veröffentlichungspflicht, die eine solche Summe zutage fördern würde. Wer im Netz auf eine exakte Millionenzahl stößt, findet in aller Regel eine Schätzung, die von einer anderen Schätzung abgeschrieben wurde – ohne Angabe, wer sie wie berechnet hat.
Das ist kein Sonderfall. In Deutschland gibt es für Privatpersonen keine Vermögensregister und keine Offenlegungspflicht. Kapitalgesellschaften müssen zwar Jahresabschlüsse offenlegen, doch über das Privatvermögen eines Gesellschafters sagen diese Zahlen nichts aus: Ein Unternehmensumsatz ist kein Einkommen, und ein Verkaufserlös ist nur dann bekannt, wenn die Beteiligten ihn nennen. Im Fall von i&u TV haben sie das nicht getan.
Seriös lässt sich deshalb nur beschreiben, worauf Jauchs wirtschaftliche Stellung beruht – nicht, wie hoch sie beziffert ist. Die folgenden Abschnitte halten sich an diese Grenze.
Gagen und Honorare: Warum die kursierenden Zahlen nicht belegbar sind
Zu keiner Sendung von Günther Jauch ist ein Honorar bestätigt. RTL ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen und veröffentlicht keine Einzelverträge mit Moderatoren. Die öffentlich-rechtlichen Sender legen die Gehälter ihrer Intendantinnen und Intendanten offen, nicht aber die Honorare freier Moderatoren, mit denen sie Produktionsverträge schließen.
Damit fehlt jeder Zahl, die als Gage „pro Folge“ oder „pro Sendung“ durch Vermögensartikel wandert, die Grundlage. Sie stammt weder vom Sender noch vom Moderator. Wir nennen solche Beträge deshalb nicht – auch nicht mit einschränkenden Formulierungen wie „soll“ oder „angeblich“, weil auch die den Eindruck erzeugen, es gäbe eine Quelle.
„Wer wird Millionär?“: seit dem 3. September 1999 bei RTL
Die Quizshow startete am 3. September 1999 bei RTL. Günther Jauch moderiert sie seit der ersten Ausgabe durchgehend – auch in den Jahren, in denen er parallel eine Talkshow im Ersten präsentierte. Produziert wird die Sendung von der Endemol Shine Germany GmbH in Hürth bei Köln, nicht von Jauchs eigener Firma.
Neben den regulären Ausgaben haben sich über die Jahre feste Sonderformate etabliert. Zu ihnen zählen die Prominenten-Specials, die Risikovariante mit einem zusätzlichen vierten Joker seit Herbst 2007, die Zocker-Specials seit 2013 mit verdoppelten Gewinnstufen bis zwei Millionen Euro und die 3-Millionen-Euro-Wochen seit 2022. Dazu kommen Themenausgaben wie Familien-, Paare- oder Lehrer-Schüler-Specials.
2006 erhielt die Sendung den Deutschen Fernsehpreis für ein Fußball-WM-Special. Die Zahl der bis heute ausgestrahlten Folgen wird von RTL nicht fortlaufend öffentlich bilanziert.
Die Fernsehstationen mit Sender und Zeitraum
Jauchs Laufbahn im Fernsehen lässt sich präzise datieren. Sie beginnt beim Hörfunk des Bayerischen Rundfunks, führt über das ZDF zu RTL und für vier Jahre in die ARD.
| Sendung | Sender | Zeitraum |
|---|---|---|
| Das aktuelle sportstudio | ZDF | 1988–1997 |
| Stern TV | RTL | 4. April 1990 – 5. Januar 2011 (891 Ausgaben) |
| Menschen, Bilder, Emotionen | RTL | 1996–2021 |
| Wer wird Millionär? | RTL | seit 3. September 1999 |
| Günther Jauch (Talkshow) | Das Erste | 11. September 2011 – 29. November 2015 |
Die Zeiträume zeigen, worauf seine berufliche Stellung tatsächlich beruht: auf Langlebigkeit. Zwei Formate hat er jeweils über zwei Jahrzehnte moderiert, eines davon seit mehr als 25 Jahren.
i&u TV: Gründung 2000, Verkauf 2019
Im Sommer 2000 gründete Günther Jauch die Produktionsfirma i&u TV (für „Information und Unterhaltung“). Sie produzierte unter anderem „Stern TV“ und die ARD-Talkshow, die seinen Namen trug. Damit war Jauch nicht nur Moderator, sondern Auftragnehmer der Sender – der unternehmerisch entscheidende Unterschied.
Am 29. März 2019 verkaufte er die Firma an den US-Finanzinvestor KKR, der in Deutschland die Medienholding Leonine aufbaute. Ein Kaufpreis wurde nicht veröffentlicht – weder von Jauch noch vom Käufer. Jauch blieb der Firma als Moderator und Berater verbunden. Der Verkauf ist damit der wirtschaftlich größte dokumentierte Vorgang seiner Laufbahn, ohne dass sich aus ihm eine Summe ableiten ließe.
Das Weingut von Othegraven in Kanzem an der Saar

2010 übernahm Jauch das Weingut von Othegraven in Kanzem an der Saar. Das Gut gehört zu seiner Familie; er selbst beschreibt auf der Website des Weinguts, dass er als Kind viel Zeit dort verbracht habe. 2011 erweiterte er den Besitz um den 3,5 Hektar großen Wawerner Herrenberg in Wawern an der Saar.
Von Othegraven ist Mitglied im Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP). Fachlich ist das Gut in den vergangenen Jahren mehrfach ausgezeichnet worden: Das Weinmagazin „Vinum“ kürte es zum Winzer des Jahres 2023, „Falstaff“ zum Winzer des Jahres 2025. Damit ist das Weingut das am besten nachprüfbare wirtschaftliche Standbein Jauchs – ein laufender Betrieb mit eigener Marke, eigenem Vertrieb und dokumentierter Fachreputation.
Villa Kellermann in Potsdam: Kauf, Restaurant, Schließung
2016 erwarb Jauch die Villa Kellermann am Heiligen See in Potsdam. 2019 eröffnete dort gemeinsam mit dem Koch Tim Raue ein Restaurant, das die Villa als gastronomischen Ort wiederbelebte. Im selben Jahr wurde Jauch von Gault&Millau als „Gastronom des Jahres“ ausgezeichnet.
Im Juni 2024 wurde das Restaurant geschlossen. Der Fall zeigt, dass unternehmerische Projekte auch bei einem prominenten Eigentümer enden können – und dass ein Immobilienbesitz allein noch keine Aussage über laufende Erträge zulässt.
Auszeichnungen mit Jahr und Kategorie
Preise sind das, was sich an einer Fernsehkarriere zweifelsfrei nachweisen lässt. Bei Günther Jauch ist die Liste lang und über mehr als drei Jahrzehnte verteilt.
| Jahr | Auszeichnung | Anlass |
|---|---|---|
| 1989 | Bayerischer Fernsehpreis | „Menschen“, „Na siehste“, „Das aktuelle sportstudio“ |
| 1998 | Bayerischer Fernsehpreis | Moderation des „Torfalls von Madrid“ mit Marcel Reif |
| 2000 | Deutscher Fernsehpreis | Beste Unterhaltungssendung, „Wer wird Millionär?“ |
| 2001 | Bambi | „Wer wird Millionär?“ |
| 2002 | Adolf-Grimme-Preis | — |
| 2006 | Deutscher Fernsehpreis | „Wer wird Millionär?“ (Fußball-WM-Special) |
| 2010 | Deutscher Fernsehpreis | Beste Sportsendung, RTL-Berichterstattung zur Fußball-WM |
| 2011 | Goldene Kamera | Beste Unterhaltung |
| 2016 | Goldene Kamera | Publikumspreis, beliebtester Showmaster |
| 2019 | Gault&Millau | Gastronom des Jahres |
Dazu kommen mehrere Romy-Auszeichnungen als beliebtester Show- und Talkmaster sowie Goldene Kameras in den Jahren 1990 und 2001.
Spenden und soziales Engagement: was sich belegen lässt
Günther Jauch gilt als Förderer von Bau- und Kulturprojekten in seiner Wahlheimat Potsdam. Eine geprüfte Gesamtsumme seiner Spenden gibt es jedoch nicht. Zahlen in dreistelliger Millionenhöhe, die in Boulevardberichten kursieren, sind nicht überprüfbar: Private Spenden unterliegen keiner Veröffentlichungspflicht, und Jauch hat keine Aufstellung vorgelegt.
Wir nennen deshalb keine Summe. Dass er sich engagiert, ist belegt; wie viel er dabei einsetzt, ist es nicht.
Häufige Fragen
Wie hoch ist das Vermögen von Günther Jauch?
Dazu gibt es keine geprüfte Angabe. Jauch selbst hat sich nie geäußert, und es besteht in Deutschland keine Pflicht, Privatvermögen offenzulegen. Alle kursierenden Millionenzahlen sind Schätzungen ohne benennbare Quelle und ohne nachvollziehbare Rechnung.
Was verdient Günther Jauch pro Folge „Wer wird Millionär?“?
Das ist nicht bekannt. RTL veröffentlicht keine Honorare für Moderatoren, und Jauch hat nie eine Zahl bestätigt. Punktgenaue Gagenangaben, die in Artikeln über ihn auftauchen, lassen sich auf keine Primärquelle zurückführen.
Seit wann moderiert Günther Jauch „Wer wird Millionär?“
Seit dem Start der Sendung am 3. September 1999 bei RTL. Er moderiert sie durchgehend, auch während seiner Zeit als Talkshow-Gastgeber im Ersten von 2011 bis 2015.
Wem gehört das Weingut von Othegraven?
Günther Jauch übernahm das Weingut in Kanzem an der Saar im Jahr 2010. Es ist Mitglied im VDP und wurde von „Vinum“ als Winzer des Jahres 2023 und von „Falstaff“ als Winzer des Jahres 2025 ausgezeichnet.
Was ist aus der Produktionsfirma i&u TV geworden?
Jauch gründete sie im Sommer 2000 und verkaufte sie am 29. März 2019 an den US-Finanzinvestor KKR. Ein Kaufpreis wurde nicht veröffentlicht. Jauch blieb dem Unternehmen als Moderator und Berater verbunden.