Wolfgang Petersen: Sein filmisches Erbe

Wolfgang Petersen Vermögen

Kurz beantwortet

Wolfgang Petersen starb am 12. August 2022 mit 81 Jahren in Kalifornien. Über seinen Nachlass und sein Vermögen gibt es keine öffentlichen Angaben – jede kursierende Summe ist unbelegt. Belegbar ist dagegen sein filmisches Erbe: „Das Boot“ mit sechs Oscar-Nominierungen, „Die unendliche Geschichte“, fast drei Jahrzehnte Hollywood und zuletzt „Vier gegen die Bank“.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wolfgang Petersen wurde am 14. März 1941 in Emden geboren und wuchs in Hamburg auf.
  • Er starb am 12. August 2022 in Brentwood, Los Angeles; laut filmportal.de an Bauchspeicheldrüsenkrebs.
  • Sein Kinodebüt „Einer von uns beiden“ wurde 1974 beim Deutschen Filmpreis mit einem Filmband in Gold ausgezeichnet.
  • „Das Boot“ (1981) erhielt sechs Oscar-Nominierungen – gewonnen hat der Film keine davon.
  • Petersen selbst war zweimal nominiert: für die Regie und für das Drehbuch nach einer Vorlage.
  • „Die unendliche Geschichte“ (1984) war mit über 50 Millionen D-Mark Budget die bis dahin teuerste deutsche Nachkriegsproduktion.
  • 1987 zog Petersen nach Santa Monica; seine Hollywood-Filme reichen von „Enemy Mine“ (1985) bis „Poseidon“ (2006).
  • Sein letzter Film „Vier gegen die Bank“ startete am 25. Dezember 2016 und erreichte laut FFA 1.140.733 Besucher.
  • Zu Nachlass, Erbfolge und Vermögen existiert keine öffentliche Quelle.

Warum hier keine Zahlen zu Nachlass und Vermögen stehen

Der Nachlass einer Privatperson ist in Deutschland wie in den USA nicht öffentlich. Es gibt kein Register, in das man Einsicht nehmen könnte, keine Veröffentlichungspflicht und keine belastbare Schätzung aus benennbarer Quelle. Wolfgang Petersen selbst hat sich zu seinem Vermögen nie öffentlich geäußert.

Deshalb finden Sie in diesem Beitrag weder eine Vermögenssumme noch Angaben dazu, wer geerbt hat. Solche Angaben wären erfunden, und sie berühren die Persönlichkeitsrechte von Hinterbliebenen, die mit der öffentlichen Rolle des Regisseurs nichts zu tun haben. Was sich stattdessen belegen lässt, ist sein Werk – und das ist reichhaltig genug. Weitere Beiträge zum Thema Vermögen finden Sie in unserem Themenbereich.

Vom Jungen Theater Hamburg zur Filmakademie

Petersen kam 1941 in Emden zur Welt und besuchte das Gymnasium in Hamburg. Mit 19 bekam er 1960 eine Stelle am Jungen Theater in Hamburg, wo er vier Jahre lang als Regieassistent und Schauspieler arbeitete; parallel absolvierte er die Hamburger Schauspielschule, Abschluss 1963. Ein 1965 begonnenes Studium der Theaterwissenschaften brach er nach einem Jahr ab und wechselte an die neu gegründete Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin.

Sein Abschlussfilm „Ich werde dich töten, Wolf“ lief 1971 im ARD-Fernsehen. In den Folgejahren arbeitete Petersen vor allem fürs Fernsehen: für den NDR inszenierte er „Tatort“-Folgen, für den WDR Fernsehspiele wie „Smog“ (1973). 1974 gab er mit dem Psychothriller „Einer von uns beiden“ sein Kinodebüt, das beim Deutschen Filmpreis ein Filmband in Gold erhielt. 1977 sorgte er gleich zweifach für Aufsehen: mit dem „Tatort“ „Reifezeugnis“ und mit „Die Konsequenz“ – einem Fernsehfilm über Homosexualität, aus dessen laufender Ausstrahlung sich der Bayerische Rundfunk ausklinkte.

„Das Boot“: sechs Oscar-Nominierungen – und welche genau

1980 bot ihm Produzent Günter Rohrbach, Chef der Bavaria Film, die Regie eines aufwändigen Films über den U-Boot-Krieg an. „Das Boot“ wurde am 17. September 1981 im Münchner Mathäser Filmpalast uraufführt, lief 149 Minuten und erreichte in Deutschland rund 3,8 Millionen Kinobesucher (Stand 1982). In den USA avancierte der Film zum bis dahin erfolgreichsten fremdsprachigen Film überhaupt.

Bei der Oscar-Verleihung 1983 stand „Das Boot“ sechsmal auf der Nominiertenliste – gewonnen hat er keine der Kategorien. Die Nominierungen im Einzelnen:

KategorieNominiert
RegieWolfgang Petersen
Drehbuch nach einer VorlageWolfgang Petersen
KameraJost Vacano
SchnittHannes Nikel
TonMilan Bor, Trevor Pyke, Mike Le-Mare
Ton-SchnittMike Le-Mare

Dazu kamen eine Golden-Globe-Nominierung als bester fremdsprachiger Film (1983), beim Deutschen Filmpreis 1982 ein Filmband in Gold für Ton und Mischung sowie ein Filmband in Silber, beim Bayerischen Filmpreis 1982 der Regie-Preis und die Auszeichnung für die beste Kamera, außerdem die Goldene Leinwand. Die über fünfstündige Fernsehfassung, 1985 in der ARD gesendet, wurde laut filmportal.de mit einem Emmy und dem TV-Preis der British Film Academy ausgezeichnet. 1997 kam ein 208 Minuten langer Director’s Cut in die Kinos.

„Die unendliche Geschichte“ und der Sprung nach Hollywood

Nach dem Erfolg von „Das Boot“ bekam Petersen die Regie des Fantasy-Epos „Die unendliche Geschichte“ (Uraufführung 4. April 1984). Mit einem Budget von über 50 Millionen D-Mark war die Verfilmung des Michael-Ende-Bestsellers die bis dahin teuerste deutsche Nachkriegsproduktion – allein an den Kinokassen spielte sie über 120 Millionen D-Mark ein. Beim Deutschen Filmpreis 1985 gab es ein Filmband in Gold für die Ausstattung, beim Bayerischen Filmpreis die Auszeichnung für die beste Produzentenleistung.

1984 übernahm Petersen die Regie der Hollywood-Produktion „Enemy Mine“, drei Jahre später zog er nach Santa Monica und gründete dort mit Gail Katz eine amerikanische Produktionsfirma. Nach dem wenig erfolgreichen Thriller „Tod im Spiegel“ (1991) landete er 1993 mit „In the Line of Fire“ und Clint Eastwood seinen ersten großen Hollywood-Hit. Es folgten der Viren-Thriller „Outbreak“ (1995) mit Dustin Hoffman, „Air Force One“ (1997) mit Harrison Ford und „Der Sturm“ (2000) mit George Clooney. Das Historiendrama „Troja“ (2004) mit Brad Pitt und der Katastrophenfilm „Poseidon“ (2006) blieben hinter den Erwartungen zurück.

Die Oscar-Bilanz seiner Filme

Fünf Filme von Wolfgang Petersen waren für Oscars nominiert. Gewonnen hat keiner von ihnen – ein Umstand, der in vielen Veröffentlichungen falsch dargestellt wird.

FilmVerleihungNominierungenKategorien
Das Boot19836Regie, Drehbuch nach Vorlage, Kamera, Schnitt, Ton, Ton-Schnitt
In the Line of Fire19943Nebendarsteller (John Malkovich), Originaldrehbuch (Jeff Maguire), Schnitt (Anne V. Coates)
Air Force One19982Schnitt (Richard Francis-Bruce), Ton
Der Sturm20012Ton, Visuelle Effekte
Troja20051Kostümbild (Bob Ringwood)

„Vier gegen die Bank“: die Rückkehr nach Deutschland

Nach „Poseidon“ dauerte es fast zehn Jahre bis zum nächsten Projekt – und es entstand erstmals seit rund 30 Jahren wieder in Deutschland. Die Gaunerkomödie „Vier gegen die Bank“ ist ein Remake seines eigenen Fernsehfilms von 1976: Vier ungleiche Männer, von einem Bankdirektor hereingelegt und ohne legale Aussicht auf Schadenersatz, beschließen, die Bank zu überfallen. In den Hauptrollen spielten Til Schweiger, Alexandra Maria Lara, Matthias Schweighöfer, Michael Herbig und Jan Josef Liefers.

Der Film startete am 25. Dezember 2016 in den deutschen Kinos und kam laut Filmförderungsanstalt auf 1.140.733 Besucher (Stand Dezember 2017). Es blieb Petersens letzte Regiearbeit.

Was von Wolfgang Petersen bleibt

Wolfgang Petersen Bedeutung

Petersens Werkverzeichnis reicht von Kurz- und Fernsehfilmen der späten 1960er Jahre bis zu „Vier gegen die Bank“ – rund fünf Jahrzehnte, in denen er zwischen Kammerspiel und Großproduktion wechselte. Sein Ruf in Hollywood gründete auf Verlässlichkeit: Er galt als präziser, effizienter Regie-Handwerker, der Actionstoffe ebenso beherrschte wie enge, klaustrophobische Konstellationen.

Für den deutschen Film ist vor allem „Das Boot“ prägend geblieben – als Beleg dafür, dass eine deutsche Produktion international bestehen kann, und als Türöffner für Filmschaffende, die nach ihm den Weg nach Hollywood gingen. Das ist das Erbe, das sich belegen lässt: ein Werk, nicht eine Summe.

Häufige Fragen

Wie hoch war Wolfgang Petersens Vermögen?

Dazu gibt es keine öffentliche Quelle. Weder Petersen selbst noch seine Familie haben Angaben gemacht, und ein Nachlass ist nicht öffentlich einsehbar. Alle im Umlauf befindlichen Beträge stammen von Portalen, die ihre Methodik nicht offenlegen.

Woran ist Wolfgang Petersen gestorben?

Er starb am 12. August 2022 im Alter von 81 Jahren in Brentwood, Los Angeles. Das Deutsche Filminstitut nennt in seinem Nachruf Bauchspeicheldrüsenkrebs als Todesursache.

Hat „Das Boot“ einen Oscar gewonnen?

Nein. Der Film war 1983 in sechs Kategorien nominiert – Regie, Drehbuch nach einer Vorlage, Kamera, Schnitt, Ton und Ton-Schnitt –, ging aber leer aus. Wolfgang Petersen war dabei zweimal persönlich nominiert.

Welcher war Wolfgang Petersens letzter Film?

„Vier gegen die Bank“, Kinostart am 25. Dezember 2016. Der Film ist ein Remake seines eigenen Fernsehfilms von 1976 und erreichte laut Filmförderungsanstalt gut 1,14 Millionen Besucher.

Wie lange lebte Petersen in den USA?

Er drehte ab 1984 in Hollywood und zog 1987 nach Santa Monica. Bis zu seinem Tod 2022 blieb Kalifornien seine Wahlheimat – fast drei Jahrzehnte davon war er dort als Regisseur aktiv.

Quellen