Heath Ledger: Filmografie und Biografie des Ausnahmetalents

Heath Ledger Filmografie und Biografie

Kurz beantwortet

Heath Ledger (4. April 1979 in Perth – 22. Januar 2008 in New York) war ein australischer Schauspieler. Zwischen 1997 und 2009 wirkte er in 18 Kinofilmen mit. Für „Brokeback Mountain“ (2005) wurde er als bester Hauptdarsteller für den Oscar nominiert, für seine Rolle als Joker in „The Dark Knight“ erhielt er 2009 postum den Oscar als bester Nebendarsteller.

Das Wichtigste in Kürze

  • Heath Andrew Ledger wurde am 4. April 1979 in Perth (Westaustralien) geboren und starb am 22. Januar 2008 im Alter von 28 Jahren in Manhattan.
  • Er besuchte die Marys Mount Primary School und die Guildford Grammar School und verließ die Schule mit 16 nach vorgezogenen Abschlussprüfungen; eine Schauspielschule besuchte er bewusst nicht.
  • Sein Kinodebüt gab er 1997 in der australischen Produktion „Blackrock“, der internationale Durchbruch kam 1999 mit „10 Dinge, die ich an dir hasse“.
  • Für „Brokeback Mountain“ (2005) war er 2006 als bester Hauptdarsteller für den Oscar nominiert.
  • Für „The Dark Knight“ (2008) gewann er 2009 postum den Oscar, den BAFTA Award, den Golden Globe und den Screen Actors Guild Award – jeweils als bester Nebendarsteller.
  • Den Oscar nahmen bei der 81. Verleihung am 22. Februar 2009 seine Eltern und seine Schwester entgegen.
  • Aus der Beziehung zu Michelle Williams stammt eine 2005 geborene Tochter.
  • Seine letzte Rolle in „Das Kabinett des Doktor Parnassus“ blieb unvollendet und wurde von Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell zu Ende gespielt.

Herkunft und erste Rollen in Australien

Heath Andrew Ledger kam am 4. April 1979 in Perth zur Welt, als zweites Kind der Französischlehrerin Sally Ramshaw und des Rennwagen-Konstrukteurs Kim Ledger. Er und seine ältere Schwester Kate wurden nach Figuren aus Emily Brontës Roman „Sturmhöhe“ benannt. Ledger besuchte die Marys Mount Primary School in Gooseberry Hill und anschließend die Guildford Grammar School, wo er dem Theaterclub beitrat. Mit zehn Jahren spielte er in einer örtlichen Theatergruppe den Peter Pan. Er war zudem ein aussichtsreicher Feldhockeyspieler und wurde in die U-17-Auswahl berufen.

Mit 16 legte er vorgezogene Abschlussprüfungen ab und verließ die Schule, um Schauspieler zu werden. Eine Schauspielausbildung absolvierte er nicht – die Western Australian Academy of Performing Arts hat er entgegen einer verbreiteten Behauptung nie besucht. Stattdessen ging er nach Sydney. Seine ersten Rollen spielte er im australischen Fernsehen: in der Serie „Der Traum vom Clown“ (Clowning Around) Anfang der 1990er-Jahre, in „Leinen los!“ (Ship to Shore), in der Sportserie „Sweat“ (1996) mit 26 Folgen sowie 1997 in „Home and Away“ und in der Fantasyserie „Conor, der Kelte“ (Roar) mit 13 Folgen.

Der Weg nach Hollywood: 1997 bis 2003

Sein Kinodebüt gab Ledger 1997 mit einer Nebenrolle in dem australischen Drama „Blackrock“; im selben Jahr war er in der Familienkomödie „P.C. – Ein Genie auf vier Pfoten“ (Paws) zu sehen. 1999 folgten zwei Filme, die seine Laufbahn bestimmten: In Gregor Jordans australischem Gangsterfilm „Two Hands“ spielte er den naiven Jungboxer Jimmy – der Film gewann fünf Australian Film Institute Awards, darunter den für den besten Film. Und in der Highschool-Komödie „10 Dinge, die ich an dir hasse“, einer Adaption von Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“, verkörperte er den Außenseiter Patrick Verona an der Seite von Julia Stiles. Regie führte Gil Junger.

2000 spielte er in Roland Emmerichs Historiendrama „Der Patriot“ den Sohn Gabriel Martin. Im Jahr darauf übernahm er in Brian Helgelands Ritterfilm „Ritter aus Leidenschaft“ (A Knight’s Tale) die Hauptrolle des Knappen William Thatcher, der sich als Ritter ausgibt; der Film spielte weltweit 117,5 Millionen US-Dollar ein. Ebenfalls 2001 war er in „Monster’s Ball“ als Sonny Grotowski zu sehen. Es folgten „Die vier Federn“ (2002) unter der Regie von Shekhar Kapur sowie 2003 die Titelrolle in „Gesetzlos – Die Geschichte des Ned Kelly“ und der Priester Alex Bernier in „Sin Eater – Die Seele des Bösen“.

Filmografie: alle Kinofilme im Überblick

Ledgers Kinofilmografie umfasst 18 Titel aus zwölf Jahren, den postum fertiggestellten letzten Film eingerechnet. Die Tabelle listet sie chronologisch mit deutschem und Originaltitel.

JahrFilm (Originaltitel)Rolle
1997BlackrockNebenrolle (Kinodebüt)
1997P.C. – Ein Genie auf vier Pfoten (Paws)Nebenrolle
199910 Dinge, die ich an dir hasse (10 Things I Hate About You)Patrick Verona
1999Two HandsJimmy
2000Der Patriot (The Patriot)Gabriel Martin
2001Ritter aus Leidenschaft (A Knight’s Tale)William Thatcher
2001Monster’s BallSonny Grotowski
2002Die vier Federn (The Four Feathers)Harry Faversham
2003Gesetzlos – Die Geschichte des Ned Kelly (Ned Kelly)Ned Kelly
2003Sin Eater – Die Seele des Bösen (The Order)Alex Bernier
2005Dogtown Boys (Lords of Dogtown)Skip Engblom
2005Brothers Grimm (The Brothers Grimm)Jacob „Jake“ Grimm
2005Brokeback MountainEnnis Del Mar
2005CasanovaGiacomo Casanova
2006Candy – Reise der Engel (Candy)Dan
2007I’m Not ThereRobbie Clark
2008The Dark KnightJoker
2009Das Kabinett des Doktor Parnassus (The Imaginarium of Doctor Parnassus)Tony

Zwei Filme, die Ledger häufig zugeschrieben werden, gehören nicht in diese Liste: In Tom Tykwers „Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders“ (2006) spielte Ben Whishaw den Jean-Baptiste Grenouille. Und in der Literaturverfilmung „Wiedersehen mit Brideshead“ (2008) von Julian Jarrold verkörperte ebenfalls Ben Whishaw den Sebastian Flyte, Matthew Goode den Charles Ryder. An keiner der beiden Produktionen war Ledger beteiligt.

„Brokeback Mountain“ und die Rollen der mittleren Jahre

2005 war Ledgers produktivstes Jahr mit vier Kinofilmen. In Catherine Hardwickes „Dogtown Boys“ spielte er Skip Engblom, den Gründer des Zephyr Surf Shop und Kopf des Skateboard-Teams Z-Boys im Santa Monica der 1970er-Jahre. In Terry Gilliams „Brothers Grimm“ war er neben Matt Damon als der jüngere, märchenbegeisterte Bruder Jacob Grimm zu sehen, in Lasse Hallströms „Casanova“ in der Titelrolle.

Den größten Zuspruch der Kritik brachte ihm Ang Lees „Brokeback Mountain“ ein, in dem er den wortkargen Cowboy Ennis Del Mar spielte. Für diese Leistung war er 2006 als bester Hauptdarsteller für den Oscar nominiert, ebenso für den BAFTA Award, den Golden Globe und den Screen Actors Guild Award. 2005 erhielt er dafür den Preis des New York Film Critics Circle.

Es folgten das australische Drama „Candy – Reise der Engel“ (2006) und Todd Haynes‘ Bob-Dylan-Film „I’m Not There“ (2007). Darin verkörperte Ledger nicht Dylan selbst, sondern die Figur Robbie Clark – einen Schauspieler, der eine der Facetten des Musikers repräsentiert. Der Film verteilt Dylans Persönlichkeit auf mehrere Darsteller.

Der Joker in „The Dark Knight“

Für Christopher Nolans „The Dark Knight“ (2008) übernahm Ledger die Rolle des Jokers. Zur Vorbereitung zog er sich nach eigener Darstellung rund sechs Wochen zurück, arbeitete an Stimme und Körpersprache der Figur und war an der Gestaltung der Maske beteiligt. Die Darstellung wurde von der Kritik einhellig gelobt und gilt als eine der prägenden Schurkenrollen des Kinos der 2000er-Jahre.

Tod im Januar 2008

Ledger wohnte zuletzt in einem Loft an der Broome Street in Lower Manhattan. Dort wurde er am 22. Januar 2008 im Alter von 28 Jahren tot aufgefunden. Die Gerichtsmedizin von New York stellte als Todesursache eine akute Intoxikation durch die kombinierte Wirkung mehrerer verschreibungspflichtiger Medikamente fest und stufte den Tod als Unfall ein. Weitergehende Deutungen, insbesondere ein behaupteter Zusammenhang mit seiner Arbeit an der Joker-Rolle, sind durch die amtliche Feststellung nicht gedeckt.

Ledger wurde am 9. Februar 2008 in Perth beigesetzt. Bei der Trauerfeier sprach Cate Blanchett. Privat war er von 2002 bis 2004 mit Naomi Watts liiert; 2004 lernte er bei den Dreharbeiten zu „Brokeback Mountain“ die Schauspielerin Michelle Williams kennen. Die beiden lebten von 2005 bis 2007 in Brooklyn und bekamen 2005 eine Tochter. Die Trennung wurde im September 2007 bekannt gegeben.

„Das Kabinett des Doktor Parnassus“: ein unvollendeter Film

Zum Zeitpunkt seines Todes hatte Ledger etwa die Hälfte seiner Rolle in Terry Gilliams Fantasyfilm „Das Kabinett des Doktor Parnassus“ abgedreht. Da die Handlung mehrere Realitätsebenen kennt, konnte die Figur Tony in diesen Ebenen von anderen Darstellern übernommen werden: Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell spielten die verwandelten Fassungen der Figur zu Ende. Der Film kam 2009 in die Kinos.

Szene aus The Imaginarium of Doctor Parnassus, Heath Ledgers letztem Film

Auszeichnungen für „The Dark Knight“

Am 22. Januar 2009 – ein Jahr nach seinem Tod – wurde Ledgers Oscar-Nominierung bekannt gegeben. Bei der 81. Oscarverleihung am 22. Februar 2009 gewann er den Preis als bester Nebendarsteller. Entgegengenommen wurde er auf der Bühne von seinen Eltern Kim Ledger und Sally Bell sowie seiner Schwester Kate. Ledger ist nach Peter Finch erst der zweite Schauspieler, dem ein Oscar postum zuerkannt wurde.

Für dieselbe Rolle erhielt er 2009 außerdem den BAFTA Award, den Golden Globe und den Screen Actors Guild Award, jeweils in der Kategorie bester Nebendarsteller.

Heath Ledger – Auszeichnungen und Vermächtnis

Arbeiten hinter der Kamera

Neben der Schauspielerei führte Ledger bei Musikvideos Regie, unter anderem 2006 für „Morning Yearning“ von Ben Harper und für zwei Videos des australischen Musikers N’fa. Zwei weitere Arbeiten erschienen 2009 postum: „King Rat“ der Band Modest Mouse und „Quicksand“ von Grace Woodroofe.

Häufige Fragen

Wie viele Filme hat Heath Ledger gedreht?

Er wirkte in 18 Kinofilmen mit, vom Debüt „Blackrock“ (1997) bis zum postum fertiggestellten „Das Kabinett des Doktor Parnassus“ (2009). Hinzu kommen fünf australische Fernsehproduktionen aus den Jahren 1992 bis 1997.

Welchen Oscar erhielt Heath Ledger postum?

Den Oscar als bester Nebendarsteller für seine Rolle als Joker in „The Dark Knight“. Die Auszeichnung wurde am 22. Februar 2009 bei der 81. Oscarverleihung vergeben; seine Eltern und seine Schwester nahmen sie entgegen.

War Heath Ledger für „Brokeback Mountain“ nominiert?

Ja. Für Ang Lees „Brokeback Mountain“ war er 2006 als bester Hauptdarsteller für den Oscar nominiert. Nominierungen erhielt er dafür auch bei den BAFTA Awards, den Golden Globes und den Screen Actors Guild Awards; gewonnen hat er keine dieser vier Auszeichnungen.

Wie wurde sein letzter Film fertiggestellt?

Ledger hatte rund die Hälfte seiner Szenen für „Das Kabinett des Doktor Parnassus“ gedreht. Weil der Film zwischen mehreren Realitätsebenen wechselt, übernahmen Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell die Figur in ihren jeweils verwandelten Gestalten.

Spielte Heath Ledger in „Das Parfum“?

Nein. Die Hauptrolle des Jean-Baptiste Grenouille in Tom Tykwers Verfilmung von 2006 spielte der britische Schauspieler Ben Whishaw. Ledger war an dem Film nicht beteiligt.

Quellen