Kevin Spacey: Filmografie und Biografie – Filme, Oscars, Verfahren

Kevin Spacey Filmografie und Biografie

Kurz beantwortet

Kevin Spacey, geboren am 26. Juli 1959 in South Orange, New Jersey, ist ein US-amerikanischer Schauspieler. Er gewann 1996 den Oscar als bester Nebendarsteller für „Die üblichen Verdächtigen“ und 2000 den Oscar als bester Hauptdarsteller für „American Beauty“. 1991 erhielt er den Tony Award. Von 2013 bis 2017 spielte er Frank Underwood in „House of Cards“.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kevin Spacey wurde am 26. Juli 1959 als Kevin Spacey Fowler in South Orange, New Jersey, geboren.
  • Sein Broadway-Debüt gab er 1982 als Oswald in Henrik Ibsens „Gespenster“.
  • 1991 erhielt er den Tony Award für seine Rolle in Neil Simons „Lost in Yonkers“.
  • Bei der Oscar-Verleihung am 25. März 1996 wurde er als bester Nebendarsteller für „Die üblichen Verdächtigen“ ausgezeichnet.
  • Bei der Oscar-Verleihung am 26. März 2000 gewann er den Oscar als bester Hauptdarsteller für „American Beauty“.
  • Von 2003 bis 2015 war er künstlerischer Leiter des Old Vic Theatre in London.
  • In der Netflix-Serie „House of Cards“ spielte er von 2013 bis 2017 Frank Underwood; Netflix beendete die Zusammenarbeit am 3. November 2017.
  • Eine Zivilklage in New York wies eine Jury am 20. Oktober 2022 ab; ein Geschworenengericht in London sprach ihn am 26. Juli 2023 in allen Anklagepunkten frei.

Herkunft und frühe Jahre

Kevin Spacey kam am 26. Juli 1959 als Kevin Spacey Fowler in South Orange im US-Bundesstaat New Jersey zur Welt. Den Nachnamen legte er beruflich ab und führte stattdessen seinen zweiten Vornamen als Künstlernamen. Die Familie zog in seiner Kindheit nach Kalifornien.

Theater: Broadway-Debüt und Tony Award

Spacey begann als Bühnenschauspieler. Sein Broadway-Debüt gab er 1982 in Henrik Ibsens „Gespenster“ (Ghosts), wo er die Rolle des Oswald übernahm. In den folgenden Jahren war er in weiteren Theaterproduktionen zu sehen.

1991 gewann er den Tony Award als bester Nebendarsteller in einem Schauspiel für die Rolle des Onkel Louie in Neil Simons Stück „Lost in Yonkers“. Damit war er als Theaterschauspieler etabliert, bevor er im Kino bekannt wurde.

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Der Weg ins Kino

Seine erste Filmrolle hatte Spacey 1986 in Mike Nichols’ „Heartburn“ – ein kurzer Auftritt als Dieb in der U-Bahn. 1988 war er erneut bei Nichols in „Working Girl“ zu sehen. Den ersten größeren Eindruck als Filmschauspieler hinterließ er 1992 in James Foleys Verfilmung von David Mamets „Glengarry Glen Ross“, wo er neben Al Pacino, Jack Lemmon, Alec Baldwin, Alan Arkin und Ed Harris den Büroleiter John Williamson spielte.

1995: das Jahr des Durchbruchs

1995 kamen zwei Filme in die Kinos, die Spaceys Ruf prägten. In Bryan Singers „Die üblichen Verdächtigen“ (The Usual Suspects) spielte er Roger „Verbal“ Kint. In David Finchers „Sieben“ (Se7en) verkörperte er den Serienmörder John Doe; auf seinen Wunsch hin wurde sein Name aus dem Vorspann und aus der Filmwerbung herausgehalten, damit die Identität der Figur bis zum Schluss offenblieb.

1997 folgte Curtis Hansons „L.A. Confidential“, in dem Spacey den Polizisten Jack Vincennes spielte. Der Film gewann zwei Oscars, unter anderem für Kim Basinger als beste Nebendarstellerin.

Die beiden Oscars im Detail

Bei der 68. Oscar-Verleihung am 25. März 1996 erhielt Kevin Spacey den Oscar als bester Nebendarsteller für „Die üblichen Verdächtigen“ (Kinojahr 1995). Der Film gewann zudem den Oscar für das beste Originaldrehbuch.

Bei der 72. Oscar-Verleihung am 26. März 2000 wurde er als bester Hauptdarsteller für Sam Mendes’ „American Beauty“ (Kinojahr 1999) ausgezeichnet, in dem er den Werbetexter Lester Burnham spielte. Der Film gewann insgesamt fünf Oscars, darunter den für den besten Film und den für die beste Regie.

Kevin Spacey Filmografie

Kevin Spacey: Filmografie im chronologischen Überblick

Die Tabelle listet belegte Stationen seiner Arbeit vor der Kamera. Sie ist eine Auswahl und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit; aufgenommen sind Titel, deren Jahr und Rolle nachprüfbar sind.

JahrWerkRolleEinordnung
1986HeartburnDieb in der U-BahnErste Filmrolle, Regie: Mike Nichols
1988Working GirlBob SpeckRegie: Mike Nichols
1992Glengarry Glen RossJohn WilliamsonEnsemblefilm nach David Mamet
1995Die üblichen Verdächtigen (The Usual Suspects)Roger „Verbal“ KintOscar als bester Nebendarsteller, Verleihung 25.3.1996
1995Sieben (Se7en)John DoeRegie: David Fincher; Besetzung bis zur Premiere geheim gehalten
1997L.A. ConfidentialJack VincennesFilm gewann zwei Oscars
1999American BeautyLester BurnhamOscar als bester Hauptdarsteller, Verleihung 26.3.2000
2004Beyond the SeaBobby DarinFilmbiografie über den Sänger Bobby Darin
2006Superman ReturnsLex LuthorRegie: Bryan Singer
2011Margin CallSam RogersDrama über den Beginn der Finanzkrise 2008
2013–2017House of Cards (Serie)Frank UnderwoodGolden Globe als bester Serien-Hauptdarsteller (Drama) 2015
2017Baby DriverDocRegie: Edgar Wright

Old Vic: zwölf Jahre als künstlerischer Leiter

2003 wurde Kevin Spacey zum künstlerischen Leiter des Old Vic Theatre in London berufen. Er führte das Haus bis 2015; sein Nachfolger wurde Matthew Warchus. In dieser Zeit stand Spacey am Old Vic auch selbst regelmäßig auf der Bühne.

„House of Cards“ und das Ende der Zusammenarbeit

Am 1. Februar 2013 startete bei Netflix die Serie „House of Cards“. Spacey spielte darin Frank Underwood, einen Kongressabgeordneten, der sich bis an die Spitze der US-Politik arbeitet. Die Serie war eine der ersten Eigenproduktionen des Streaminganbieters und gewann bereits für die erste Staffel mehrere Emmys. Spacey selbst wurde für die Rolle mehrfach für den Emmy nominiert und erhielt 2015 den Golden Globe als bester Hauptdarsteller in einer Dramaserie.

Am 3. November 2017 teilte Netflix mit, künftig nicht mehr mit Spacey zusammenzuarbeiten. Die sechste und letzte Staffel wurde ohne ihn produziert und auf acht Folgen gekürzt; sie erschien 2018.

Kevin Spacey House of Cards

Vorwürfe und Gerichtsverfahren: der abgeschlossene Stand

Ab Oktober 2017 erhoben mehrere Männer öffentlich Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen Kevin Spacey. Aus diesen Vorwürfen gingen ein Zivilverfahren in den USA und ein Strafverfahren in Großbritannien hervor. Beide Verfahren sind abgeschlossen und endeten zugunsten Spaceys.

New York, 20. Oktober 2022: Zivilklage abgewiesen

Der Schauspieler Anthony Rapp hatte Spacey in New York zivilrechtlich verklagt. Am 20. Oktober 2022 entschied die Jury zugunsten Spaceys: Die Geschworenen sahen ihn nicht als haftbar an. Die Klage wurde damit abgewiesen.

London, 26. Juli 2023: Freispruch in allen Anklagepunkten

In London verhandelte der Southwark Crown Court ein Strafverfahren gegen Spacey. Am 26. Juli 2023 sprach ihn das Geschworenengericht in allen Anklagepunkten frei.

Weitere Ermittlungen

Mehrere weitere Ermittlungsverfahren in den USA wurden ohne Anklageerhebung beendet oder eingestellt. Zu einer Verurteilung Kevin Spaceys kam es in keinem Verfahren.

Häufige Fragen

Für welche Filme hat Kevin Spacey seine Oscars gewonnen?

1996 erhielt er den Oscar als bester Nebendarsteller für „Die üblichen Verdächtigen“ (Kinojahr 1995). 2000 gewann er den Oscar als bester Hauptdarsteller für „American Beauty“ (Kinojahr 1999).

Wie sind die Gerichtsverfahren gegen Kevin Spacey ausgegangen?

Am 20. Oktober 2022 wies eine Jury in New York die Zivilklage von Anthony Rapp ab. Am 26. Juli 2023 sprach ein Geschworenengericht am Southwark Crown Court in London Spacey in allen Anklagepunkten frei. Zu einer Verurteilung kam es in keinem Verfahren.

Wann und warum endete Spaceys Mitwirkung bei „House of Cards“?

Netflix erklärte am 3. November 2017, nicht weiter mit ihm zusammenzuarbeiten, nachdem Vorwürfe gegen ihn erhoben worden waren. Die sechste Staffel entstand ohne ihn und wurde auf acht Folgen gekürzt.

Wann gab Kevin Spacey sein Broadway-Debüt?

1982 als Oswald in Henrik Ibsens „Gespenster“. Das Stück „Hurlyburly“, das ihm häufig als Broadway-Debüt zugeschrieben wird, kam 1984 ohne ihn an den Broadway; Spacey wirkte 1998 in der Verfilmung mit.

Wie lange leitete Spacey das Old Vic?

Er wurde 2003 zum künstlerischen Leiter des Old Vic Theatre in London berufen und führte das Haus bis 2015. Nachfolger wurde Matthew Warchus.

Quellen

Stand: 22. August 2026.