Eine belegbare Vermögenssumme für Hendrik Wüst gibt es nicht: Regierungsmitglieder und Abgeordnete müssen in Deutschland kein Vermögen offenlegen. Belegt sind dagegen seine Bezüge. Das Amtsgehalt des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten bemisst sich nach der Besoldungsgruppe B 11 zuzüglich eines Drittels, dazu kommt eine Dienstaufwandsentschädigung. Daraus ergeben sich 2026 rund 22.800 Euro brutto im Monat.
Das Wichtigste in Kürze
- Hendrik Wüst wurde am 19. Juli 1975 in Rhede im Münsterland geboren.
- Er ist seit dem 27. Oktober 2021 Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und führt auch im August 2026 die amtierende Landesregierung, das Kabinett Wüst II.
- Das Amtsgehalt des Ministerpräsidenten entspricht der Besoldungsgruppe B 11 zuzüglich eines Drittels; Ende 2022 kamen 1.100 Euro Dienstaufwandsentschädigung hinzu, die Gesamtbezüge lagen damals bei mindestens 20.650 Euro brutto im Monat.
- Die Grundentschädigung der Abgeordneten des Landtags NRW beträgt 11.463,66 Euro im Monat; davon zahlen die Abgeordneten einen Versorgungsbeitrag von 3.067,33 Euro selbst.
- Dem Landtag gehört Wüst seit 2005 an, gewählt im Wahlkreis Borken I. Vorher war er Mitte der 1990er-Jahre Mitglied im Rat seiner Heimatstadt Rhede.
- Von September 2006 bis Februar 2010 war er Generalsekretär der CDU Nordrhein-Westfalen und trat im Zuge der Sponsoring-Affäre („Rent a Rüttgers“) zurück.
- Zwischen 2010 und 2017 arbeitete er hauptberuflich als Geschäftsführer des Zeitungsverlegerverbands NRW, davor bis 2005 für die Lobbyagentur Eutop International in Berlin.
- Wüst ist seit 2019 mit der Juristin Katharina Wüst verheiratet, 2021 wurde die gemeinsame Tochter geboren.
- Zu Immobilien, Ersparnissen oder Kapitalanlagen von Hendrik Wüst liegen keine öffentlichen Angaben vor. Jede kursierende „Nettovermögen“-Zahl ist unbelegt.
Warum es für Hendrik Wüst keine Vermögenszahl gibt
In Deutschland existiert für Abgeordnete und Regierungsmitglieder keine Vermögenserklärung. Weder der Bund noch das Land Nordrhein-Westfalen verlangen von Amtsträgern eine Aufstellung von Konten, Depots, Immobilien oder Schulden. Offenzulegen sind ausschließlich bestimmte Einkünfte und Funktionen neben dem Mandat – nicht der Bestand an Vermögen.
Das bedeutet: Wer eine konkrete Summe für Hendrik Wüsts Privatvermögen liest, liest eine Schätzung ohne Datengrundlage. Dieser Artikel nennt deshalb keine. Er nennt stattdessen die Beträge, die tatsächlich amtlich geregelt und nachlesbar sind.
Was Hendrik Wüst als Ministerpräsident von NRW verdient
Die Amtsbezüge des NRW-Ministerpräsidenten sind an die Beamtenbesoldung des Landes gekoppelt. Grundlage ist das Grundgehalt der Besoldungsgruppe B 11, das für den Ministerpräsidenten um ein Drittel erhöht wird. Hinzu kommt eine Dienstaufwandsentschädigung, die zum 1. Dezember 2022 bei 1.100 Euro monatlich lag. Die Gesamtbezüge beliefen sich damals nach Recherche der Ruhr Nachrichten auf mindestens 20.650 Euro brutto im Monat. Minister erhalten B 11 zuzüglich eines Fünftels und 600 Euro Dienstaufwandsentschädigung.
Seither ist die Besoldung mehrfach angehoben worden. Setzt man in dieselbe Formel die aktuelle nordrhein-westfälische Besoldungstabelle ein, ergibt sich für 2026 folgendes Bild:
| Bestandteil | Betrag pro Monat | Grundlage |
|---|---|---|
| Grundgehalt Besoldungsgruppe B 11 (NRW, gültig ab 1. April 2026) | 16.251,33 Euro | Besoldungstabelle NRW |
| Amtsgehalt Ministerpräsident (B 11 zuzüglich eines Drittels) | rund 21.670 Euro | Berechnung nach der beschriebenen Formel |
| Dienstaufwandsentschädigung (Stand Dezember 2022) | 1.100 Euro | Ruhr Nachrichten |
| Summe | rund 22.770 Euro brutto | Berechnung |
Der Wert von rund 22.800 Euro ist eine Rechnung, keine amtliche Einzelabrechnung. Ob die Dienstaufwandsentschädigung seit 2022 angepasst wurde, ist öffentlich nicht dokumentiert. Hinzu kommen können ein Familienzuschlag pro Kind sowie eine Pendlerentschädigung, deren Höhe für Wüst nicht veröffentlicht ist.

Die Diäten im Landtag NRW – und warum sie sich schlecht mit Berlin vergleichen lassen
Wüst ist nicht nur Ministerpräsident, sondern zugleich Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Borken I. Die Grundentschädigung der Abgeordneten des Landtags Nordrhein-Westfalen liegt bei 11.463,66 Euro im Monat. Der Versorgungsbeitrag, den die Abgeordneten für ihre Altersversorgung selbst aufbringen, beträgt 3.067,33 Euro monatlich. Beide Beträge wurden mit einem Gesetz vom Dezember 2025 im Abgeordnetengesetz nachgeführt, rückwirkend zum 23. April 2025.
Die auf den ersten Blick hohe Zahl erklärt sich aus der NRW-Reform von 2005. Seither gibt es im Landtag keine steuerfreie Kostenpauschale und keine staatlich finanzierte Altersversorgung mehr; die gesamte Entschädigung ist voll zu versteuern, und Abgeordnete zahlen Altersvorsorge und Krankenversicherung aus eigener Tasche. Ein direkter Vergleich mit dem Bundestag, wo neben der Entschädigung von 11.833,47 Euro eine steuerfreie Kostenpauschale von 5.467,27 Euro monatlich gezahlt wird, führt deshalb in die Irre.
Wie Amtsbezüge und Abgeordnetenentschädigung bei einem Regierungsmitglied mit Mandat zusammentreffen, weist keine öffentliche Einzelaufstellung für Hendrik Wüst aus.
Wüsts Werdegang: Was er vor und neben der Politik verdient hat
Wüst ist kein Berufspolitiker ohne Zwischenstationen. Zwischen seinem Rücktritt als Generalsekretär und dem Eintritt in die Landesregierung arbeitete er sieben Jahre lang hauptberuflich in einem Verband – bei durchgehendem Landtagsmandat.
| Zeitraum | Station |
|---|---|
| 19. Juli 1975 | geboren in Rhede (Münsterland) |
| 1990 | mit 15 Jahren Mitbegründer des Stadtverbands der Jungen Union in Rhede |
| 1992 | Eintritt in die CDU |
| Mitte der 1990er-Jahre | Mitglied im Rat der Stadt Rhede |
| bis 2005 | Lobbyagentur Eutop International, Berlin – zuletzt als Syndikus und Bevollmächtigter |
| seit 2005 | Mitglied des Landtags NRW, Wahlkreis Borken I |
| September 2006 bis Februar 2010 | Generalsekretär der CDU Nordrhein-Westfalen |
| 2010 bis 2017 | Geschäftsführer des Zeitungsverlegerverbands NRW |
| 2014 bis 2017 | zusätzlich Geschäftsführer der deinfm Holding |
| 30. Juni 2017 bis 27. Oktober 2021 | Minister für Verkehr des Landes NRW |
| seit 27. Oktober 2021 | Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen |
Beim Beginn der Eutop-Tätigkeit gehen die Quellen auseinander: Wikipedia nennt 2000, Lobbypedia 2002. Einig sind sie beim Ende 2005 und bei der Funktion als Syndikus und Bevollmächtigter am Berliner Standort. Welche Vergütung Wüst dort oder beim Zeitungsverlegerverband bezogen hat, ist nicht veröffentlicht.
Die Sponsoring-Affäre 2010 und der Rücktritt als Generalsekretär
Die dokumentierte Affäre in Wüsts Laufbahn stammt aus dem Jahr 2010, nicht aus der Corona-Zeit. Als Generalsekretär der CDU Nordrhein-Westfalen verantwortete er den Parteiapparat, als bekannt wurde, dass die Landespartei Unternehmen im Rahmen von Parteiveranstaltungen Gesprächsmöglichkeiten mit dem damaligen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers gegen Zahlung anbot – für Einzelgespräche waren 20.000 Euro aufgerufen. Der Vorgang wurde als „Rent a Rüttgers“ bekannt.
Wüst trat am 22. Februar 2010 nach einem Gespräch mit Rüttgers als Generalsekretär zurück. Eine strafrechtliche Verurteilung in diesem Zusammenhang ist nicht bekannt. Eine Verbindung Wüsts zur bundesweiten Maskenaffäre 2021 ist nicht belegt und wird hier deshalb nicht behauptet.
Was öffentlich einsehbar ist – und was nicht
Die Trennlinie verläuft klar zwischen Einkommen und Vermögen.
- Einsehbar: die gesetzlich geregelten Amtsbezüge, die Besoldungstabellen des Landes, die Abgeordnetenentschädigung und der Versorgungsbeitrag im Abgeordnetengesetz NRW, angezeigte Tätigkeiten und Funktionen neben dem Mandat.
- Nicht einsehbar: Bankguthaben, Depots, Immobilien, Schulden, Erbschaften, private Altersvorsorge – für Hendrik Wüst ebenso wie für jedes andere Regierungsmitglied in Deutschland.
Zum Vergleich, weil dort die Regeln am schärfsten sind: Im Bundestag müssen Einkünfte aus Tätigkeiten neben dem Mandat angezeigt werden, sobald sie 1.000 Euro im Monat oder 3.000 Euro im Kalenderjahr übersteigen. Der Bundestag veröffentlicht diese Beträge auf Euro und Cent genau. Anzuzeigen sind außerdem Funktionen in Unternehmen, Körperschaften, Vereinen und Stiftungen sowie Beteiligungen an Kapital- oder Personengesellschaften; die Verhaltensregeln knüpfen die Pflicht an einen Anteil von mehr als fünf Prozent der Stimmrechte. Selbst dieses vergleichsweise strenge System erfasst kein Vermögen, sondern nur Einkünfte und Verflechtungen.
Familie und Herkunft
Hendrik Wüst stammt aus Rhede im westlichen Münsterland. Seit 2019 ist er mit der Juristin Katharina Wüst verheiratet; 2021 wurde die gemeinsame Tochter geboren. Zu den Vermögensverhältnissen der Familie, zu einem Erbe oder zu Wohneigentum hat sich Wüst öffentlich nicht geäußert, und es liegen dazu keine belastbaren Berichte vor.
Häufige Fragen
Wie hoch ist das Vermögen von Hendrik Wüst?
Das ist nicht bekannt und lässt sich nicht seriös beziffern. In Deutschland gibt es für Regierungsmitglieder keine Vermögenserklärung. Wüst hat sich zu seinen Vermögensverhältnissen nie öffentlich geäußert. Zahlen, die im Netz kursieren, stammen aus Schätzseiten ohne Datengrundlage.
Was verdient der Ministerpräsident von NRW?
Sein Amtsgehalt entspricht der Besoldungsgruppe B 11 zuzüglich eines Drittels. Mit der ab 1. April 2026 geltenden NRW-Besoldungstabelle sind das rund 21.670 Euro im Monat, dazu die Dienstaufwandsentschädigung von 1.100 Euro (Stand Dezember 2022) – zusammen rund 22.800 Euro brutto monatlich.
Ist Hendrik Wüst im August 2026 noch Ministerpräsident?
Ja. Das nach der Landtagswahl vom 15. Mai 2022 gebildete Kabinett Wüst II ist die amtierende Landesregierung von Nordrhein-Westfalen. Wüsts Landtagsmandat läuft für die Wahlperiode 2022 bis 2027.
Wie kam Wüst 2021 ins Amt?
Armin Laschet war bei der Bundestagswahl 2021 als Kanzlerkandidat der Union angetreten und wechselte in den Bundestag. Wüst folgte ihm am 27. Oktober 2021 als Ministerpräsident nach. Den CDU-Bundesvorsitz behielt Laschet noch bis Januar 2022 – die beiden Vorgänge sind nicht identisch.
Hat Hendrik Wüst Nebeneinkünfte?
Seine dokumentierten bezahlten Tätigkeiten neben dem Mandat liegen vor dem Regierungsamt: die Lobbyagentur Eutop International bis 2005 sowie die Geschäftsführung des Zeitungsverlegerverbands NRW von 2010 bis 2017, zeitweise parallel zur deinfm Holding. Die Höhe dieser Vergütungen ist nicht veröffentlicht.
Welche Affäre gab es tatsächlich?
Die Sponsoring-Affäre der CDU Nordrhein-Westfalen im Februar 2010, bekannt als „Rent a Rüttgers“. Wüst trat deshalb am 22. Februar 2010 als Generalsekretär der Landespartei zurück. Andere ihm zugeschriebene Affären sind nicht belegt.
Quellen
- https://de.wikipedia.org/wiki/Hendrik_W%C3%BCst
- https://de.wikipedia.org/wiki/Kabinett_W%C3%BCst_II
- https://lobbypedia.de/wiki/Hendrik_W%C3%BCst
- https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/hendrik-wuest
- https://www.ruhrnachrichten.de/regionales/nrw-landesregierung-gehalt-minister-ministerpraesident-wuest-w666412-2000682553/
- https://www.dbb.de/fileadmin/user_upload/globale_elemente/pdfs/2026/Besoldungstabellen/260616_Besoldung_NRW_04_2026.pdf
- https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD18-16925.pdf
- https://gruene-fraktion-nrw.de/2025/12/12/gesetz-zur-aenderung-des-abgeordnetengesetzes-des-landes-nordrhein-westfalen-2/
- https://www.bundestag.de/abgeordnete/mdb_diaeten/mdb_diaeten-214848
- https://www.bundestag.de/abgeordnete/nebentaetigkeit