Katrin Göring-Eckardt: Herkunft, Alter und Werdegang

Katrin Göring-Eckardt: Herkunft, Alter und Werdegang

Katrin Göring-Eckardt wurde am 3. Mai 1966 in Friedrichroda im Thüringer Wald geboren und ist damit 60 Jahre alt. Sie studierte ab 1984 evangelische Theologie in Leipzig und brach das Studium 1988 ab. Dem Bundestag gehört sie seit 1998 an. Sie war Fraktionsvorsitzende, zweimal Bundestagsvizepräsidentin und ist heute einfache Abgeordnete.

Das Wichtigste in Kürze

  • Geboren als Katrin Eckardt am 3. Mai 1966 in Friedrichroda (Kreis Gotha, DDR), als Tochter eines Tanzlehrer-Ehepaares.
  • Abitur 1984; anschließend Studium der evangelischen Theologie an der Karl-Marx-Universität Leipzig, 1988 ohne Abschluss abgebrochen.
  • 1989 Beitritt zum Demokratischen Aufbruch, 1990 Gründungsmitglied von Demokratie Jetzt und Bündnis 90.
  • Mitglied des Deutschen Bundestages seit 1998, durchgehend über die Thüringer Landesliste.
  • Fraktionsvorsitzende der Grünen 2002 bis 2005 mit Krista Sager und 2013 bis 2021 mit Anton Hofreiter.
  • Bundestagsvizepräsidentin von 2005 bis 2013 und erneut ab dem 9. Dezember 2021 bis 2025.
  • Präses der Synode der EKD von 2009 bis 2013 und Präsidentin des Deutschen Evangelischen Kirchentags 2011 in Dresden.
  • Spitzenkandidatin der Grünen 2013 mit Jürgen Trittin und 2017 mit Cem Özdemir.
  • Im 21. Bundestag ohne Präsidiumsamt: Sie unterlag im März 2025 der fraktionsinternen Abstimmung und ist heute Beauftragte der Fraktion für Ostdeutschland.

Herkunft: Friedrichroda, ein Tanzlehrerhaushalt und die DDR

Katrin Eckardt kam am 3. Mai 1966 in Friedrichroda zur Welt, einer Kleinstadt im damaligen Kreis Gotha am Nordrand des Thüringer Waldes. Ihre Eltern waren ein Tanzlehrer-Ehepaar. Weitere Angaben zur Familie hat sie nicht öffentlich gemacht; Namen und Lebensdaten der Eltern sind nicht dokumentiert.

Prägend wurde für sie das evangelische Milieu der späten DDR. Die Bundestagsbiografie führt sie als evangelisch-lutherisch und hält fest, dass sie in der DDR parteilos blieb und im Arbeitskreis Solidarische Kirche mitarbeitete. Kirchliche Gruppen waren in der DDR einer der wenigen Orte, an denen sich unabhängige Debatten führen ließen.

Thüringen ist bis heute ihr politischer Bezugspunkt geblieben. Ihr Wahlkreis ist Erfurt – Weimar – Weimarer Land II, ihr Wahlkreisbüro liegt in Jena. Einen privaten Wohnort weisen die Abgeordnetenbiografien des Bundestages nicht aus – die verbreitete Angabe, sie lebe in Erfurt, ist unbelegt.

Wer ist Katrin Göring-Eckardt?

Wie alt ist Katrin Göring-Eckardt?

Sie ist 60 Jahre alt. Den 60. Geburtstag beging sie am 3. Mai 2026; die EKD würdigte ihn drei Tage zuvor mit einem eigenen Beitrag über ihre frühere Präses-Zeit. Das gelegentlich genannte Datum „25. Mai 1966“ ist falsch – alle offiziellen Quellen nennen den 3. Mai.

Damit gehört sie zu den dienstältesten Abgeordneten ihrer Fraktion: Als sie 1998 erstmals in den Bundestag einzog, war sie 32 Jahre alt. Sie sitzt inzwischen in ihrer achten Wahlperiode.

Ausbildung: Abitur 1984 und das abgebrochene Theologiestudium in Leipzig

1984 legte sie das Abitur ab. Danach studierte sie evangelische Theologie an der Karl-Marx-Universität Leipzig. Das Studium brach sie 1988 ab, im selben Jahr, in dem sie den Pfarrer Michael Göring heiratete. Einen akademischen Abschluss hat sie nicht; die Bundestagsbiografie vermerkt ausdrücklich „Theologiestudium in Leipzig (ohne Abschluss)“.

Die verbreitete Angabe, sie habe „Theologie in Jena und Heidelberg“ studiert, ist falsch. Weder die Universität Jena noch Heidelberg tauchen in ihrem belegten Lebenslauf auf. Nach dem Studienabbruch arbeitete sie laut der deutschsprachigen Wikipedia zunächst als Küchenhilfe.

Der Weg in die Politik: Demokratischer Aufbruch, Demokratie Jetzt, Bündnis 90

1989 schloss sie sich dem Demokratischen Aufbruch an, 1990 gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern von Demokratie Jetzt und von Bündnis 90. An den Verhandlungen über den Zusammenschluss von Bündnis 90 mit den westdeutschen Grünen 1992/93 war sie beteiligt.

Von 1990 an gehörte sie dem Landesvorstand in Thüringen an und führte den Landesverband anschließend bis 1998. Die archivierte Abgeordnetenbiografie nennt dafür die Jahre 1993 bis 1998 als Landessprecherin, die Präsidiumsseite des Bundestages 1995 bis 1998 als Landesvorsitzende. 1996 wurde sie in den Bundesvorstand der Partei gewählt.

Werdegang im Bundestag seit 1998

Der oft zitierte Bundestagseintritt „1990“ stimmt nicht. Göring-Eckardt zog 1998 erstmals in den Deutschen Bundestag ein und gehört ihm seither ohne Unterbrechung an. Zwei ihrer Ämter werden regelmäßig verwechselt, deshalb hier die saubere Trennung:

  • Fraktionsvorsitzende war sie zweimal: 2002 bis 2005 gemeinsam mit Krista Sager und 2013 bis 2021 gemeinsam mit Anton Hofreiter.
  • Bundestagsvizepräsidentin war sie ebenfalls zweimal: 2005 bis 2013 und erneut vom 9. Dezember 2021 bis 2025. Bei der Wahl 2021 erhielt sie 501 Ja-Stimmen bei 140 Nein-Stimmen und 48 Enthaltungen.
JahrStation
1966Geburt in Friedrichroda (Thüringen)
1984Abitur
1984–1988Studium der evangelischen Theologie in Leipzig, abgebrochen
1989Demokratischer Aufbruch
1990Gründungsmitglied Demokratie Jetzt und Bündnis 90
bis 1998Landessprecherin bzw. Landesvorsitzende in Thüringen
1998Erstmals Mitglied des Deutschen Bundestages
1998–2002Parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion
2002–2005Fraktionsvorsitzende mit Krista Sager
2005–2013Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages
2009–2013Präses der Synode der EKD
2011Präsidentin des Deutschen Evangelischen Kirchentags in Dresden
2013Spitzenkandidatin mit Jürgen Trittin
2013–2021Fraktionsvorsitzende mit Anton Hofreiter
2017Spitzenkandidatin mit Cem Özdemir
2021–2025Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages
seit 2025Abgeordnete im 21. Bundestag, Beauftragte der Fraktion für Ostdeutschland

Kirchliche Ämter: EKD-Synode und Kirchentag

Am 2. Mai 2009 wählte die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland sie in Würzburg zur Präses. Sie setzte sich mit 72 zu 50 Stimmen bei drei Enthaltungen gegen den früheren bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein durch. Das Amt führte sie bis September 2013. Der EKD-Synode gehört sie seit 2003 an.

Parallel dazu war sie 2011 Präsidentin des Deutschen Evangelischen Kirchentags in Dresden. Beide Ämter gleichzeitig zu führen, war ein Novum. Rückblickend sagte sie der EKD über ihre Amtszeit: „Ich weiß, dass für Veränderungen viele kleine Schritte nötig sind.“ Offen geblieben sei vieles, räumte sie ein: „Es gibt auch Dinge, die offen blieben.“

Spitzenkandidaturen 2013 und 2017

Für die Bundestagswahl 2013 gewann Göring-Eckardt eine Urwahl unter den Parteimitgliedern und trat gemeinsam mit Jürgen Trittin als Spitzenkandidatin an. Anton Hofreiter war 2013 nicht ihr Spitzenkandidat, sondern wurde nach der Wahl ihr Ko-Fraktionsvorsitzender – daher rührt die häufige Verwechslung.

Für die Wahl 2017 entschied eine erneute Urwahl. Göring-Eckardt erhielt auf dem Frauenplatz 70,63 Prozent. Auf dem Männerplatz setzte sich Cem Özdemir mit 35,96 Prozent hauchdünn gegen Robert Habeck (35,74 Prozent) durch; Anton Hofreiter kam auf 26,19 Prozent. Das Spitzenduo 2017 hieß also Göring-Eckardt und Özdemir.

Stand 2026: Abgeordnete im 21. Bundestag

Bei der Bundestagswahl 2025 gewann Göring-Eckardt über die Thüringer Landesliste erneut ein Mandat. In ihrem Wahlkreis 192 Erfurt – Weimar – Weimarer Land II erhielt sie 3,1 Prozent der Erststimmen.

Am 24. März 2025 entschied die Grünen-Fraktion, wen sie für das Amt des Bundestagsvizepräsidenten nominiert. Angetreten waren Göring-Eckardt, Claudia Roth und Omid Nouripour. Nach drei Wahlgängen setzte sich Nouripour durch; Göring-Eckardt schied bereits im zweiten Wahlgang aus. Sie ist damit seit 2025 einfache Abgeordnete ohne Präsidiumsamt.

In der laufenden Wahlperiode ist sie Beauftragte ihrer Fraktion für Ostdeutschland, ordentliches Mitglied im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Kultur und Medien.

Ämter, die Katrin Göring-Eckardt nie hatte

Zu ihrer Biografie kursieren zwei hartnäckige Falschangaben, die sich leicht prüfen lassen:

  • Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration: Dieses Amt hatte sie nie. Staatsministerin beim Bundeskanzler und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration wurde am 8. Dezember 2021 Reem Alabali-Radovan (SPD).
  • Staatsministerin im Auswärtigen Amt: Ebenfalls nie. Annalena Baerbock berief im Dezember 2021 Tobias Lindner, Katja Keul und Anna Lührmann als Staatsminister ins Auswärtige Amt.

Göring-Eckardt hat in ihrer bisherigen Laufbahn kein Regierungsamt bekleidet. Ihre Ämter waren ausschließlich parlamentarische und parteiinterne Funktionen sowie Leitungsaufgaben in der evangelischen Kirche.

Häufige Fragen

Wann und wo wurde Katrin Göring-Eckardt geboren?

Am 3. Mai 1966 in Friedrichroda im damaligen Kreis Gotha, also in der DDR. Ihr Geburtsname ist Eckardt. Im August 2026 ist sie 60 Jahre alt.

Was hat Katrin Göring-Eckardt studiert?

Evangelische Theologie an der Karl-Marx-Universität Leipzig, ab 1984. Sie brach das Studium 1988 ohne Abschluss ab. Angaben zu Jena oder Heidelberg sind falsch.

Seit wann sitzt sie im Bundestag?

Seit 1998, durchgehend über die Thüringer Landesliste. Der oft genannte Eintritt 1990 ist falsch. 2025 wurde sie in den 21. Bundestag wiedergewählt.

Wann war sie Fraktionsvorsitzende, wann Bundestagsvizepräsidentin?

Fraktionsvorsitzende war sie 2002 bis 2005 mit Krista Sager und 2013 bis 2021 mit Anton Hofreiter. Bundestagsvizepräsidentin war sie 2005 bis 2013 und erneut von Dezember 2021 bis 2025.

Mit wem war sie Spitzenkandidatin?

2013 mit Jürgen Trittin, 2017 mit Cem Özdemir. Beide Duos wurden per Urwahl der Mitglieder bestimmt. Anton Hofreiter war ihr Ko-Fraktionsvorsitzender, nicht ihr Spitzenkandidat.

Welches Amt hat sie 2026?

Sie ist Abgeordnete des 21. Bundestages und Beauftragte ihrer Fraktion für Ostdeutschland. Ein Präsidiumsamt hat sie nicht mehr: Im März 2025 nominierte die Fraktion Omid Nouripour als Bundestagsvizepräsidenten.

Quellen

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Katrin_G%C3%B6ring-Eckardt – Geburtsdaten, Herkunft, Studium in Leipzig, Ämterchronologie, Bundestagswahl 2025
  • https://www.bundestag.de/parlament/praesidium/bundestagsvizepraesident-goering-eckardt-871180 – Fraktionsvorsitz 2002–2005 und 2013–2021, Vizepräsidentschaften, Wahlergebnis vom 9. Dezember 2021
  • https://www.bundestag.de/webarchiv/abgeordnete/biografien20/G/goering_eckardt_katrin-857330 – Abitur 1984, Theologiestudium in Leipzig ohne Abschluss, Parteistationen ab 1989
  • https://www.gruene-bundestag.de/abgeordnete/details/katrin-goering-eckardt/ – Beauftragte für Ostdeutschland, Ausschüsse, Wahlkreis und Wahlkreisbüro
  • https://www.ekd.de/news_2009_05_02_2_ergebnis_praeses_wahl.htm – Wahlergebnis 72 zu 50 Stimmen gegen Günther Beckstein
  • https://www.ekd.de/ehemalige-synodenpraeses-katrin-goering-eckardt-ueber-amtszeit-58355.htm – Zitate zur Amtszeit, Kirchentag 2011
  • https://www.ekd.de/katrin-goering-eckardt-wird-60-95695.htm – Alter, Mitgliedschaft in der Synode seit 2003, aktuelle Schwerpunkte
  • https://www.tagesspiegel.de/politik/grune-ziehen-mit-ozdemir-und-goring-eckardt-in-bundestagswahlkampf-5239873.html – Urwahlergebnisse für das Spitzenduo 2017
  • https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_100650348/bundestag-gruene-nominieren-omid-nouripour-als-vize.html – drei Wahlgänge, Ausscheiden von Göring-Eckardt
  • https://taz.de/Postenvergabe-bei-den-Gruenen/!6078144/ – Ablauf der Fraktionsabstimmung im März 2025
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Reem_Alabali-Radovan – Staatsministerin und Integrationsbeauftragte seit 8. Dezember 2021
  • https://www.nau.ch/politik/international/baerbock-holt-lindner-keul-und-luhrmann-als-staatsminister-ins-auswartige-amt-66058296

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