Karl Lagerfeld Vermögen: Einblick in sein Erbe

Karl Lagerfeld Vermögen

Kurz beantwortet

Zu Karl Lagerfelds Vermögen und zur Verteilung seines Nachlasses gibt es keine öffentlichen Angaben. Testamente werden in Frankreich, wo er starb, nicht veröffentlicht. Belegt sind dagegen seine Positionen: 54 Jahre Fendi, ab 1983 Chanel, ab 1984 die eigene Marke — und einzelne Verkäufe aus dem Nachlass.

Das Wichtigste in Kürze

  • Karl Otto Lagerfeld wurde am 10. September 1933 in Hamburg geboren und starb am 19. Februar 2019 in Neuilly-sur-Seine bei Paris im Alter von 85 Jahren.
  • Eine belegte Gesamtsumme seines Vermögens existiert nicht; Forbes führte für ihn kein Profil mit Vermögensschätzung.
  • Der Inhalt seines Testaments ist nicht öffentlich — französische Testamente werden nicht veröffentlicht.
  • Belegt sind Erlöse aus Nachlassversteigerungen bei Sotheby’s 2021 und 2022 von zusammen rund 22,5 Millionen Euro.
  • Seine Pariser Wohnung wurde im März 2024 für zehn Millionen Euro verkauft.
  • Er arbeitete ab 1965 für Fendi — 54 Jahre bis zu seinem Tod, laut LVMH die längste Zusammenarbeit zwischen einem Designer und einer Maison in der Modegeschichte.
  • Ab 1983 war er Kreativdirektor von Chanel, ab 1984 führte er zusätzlich sein eigenes Label.
  • Seine Nachfolgerin bei Chanel wurde Virginie Viard (2019–2024); seit 2024 leitet Matthieu Blazy das Haus künstlerisch.
  • Die Marke „Karl Lagerfeld“ wurde im Mai 2022 von der US-Gruppe G-III Apparel Group übernommen.

Was über Lagerfelds Vermögen bekannt ist — und was nicht

In Artikeln über Karl Lagerfeld stehen regelmäßig Summen wie „200 Millionen US-Dollar“ oder „200 bis 300 Millionen Euro“. Keine dieser Zahlen lässt sich auf eine benennbare Veröffentlichung zurückführen. Lagerfeld war Angestellter beziehungsweise Vertragsdesigner zweier Modehäuser, die beide keine Gehälter offenlegen: Chanel ist in Privatbesitz der Familie Wertheimer und nicht börsennotiert, Fendi wird von LVMH nicht einzeln ausgewiesen.

Dieser Artikel nennt deshalb keine Gesamtsumme. Was sich belegen lässt, sind einzelne Vermögenswerte, die nach seinem Tod verkauft wurden, sowie die beruflichen Positionen, aus denen sein Einkommen stammte.

Der Nachlass: warum es keine öffentlichen Zahlen gibt

Karl Lagerfeld starb in Frankreich. Nach französischem Recht wird ein Testament nicht veröffentlicht; es wird bei einem Notar hinterlegt und nur den Beteiligten eröffnet. Weder der Inhalt seines Testaments noch die Namen der Erben sind öffentlich bekannt. Alles, was zur Erbfolge kursiert, beruht auf Vermutungen.

Belegbar sind dagegen einzelne Verwertungen aus dem Nachlass. 2021 und 2022 wurden Teile seines Besitzes bei Sotheby’s versteigert; die Auktionen brachten zusammen rund 22,5 Millionen Euro ein. Seine Wohnung in Paris wurde im März 2024 für zehn Millionen Euro verkauft.

Karl Lagerfeld Immobilien

Zu Lebzeiten besaß Lagerfeld unter anderem die Villa Jako in Hamburg-Blankenese und die Villa La Vigie in Frankreich. Den Namen „Jako“ wählte er nach seinem 1989 verstorbenen Lebensgefährten Jacques de Bascher. Kaufpreise, Verkaufserlöse und der Gesamtwert seines Immobilienbesitzes sind nicht öffentlich dokumentiert.

Choupette: was belegt ist und was nicht

Die Erzählung, Lagerfelds Katze Choupette habe sein Vermögen geerbt, gehört zu den bekanntesten unbelegten Behauptungen über ihn. Eine Erbschaft der Katze ist nicht bestätigt. Nach Lagerfelds Tod im Februar 2019 setzten Spekulationen ein, das Tier könne einen Teil des Vermögens erhalten — eine Bestätigung dafür gab es nie, und sie wäre auch nicht zu erwarten, weil der Testamentsinhalt nicht öffentlich ist.

Hinzu kommt: Nach französischem Recht kann ein Tier nicht Erbe sein. Tiere gelten als Sache, nicht als Rechtsperson. Möglich wäre allenfalls eine Auflage zugunsten eines Menschen, der die Katze versorgt. Ob es eine solche Regelung gibt, ist nicht bekannt.

Belegt ist dagegen, dass Choupette 2011 geboren wurde, über einen von Lagerfeld autorisierten Social-Media-Account verfügte, 2013 auf dem Titel der deutschen Vogue erschien und im selben Jahr eine nach ihr benannte Accessoire-Kollektion erschien. Ein Porträt Lagerfelds mit der Katze kam bei der Nachlassversteigerung zur Auktion.

Die Stationen seiner Laufbahn

Lagerfeld gewann 1955 einen Wettbewerb des International Wool Secretariat und wurde daraufhin Assistent von Pierre Balmain, für den er drei Jahre arbeitete. 1957 wechselte er als künstlerischer Leiter zu Jean Patou und blieb dort bis 1962. Danach arbeitete er als einer der ersten Designer freiberuflich für mehrere Häuser gleichzeitig.

ZeitraumHausFunktion
ab 1955BalmainAssistent von Pierre Balmain, drei Jahre
1957–1962Jean PatouKünstlerischer Leiter
1965–2019FendiDesigner, zunächst für die Pelzlinie
ab 1966ChloéDesigner, ab 1974 alleinverantwortlich
1983–2019ChanelKreativdirektor
ab 1984Karl LagerfeldEigenes Label, Schwerpunkt Prêt-à-porter

Bei Chanel übernahm er 1983 ein Haus, dessen Modelinie als kaum noch lebensfähig galt, und führte es zurück an die Spitze. Diese Position hatte er bis zu seinem Tod inne.

54 Jahre Fendi: die längste Zusammenarbeit der Modegeschichte

1965 holte die römische Familie Fendi den damals 31-jährigen Lagerfeld, um die Pelzlinie zu modernisieren. Er blieb dem Haus bis zu seinem Tod 2019 verbunden — insgesamt 54 Jahre. Der heutige Eigentümer LVMH bezeichnet diese Verbindung als die längste Zusammenarbeit zwischen einem Designer und einer Maison in der Geschichte der Mode.

Wem die Marke heute gehört und wie LVMH sie einordnet, steht ausführlich im Beitrag Wem gehört Fendi.

Die Nachfolge bei Chanel

Noch am Tag seines Todes, dem 19. Februar 2019, benannte Chanel Virginie Viard zur neuen Kreativdirektorin. Viard hatte jahrzehntelang eng mit Lagerfeld gearbeitet. Sie führte das Haus künstlerisch von 2019 bis 2024.

Seit 2024 liegt die künstlerische Leitung bei Matthieu Blazy. Das ist auch im August 2026 der Stand. Global CEO des Unternehmens ist seit Januar 2022 Leena Nair.

Fotografie, Buchhandlung und Verlag

Ab 1987 fotografierte Lagerfeld die Kampagnen der Häuser, für die er entwarf, zunehmend selbst. 1999 eröffnete er in Paris die auf Fotografie und bildende Kunst spezialisierte Buchhandlung 7L. Im Jahr 2000 gründete er gemeinsam mit dem Verleger Gerhard Steidl den Verlag Edition 7L, der Fotografie- und Modebücher herausgibt.

2010 zeigte die Maison Européenne de la Photographie in Paris die bis dahin größte Retrospektive seines fotografischen Werks.

Die Marke „Karl Lagerfeld“ heute

Das 1984 gegründete eigene Label existiert als Marke weiter. Nach mehreren Eigentümerwechseln wurde es im Mai 2022 von der US-amerikanischen G-III Apparel Group übernommen. G-III führt „Karl Lagerfeld“ auf der eigenen Unternehmensseite als erworbene Marke im Portfolio, gemeinsam mit DKNY, Donna Karan und Vilebrequin.

Die Marke ist damit vom Nachlass der Person zu trennen: Sie gehört einem börsennotierten Bekleidungskonzern, nicht Lagerfelds Erben.

Met Gala 2023: ein Abend zu seinen Ehren

Vier Jahre nach seinem Tod widmete das Metropolitan Museum of Art in New York Lagerfeld die Frühjahrsausstellung seines Costume Institute. Sie trug den Titel „Karl Lagerfeld: A Line of Beauty“ und lief vom 5. Mai bis 16. Juli 2023 mit mehr als 200 Objekten.

Der zugehörige Benefizabend, die Met Gala, fand am 1. Mai 2023 statt und stand unter demselben Thema. Die Ausstellung zeichnete Lagerfelds Arbeitsweise von den 1950er-Jahren bis 2019 nach.

Häufige Fragen

Wie hoch war das Vermögen von Karl Lagerfeld?

Dazu gibt es keine belegte Angabe. Die kursierenden Summen von 200 Millionen US-Dollar oder 200 bis 300 Millionen Euro stammen aus keiner nachprüfbaren Veröffentlichung. Weder Chanel noch LVMH legen Designergehälter offen.

Hat Choupette das Vermögen von Karl Lagerfeld geerbt?

Das ist nicht belegt. Nach Lagerfelds Tod gab es dazu Spekulationen, aber keine Bestätigung. Zudem kann nach französischem Recht ein Tier nicht erben. Was tatsächlich im Testament steht, ist nicht öffentlich.

Warum ist über den Nachlass so wenig bekannt?

Weil französische Testamente nicht veröffentlicht werden. Sie werden notariell hinterlegt und nur den Beteiligten eröffnet. Öffentlich nachvollziehbar sind deshalb nur einzelne Verkäufe, etwa die Sotheby’s-Auktionen 2021 und 2022 und der Verkauf der Pariser Wohnung 2024.

Wie lange arbeitete Lagerfeld für Chanel und Fendi?

Für Chanel von 1983 bis zu seinem Tod 2019, also 36 Jahre. Für Fendi von 1965 bis 2019, also 54 Jahre — laut LVMH die längste Zusammenarbeit zwischen einem Designer und einem Modehaus überhaupt.

Wem gehört die Marke Karl Lagerfeld?

Der G-III Apparel Group aus den USA. Der Konzern übernahm die 1984 gegründete Marke im Mai 2022 und führt sie neben DKNY, Donna Karan und Vilebrequin. Mit dem privaten Nachlass Lagerfelds hat die Marke nichts zu tun.

Quellen

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