Kurz beantwortet
Nach dem Verkauf von Reebok führt die adidas AG im Kern nur noch eine Marke: adidas, gegliedert in die Bereiche Performance und Lifestyle mit Linien wie Originals und Sportswear. Das operative Geschäft läuft über Landesgesellschaften; die Anteilsbesitzliste im Geschäftsbericht 2025 führt 110 Gesellschaften auf. Reebok gehört seit dem 28. Februar 2022 der Authentic Brands Group. Vorstandsvorsitzender ist Bjørn Gulden.
Das Wichtigste in Kürze
- Reebok ist keine adidas-Marke mehr: Der Vertrag mit der Authentic Brands Group datiert vom 12. August 2021, vollzogen wurde der Verkauf zum 28. Februar 2022.
- Der Gesamtkaufpreis betrug bis zu 2,1 Milliarden Euro, überwiegend bar bei Vollzug, der Rest als aufgeschobene und bedingte Gegenleistung.
- In der Anteilsbesitzliste des Geschäftsberichts 2025 taucht keine Reebok-Gesellschaft mehr auf.
- Die Zusammenarbeit mit Ye endete am 25. Oktober 2022; der Abverkauf der Yeezy-Restbestände wurde 2024 abgeschlossen.
- Im Geschäftsjahr 2025 erzielte adidas einen Rekordumsatz von 24.811 Millionen Euro nach 23.683 Millionen Euro im Vorjahr.
- Das Betriebsergebnis stieg um 54 Prozent auf 2.056 Millionen Euro, die operative Marge auf 8,3 Prozent.
- Zum Jahresende 2025 beschäftigte der Konzern 64.938 Menschen nach 62.035 im Vorjahr.
- Bjørn Gulden ist seit dem 1. Januar 2023 Vorstandsvorsitzender; sein Vertrag wurde im März 2026 verlängert.
- Zum 1. September 2026 rückt Birgit Kretschmer in den Vorstand und löst Harm Ohlmeyer zum Jahresende als Finanzvorstand ab.
Welche Marken gehören heute zu adidas?
Die Antwort fällt kürzer aus, als viele ältere Texte vermuten lassen. Seit dem Verkauf von Reebok ist adidas ein Ein-Marken-Konzern. Im Geschäftsbericht 2025 gliedert das Unternehmen sein Geschäft nicht mehr nach Konzernmarken, sondern nach den Bereichen Performance und Lifestyle sowie nach Produktkategorien. Innerhalb der Marke adidas nennt der Bericht unter anderem die Linien Originals und Sportswear sowie Kategorien wie Running, Football, Training, Outdoor, Performance Basketball und Motorsport.
Im Geschäftsjahr 2025 wuchsen die währungsbereinigten Erlöse der Marke adidas um 13 Prozent – das zweite Jahr in Folge mit einem zweistelligen Zuwachs. Schuhe legten währungsbereinigt um 12 Prozent zu, Bekleidung um 15 Prozent, Accessoires um 6 Prozent. Der Bereich Performance wuchs um 15 Prozent, Lifestyle um 12 Prozent.
Reebok: 2006 gekauft, 2022 verkauft
Der wichtigste Einschnitt im Markenportfolio ist der Abschied von Reebok. Am 12. August 2021 gab adidas bekannt, einen verbindlichen Vertrag über den Verkauf von Reebok an die Authentic Brands Group (ABG) geschlossen zu haben. Die Gesamtgegenleistung bezifferte das Unternehmen auf bis zu 2,1 Milliarden Euro; der überwiegende Teil sollte bei Vollzug in bar fließen, der Rest als aufgeschobene und bedingte Zahlung.
Vollzogen wurde die Transaktion zum 28. Februar 2022; adidas gab dies am 1. März 2022 bekannt. In mehreren Märkten führte adidas das Geschäft übergangsweise im Auftrag von ABG weiter, bevor es über gestaffelte lokale Vollzüge im weiteren Jahresverlauf 2022 und Anfang 2023 vollständig an die Betriebspartner von ABG überging. Mit den Mittelzuflüssen legte adidas ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 1,5 Milliarden Euro auf.
| Zeitpunkt | Ereignis |
|---|---|
| 2006 | adidas übernimmt Reebok, einschließlich der Marken Rockport und Reebok-CCM Hockey |
| 12. August 2021 | Verbindlicher Vertrag über den Verkauf an die Authentic Brands Group, bis zu 2,1 Mrd. Euro |
| 28. Februar 2022 | Formeller Vollzug des Verkaufs |
| 2022 bis Anfang 2023 | Gestaffelte Übergabe der Ländergesellschaften an die Betriebspartner von ABG |
| Geschäftsbericht 2025 | Keine Reebok-Gesellschaft mehr in der Anteilsbesitzliste |
Wer heute liest, Reebok sei ein fester Bestandteil der adidas-Gruppe, liest einen Stand von vor 2022. Auch die Jahreszahl 2005 für die Übernahme ist ungenau: adidas selbst datiert den Kauf in seiner Unternehmenschronik und in der Verkaufsmitteilung auf 2006.
Yeezy: Das Ende der Zusammenarbeit mit Ye
Die zweite große Veränderung betrifft keine Tochterfirma, sondern eine Designer-Kooperation. Am 25. Oktober 2022 beendete adidas die Partnerschaft mit dem Musiker Ye, vormals Kanye West, mit sofortiger Wirkung. Die Yeezy-Linie war zuvor ein erheblicher Umsatzträger: Für 2022 weist adidas Yeezy-Erlöse von mehr als 1.200 Millionen Euro aus.
Was mit den Restbeständen geschah, hat das Unternehmen offengelegt. 2023 brachte adidas die Ware in zwei Verkaufsrunden in den Markt, die den Umsatz um rund 750 Millionen Euro erhöhten und einen Yeezy-Gewinnbeitrag von etwa 300 Millionen Euro brachten. Ende Januar 2024 entschied das Unternehmen, den überwiegenden Teil der verbliebenen Yeezy-Bestände nicht abzuschreiben, sondern 2024 mindestens zu Herstellungskosten zu verkaufen. Dieser Abverkauf wurde 2024 abgeschlossen und steuerte in jenem Jahr rund 650 Millionen Euro bei. Im Geschäftsjahr 2025 enthielt das Ergebnis keine Yeezy-Erlöse mehr.
Frühere Zukäufe und Verkäufe
adidas war nicht immer ein Ein-Marken-Konzern. 1997 übernahm das Unternehmen die Salomon-Gruppe mit den Marken Salomon, TaylorMade, Mavic und Bonfire und benannte sich in adidas-Salomon AG um. 2005 trennten sich beide Seiten wieder: Salomon und die dazugehörigen Marken wurden verkauft, TaylorMade ausgenommen. Ein Jahr später folgte der Kauf von Reebok samt Rockport und Reebok-CCM Hockey.
Rockport, CCM Hockey und Greg Norman hat adidas nach eigenen Angaben später für insgesamt 0,4 Milliarden Euro veräußert. Angaben, adidas habe 1976 Erima und 1995 Le Coq Sportif erworben, lassen sich in der Unternehmenschronik von adidas nicht belegen; sie stehen deshalb nicht mehr in diesem Artikel. Beide Marken gehören dem Konzern heute jedenfalls nicht.
Die Tochtergesellschaften der adidas AG
Statt über Konzernmarken läuft das Geschäft über Landes- und Funktionsgesellschaften. Die Anteilsbesitzliste im Geschäftsbericht 2025 führt 110 Gesellschaften auf, geordnet nach Deutschland, Europa einschließlich Nahost und Afrika, Nordamerika, Asien-Pazifik und Lateinamerika. Die verbreitete Angabe von rund 170 Tochtergesellschaften findet dort keine Grundlage.
| Gesellschaft | Sitz | Anteil |
|---|---|---|
| adidas Beteiligungsgesellschaft mbH | Herzogenaurach (Deutschland) | 100 % |
| adidas Austria GmbH | Klagenfurt (Österreich) | 100 % |
| adidas France S.a.r.l. | Paris (Frankreich) | 100 % |
| adidas (UK) Limited | Stockport (Großbritannien) | 100 % |
| adidas (South Africa) (Pty) Ltd. | Kapstadt (Südafrika) | 100 % |
| adidas Taiwan Limited | Taipeh | 100 % |
| adidas (Thailand) Co., Ltd. | Bangkok (Thailand) | 100 % |
| adidas Australia Pty Limited | Cremorne (Australien) | 100 % |
| adidas Industrial, S.A. de C.V. | Mexiko-Stadt (Mexiko) | 100 % |
| runtastic GmbH in Liqu. | Linz (Österreich) | 100 % |
Die Liste zeigt zugleich, was nicht mehr dazugehört: Eine Reebok-Gesellschaft ist darin nicht mehr enthalten. Die 2015 erworbene Fitness-App-Firma runtastic wird als Gesellschaft in Liquidation geführt.
Geschäftszahlen 2025 und der Verlauf 2026
adidas bilanziert im Kalenderjahr und in Euro. Das Geschäftsjahr 2025 war nach Konzernangaben ein Rekordjahr. Wichtig für die Einordnung älterer Zahlen: Der oft zitierte Umsatz von 21.427 Millionen Euro stammt aus dem Geschäftsjahr 2023 und ist inzwischen zwei Berichtsjahre alt.
| Kennzahl | 2024 | 2025 |
|---|---|---|
| Umsatz (Mio. Euro) | 23.683 | 24.811 |
| Rohertrag (Mio. Euro) | 12.026 | 12.804 |
| Bruttomarge | 50,8 % | 51,6 % |
| Betriebsergebnis (Mio. Euro) | 1.337 | 2.056 |
| Operative Marge | 5,6 % | 8,3 % |
| Konzerngewinn (Anteil der Aktionäre, Mio. Euro) | 764 | 1.340 |
| Beschäftigte zum Jahresende | 62.035 | 64.938 |
| Dividende je Aktie | 2,00 Euro | 2,80 Euro |
Das laufende Jahr setzt den Trend fort. Für das zweite Quartal 2026 meldete adidas am 30. Juli 2026 einen Rekordumsatz von 6,7 Milliarden Euro bei einem währungsbereinigten Plus von 14 Prozent und ein Betriebsergebnis von 574 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2026 kam der Konzern auf 13,3 Milliarden Euro Umsatz und ein Betriebsergebnis von 1.279 Millionen Euro, was einer operativen Marge von 9,6 Prozent entspricht. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet adidas ein Umsatzwachstum zwischen 9 und 10 Prozent und ein Betriebsergebnis von rund 2,3 Milliarden Euro.
Wer die adidas AG führt
Vorstandsvorsitzender ist seit dem 1. Januar 2023 Bjørn Gulden, geboren 1965 in Zürich, norwegischer Staatsangehöriger. Er verantwortet zusätzlich die Bereiche Global Brands und Global Sourcing. Gulden arbeitete zwischen 1992 und 1999 bereits bei adidas, war anschließend unter anderem Geschäftsführer der Deichmann-Gruppe, von 2012 bis 2013 Vorstandschef von Pandora und ab 2013 Vorstandsvorsitzender von Puma. Am 4. März 2026 teilte adidas mit, seinen Vertrag verlängert zu haben.
Im Finanzressort steht ein Wechsel an: Harm Ohlmeyer, seit Mai 2017 Finanzvorstand, verlängert sein Mandat nicht. Der Aufsichtsrat berief am 30. Juli 2026 Birgit Kretschmer zum 1. September 2026 in den Vorstand; sie übernimmt das Amt der Finanzvorständin zum Jahresende 2026.
Der Konzern hat seinen Sitz weiterhin in Herzogenaurach. Gegründet wurde er dort am 18. August 1949, als Adi Dassler die „Adolf Dassler adidas Sportschuhfabrik“ mit 47 Beschäftigten eintragen ließ; die Vorgängerfirma Gebrüder Dassler Schuhfabrik hatten er und sein Bruder bereits 1924 registriert.
Häufige Fragen
Gehört Reebok noch zu adidas?
Nein. adidas hat Reebok am 12. August 2021 per verbindlichem Vertrag an die Authentic Brands Group verkauft; der Vollzug erfolgte zum 28. Februar 2022. Die Gesamtgegenleistung lag bei bis zu 2,1 Milliarden Euro. In der Anteilsbesitzliste des Geschäftsberichts 2025 ist keine Reebok-Gesellschaft mehr enthalten.
Wie viele Tochtergesellschaften hat die adidas AG?
Die Anteilsbesitzliste im Geschäftsbericht 2025 führt 110 Gesellschaften auf. Sie sind nach Regionen geordnet und werden ganz überwiegend zu 100 Prozent gehalten, teils unmittelbar durch die adidas AG, teils über Zwischenholdings.
Was ist aus Yeezy geworden?
adidas beendete die Partnerschaft mit Ye am 25. Oktober 2022. Die verbliebene Ware wurde 2023 in zwei Verkaufsrunden und 2024 vollständig abverkauft. Das Geschäftsjahr 2025 enthielt keine Yeezy-Erlöse mehr; 2024 waren es noch rund 650 Millionen Euro.
Wie hoch war der Umsatz von adidas zuletzt?
Im Geschäftsjahr 2025 setzte der Konzern 24.811 Millionen Euro um, nach 23.683 Millionen Euro im Jahr 2024. Das Betriebsergebnis lag bei 2.056 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2026 kamen 13,3 Milliarden Euro Umsatz hinzu.
Wer ist Vorstandschef von adidas?
Bjørn Gulden, seit dem 1. Januar 2023. Zuvor war er Vorstandsvorsitzender von Puma. Sein Vertrag wurde nach Konzernangaben im März 2026 verlängert. Finanzvorstand ist bis Ende 2026 Harm Ohlmeyer, ihm folgt Birgit Kretschmer.
Quellen
- adidas Group: Rekordumsatz 2025 und Ausblick, Pressemitteilung vom 4. März 2026
- adidas Geschäftsbericht 2025: Financial Highlights 2025 (IFRS)
- adidas Geschäftsbericht 2025: Anteilsbesitzliste mit 110 Gesellschaften
- adidas Group: Verkauf von Reebok an die Authentic Brands Group, 12. August 2021
- adidas Group: Vollzug des Reebok-Verkaufs, 1. März 2022
- adidas Group: Ende der Partnerschaft mit Ye, 25. Oktober 2022
- adidas Group: Jahresergebnis 2023 und Umgang mit den Yeezy-Beständen, 31. Januar 2024
- adidas Group: Zahlen zum zweiten Quartal 2026, 30. Juli 2026
- adidas Group: Vorstand – Biografien von Bjørn Gulden und Harm Ohlmeyer
- adidas Group: Unternehmenschronik