Kurz beantwortet
Zur H&M Group gehören nach Konzernangaben die Marke H&M mit den Linien H&M HOME, H&M Move und H&M Beauty sowie die Portfoliomarken COS, Weekday (einschließlich Cheap Monday und Monki), & Other Stories, ARKET und Singular Society. Dazu kommt der Bereich New Growth & Ventures mit H&M Group Ventures, Looper Textile Co. und dem Second-Hand-Marktplatz Sellpy. Vorstandschef ist seit dem 31. Januar 2024 Daniel Ervér.
Das Wichtigste in Kürze
- Die offizielle Markenübersicht der H&M Group nennt neun Marken: H&M, COS, Weekday, Cheap Monday, Monki, & Other Stories, ARKET, Singular Society und Sellpy.
- Cheap Monday und Monki sind heute keine eigenständigen Ketten mehr, sondern Labels unter dem Dach von Weekday.
- Monki hatte zum 31. Mai 2026 keine einzige eigene Filiale mehr und wird nur noch online in 29 Märkten verkauft.
- Das Geschäftsjahr der H&M Group läuft vom 1. Dezember bis zum 30. November und weicht damit vom Kalenderjahr ab.
- Im Geschäftsjahr 2025 setzte die Gruppe 228.285 Millionen schwedische Kronen um, bei einem Betriebsergebnis von 18.395 Millionen SEK.
- Zum Ende des Geschäftsjahres 2025 zählte der Konzern 4.101 Filialen und im Jahresdurchschnitt 94.744 Beschäftigte.
- Weekday, Monki und Cheap Monday kamen 2008 mit dem Kauf der FaBric Scandinavien AB zum Konzern.
- CEO ist seit dem 31. Januar 2024 Daniel Ervér, der zugleich die Marke H&M verantwortet.
Welche Marken gehören heute zur H&M Group?
Die H&M Group beschreibt sich selbst als Multi-Marken-Organisation in einer Matrixstruktur. Sie besteht nach der Darstellung im Bereich Organisation and management aus der Marke H&M – zu der die Linien H&M HOME, H&M Move und H&M Beauty gehören – sowie den Portfoliomarken COS, Weekday, & Other Stories, ARKET und Singular Society. Cheap Monday und Monki führt der Konzern ausdrücklich als Teil von Weekday. Hinzu kommt der Bereich New Growth & Ventures mit der Beteiligungsgesellschaft H&M Group Ventures, dem Gemeinschaftsunternehmen Looper Textile Co. und Sellpy.
Wie groß die einzelnen Marken tatsächlich sind, weist der Konzern in einer datierten Übersicht aus. Die folgenden Zahlen geben den Stand vom 31. Mai 2026 wieder.
| Marke | Filialen | Filialmärkte | Onlinemärkte |
|---|---|---|---|
| H&M | 3.599 | 81 | 62 |
| COS | 252 | 50 | 38 |
| & Other Stories | 65 | 24 | 32 |
| ARKET | 55 | 22 | 31 |
| Weekday | 44 | 14 | 29 |
| Monki | 0 | 0 | 29 |
| H&M HOME (Konzeptläden) | 23 | 12 | 45 |
| Sellpy | 0 | 0 | 24 |
Insgesamt ist die Gruppe nach eigenen Angaben in mehr als 80 Märkten präsent, knapp 60 davon auch online. COS, Monki, Weekday, & Other Stories und ARKET bieten darüber hinaus ein „Global Selling“ an, über das Kundinnen und Kunden in rund 70 weiteren Märkten online bestellen können.
Was aus Cheap Monday, Monki und Afound geworden ist
Ältere Übersichten führen Cheap Monday und Monki als eigenständige Ketten neben COS oder ARKET. Das trifft heute nicht mehr zu. Der Konzern hatte das Denim-Label Cheap Monday zwischenzeitlich eingestellt; in der Konzernchronik ist für das Jahr 2024 vermerkt, dass Cheap Monday unter dem Dach von Weekday ins Markenportfolio zurückkehrte. Auch Monki wird in der Organisationsübersicht als Teil von Weekday geführt. Beide Labels werden nach Angaben ihrer Markenseiten über weekday.com und über ausgewählte Läden und Händler verkauft.
Der Filialbestand belegt diese Verschiebung: Monki kam zum 31. Mai 2026 auf null eigene Geschäfte bei 29 Onlinemärkten. Aussagen über Monki-Filialen in Berlin, Hamburg oder Düsseldorf beschreiben einen überholten Stand. Der 2018 gestartete Rabatt-Marktplatz Afound taucht in der aktuellen Markenübersicht der H&M Group nicht mehr auf.
Die Marke H&M und ihre Linien
H&M ist mit 3.599 Filialen in 81 Märkten die mit Abstand größte Marke der Gruppe. Sie umfasst nach Konzerndarstellung drei weitere Linien: H&M HOME für Wohntextilien und Einrichtung, 2009 eingeführt, das 2015 gestartete Konzept H&M Beauty sowie die 2022 weltweit eingeführte Sportlinie H&M Move. H&M HOME betreibt eigene Konzeptläden und ist zusätzlich als Shop-in-Shop in 471 H&M-Filialen vertreten.
Ein prägendes Element der Marke sind die Designer-Kooperationen. Sie begannen 2004 mit Karl Lagerfeld; seither hat H&M nach eigener Aufstellung unter anderem mit Stella McCartney, Roberto Cavalli, Versace und Alexander Wang zusammengearbeitet. 2024 beging der Konzern das 20-jährige Bestehen dieser Reihe.
Sellpy, Looper Textile Co. und H&M Group Ventures
Neben dem klassischen Modegeschäft bündelt die Gruppe unter New Growth & Ventures mehrere Beteiligungen. Sellpy ist eine E-Commerce-Plattform für Second-Hand-Artikel; die H&M Group erhöhte 2019 ihren Anteil und ist seither nach eigenen Angaben Hauptgesellschafterin. Sellpy betreibt keine Filialen und ist in 24 Onlinemärkten aktiv.
Looper Textile Co. entstand 2023 als Gemeinschaftsunternehmen der H&M Group mit dem Entsorgungskonzern Remondis. Es sammelt, sortiert und verkauft gebrauchte Kleidung und Textilien. Ebenfalls 2023 startete der Konzern das Sportlabor All in Equestrian und begab eine erste grüne Anleihe über 500 Millionen Euro, mit der die Kreislauf- und Klimastrategie finanziert werden soll. Singular Society, 2021 als neues Geschäftsmodell gestartet, wird in der Markenübersicht als eigene Marke geführt.
Geschäftszahlen: Warum die Währung und das Geschäftsjahr zählen
Zwei Punkte werden bei H&M regelmäßig verwechselt. Erstens bilanziert der Konzern in schwedischen Kronen, nicht in Euro. Zweitens läuft das Geschäftsjahr vom 1. Dezember bis zum 30. November. Das Geschäftsjahr 2025 endete also am 30. November 2025; der Geschäftsbericht dazu erschien am 26. März 2026. Eine Angabe wie „Umsatz 2025“ ist ohne diesen Zusatz missverständlich.
| Kennzahl | GJ 2023 | GJ 2024 | GJ 2025 |
|---|---|---|---|
| Nettoumsatz (Mio. SEK) | 236.035 | 234.478 | 228.285 |
| Betriebsergebnis (Mio. SEK) | 14.537 | 17.306 | 18.395 |
| Operative Marge | 6,2 % | 7,4 % | 8,1 % |
| Ergebnis nach Steuern (Mio. SEK) | 8.716 | 11.584 | 12.085 |
| Filialen zum Stichtag | 4.369 | 4.253 | 4.101 |
| Beschäftigte (Jahresdurchschnitt) | 101.103 | 97.710 | 94.744 |
Der Umsatz ist damit im dritten Jahr in Folge unter dem Wert von 2023 geblieben, während Betriebsergebnis und Marge zugelegt haben. Währungsbereinigt weist der Konzern für das Geschäftsjahr 2025 ein Plus von zwei Prozent aus. Die Zahl der Filialen sinkt seit Jahren; zwischen dem Geschäftsjahr 2021 und dem Geschäftsjahr 2025 verringerte sie sich von 4.801 auf 4.101. Die Dividende für das Geschäftsjahr 2025 gibt der Konzern mit 6,80 SEK je Aktie an.
Wer die H&M Group führt
Präsident und Chief Executive Officer der H & M Hennes & Mauritz AB ist seit dem 31. Januar 2024 Daniel Ervér, geboren 1981. Er kam 2005 als Sommerpraktikant in den Konzern, war unter anderem Einkaufsleiter der Marke H&M, Länderchef für Schweden und im Merchandising in Deutschland und den USA tätig. Seit 2020 verantwortet er die Marke H&M; diese Aufgabe behielt er auch als Konzernchef. Er folgte auf Helena Helmersson, die das Amt 2020 übernommen hatte.
Das Unternehmen ist bis heute von der Gründerfamilie geprägt. Erling Persson gab 1982 den Chefposten an seinen Sohn Stefan Persson ab; 2009 übernahm Enkel Karl-Johan Persson die Konzernführung, 2020 wechselte er an die Spitze des Verwaltungsrats.
Nachhaltigkeitsziele: Was der Konzern selbst veröffentlicht
Die H&M Group veröffentlicht ihre Ziele samt Zwischenstand. Nachprüfbar sind derzeit unter anderem diese Angaben: Bis 2030 sollen die absoluten Treibhausgasemissionen in Scope 1, 2 und 3 gegenüber dem Basisjahr 2019 um 56 Prozent sinken, bis 2040 um mindestens 90 Prozent; beide Ziele sind nach Konzernangaben von der Science Based Targets Initiative bestätigt. Für 2025 meldet der Konzern eine Reduktion von 41 Prozent in Scope 1 und 2 sowie von 35 Prozent in Scope 3.
Beim Materialeinsatz lautet das Ziel, bis 2030 sämtliche für Handelsware bezogenen Materialien recycelt oder nachhaltiger beschafft einzukaufen; für 2025 nennt der Konzern 91 Prozent. Das Zwischenziel, 2025 dreißig Prozent zertifiziert recycelte Materialien einzusetzen, gibt er mit 32 Prozent als erreicht an. Wichtig für die Einordnung: Es handelt sich um Ziele und Selbstauskünfte des Unternehmens, nicht um Ergebnisse einer unabhängigen Prüfung.
Zu den Löhnen in der Lieferkette hält der Konzern selbst fest, dass er keine Fabriken besitzt, die Produktion an unabhängige Hersteller vergibt und die Löhne der Näherinnen und Näher daher weder zahlt noch festlegt. Verbindlich sei der Verhaltenskodex, den alle Lieferanten unterzeichnen müssen und der mindestens die gesetzlichen oder tariflichen Löhne vorschreibt. Konkrete Vorwürfe gegen einzelne Zulieferer werden in diesem Artikel nicht wiedergegeben, weil dafür jeweils eine benennbare Quelle und ein dokumentierter Ausgang nötig wären.
Vom Laden in Västerås zum Markenverbund
Erling Persson eröffnete 1947 in Västerås ein Damenmodegeschäft und nannte es Hennes, schwedisch für „ihres“. 1968 änderte das Unternehmen seinen Namen in Hennes & Mauritz und nahm Herren- und Kinderbekleidung ins Sortiment. 1974 folgte die Notierung an der Stockholmer Börse; im selben Jahr wurden die Läden auf die Abkürzung H&M umgestellt. Die erste Auslandsexpansion führte nach Norwegen, danach nach Dänemark, Großbritannien und in die Schweiz. In den 1980er-Jahren kamen die ersten Filialen in Deutschland und den Niederlanden hinzu, 2000 eröffnete das erste US-Geschäft an der Fifth Avenue in New York.
Der Aufbau des heutigen Markenverbunds begann 2007 mit COS, dessen erster Laden in London eröffnete. 2008 kamen Weekday, Monki und Cheap Monday mit dem Kauf der FaBric Scandinavien AB hinzu. 2013 startete & Other Stories, 2017 ARKET mit dem ersten Geschäft an der Regent Street in London und einem Onlineangebot in 18 europäischen Märkten. Onlinehandel betreibt H&M seit 1998, zunächst in Schweden.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1947 | Erling Persson eröffnet „Hennes“ in Västerås |
| 1968 | Umbenennung in Hennes & Mauritz, Herren- und Kindermode |
| 1974 | Börsennotierung in Stockholm, Kürzel H&M |
| 2007 | COS als erste Portfoliomarke |
| 2008 | Weekday, Monki und Cheap Monday über FaBric Scandinavien AB |
| 2013 | Start von & Other Stories |
| 2017 | Start von ARKET |
| 2021 | Start von Singular Society |
| 2023 | Looper Textile Co. als Gemeinschaftsunternehmen mit Remondis |
| 2024 | Daniel Ervér wird CEO; Cheap Monday kehrt unter Weekday zurück |
Häufige Fragen
Gehört Cheap Monday noch zu H&M?
Ja, aber nicht mehr als eigenständige Kette. Der Konzern führt Cheap Monday in seiner Organisationsübersicht als Teil von Weekday. In der Konzernchronik ist für 2024 vermerkt, dass die Marke unter dem Dach von Weekday ins Portfolio zurückkehrte. Verkauft wird sie über weekday.com sowie über ausgewählte Läden und Händler.
Wie viele Filialen betreibt die H&M Group?
Zum Ende des Geschäftsjahres 2025, also zum 30. November 2025, waren es 4.101 Filialen. Die Zahl sinkt seit Jahren: Im Geschäftsjahr 2021 waren es noch 4.801. Angaben von „über 5.000 Filialen“ entsprechen keinem der in der Fünfjahresübersicht ausgewiesenen Werte.
Wann endet das Geschäftsjahr von H&M?
Am 30. November. Das Geschäftsjahr beginnt am 1. Dezember des Vorjahres. Der Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2025 wurde am 26. März 2026 veröffentlicht, der Halbjahresbericht 2026 am 25. Juni 2026.
Wer ist der Chef der H&M Group?
Daniel Ervér, geboren 1981, ist seit dem 31. Januar 2024 Präsident und CEO der H & M Hennes & Mauritz AB. Er leitet zugleich weiterhin die Marke H&M, die er seit 2020 verantwortet. Vorgängerin war Helena Helmersson.
Gehört Sellpy zu H&M?
Ja. Die Second-Hand-Plattform Sellpy wird in der Markenübersicht des Konzerns geführt und dem Bereich New Growth & Ventures zugerechnet. Die H&M Group erhöhte 2019 ihren Anteil und ist seither nach eigenen Angaben Hauptgesellschafterin. Sellpy hat keine Filialen und ist in 24 Onlinemärkten aktiv.
Quellen
- H&M Group: Our brands – offizielle Markenübersicht
- H&M Group: Organisation and management – Konzernstruktur und Markenzuordnung
- H&M Group: Markets and expansion – Filialen und Märkte je Marke, Stand 31. Mai 2026
- H&M Group: Five year summary – Kennzahlen der Geschäftsjahre 2021 bis 2025
- H&M Group: CEO of H&M Group – Angaben zu Daniel Ervér
- H&M Group: Our history – Unternehmenschronik
- H&M Group: Our ambition and targets – Nachhaltigkeitsziele mit Zwischenstand
- H&M Group: Wages in our supply chain – Selbstauskunft zu Löhnen in der Lieferkette