Kurz beantwortet
Zur VF Corporation gehören noch zehn Marken: The North Face, Timberland, Vans, Kipling, Eastpak, JanSport, Altra, Smartwool, Napapijri und Icebreaker. Supreme wurde 2024 an EssilorLuxottica verkauft, Dickies 2025 an Bluestar Alliance. Der Konzern sitzt in Denver, Colorado, und wird seit Juli 2023 von Bracken Darrell geführt.
Das Wichtigste in Kürze
- Die V.F. Corporation wurde 1899 gegründet und hat ihren Hauptsitz in der 1551 Wewatta Street in Denver, Colorado.
- Der Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2026 nennt zehn Marken; die Markenübersicht auf vfc.com führt dieselben zehn.
- Das Geschäftsjahr weicht vom Kalenderjahr ab: Das Geschäftsjahr 2026 lief vom 30. März 2025 bis zum 28. März 2026.
- Der Umsatz betrug im Geschäftsjahr 2026 rund 9,61 Milliarden US-Dollar, nach 9,50 Milliarden im Vorjahr.
- Supreme ging am 1. Oktober 2024 an EssilorLuxottica; der vereinbarte Basiskaufpreis lag bei 1,5 Milliarden US-Dollar.
- Dickies wurde am 12. November 2025 für 600 Millionen US-Dollar in bar an Bluestar Alliance LLC übergeben.
- Die Jeansmarken Lee und Wrangler sind seit der Abspaltung von Kontoor Brands am 22. Mai 2019 nicht mehr Teil des Konzerns.
- Vorstandschef ist seit Juli 2023 Bracken Darrell, zuvor Chef von Logitech. Zum Ende des Geschäftsjahres 2026 beschäftigte VF rund 26.000 Menschen.
Welche Marken gehören heute zur VF Corporation?
VF berichtet seit dem ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 in zwei Segmenten, Outdoor und Active, plus einer Sammelkategorie „All Other“. Ein eigenes Work-Segment, das ältere Darstellungen noch führen, gibt es nicht mehr: Timberland und Timberland PRO werden seither als eine Einheit gesteuert und dem Outdoor-Segment zugeordnet. Die folgende Übersicht entspricht der Markentabelle im Geschäftsbericht.
| Segment | Marken | Hauptprodukte |
|---|---|---|
| Outdoor | The North Face, Timberland | Outdoor-Bekleidung, Schuhe, Ausrüstung, Accessoires |
| Active | Vans, Kipling, Eastpak, JanSport | Schuhe, Bekleidung, Taschen, Rucksäcke, Gepäck |
| All Other | Altra, Smartwool, Napapijri, Icebreaker | Laufschuhe, Merinowolle-Bekleidung, Outdoor-inspirierte Mode |
Timberland PRO ist eine Produktlinie der Marke Timberland, keine eigenständige Konzernmarke. Supreme und Dickies stehen in dieser Aufstellung nicht mehr – beide wurden verkauft. Die Markenseite von vfc.com listet exakt dieselben zehn Marken, was die Angaben im Geschäftsbericht bestätigt.
Welche Marken VF verkauft oder abgespalten hat
Der Konzern hat sein Portfolio in den vergangenen Jahren deutlich verkleinert. Die wichtigsten Schritte sind in den Pflichtmitteilungen an die US-Börsenaufsicht SEC dokumentiert.
| Marke bzw. Geschäft | Vollzug | Käufer bzw. Form | Wert |
|---|---|---|---|
| Lee, Wrangler (Jeansgeschäft) | 22. Mai 2019 | Abspaltung als Kontoor Brands, Inc. | kein Kaufpreis, Spin-off |
| Occupational Workwear (u. a. Red Kap, Bulwark, Kodiak) | ab Geschäftsjahr 2020 als aufgegebener Bereich ausgewiesen | Verkaufsprozess, angekündigt am 21. Januar 2020 | im Geschäftsbericht nicht beziffert |
| Supreme | 1. Oktober 2024 | EssilorLuxottica S.A. | 1,5 Mrd. USD Basiskaufpreis |
| Dickies | 12. November 2025 | Bluestar Alliance LLC | 600 Mio. USD in bar |
Der Fall Supreme wird häufig falsch wiedergegeben. Richtig ist: VF hatte die Streetwear-Marke am 28. Dezember 2020 für 2,2 Milliarden US-Dollar in bar übernommen, nachdem am 8. November 2020 ein Fusionsvertrag geschlossen worden war. Am 16. Juli 2024 vereinbarte VF den Verkauf an EssilorLuxottica; der Basiskaufpreis betrug 1,5 Milliarden US-Dollar, vorbehaltlich üblicher Anpassungen. Vollzogen wurde der Verkauf am 1. Oktober 2024. Käufer war EssilorLuxottica, nicht das Vorgängerunternehmen Luxottica. Supreme trug im Geschäftsjahr 2024 noch 538 Millionen US-Dollar Umsatz und 166 Millionen US-Dollar operativen Gewinn bei.
Bei Dickies verlief der Ablauf so: Am 15. September 2025 gab VF die Einigung mit Bluestar Alliance bekannt, am 12. November 2025 wurde der Verkauf abgeschlossen. Anders als Supreme wurde Dickies nicht als aufgegebener Geschäftsbereich behandelt, weil der Verkauf nach Einschätzung des Unternehmens keine strategische Kehrtwende darstellte. Die Dickies-Umsätze stecken deshalb noch bis zum Verkaufstag in den fortgeführten Geschäften.
Geschäftszahlen im Geschäftsjahr 2026
VF nutzt ein 52- beziehungsweise 53-Wochen-Geschäftsjahr, das am Samstag nächst dem 31. März endet. Wer VF-Zahlen mit Kalenderjahren beschriftet, produziert deshalb fast zwangsläufig Fehler. Die folgenden Werte stammen aus der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im Form 10-K und beziehen sich auf die fortgeführten Geschäfte, also ohne Supreme.
| Kennzahl | GJ 2026 (bis 28.03.2026) | GJ 2025 (bis 29.03.2025) | GJ 2024 (bis 30.03.2024) |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 9.605,2 Mio. USD | 9.504,7 Mio. USD | 9.915,7 Mio. USD |
| Betriebsergebnis | 576,6 Mio. USD | 303,8 Mio. USD | −143,9 Mio. USD |
| Konzernergebnis | 254,9 Mio. USD | −189,7 Mio. USD | −968,9 Mio. USD |
| Ergebnis je Aktie (verwässert) | 0,64 USD | −0,48 USD | −2,49 USD |
| Rohertragsmarge | 54,8 Prozent | 53,5 Prozent | – |
| Operative Marge | 6,0 Prozent | 3,2 Prozent | – |
Der Umsatzanstieg um rund ein Prozent enthält einen Währungsrückenwind von drei Prozentpunkten. Rechnerisch legte das Outdoor-Segment zu, während das Active-Segment nachgab und der Dickies-Verkauf 217,1 Millionen US-Dollar Umsatz herausnahm.
Welches Segment wie viel beiträgt
| Segment | Umsatz GJ 2026 | Umsatz GJ 2025 |
|---|---|---|
| Outdoor | 5.741,8 Mio. USD | 5.311,1 Mio. USD |
| Active | 2.721,0 Mio. USD | 2.914,3 Mio. USD |
| All Other | 1.142,4 Mio. USD | 1.279,3 Mio. USD |
| Konzern gesamt | 9.605,2 Mio. USD | 9.504,7 Mio. USD |
The North Face ist die größte Marke im Outdoor-Segment, Vans die größte im Active-Segment. Einzelmarkenumsätze weist VF im Geschäftsbericht nicht durchgängig aus; die verbreitete Angabe, The North Face und Vans machten zusammen zwei Drittel des Konzernumsatzes aus, lässt sich anhand des Berichts nicht belegen und steht dort nicht.
Regional entfielen im Geschäftsjahr 2026 50 Prozent der Erlöse auf Amerika, 35 Prozent auf Europa und 15 Prozent auf den Asien-Pazifik-Raum. 56 Prozent des Umsatzes stammten aus internationalen Märkten, 44 Prozent aus dem Direktvertrieb an Endkunden. Lizenzeinnahmen steuerten 49,7 Millionen US-Dollar bei, also weniger als ein Prozent.
Marken im Outdoor- und Active-Segment
The North Face bietet Bekleidung, Oberbekleidung, Sportswear und Schuhe für Erwachsene und Kinder; die Ausrüstungslinie umfasst Zelte, Schlafsäcke, Rucksäcke und Zubehör. Viele Produkte sind für Wintersport und Höhenbergsteigen ausgelegt. Timberland steht für wetterfeste Schuhe, Bekleidung und Accessoires, ergänzt um die Arbeitsschutzlinie Timberland PRO. VF hatte Timberland am 13. September 2011 vollständig übernommen, für 2,3 Milliarden US-Dollar in bar.
Vans ist die größte Marke des Active-Segments und verkauft Performance- und Freizeitschuhe sowie Bekleidung mit Wurzeln in Skate-, Musik- und Streetkultur – ein Lifestyle-Profil, das VF im Geschäftsbericht ausdrücklich als Zielgruppenmerkmal beschreibt. Kipling führt Taschen, Gepäck, Rucksäcke und Accessoires, Eastpak und JanSport stehen für Rucksäcke und Gepäck.
In der Sammelkategorie „All Other“ führt VF vier kleinere Marken: Altra (Laufschuhe), Smartwool (Merinowolle-Bekleidung und -Accessoires), Napapijri (hochwertige, outdoor-inspirierte Mode) und Icebreaker (Funktionsbekleidung aus Naturfasern).
Führung, Umbau und Eigentümer
President und Chief Executive Officer ist seit Juli 2023 Bracken Darrell. Er kam von Logitech International, wo er von Januar 2013 bis Juni 2023 Vorstandschef war. Sein Vorgänger Steve Rendle, den ältere Artikel noch als amtierenden CEO führen, ist nicht mehr im Amt. Finanzchef war ab Juli 2024 Paul Vogel; zum 1. August 2026 übernahm Abhishek Dalmia zusätzlich zu seiner Rolle als Chief Operating Officer den Posten des Chief Financial Officer.
Der Umbau des Konzerns folgt den beim Investorentag im Oktober 2024 gesetzten Zielen: eine operative Marge von zehn Prozent im Geschäftsjahr 2028 und ein Verschuldungsgrad von höchstens dem 2,5-Fachen bis dahin. Mit Kostendisziplin, geringerem Kapitalbedarf im Umlaufvermögen und den Erlösen aus den Verkäufen von Supreme und Dickies senkte VF die langfristigen Verbindlichkeiten binnen zweier Geschäftsjahre um 2,2 Milliarden US-Dollar.
Die VF-Aktie notiert an der New York Stock Exchange unter dem Kürzel VFC. Größere Anteilseigner weist die Einladung zur Hauptversammlung 2026 zum Stand 31. Dezember 2025 aus: PNC Bank, N.A. und verbundene Gesellschaften einschließlich der Treuhandkonten der Familie Barbey mit 9,7 Prozent, The Vanguard Group mit 9,5 Prozent, Dodge & Cox mit 8,4 Prozent, BlackRock mit 7,4 Prozent, M&G Plc mit 6,6 Prozent, Todd Barbey mit 5,2 Prozent und Northern Trust mit 5,1 Prozent. Marktkapitalisierung und Tageskurs nennt dieser Artikel bewusst nicht – sie ändern sich laufend und werden regelmäßig mit dem Umsatz verwechselt.
Produktion und Vertrieb
VF lässt fertig konfektionierte Ware bei unabhängigen Auftragsfertigern herstellen. Im Geschäftsjahr 2026 waren das rund 231 Millionen Einheiten aus etwa 216 Fabriken in rund 24 Ländern, gesteuert über drei regionale Beschaffungsdrehkreuze. Der Konzern betreibt weltweit 13 Distributionszentren und 1.080 eigene Läden. Die Abhängigkeit von einzelnen Handelspartnern ist begrenzt: Auf die zehn größten Kunden entfielen rund 17 Prozent des Umsatzes, auf die fünf größten rund zwölf Prozent und auf den größten einzelnen Kunden rund vier Prozent.
Häufige Fragen
Gehört Supreme noch zur VF Corporation?
Nein. VF hat Supreme am 1. Oktober 2024 an EssilorLuxottica übergeben. Der am 16. Juli 2024 vereinbarte Basiskaufpreis lag bei 1,5 Milliarden US-Dollar. Übernommen hatte VF die Marke am 28. Dezember 2020 für 2,2 Milliarden US-Dollar in bar.
Gehört Dickies noch zur VF Corporation?
Nein. Der Verkauf an Bluestar Alliance LLC wurde am 15. September 2025 vereinbart und am 12. November 2025 vollzogen. Der Kaufpreis betrug 600 Millionen US-Dollar in bar, vorbehaltlich üblicher Anpassungen.
Gehören Lee und Wrangler zu VF?
Nein. Das Jeansgeschäft mit Lee und Wrangler wurde am 22. Mai 2019 als eigenständiges börsennotiertes Unternehmen Kontoor Brands, Inc. abgespalten. Es handelte sich um einen Spin-off, nicht um einen Verkauf.
Wie viel Umsatz macht VF Corporation?
Im Geschäftsjahr 2026, das vom 30. März 2025 bis zum 28. März 2026 lief, erzielte VF 9,61 Milliarden US-Dollar Umsatz. Ältere Angaben von 10,5 oder 11,6 Milliarden US-Dollar beziehen sich auf frühere Geschäftsjahre, in denen Supreme, Dickies oder das Jeansgeschäft noch enthalten waren.
Wo hat VF Corporation ihren Sitz?
Der Hauptsitz liegt in der 1551 Wewatta Street in Denver, Colorado. Gegründet wurde das Unternehmen 1899. Zum Ende des Geschäftsjahres 2026 arbeiteten rund 26.000 Menschen für den Konzern, davon etwa 56 Prozent in Vollzeit und rund 51 Prozent in den USA.
Quellen
- V.F. Corporation, Form 10-K für das Geschäftsjahr zum 28. März 2026 (SEC)
- VF Corporation, Markenübersicht auf vfc.com
- V.F. Corporation, Form 8-K vom 17. Juli 2024: Kaufvertrag über Supreme mit EssilorLuxottica
- V.F. Corporation, Form 10-K für das Geschäftsjahr zum 3. April 2021: Übernahme von Supreme
- V.F. Corporation, Einladung zur Hauptversammlung 2026 (DEF 14A) mit Aktionärsstruktur
- V.F. Corporation, Form 8-K vom 29. Juli 2026: Wechsel im Finanzvorstand