Welche Firmen gehören zu Richemont?

Welche Firmen gehören zu Richemont

Kurz beantwortet

Zur Compagnie Financière Richemont SA gehören nach Angaben des Konzerns 23 Maisons und Geschäftsbereiche in drei Sparten: Schmuck (Buccellati, Cartier, Van Cleef & Arpels, Vhernier), Spezialisierte Uhrmacher (A. Lange & Söhne, IWC Schaffhausen, Jaeger-LeCoultre, Panerai, Piaget, Roger Dubuis, Vacheron Constantin) sowie Mode und Accessoires, darunter Alaïa, Chloé, Delvaux, dunhill und Montblanc. Baume & Mercier gehört seit dem 1. Juli 2026 nicht mehr dazu.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Compagnie Financière Richemont SA wurde 1988 von Johann Rupert gegründet – durch die Abspaltung der internationalen Beteiligungen der südafrikanischen Rembrandt Group.
  • Der Sitz ist Chemin de la Chênaie 50 in 1293 Bellevue im Kanton Genf.
  • Das Portfolio umfasst 23 Maisons und Geschäftsbereiche in drei Sparten (Stand: richemont.com, August 2026).
  • Richemont bilanziert nicht nach Kalenderjahr: Das Geschäftsjahr endet am 31. März.
  • Im Geschäftsjahr bis 31. März 2026 lag der Konzernumsatz bei 22,4 Mrd. €, das Betriebsergebnis bei 4,5 Mrd. € (Marge 20,0 %), der Jahresgewinn bei 3.484 Mio. €.
  • Die Compagnie Financière Rupert hielt zum 31. März 2026 10,18 % des Kapitals und 50,60 % der Stimmrechte.
  • Konzernchef ist Nicolas Bos, Präsident des Verwaltungsrats Johann Rupert, Finanzchef Burkhart Grund.
  • Der Onlinehändler YNAP (Net-a-Porter, Mr Porter, Yoox, The Outnet) ging im April 2025 an Mytheresa; Richemont erhielt dafür 33 % der Mytheresa-Anteile.
  • Richemont beschäftigt nach eigenen Angaben über 40.000 Menschen und betreibt mehr als 2.300 Monomarken-Boutiquen.

Welche Marken gehören 2026 zu Richemont?

Richemont ordnet seine Marken in drei Geschäftsbereiche. Die folgende Liste entspricht der Aufstellung, die der Konzern selbst im Bereich „Our Maisons“ und in seinen Pressemitteilungen führt – zuletzt in der Mitteilung zum Verkauf von Baume & Mercier vom 1. Juli 2026.

SparteMaisons und Geschäftsbereiche
Schmuck-MaisonsBuccellati, Cartier, Van Cleef & Arpels, Vhernier
Spezialisierte UhrmacherA. Lange & Söhne, IWC Schaffhausen, Jaeger-LeCoultre, Panerai, Piaget, Roger Dubuis, Vacheron Constantin
Übrige, überwiegend Mode & AccessoiresAlaïa, Chloé, Delvaux, dunhill, G/FORE, Gianvito Rossi, Montblanc, Peter Millar, Purdey, Serapian sowie TimeVallée und Watchfinder & Co.

TimeVallée ist kein Markenhaus, sondern ein 2015 gestartetes Mehrmarken-Uhrenhandelskonzept; Watchfinder & Co. ist ein 2018 übernommener britischer Händler für gebrauchte Premiumuhren. Beide zählt Richemont zu den „Maisons und Geschäftsbereichen“, nicht zu den Uhrenmanufakturen.

Was Richemont nicht mehr gehört

Zwei Abgänge haben das Portfolio zuletzt spürbar verändert. Am 24. April 2025 schloss Mytheresa die Übernahme der Yoox-Net-a-Porter-Gruppe (YNAP) von Richemont ab. Richemont übergab YNAP samt einer Netto-Liquidität von 555 Mio. € und ohne Finanzschulden und erhielt im Gegenzug 49.741.342 Aktien, also 33 % des voll verwässerten Kapitals von Mytheresa. Das Unternehmen firmiert seit 1. Mai 2025 als LuxExperience B.V. und wird an der New Yorker Börse unter dem Kürzel „LUXE“ gehandelt. Net-a-Porter, Mr Porter, Yoox und The Outnet gehören damit nicht mehr zu Richemont.

Am 1. Juli 2026 meldeten Richemont und die italienische Damiani-Gruppe den Vollzug des Verkaufs von Baume & Mercier. Die Maison, die seit den Anfängen des Konzerns zum Portfolio gehört hatte, ist damit ausgeschieden. Zu den finanziellen Konditionen machten beide Seiten keine Angaben. Früher verkauft wurden unter anderem Shanghai Tang (2017) und Lancel (2018, an Piquadro).

Umsatz, Geschäftsjahr und die häufigste Verwechslung

Richemont-Zahlen werden oft falsch datiert, weil der Konzern nicht nach Kalenderjahr bilanziert. Das Geschäftsjahr endet jeweils am 31. März. Eine Angabe „Umsatz 2025“ ist deshalb ohne Zusatz mehrdeutig. Ebenso wenig darf der Konzernumsatz mit dem Umsatz einer Sparte oder mit der Börsenbewertung gleichgesetzt werden. Die folgenden Werte stammen aus der Ad-hoc-Mitteilung zum Geschäftsjahr, das am 31. März 2026 endete.

Kennzahl (Geschäftsjahr bis 31.03.2026)WertVeränderung
Konzernumsatz22,4 Mrd. €+11 % zu konstanten, +5 % zu aktuellen Kursen
Schmuck-Maisons16,5 Mrd. €+14 % konstant / +8 % aktuell
Spezialisierte Uhrmacher3,1 Mrd. €+1 % konstant / −4 % aktuell
Übrige2,7 Mrd. €+3 % konstant / −2 % aktuell
Betriebsergebnis4,5 Mrd. €Marge 20,0 %
Jahresgewinn3.484 Mio. €+27 % (Vorjahr 2.750 Mio. €)

Für das laufende Geschäftsjahr meldete Richemont am 15. Juli 2026 für das erste Quartal bis 30. Juni 2026 einen Umsatz von 6,3 Mrd. €, ein Plus von 20 % zu konstanten und 17 % zu aktuellen Wechselkursen. Davon entfielen 4.732 Mio. € auf die Schmuck-Maisons, 873 Mio. € auf die Spezialisierten Uhrmacher und 724 Mio. € auf die übrigen Geschäftsbereiche.

Für das abgelaufene Geschäftsjahr schlägt der Verwaltungsrat eine ordentliche Dividende von 3,30 CHF sowie eine Sonderdividende von 1,00 CHF je A-Aktie beziehungsweise je zehn B-Aktien vor. Darüber entscheidet die Generalversammlung am 9. September 2026 in Genf.

Wem gehört Richemont?

Die A-Aktien sind an der SIX Swiss Exchange kotiert und Teil des Swiss Market Index; eine Zweitnotierung besteht an der Johannesburger Börse. Das eingetragene Aktienkapital beträgt 591.340.298 CHF, verteilt auf 1.075.164.178 Aktien, von denen 537.582.089 A-Aktien börsengehandelt sind.

Die Kontrolle liegt bei der Familie Rupert. Laut Corporate-Governance-Bericht zum Geschäftsjahr 2025/26 hielt die Compagnie Financière Rupert 6.418.850 A-Aktien und 537.582.089 B-Aktien, das entspricht 10,18 % des Kapitals, aber 50,60 % der Stimmrechte. Diese Doppelstruktur aus A- und B-Aktien ist der Kern der Eigentümerfrage: Kapitalanteil und Stimmrecht fallen bei Richemont weit auseinander.

Wer den Konzern führt

Präsident des Verwaltungsrats ist der Gründer Johann Rupert, nicht-exekutiver Vizepräsident ist Bram Schot. Konzernchef (Group Chief Executive Officer) ist Nicolas Bos, Finanzchef Burkhart Grund. Dem Verwaltungsrat gehören 15 Mitglieder an, davon 13 nicht-exekutive.

Im Senior Executive Committee sitzen neben Rupert, Bos und Grund unter anderem Karlheinz Baumann (Operations), Louis Ferla als CEO von Cartier, Catherine Rénier als CEO von Van Cleef & Arpels, Patricia Gandji (CEO Regions), Bérangère Ruchat (Nachhaltigkeit), Marie-Aude Stocker (Personal) sowie seit 1. Januar 2026 Renaud Litré als Chief Platforms Officer.

Wie das Portfolio entstanden ist

Richemont hat sein Portfolio in mehreren Wellen zusammengekauft. Die folgenden Stationen stammen aus der Firmenchronik des Konzerns.

JahrSchritt
1988Gründung der Compagnie Financière Richemont SA durch Johann Rupert
1993Bündelung der Luxusgüter im britisch notierten Vendôme Luxury Group
1994Übernahme des britischen Büchsenmachers James Purdey & Sons
1996Übernahme von Vacheron Constantin
1997Übernahme von Panerai und Lancel
199960 % an Van Cleef & Arpels
2000Übernahme von A. Lange & Söhne, IWC Schaffhausen und Jaeger-LeCoultre
2003vollständige Übernahme von Van Cleef & Arpels und A. Lange & Söhne
2007Übernahme der Pariser Couture-Maison Alaïa
2012Übernahme von Peter Millar
2017Übernahme von Serapian
2018vollständige Übernahme von YNAP und Kauf von Watchfinder & Co.
2019Übernahme von Buccellati
2021Übernahme von Delvaux
2024Mehrheit an Gianvito Rossi, Übernahme von Vhernier

Montblanc: die deutsche Maison im Portfolio

Montblanc mit Sitz in Hamburg ist die bekannteste deutsche Marke der Gruppe und zählt zur Sparte „Übrige, überwiegend Mode & Accessoires“. Neben Schreibgeräten führt Montblanc Lederwaren, Uhren und Accessoires. 1992 gründete die Maison die Montblanc Cultural Foundation, 2022 eröffnete in Hamburg das Ausstellungshaus Montblanc Haus.

Was Richemont nicht veröffentlicht

Zahlen, die im Netz häufig einzelnen Richemont-Marken zugeschrieben werden, gibt es in dieser Form nicht. Der Konzern weist Umsatz und Betriebsergebnis nur nach Sparten aus, nicht je Maison. Es gibt daher keinen offiziellen „Cartier-Umsatz“, keine offizielle operative Marge für Van Cleef & Arpels und keine amtliche Boutiquenzahl je Marke. Wer solche Werte liest, sollte nach der Quelle fragen – meist handelt es sich um Schätzungen von Analysten oder um schlicht erfundene Angaben.

Auch die Beschäftigtenzahl veröffentlicht Richemont nur als Konzernwert: In der Gruppenpräsentation nennt der Konzern „über 40.000“ Mitarbeitende und mehr als 2.300 Monomarken-Boutiquen.

Häufige Fragen

Wie viele Marken gehören zu Richemont?

Richemont führt 23 Maisons und Geschäftsbereiche in drei Sparten. Darin enthalten sind auch das Handelskonzept TimeVallée und der Gebrauchtuhren-Händler Watchfinder & Co., die keine eigenen Manufakturmarken sind.

Gehört Baume & Mercier noch zu Richemont?

Nein. Richemont und die Damiani-Gruppe gaben am 1. Juli 2026 den Vollzug der Übernahme von Baume & Mercier durch Damiani bekannt. Der Kaufpreis wurde nicht veröffentlicht.

Gehören Net-a-Porter und Yoox noch zu Richemont?

Nein. Die Yoox-Net-a-Porter-Gruppe ging am 24. April 2025 an Mytheresa. Richemont hält seither 33 % am Käufer, der heute als LuxExperience B.V. firmiert, aber keine Anteile mehr an YNAP selbst.

Wer ist der größte Aktionär von Richemont?

Die Compagnie Financière Rupert. Sie hielt zum 31. März 2026 10,18 % des Kapitals, über ihre B-Aktien aber 50,60 % der Stimmrechte und damit die Kontrolle.

Wie hoch ist der Umsatz von Richemont?

Im Geschäftsjahr, das am 31. März 2026 endete, setzte der Konzern 22,4 Mrd. € um. Weil das Geschäftsjahr nicht dem Kalenderjahr entspricht, sollte immer das Stichdatum mitgenannt werden.

Quellen

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