Wem gehört Aston Martin – Eigentümer und Anteile 2026

Wem gehört Aston Martin

Kurz beantwortet

Aston Martin gehört der börsennotierten Aston Martin Lagonda Global Holdings plc in London. Größter Anteilseigner ist das Yew Tree Consortium um Lawrence Stroll mit rund 32,65 Prozent. Dahinter stehen der saudische Staatsfonds Public Investment Fund mit 16,70 Prozent, Geely mit 14,08 Prozent und die Mercedes-Benz AG mit 7,54 Prozent. Der Rest ist Streubesitz.

Das Wichtigste in Kürze

  • Aston Martin Lagonda Global Holdings plc ist seit dem 3. Oktober 2018 an der Londoner Börse notiert (Kürzel AML).
  • Im Rundschreiben zur außerordentlichen Hauptversammlung vom 20. Februar 2026 nennt das Unternehmen für das Yew Tree Consortium 32,65 Prozent, für Geely International 14,08 Prozent und für die Mercedes-Benz AG 7,54 Prozent des ausgegebenen Kapitals.
  • Der Public Investment Fund meldete am 12. Mai 2025 einen Stimmrechtsanteil von 16,697 Prozent – davon 2,80 Prozent mittelbar über Lucid Group und Atieva.
  • Auslöser der letzten Verschiebung war die Kapitalerhöhung im Mai 2025: 75 Millionen neue Aktien, gezeichnet vom Yew Tree Consortium, verwässerten alle übrigen Anteilseigner.
  • Executive Chairman ist Lawrence Stroll, Chief Executive Officer seit dem 1. Oktober 2024 Adrian Hallmark, Finanzvorstand Doug Lafferty.
  • 2025 setzte Aston Martin 1.258 Millionen Pfund um (2024: 1.584 Millionen Pfund) und wies einen Vorsteuerverlust von 363,9 Millionen Pfund aus.
  • 2025 gingen 5.448 Fahrzeuge in den Großhandel, nach 6.030 im Jahr 2024.
  • Das Formel-1-Team gehört nicht dem Autohersteller: Aston Martin Lagonda verkaufte seinen Anteil an der AMR GP Holdings Ltd im dritten Quartal 2025 und trennte sich 2026 auch von den Namensrechten.

Wer hält heute welche Anteile an Aston Martin?

Aston Martin ist kein Familienbetrieb und gehört auch keinem Autokonzern. Eigentümerin der Marke ist eine an der Londoner Börse gehandelte Aktiengesellschaft, deren Kapital sich auf vier große Blöcke und den Streubesitz verteilt. Die folgenden Werte stammen aus Pflichtmitteilungen des Unternehmens selbst – aus den Stimmrechtsmitteilungen (TR-1) vom Mai 2025 und aus dem Aktionärsrundschreiben vom Februar 2026.

AnteilseignerAnteilBeleg / Stand
Yew Tree Consortium (Lawrence Stroll und Mitinvestoren)32,65 %Aktionärsrundschreiben, 20.02.2026
Public Investment Fund (Saudi-Arabien)16,70 %TR-1-Meldung, 12.05.2025
Geely International (Li Shufu)14,08 %Aktionärsrundschreiben, 20.02.2026
Mercedes-Benz AG7,54 %Aktionärsrundschreiben, 20.02.2026
Atieva/Lucid (im PIF-Anteil enthalten)2,80 %TR-1-Meldung, 15.05.2025

Wichtig für das Verständnis der Zahlen: Der Anteil von Lucid beziehungsweise dessen Tochter Atieva zählt zum Meldebestand des Public Investment Fund, weil der Staatsfonds Lucid kontrolliert. Er darf also nicht zusätzlich addiert werden. Zusammen kamen Yew Tree, Geely und Mercedes-Benz im Februar 2026 auf 54,27 Prozent des Kapitals – genug, um eine Abstimmung auf der Hauptversammlung im Alleingang zu entscheiden.

Wie die heutige Struktur entstanden ist

Die Eigentümerstruktur von Aston Martin verschiebt sich seit 2020 in kurzen Abständen – nicht durch Übernahmen, sondern durch Kapitalerhöhungen. Im Januar 2020 stieg Lawrence Strolls Yew Tree Overseas Limited mit 16,7 Prozent für 182 Millionen Pfund ein, begleitet von einer Bezugsrechtsemission. Seither hat das Unternehmen mehrfach frisches Eigenkapital aufgenommen, um Schulden und Entwicklungskosten zu tragen.

Der letzte große Schritt fiel in den Mai 2025: Aston Martin gab 75 Millionen neue Aktien aus, die das Yew Tree Consortium zeichnete. Der Effekt lässt sich an den Pflichtmitteilungen genau ablesen. Lawrence Stroll meldete am 12. Mai 2025 einen Anstieg von 27,67 auf 32,07 Prozent. Am selben Tag meldete Geely eine Verringerung von 15,22 auf 14,09 Prozent, der Public Investment Fund einen Rückgang von 18,03 auf 16,70 Prozent. Mercedes-Benz gab am 13. Mai 2025 den Rückgang von 8,15 auf 7,55 Prozent bekannt.

Auch 2026 blieb das Yew Tree Consortium der Geldgeber der letzten Instanz: Im April 2026 sagte es eine Kreditlinie über 50 Millionen Pfund zu, deren Vollzugsbedingungen Ende Juni 2026 erfüllt waren. Im Juli 2026 folgte eine neue Fremdfinanzierung über 550 Millionen Pfund.

Die Eigentümerkette von 1913 bis zum Börsengang

Aston Martin hat in gut hundert Jahren mehr Eigentümerwechsel erlebt als fast jeder andere Automobilhersteller. Die Marke ging mehrfach in die Insolvenz und wurde jedes Mal von einem neuen Geldgeber aufgefangen.

JahrEigentümerwechsel
1913Gründung als Bamford & Martin Ltd. durch Lionel Martin und Robert Bamford
1925Nach der Insolvenz Übernahme durch eine Gruppe um Bill Renwick, Augustus Bertelli und Lady Charnwood; Umbenennung in Aston Martin Motors
1932Übergang an Sir Arthur Sutherland
1947Kauf durch David Brown Limited, das kurz darauf auch Lagonda erwirbt
1972David Brown gibt das Unternehmen für 101 Pfund an Company Developments ab, nachdem er die Schulden getilgt hat
1975Verkauf aus der Zwangsverwaltung für 1,05 Millionen Pfund an Peter Sprague, George Minden und Jeremy Turner
1987–1993Ford übernimmt zunächst 75 Prozent und danach das gesamte Unternehmen
2007Verkauf für 475 Millionen Pfund an ein Konsortium um David Richards (Prodrive) mit kuwaitischen Investoren; Ford behält 40 Millionen Pfund
2012Investindustrial übernimmt 37,5 Prozent im Rahmen einer Kapitalerhöhung über 150 Millionen Pfund
2018Börsengang der Aston Martin Lagonda Global Holdings plc in London
2020Einstieg des Yew Tree Consortium um Lawrence Stroll

Warum das Formel-1-Team nicht dem Autohersteller gehört

Das ist der Punkt, an dem die meisten Darstellungen durcheinandergeraten. Das Aston Martin Aramco Formula One Team und die Aston Martin Lagonda Global Holdings plc sind zwei verschiedene Unternehmen. Der Rennstall wird von der AMR GP Holdings Ltd. betrieben, die Lawrence Stroll mittelbar mehrheitlich kontrolliert – also derselbe Investor, der auch das Yew Tree Consortium anführt, aber eben in einer anderen Gesellschaft.

Der Autohersteller hielt zeitweise selbst eine Beteiligung am Team. Diese hat er im dritten Quartal 2025 verkauft und daraus rund 106 Millionen Pfund netto erlöst. Im Februar 2026 ging Aston Martin noch einen Schritt weiter: Das Unternehmen kündigte an, AMR GP die Rechte an der Nutzung des Namens „Aston Martin F1 Team“ sowie als Chassis-Bezeichnung dauerhaft für 50 Millionen Pfund in bar zu überlassen. Weil Lawrence Stroll auf beiden Seiten des Geschäfts steht, war dafür nach Abschnitt 190 des britischen Companies Act 2006 eine Zustimmung der Hauptversammlung nötig; Goldman Sachs International bestätigte die Angemessenheit. Die Aktionäre stimmten am 9. März 2026 zu.

Für die Frage „Wem gehört Aston Martin?“ heißt das: Wer den Rennstall meint, landet bei Lawrence Stroll und AMR GP. Wer die Automarke meint, landet bei der börsennotierten Aston Martin Lagonda Global Holdings plc – an der Stroll zwar der größte, aber eben nicht der alleinige Anteilseigner ist. Die Verbindung zwischen beiden ist seit 2026 vertraglich ein Sponsoring- und Lizenzverhältnis, keine Konzernzugehörigkeit.

Geschäftszahlen: Was die Eigentümer finanzieren

Die häufigen Kapitalerhöhungen haben einen nüchternen Grund. Aston Martin schreibt seit dem Börsengang Verluste, und die Investitionen in neue Modelle übersteigen den laufenden Mittelzufluss.

Kennzahl20242025
Umsatz1.584 Mio. £1.258 Mio. £
Vorsteuerergebnis−289,1 Mio. £−363,9 Mio. £
Großhandelsvolumen6.030 Fahrzeuge5.448 Fahrzeuge

Im ersten Halbjahr 2026 zeigte die Kurve erstmals wieder nach oben: 628,6 Millionen Pfund Umsatz (Vorjahreszeitraum: 454,4 Millionen), 2.331 ausgelieferte Fahrzeuge (1.922) und eine Bruttomarge von 33,8 Prozent nach 27,9 Prozent. Der Vorsteuerverlust lag dennoch bei 154,2 Millionen Pfund, die Nettoverschuldung zum 30. Juni 2026 bei 1.544,7 Millionen Pfund. Getragen wurde die Verbesserung vor allem von den Sondermodellen: Vom Valhalla lieferte Aston Martin im ersten Halbjahr 2026 über 220 Exemplare aus.

Was Geely, Mercedes-Benz und der Staatsfonds von der Beteiligung haben

Die drei großen Minderheitsaktionäre verfolgen erkennbar unterschiedliche Zwecke. Die Mercedes-Benz AG ist kein reiner Finanzinvestor: Ihre Beteiligung ist mit einer Technologiepartnerschaft verbunden, über die Aston Martin Antriebe und Elektronikarchitektur bezieht. Geely hält seinen Anteil über Geely International (Hong Kong) Limited und ist damit derselbe Eigentümerkreis, der auch hinter Volvo Cars, Lotus und Polestar steht. Der Public Investment Fund ist der Staatsfonds Saudi-Arabiens und über Lucid zusätzlich mittelbar beteiligt.

Gemeinsam ist allen drei Beteiligungen, dass sie seit 2020 verwässert wurden, weil sie an den Kapitalerhöhungen nicht in vollem Umfang teilnahmen. Wer den Verlauf der Anteile nachvollziehen will, findet in den TR-1-Meldungen auf der Investorenseite des Unternehmens die jeweils vorherige und die neue Quote nebeneinander.

Aston Martin und Elektromobilität

Aston Martin hat den Zeitplan für das erste vollelektrische Serienmodell mehrfach verschoben. Belastbar dokumentiert ist der aktuelle Produktzyklus in den Quartalsberichten: Die Sondermodell-Reihe um den Valhalla trägt derzeit die Margen, während die Elektro-Plattform weiter Entwicklungskosten bindet. Konkrete Termin- und Stückzahlangaben für ein reines Elektromodell nennt das Unternehmen in seinen Pflichtveröffentlichungen bislang nicht – Zahlen, die dazu kursieren, stammen nicht aus offiziellen Mitteilungen und bleiben hier deshalb außen vor.

Häufige Fragen

Wem gehört Aston Martin heute?

Der Automarke Aston Martin steht die börsennotierte Aston Martin Lagonda Global Holdings plc vor. Größter Anteilseigner ist mit rund 32,65 Prozent das Yew Tree Consortium um Lawrence Stroll. Es folgen der saudische Public Investment Fund mit 16,70 Prozent, Geely mit 14,08 Prozent und die Mercedes-Benz AG mit 7,54 Prozent.

Gehört Aston Martin zu Mercedes-Benz?

Nein. Die Mercedes-Benz AG hielt zuletzt 7,54 Prozent und ist damit Minderheitsaktionärin. Sie hat weder die Mehrheit noch die Kontrolle. Die Beteiligung ist mit einer Technologiepartnerschaft verknüpft, über die Aston Martin Antriebs- und Elektronikkomponenten bezieht.

Gehört das Formel-1-Team zu Aston Martin?

Rechtlich nicht. Der Rennstall wird von der AMR GP Holdings Ltd. betrieben, die Lawrence Stroll mittelbar mehrheitlich kontrolliert. Aston Martin Lagonda verkaufte seine Beteiligung am Team im dritten Quartal 2025 und überließ AMR GP 2026 auch die Namensrechte für 50 Millionen Pfund. Es verbindet beide seither ein Lizenz- und Sponsoringverhältnis.

Seit wann ist Aston Martin börsennotiert?

Seit dem 3. Oktober 2018. Die Aktie der Aston Martin Lagonda Global Holdings plc wird an der London Stock Exchange unter dem Kürzel AML gehandelt. Vor dem Börsengang gehörte das Unternehmen einem Konsortium um Investindustrial und kuwaitische Investoren.

Wer führt Aston Martin operativ?

Chief Executive Officer ist seit dem 1. Oktober 2024 Adrian Hallmark. Executive Chairman ist Lawrence Stroll, Finanzvorstand Doug Lafferty. Die Position des CEO war seit 2020 mehrfach neu besetzt worden.

Wie viele Autos baut Aston Martin im Jahr?

2025 gingen 5.448 Fahrzeuge in den Großhandel, 2024 waren es 6.030. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Unternehmen ein Volumen auf dem Niveau von 2025. Aston Martin gehört damit zu den kleinsten börsennotierten Automobilherstellern der Welt – die Käuferschaft ist entsprechend exklusiv und verfügt in aller Regel über beträchtliches Vermögen.

Quellen