Kurz beantwortet
Loro Piana gehört mehrheitlich zum französischen Luxuskonzern LVMH. Dieser übernahm im Juli 2013 80 Prozent der Anteile; die restlichen 20 Prozent blieben bei Sergio und Pier Luigi Loro Piana. Gegründet wurde das Unternehmen 1924 von Pietro Loro Piana in Quarona im Piemont. Bei LVMH zählt es zum Geschäftsbereich Fashion & Leather Goods. CEO ist seit Juni 2025 Frédéric Arnault.
Das Wichtigste in Kürze
- LVMH übernahm im Juli 2013 80 Prozent von Loro Piana und ist seither Mehrheitseigentümer.
- Die Familie Loro Piana behielt einen Minderheitsanteil von 20 Prozent.
- LVMH führt Loro Piana im Geschäftsbereich Fashion & Leather Goods, gemeinsam mit Louis Vuitton, Dior, Fendi und Loewe.
- Gegründet 1924 in Quarona im Piemont; die Familie handelte laut LVMH schon seit dem frühen 19. Jahrhundert mit Wolle.
- LVMH nennt zehn Produktionsstätten, alle in Italien, und 180 Geschäfte weltweit.
- Pro Jahr entstehen nach Konzernangaben vier Millionen Meter Stoff.
- Die Rohstoffe kommen aus Nordchina und der Mongolei (Kaschmir), Südamerika (Vikunja), Australien und Neuseeland (Extrafeine Merinowolle) sowie Myanmar (Lotusblumenfaser).
- Einen eigenen Markenumsatz für Loro Piana veröffentlicht LVMH nicht.
Wer die Anteile an Loro Piana hält
Bis 2013 war Loro Piana ein reines Familienunternehmen. Im Juli 2013 gab LVMH die Übernahme der Mehrheit bekannt. Der Konzern erwarb 80 Prozent der Anteile, die Brüder Sergio und Pier Luigi Loro Piana behielten die übrigen 20 Prozent und blieben zunächst in der Unternehmensführung.
| Anteil | Halter | seit | Beleg |
|---|---|---|---|
| 80 Prozent | LVMH | Juli 2013 | Wikipedia (deutsch und englisch) |
| 20 Prozent | Sergio und Pier Luigi Loro Piana | Juli 2013 | Wikipedia (deutsch) |
Zum Kaufpreis kursieren zwei Angaben: Die deutschsprachige Wikipedia nennt zwei Milliarden Euro für die 80 Prozent, die englischsprachige beziffert die Transaktion einschließlich übernommener Verbindlichkeiten auf 2,6 Milliarden US-Dollar. LVMH selbst nennt auf seiner Unternehmensseite zu Loro Piana weder Kaufpreis noch Beteiligungsquote.
Ob die 20 Prozent der Familie seither ganz oder teilweise an LVMH übergegangen sind, lässt sich nicht belastbar belegen. Eine aktuelle Beteiligungsquote veröffentlicht der Konzern nicht. Wer eine exakte heutige Aufteilung nennt, tut das ohne öffentliche Grundlage.
LVMH als Mutterkonzern
LVMH ist der größte Luxusgüterkonzern der Welt. Nach eigenen Angaben umfasst die Gruppe mehr als 75 Maisons, beschäftigt 211.000 Menschen und betreibt 6.283 Geschäfte. Für das Geschäftsjahr 2025 weist der Konzern 80,8 Milliarden Euro Umsatz, 10,9 Milliarden Euro Konzerngewinn (Anteil der Aktionäre) und eine operative Marge von 22 Prozent aus.
Der Konzern gliedert sich in sechs Geschäftsbereiche: Mode und Lederwaren, Weine und Spirituosen, Parfüm und Kosmetik, Uhren und Schmuck, selektiver Einzelhandel sowie sonstige Aktivitäten. Loro Piana ist dem Bereich Fashion & Leather Goods zugeordnet – gemeinsam mit Louis Vuitton, Christian Dior Couture, Fendi, Celine, Loewe, Berluti, Givenchy, Kenzo, Marc Jacobs, Moynat, Pucci, Rimowa, Vuarnet und Barton Perreira.
An der Spitze von LVMH steht Bernard Arnault als Chairman und Chief Executive Officer. Zum Vermögen der Familie Arnault veröffentlicht der Konzern selbst keine Angaben.
Von Trivero nach Quarona: die Familiengeschichte
Die häufig gelesene Zahl „seit 1924“ greift zu kurz. LVMH schreibt, die Familie Loro Piana habe bereits seit dem frühen 19. Jahrhundert mit Wolle gehandelt; die Wikipedia datiert den Beginn auf 1812 und verortet die Familie ursprünglich in Trivero. Wollwebereien entstanden im Valsesia und in Quarona. Erst 1924 gründete Pietro Loro Piana in Quarona die Gesellschaft, aus der das heutige Unternehmen hervorging.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| frühes 19. Jh. | Die Familie handelt in Trivero mit Wollstoffen (LVMH; Wikipedia nennt 1812) |
| 1924 | Pietro Loro Piana gründet in Quarona (Piemont) die Ing. Loro Piana & C. |
| nach 1945 | Franco Loro Piana, Enkel Pietros, baut den Export nach Europa, Amerika und Japan auf |
| 1975 | Sergio und Pier Luigi Loro Piana übernehmen die Leitung |
| 1994 | Beginn der Arbeit mit der Vikunja-Faser |
| 1997 | Vereinbarung mit Peru und Andengemeinden über Faser vom lebenden Tier |
| 2008 | Finanzierung des ersten privaten Vikunja-Schutzgebiets in Peru |
| Juli 2013 | LVMH übernimmt 80 Prozent der Anteile |
| 2024 | Hundertjähriges Bestehen, begleitet vom Buch „Master of Fibres“ |
| Juni 2025 | Frédéric Arnault übernimmt den Posten des CEO |
Wer Loro Piana heute führt
Frédéric Arnault, Sohn des LVMH-Chefs Bernard Arnault, wurde im März 2025 zum Chief Executive Officer von Loro Piana ernannt und trat die Aufgabe im Juni 2025 an. Er folgte auf Damien Bertrand. Zuvor hatte Frédéric Arnault ab 2020 TAG Heuer geleitet und im Januar 2024 die Leitung der LVMH-Uhrensparte mit TAG Heuer, Hublot und Zenith übernommen.
Der Wechsel an die Spitze einer der ertragsstärksten Textilmarken des Konzerns gilt als Stationswechsel innerhalb der Konzernführung. Eine eigene Börsennotierung hat Loro Piana nicht; das Unternehmen ist vollständig in die Konzernberichterstattung von LVMH eingebettet.
Vikunja, Baby-Kaschmir und die Rohstoffbeschaffung
Loro Piana beschreibt sich selbst als auf die Verarbeitung von Kaschmir, Vikunja und extrafeiner Wolle spezialisiert. Unter den hauseigenen „Excellences“ führt die Marke Baby Cashmere, Vikunja, die Herrenlinie The Gift of Kings sowie das Gewebe Loro Piana Royal Lightness. LVMH bezeichnet das Haus als weltweit führenden Kaschmir-Spezialisten.
Die Rohstoffe stammen nach Angaben von LVMH aus vier Regionen: Kaschmir aus Nordchina und der Mongolei, Vikunja aus Südamerika, extrafeine Merinowolle aus Australien und Neuseeland sowie Lotusblumenfaser aus Myanmar. Die Vikunja-Faser gilt als eine der feinsten und seltensten überhaupt; das Tier lebt in den Anden und stand lange unter Schutz.
Loro Piana arbeitet seit 1994 mit Vikunja. 1997 vereinbarte das Unternehmen mit der peruanischen Regierung und andinen Dorfgemeinschaften, Faser ausschließlich von lebenden, in der Region gehaltenen Tieren zu beziehen. 2008 finanzierte es in Peru das erste private Naturschutzgebiet für Vikunjas.
Produktion und Filialnetz in Zahlen
LVMH nennt auf der Unternehmensseite zu Loro Piana drei harte Kennzahlen: zehn Produktionsstätten, die sämtlich in Italien liegen, 180 Geschäfte weltweit und vier Millionen Meter Stoff pro Jahr. Alle Kollektionen an Konfektion und Accessoires werden demnach in Italien gefertigt.
Damit unterscheidet sich Loro Piana von vielen Modehäusern des Konzerns: Das Haus ist zugleich Stoffhersteller und Bekleidungsmarke. Der Ursprung im Wollhandel ist bis heute Teil des Geschäftsmodells, nicht nur Teil der Markenerzählung.
Warum es keine offizielle Umsatzzahl für Loro Piana gibt
Zu Loro Piana kursieren Umsatzangaben von einer bis über zwei Milliarden Euro. Belegen lässt sich keine davon: LVMH weist Umsätze nicht je Marke aus, sondern nur je Geschäftsbereich. Loro Piana geht damit im Bereich Fashion & Leather Goods auf, in dem auch Louis Vuitton und Dior geführt werden – die beiden mit Abstand größten Umsatzbringer des Konzerns.
Wer eine konkrete Zahl für Loro Piana liest, liest also entweder eine Schätzung eines Dritten oder eine Erfindung. Belastbar sind nur die Konzernzahlen: 80,8 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2025 und 10,9 Milliarden Euro Konzerngewinn. Innerhalb dieses Rahmens ist Loro Piana eine von über 75 Maisons.
Zum Vergleich im italienischen Wettbewerbsumfeld: Die Konkurrenzmarke Versace gehört seit dem 2. Dezember 2025 zur Prada Group, nachdem diese sie von Capri Holdings übernommen hatte.
Häufige Fragen
Wem gehört Loro Piana?
Mehrheitlich dem französischen Luxuskonzern LVMH. Er übernahm im Juli 2013 80 Prozent der Anteile. Die restlichen 20 Prozent blieben bei Sergio und Pier Luigi Loro Piana. Eine aktuelle Beteiligungsquote veröffentlicht LVMH nicht.
Wann und wo wurde Loro Piana gegründet?
1924 in Quarona im Piemont durch Pietro Loro Piana. Die Familie stammt aus Trivero und handelte laut LVMH bereits seit dem frühen 19. Jahrhundert mit Wollstoffen. 2024 beging das Haus sein hundertjähriges Bestehen.
Wer ist der CEO von Loro Piana?
Frédéric Arnault. Er wurde im März 2025 ernannt, trat den Posten im Juni 2025 an und folgte auf Damien Bertrand. Zuvor leitete er TAG Heuer und die Uhrensparte von LVMH.
Wie hoch ist der Umsatz von Loro Piana?
Dazu gibt es keine offizielle Zahl. LVMH veröffentlicht Umsätze nur je Geschäftsbereich, nicht je Marke. Loro Piana fällt in den Bereich Fashion & Leather Goods. Der Konzern insgesamt setzte 2025 80,8 Milliarden Euro um.
Woher bezieht Loro Piana seine Rohstoffe?
Nach Angaben von LVMH kommt Kaschmir aus Nordchina und der Mongolei, Vikunja aus Südamerika, extrafeine Merinowolle aus Australien und Neuseeland und Lotusblumenfaser aus Myanmar. Verarbeitet wird in zehn Produktionsstätten, alle in Italien.
Wie viele Geschäfte hat Loro Piana?
LVMH nennt 180 Loro-Piana-Geschäfte weltweit. Dazu kommt der Vertrieb über ausgewählte Handelspartner und den eigenen Online-Shop.
Quellen
- LVMH: Maison-Seite Loro Piana – Gründung, Produktionsstätten, Geschäfte, Rohstoffe
- LVMH: Übersicht der Maisons nach Geschäftsbereichen
- LVMH: Kennzahlen 2025 für Investoren
- Loro Piana: Selbstdarstellung zu Fasern und Hundertjahrfeier
- Wikipedia (deutsch): Loro Piana – Übernahme 2013 und Anteile
- Wikipedia (englisch): Loro Piana – Familiengeschichte, Vikunja, Führung