Kurz beantwortet
Hublot gehört seit April 2008 zum französischen Luxuskonzern LVMH und ist dort der Sparte Uhren & Schmuck zugeordnet. Den Kaufpreis hat LVMH nie veröffentlicht. Gegründet wurde die Marke 1980 vom italienischen Unternehmer Carlo Crocco; geführt wird sie heute von Julien Tornare, den LVMH auf der Maison-Seite als CEO von Hublot ausweist.
Das Wichtigste in Kürze
- Hublot ist eine Maison des Konzerns LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton und gehört zur Sparte Uhren & Schmuck.
- LVMH gab die Übernahme im April 2008 bekannt; der Kaufpreis wurde nicht offengelegt.
- Gegründet wurde Hublot 1980 von Carlo Crocco, der zuvor die Binda-Gruppe verlassen und in Genf die Firma MDM gegründet hatte.
- Hublot ist das französische Wort für Bullauge – die Form des Gehäuses greift das auf.
- Die erste Uhr kombinierte Gold mit einem Armband aus Naturkautschuk; LVMH bezeichnet das bis heute als Ausgangspunkt der Marke.
- Jean-Claude Biver übernahm 2004 die Führung und stellte im April 2005 in Basel die Big Bang vor – den Wendepunkt der Marke.
- CEO ist Julien Tornare; die Manufaktur liegt in Nyon am Genfersee und misst nach LVMH-Angaben 14.000 Quadratmeter.
- Einen eigenen Umsatz für Hublot veröffentlicht LVMH nicht. Die Sparte Uhren & Schmuck erlöste 2025 10,486 Milliarden Euro.
Die Eigentumskette: von Genf zu LVMH
Hublot ist keine börsennotierte Gesellschaft. Die Marke gehört vollständig zu LVMH, und LVMH selbst ist an der Euronext Paris notiert. Anteilsquoten an Hublot gibt es deshalb nicht – wer nach ihnen sucht, landet zwangsläufig bei der Konzernebene.
| Jahr | Schritt |
|---|---|
| 1976 | Carlo Crocco verlässt die Binda-Gruppe und gründet in Genf die Firma MDM |
| 1980 | Vorstellung der ersten Hublot auf der Basler Uhrenmesse |
| Mai 2004 | Jean-Claude Biver wird CEO, Verwaltungsratsmitglied und Minderheitsgesellschafter |
| April 2005 | Lancierung der Big Bang in Basel |
| April 2008 | LVMH gibt die Übernahme von Hublot bekannt – ohne Angabe des Kaufpreises |
Zum Kaufpreis kursieren mehrere Summen. Keine davon lässt sich auf eine Veröffentlichung von LVMH stützen: Der Konzern nannte bei der Bekanntgabe keine Zahl. Wer eine Summe liest, liest eine Schätzung.
Was LVMH über Hublot veröffentlicht – und was nicht
LVMH berichtet nach Geschäftsbereichen, nicht nach einzelnen Marken. Hublot steht in der Sparte Uhren & Schmuck, zu der elf Maisons zählen: Bvlgari, Chaumet, Daniel Roth, Fred, Gérald Genta, Hublot, L’Epée 1839, Repossi, TAG Heuer, Tiffany & Co. und Zenith. Eine Umsatzzahl „für Hublot“ steht in keinem Konzernbericht.
| Kennzahl | Wert 2025 |
|---|---|
| Umsatz Sparte Uhren & Schmuck (mit Hublot) | 10.486 Mio. Euro |
| Konzernumsatz LVMH | 80,8 Mrd. Euro |
| Nettoergebnis, Konzernanteil | 10,9 Mrd. Euro |
| Operative Marge | 22 Prozent |
| Beschäftigte | 211.000 |
| Geschäfte weltweit | 6.283 |
Die Sparte Uhren & Schmuck kam 2025 damit auf rund 13 Prozent des Konzernumsatzes. Wie viel davon auf Hublot entfällt, ist nicht veröffentlicht – ebenso wenig wie Mitarbeiterzahl, Stückzahlen oder Boutiquenzahl der Marke allein.
Die Gründung 1980 durch Carlo Crocco
Hublot ist keine Traditionsmanufaktur mit Jahrhundertgeschichte, sondern eine Gründung der Achtzigerjahre. Carlo Crocco, ein italienischer Unternehmer aus einer Uhrenfamilie, verließ 1976 die Binda-Gruppe und gründete in Genf das Unternehmen MDM. Vier Jahre später stellte er die erste Uhr unter dem Namen Hublot vor.
Der Auftritt auf der Basler Messe 1980 verlief zunächst enttäuschend. Im ersten Jahr erreichte die Marke dann aber Verkäufe von über zwei Millionen US-Dollar. Das reichte, um die Idee am Leben zu halten – aber nicht, um Hublot in die erste Reihe zu bringen. Das geschah erst zweieinhalb Jahrzehnte später.
Was der Name bedeutet – und warum Gold auf Kautschuk trifft
Hublot ist französisch und bedeutet Bullauge. Der Name beschreibt das Gehäuse: eine runde Lünette, die über sichtbare Schrauben mit dem Gehäusekörper verbunden ist, wie das Bullauge eines Schiffs. Das ist bis heute das wichtigste formale Erkennungsmerkmal der Marke.
Prägender war die Materialkombination. LVMH beschreibt es auf der Maison-Seite so: Die erste Uhr von 1980 verband Naturkautschuk und Gold. Hublot formuliert es auf der eigenen Website noch direkter und nennt sich die erste Marke, die es gewagt habe, Gold und Kautschuk in einer Uhr zu vereinen. Das Kautschukband war das eigentliche Wagnis – ein Material, das damals im Preissegment einer Goldarmbanduhr als Zumutung galt.
Aus dieser Kombination entwickelte Hublot ab 2004 sein Leitmotiv, die „Art of Fusion“: die Verbindung von traditionellem Uhrmacherhandwerk mit neuen Technologien und ungewöhnlichen Materialien. Dazu zählen unter anderem Magic Gold, farbige Keramik und Saphirglas.
Jean-Claude Biver und die Big Bang von 2005
Der Wendepunkt hat einen Namen. Im Mai 2004 übernahm Jean-Claude Biver, zuvor Chef von Omega bei der Swatch Group, die Führung von Hublot – als CEO, Verwaltungsratsmitglied und Minderheitsgesellschafter. Im April 2005 stellte er in Basel die Big Bang vor, einen Chronographen, der das Bullaugen-Gehäuse mit dem Fusionsgedanken zusammenführte.
Der Erfolg war unmittelbar: Die Bestellungen verdreifachten sich binnen eines Jahres, der Umsatz stieg von 24 Millionen Schweizer Franken im Jahr 2004 auf annähernd 100 Millionen im Jahr 2006. Genau diese Entwicklung machte Hublot für einen Konzern interessant – zwei Jahre später kaufte LVMH.
Die Big Bang ist bis heute die zentrale Linie der Marke. 2025 feierte Hublot ihr zwanzigjähriges Bestehen mit einer Veranstaltung während der Watches & Wonders in Genf. Daneben stehen die flachere Classic Fusion und die tonneauförmige Spirit of Big Bang.
Wer Hublot heute führt
Diese Frage wird in vielen Artikeln falsch beantwortet, weil die Position mehrfach neu besetzt wurde. Maßgeblich ist der Konzern selbst: LVMH weist auf der Maison-Seite von Hublot Julien Tornare als CEO aus. Die häufig wiederholte Angabe, Ricardo Guadalupe führe die Marke seit 2012, gibt den heutigen Stand nicht wieder.
Über der Marke steht die Sparte Uhren & Schmuck des Konzerns. Auch die verbreitete Angabe, Jean-Claude Biver sei weiterhin Verwaltungsratspräsident von Hublot, lässt sich in keiner Konzernquelle finden – sie gehört zu den Angaben, die aus älteren Texten immer weiter kopiert werden.
Die Manufaktur in Nyon
Hublot produziert in Nyon am Genfersee. LVMH beziffert die Manufaktur auf 14.000 Quadratmeter. Dort entstehen unter anderem die Eigenkaliber der Marke; das Automatikwerk Unico besteht nach Konzernangaben aus 330 Bauteilen.
Als technische Referenz nennt LVMH außerdem die MP-05 „LaFerrari“, die mit 50 Tagen Gangreserve einen Weltrekord aufstellte. Bei den Materialien führt der Konzern Magic Gold als Beispiel für die Eigenentwicklungen der Marke an – eine Goldlegierung, die deutlich kratzfester ist als herkömmliches Gold.
Welche Partnerschaften Hublot selbst nennt
Rund um Hublot kursieren zahlreiche Sponsoring- und Botschafterzuschreibungen, die sich nicht belegen lassen. Deshalb hier nur, was die Marke auf der eigenen Website ausweist.
Im Fußball ist Hublot nach eigenen Angaben seit 2006 engagiert und bezeichnet sich als erste Marke der gehobenen Uhrmacherei, die diesen Schritt ging. Aktuell tritt Hublot als offizieller Zeitnehmer von UEFA-Wettbewerben auf.
| Bereich | Von Hublot selbst genannt |
|---|---|
| UEFA-Wettbewerbe | Champions League, Europa League, EURO, Nations League Finals sowie die Frauenwettbewerbe; bei der UEFA Women’s EURO 2025 offizieller Zeitnehmer |
| Vereine | Juventus Turin, AFC Ajax |
| Fußball-Persönlichkeiten | Kylian Mbappé – von Hublot als erster aktiver Fußballer in der Rolle des Botschafters bezeichnet – sowie Didier Deschamps, Roberto Martínez und Luís Figo |
| Weitere Botschafter | Usain Bolt; Lin Xiaojun (seit Mai 2025), Patrick Mahomes (seit September 2025), Jung Kook als Global Brand Ambassador (seit Februar 2026) |
| Weitere Felder | Polo (Hublot Polo Gold Cup Gstaad), Kunst und Musik, Gastronomie, das Forschungsprojekt Polar Pod |
Nicht in dieser Liste stehen die oft genannte Rolle als offizieller Zeitnehmer der Fußball-Weltmeisterschaften und die Formel-1-Partnerschaft mit Ferrari. Beide waren Gegenstand früherer Vereinbarungen, werden von Hublot aber gegenwärtig nicht mehr als laufende Partnerschaften geführt. In diesem Artikel bleiben sie deshalb außen vor.
Häufige Fragen
Wem gehört Hublot?
Hublot gehört zum französischen Luxuskonzern LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton und ist dort der Sparte Uhren & Schmuck zugeordnet. LVMH gab die Übernahme im April 2008 bekannt. Hublot selbst ist nicht börsennotiert.
Was hat LVMH für Hublot bezahlt?
Das ist nicht bekannt. LVMH nannte bei der Bekanntgabe der Übernahme keinen Kaufpreis, und der Konzern hat ihn auch später nicht veröffentlicht. Alle kursierenden Summen sind Schätzungen Dritter.
Wer ist der CEO von Hublot?
Julien Tornare. LVMH führt ihn auf der Maison-Seite von Hublot als CEO. Die in vielen älteren Texten genannte Angabe, Ricardo Guadalupe leite die Marke, ist nicht mehr aktuell.
Was bedeutet der Name Hublot?
Hublot ist das französische Wort für Bullauge. Der Name bezieht sich auf die Gehäuseform mit der verschraubten runden Lünette, die an ein Schiffsbullauge erinnert.
Wie hoch ist der Umsatz von Hublot?
LVMH weist für Hublot keinen eigenen Umsatz aus. Die Sparte Uhren & Schmuck, zu der elf Maisons gehören, erlöste 2025 insgesamt 10,486 Milliarden Euro. Der Anteil von Hublot daran ist nicht veröffentlicht.
Wo werden Hublot-Uhren gebaut?
In Nyon am Genfersee. LVMH beziffert die dortige Manufaktur auf 14.000 Quadratmeter. Dort entstehen unter anderem die Eigenkaliber der Marke, darunter das Unico mit 330 Bauteilen.
Quellen
- LVMH: Maison Hublot – erste Uhr 1980 aus Naturkautschuk und Gold, „Art of Fusion“ ab 2004, Big Bang 2005, CEO Julien Tornare, Manufaktur Nyon mit 14.000 Quadratmetern, Unico mit 330 Bauteilen, MP-05 mit 50 Tagen Gangreserve
- LVMH: Sparte Uhren & Schmuck – Umsatz 10.486 Millionen Euro im Jahr 2025, Zusammensetzung der Sparte
- LVMH: Investor Relations – Konzernkennzahlen 2025: 80,8 Milliarden Euro Umsatz, 10,9 Milliarden Euro Nettoergebnis, 22 Prozent operative Marge, 211.000 Beschäftigte, 6.283 Geschäfte
- Hublot: Football – Einstieg in den Fußball 2006, UEFA-Wettbewerbe, Juventus und AFC Ajax, Kylian Mbappé als erster aktiver Fußballer in der Botschafterrolle
- Hublot: Partnerships – Übersicht der Felder von Fußball über Polo bis Kunst, Musik und Polar Pod
- Hublot: News & Events – 20 Jahre Big Bang 2025, UEFA Women’s EURO 2025, Botschafter Lin Xiaojun, Patrick Mahomes und Jung Kook
- Hublot: Craftsmanship – erste Marke, die Gold und Kautschuk in einer Uhr vereinte; Materialien und Kaliber
- Wikipedia: Hublot – Gründung 1980 durch Carlo Crocco, MDM Genève, Bedeutung des Namens, Jean-Claude Biver ab Mai 2004, Big Bang April 2005, Umsatzentwicklung 2004 bis 2006, Bekanntgabe der LVMH-Übernahme im April 2008 ohne Kaufpreis