Wem gehört Saint Laurent – Eigentümer der Luxusmarke

Wem gehört Saint Laurent

Kurz beantwortet

Saint Laurent gehört dem französischen Luxuskonzern Kering. Der Weg dorthin führte 1993 über den Pharmakonzern Sanofi und 1999 über die Gucci Group, die damals bereits von Kerings Vorgängerin PPR kontrolliert wurde. Kering ist an der Euronext Paris notiert; größte Aktionärin ist die Groupe Artémis der Familie Pinault mit 42,23 Prozent des Kapitals.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Couture-Haus Yves Saint Laurent wurde am 4. Dezember 1961 von Yves Saint Laurent und Pierre Bergé gegründet; die erste Kollektion zeigte es am 29. Januar 1962.
  • 1993 verkauften die Gründer das Unternehmen an den Pharmakonzern Sanofi.
  • 1999 erwarb PPR – der heutige Kering-Konzern – Yves Saint Laurent von Sanofi und reichte die Marke zum selben Preis an die Gucci Group weiter, die PPR damals kontrollierte.
  • Kering-Konzernchef ist seit September 2025 Luca de Meo; Vorsitzender des Verwaltungsrats bleibt François-Henri Pinault.
  • Chief Executive Officer von Saint Laurent ist seit dem 2. Januar 2025 Cédric Charbit, zuvor Chef von Balenciaga.
  • Kreativdirektor ist seit April 2016 Anthony Vaccarello. Vor ihm prägten Tom Ford, Stefano Pilati und Hedi Slimane das Haus.
  • Hedi Slimane benannte die Prêt-à-porter-Linie 2012 in „Saint Laurent“ um; der Firmenname und die Accessoire- sowie Beauty-Linie tragen weiter „Yves Saint Laurent“.
  • Yves Saint Laurent Beauté gehört nicht zu Kering, sondern zu L’Oréal. L’Oréal übernahm das Kosmetikgeschäft 2008 und führt YSL Beauty bis heute in seiner Luxus-Sparte.
  • Im dritten Quartal 2025 führte Saint Laurent erstmals den Lyst Index der weltweit gefragtesten Modemarken an.

Die Eigentümerkette im Überblick

Die Frage „Wem gehört Saint Laurent?“ hat drei Antwortebenen. Die Marke ist eine Konzerntochter, der Konzern ist börsennotiert, und hinter dem Konzern steht eine Familienholding.

StufeWerBelegter Anteil
MarkeSaint LaurentKonzernmarke von Kering, übernommen 1999
KonzernKering SA, Euronext ParisStreubesitz 56,89 %
AnkeraktionärinGroupe Artémis42,23 % des Kapitals an Kering
DahinterFamilie PinaultEigentümerin der Groupe Artémis

Ältere Angaben, die Groupe Artémis halte 40,9 Prozent oder gar 55,5 Prozent, sind überholt beziehungsweise verwechseln Kapitalanteil und Stimmrechte. Kering weist als aktuelle Größe 42,23 Prozent des Kapitals für Artémis aus. Wie der Konzern insgesamt aufgestellt ist, zeigt der Blick auf ein Schwesterhaus: Wem gehört Balenciaga zeichnet dieselbe Kette für die 2001 übernommene Marke nach.

Von der Rue Spontini zu Kering: die Verkaufsgeschichte

Yves Saint Laurent, geboren am 1. August 1936 in Oran in Algerien, gründete das Haus gemeinsam mit seinem Lebens- und Geschäftspartner Pierre Bergé. Als Gründungsdatum nennt das Musée Yves Saint Laurent Paris den 4. Dezember 1961; die erste Kollektion folgte am 29. Januar 1962. Weil manche Darstellungen auf die erste Schau abstellen, wird gelegentlich 1962 als Gründungsjahr genannt.

JahrVorgang
1961Gründung des Couture-Hauses durch Yves Saint Laurent und Pierre Bergé
1993Verkauf des Unternehmens an den Pharmakonzern Sanofi
1999PPR kauft Yves Saint Laurent von Sanofi und gibt die Marke zum selben Preis an die Gucci Group weiter; Tom Ford übernimmt das Prêt-à-porter
2002Yves Saint Laurent beendet seine Arbeit an der Haute Couture
2008Yves Saint Laurent stirbt am 1. Juni in Paris; L’Oréal übernimmt im selben Jahr das Kosmetikgeschäft YSL Beauté
2013Aus PPR wird Kering

Die Übernahme von 1999 war Teil eines größeren Machtkampfs: Im März 1999 sicherte sich die Gruppe von François Pinault 40 Prozent an Gucci zu 75 US-Dollar je Aktie und verwässerte damit den Anteil des Rivalen LVMH auf 20,7 Prozent. Yves Saint Laurent wechselte in diesem Zug den Besitzer. Alber Elbaz, der die Damenlinie seit 1998 verantwortet hatte, musste gehen; Tom Ford übernahm.

Warum die Marke einmal „Saint Laurent Paris“ hieß

2012 übernahm Hedi Slimane die kreative Leitung und veränderte den Auftritt grundlegend. Das Haus kündigte an, seine Prêt-à-porter-Linie künftig als „Saint Laurent“ zu führen und das „Yves“ zu streichen. Die Umbenennung betraf die Modelinie und das Logo, nicht das Unternehmen: Die Gesellschaft heißt weiterhin Yves Saint Laurent, und auch die Accessoires sowie die Kosmetiklinie führen den vollen Namen fort. Seit Slimanes Abgang 2016 wird der Zusatz „Paris“ im Markenauftritt nicht mehr durchgängig verwendet.

Das erklärt, warum beide Schreibweisen bis heute nebeneinander existieren – und warum die Suche nach „Wem gehört YSL“ und „Wem gehört Saint Laurent“ zur selben Antwort führt.

Der häufigste Irrtum: YSL Beauté gehört L’Oréal

Wer einen Lippenstift, ein Parfum oder eine Foundation von Yves Saint Laurent kauft, kauft kein Produkt aus dem Kering-Konzern. Das Kosmetik- und Duftgeschäft YSL Beauté ging 2008 an L’Oréal und wird dort bis heute als Marke der Luxus-Sparte L’Oréal Luxe geführt. Mode, Lederwaren und Schuhe liegen bei Kering, Beauty bei L’Oréal – zwei getrennte Konzerne, ein Markenname.

Diese Trennung ist älter als der große Beauty-Deal, der die Branche seit 2025 beschäftigt. Am 19. Oktober 2025 vereinbarten Kering und L’Oréal eine Allianz, in deren Rahmen L’Oréal die Sparte Kering Beauté für rund vier Milliarden Euro übernimmt – samt dem Parfümhaus Creed und langfristigen exklusiven Lizenzen für Kering-Marken. Am 7. Juli 2026 folgte eine eigene, weltweit exklusive Beauty-Lizenz für Gucci über 50 Jahre, wirksam zum 1. Juli 2027. Für Yves Saint Laurent änderte sich dadurch nichts: Die Beauty-Lizenz lag ohnehin schon bei L’Oréal.

Wer Saint Laurent heute führt

Auf Konzernebene hat sich 2025 die Spitze verändert: François-Henri Pinault, seit 2005 Chef von Kering, gab die operative Führung ab und ist seither Vorsitzender des Verwaltungsrats. Neuer Chief Executive Officer ist seit September 2025 Luca de Meo, zuvor Chef der Renault-Gruppe.

Das Haus selbst führt seit dem 2. Januar 2025 Cédric Charbit als Chief Executive Officer. Kering hatte seine Berufung im November 2024 bekanntgegeben; zuvor hatte Charbit seit 2016 Balenciaga geleitet. Er berichtet an Francesca Bellettini, die als stellvertretende Konzernchefin von Kering für die Markenentwicklung zuständig ist und Saint Laurent selbst jahrelang geführt hatte. Zum 1. Juli 2026 kam Anouck Duranteau-Loeper als stellvertretende Geschäftsführerin mit Zuständigkeit für das Produkt hinzu; sie leitete zuvor rund zehn Jahre lang Isabel Marant.

Kreativdirektor ist seit April 2016 Anthony Vaccarello. Er folgte auf Hedi Slimane und steht damit im Jahr 2026 seit einem Jahrzehnt an der Spitze der Kollektionen – eine für die Branche ungewöhnlich lange Amtszeit. Im August 2026 kursierten in sozialen Netzwerken Gerüchte über seinen Abschied; bestätigt hat sie weder Kering noch das Haus.

Die Kreativdirektoren seit 1999

ZeitraumKreativdirektor
1999–2004Tom Ford
2004–2012Stefano Pilati
2012–2016Hedi Slimane
seit April 2016Anthony Vaccarello

Yves Saint Laurent selbst zeichnete bis 2002 für die Haute Couture verantwortlich und zog sich dann zurück. Er starb am 1. Juni 2008 in Paris.

Was Saint Laurent für Kering bedeutet

Saint Laurent ist nach Gucci die zweitgrößte Marke des Konzerns. Die letzte klar belegbare Einzelzahl: Im Jahr 2022 setzte das Haus 3,3 Milliarden Euro um – gegenüber 1,22 Milliarden Euro im Jahr 2016, als Vaccarello antrat. Das laufende Betriebsergebnis lag 2022 bei über einer Milliarde Euro, was einer Marge von 30,9 Prozent entsprach.

Neuere, häufig zitierte Prozentanteile am Konzernumsatz oder regionale Umsatzsplits lassen sich keiner Veröffentlichung zuordnen und stehen deshalb nicht in diesem Artikel. Auf Konzernebene sind die Zahlen dagegen öffentlich: Kering erzielte 2025 einen Umsatz von 14,67 Milliarden Euro.

Wie stark die Marke derzeit gefragt ist, zeigt ein anderer Indikator: Im dritten Quartal 2025 stand Saint Laurent erstmals an der Spitze des Lyst Index, der die weltweite Nachfrage nach Modemarken misst, und verdrängte damit Miu Miu. Der Schuh „Le Loafer“ war das zweitgefragteste Einzelprodukt des Quartals.

Häufige Fragen

Wem gehört Saint Laurent?

Dem französischen Luxuskonzern Kering, der die Marke 1999 über die damalige Gucci Group übernahm. Größte Aktionärin von Kering ist die Groupe Artémis der Familie Pinault mit 42,23 Prozent des Kapitals.

Gehört YSL Beauté auch zu Kering?

Nein. Das ist die häufigste Verwechslung. Das Kosmetik- und Duftgeschäft ging 2008 an L’Oréal und läuft dort als YSL Beauty in der Sparte L’Oréal Luxe. Kering verantwortet Mode, Lederwaren und Schuhe.

Wann wurde Saint Laurent gegründet?

Am 4. Dezember 1961 durch Yves Saint Laurent und Pierre Bergé. Die erste Kollektion wurde am 29. Januar 1962 gezeigt – deshalb nennen manche Quellen 1962 als Gründungsjahr.

Warum heißt die Marke mal YSL und mal Saint Laurent?

Hedi Slimane strich 2012 das „Yves“ aus dem Namen der Prêt-à-porter-Linie. Firmenname, Accessoires und die Beauty-Linie behielten „Yves Saint Laurent“. Beide Bezeichnungen meinen dasselbe Haus.

Wer entwirft heute die Kollektionen?

Anthony Vaccarello, seit April 2016. Im August 2026 gab es unbestätigte Gerüchte über einen Wechsel; eine Bestätigung durch Kering oder das Haus liegt nicht vor.

Kann man Aktien von Saint Laurent kaufen?

Nicht direkt. Saint Laurent ist eine Konzerntochter ohne eigene Notierung. Handelbar ist nur die Aktie der Muttergesellschaft Kering an der Euronext Paris.

Quellen