Humphrey Bogart: Oscar-Gewinner und AFI-Legende Nr. 1

Humphrey Bogart Filmografie und Biografie

Kurz beantwortet

Humphrey Bogart (25. Dezember 1899 bis 14. Januar 1957) war einer der prägenden Hauptdarsteller des klassischen Hollywood-Kinos. Seinen Oscar als bester Hauptdarsteller erhielt er am 20. März 1952 für „African Queen“. Sein bekanntester Film „Casablanca“ wurde 1944 als bester Film ausgezeichnet. Das American Film Institute führt Bogart auf Platz 1 seiner Liste der größten männlichen Leinwandlegenden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Geboren am 25. Dezember 1899 in New York, gestorben am 14. Januar 1957 in Hollywood im Alter von 57 Jahren.
  • Oscar als bester Hauptdarsteller für „African Queen“ bei der 24. Oscarverleihung am 20. März 1952 im RKO Pantages Theatre.
  • „Casablanca“ gewann bei der 16. Oscarverleihung am 2. März 1944 den Preis als bester Film; Michael Curtiz erhielt den Regie-Oscar.
  • Bogart war für „Casablanca“ als bester Hauptdarsteller nominiert, unterlag aber Paul Lukas.
  • Für „Der Malteser Falke“ (1941) führt das AFI John Huston als Regisseur und als Drehbuchautor.
  • Das AFI setzt Bogart in „100 Years…100 Stars“ auf Platz 1 der Männer, vor Cary Grant.
  • Vier Ehen: Helen Menken, Mary Philips, Mayo Methot und ab 1945 Lauren Bacall.
  • Die populäre Kurzform „Play it again, Sam“ steht nicht auf der AFI-Zitateliste; dort steht „Play it, Sam. Play ‚As Time goes By.‘“.

Wer war Humphrey Bogart? Die belegten Lebensdaten

Die Encyclopaedia Britannica nennt als Geburtsdatum den 25. Dezember 1899 in New York City und als Todestag den 14. Januar 1957 in Hollywood, Kalifornien; Bogart wurde 57 Jahre alt. Eine Todesursache nennt der Eintrag nicht. Die weit verbreitete Angabe, Bogart sei an Speiseröhrenkrebs gestorben, ließ sich für diesen Artikel an keiner einsehbaren Primärquelle prüfen und steht hier deshalb nicht als gesicherte Tatsache.

AngabeWert
Geboren25. Dezember 1899, New York City
Gestorben14. Januar 1957, Hollywood (Kalifornien), im Alter von 57 Jahren
EhenHelen Menken (1926–1927), Mary Philips (1928–1938), Mayo Methot (1938–1945), Lauren Bacall (ab 1945)
OscarBester Hauptdarsteller, 24. Oscarverleihung am 20. März 1952, für „African Queen“
AFI-RangPlatz 1 der männlichen Leinwandlegenden in „AFI’s 100 Years…100 Stars“

„Casablanca“ (1942): Oscar als bester Film

„Casablanca“ kam 1942 in die Kinos. Regie führte Michael Curtiz; neben Bogart standen Ingrid Bergman und Paul Henreid vor der Kamera, die Musik schrieb Max Steiner, die Kamera führte Arthur Edeson. Als Drehbuchautoren nennt das American Film Institute Julius J. Epstein, Philip G. Epstein und Howard Koch. Dass drei Autoren im Vorspann stehen, ist der sichtbare Beleg dafür, dass das Buch nicht aus einer Feder stammte.

Bei der 16. Oscarverleihung am 2. März 1944 wurde „Casablanca“ als bester Film ausgezeichnet, produziert von Warner Bros.; Michael Curtiz erhielt den Oscar für die Regie. Bogart war als bester Hauptdarsteller nominiert, der Preis ging jedoch an Paul Lukas für „Watch on the Rhine“. Claude Rains war für seine Rolle in „Casablanca“ als bester Nebendarsteller nominiert.

Casablanca

Der Oscar für „African Queen“ am 20. März 1952

Bei der 24. Oscarverleihung am 20. März 1952 im RKO Pantages Theatre gewann Humphrey Bogart den Oscar als bester Hauptdarsteller für „The African Queen“ (deutscher Titel: „African Queen“). Das Feld der Mitnominierten war stark besetzt; die Academy-Datenbank listet es vollständig.

DarstellerFilmErgebnis
Humphrey BogartThe African QueenGewinner
Marlon BrandoA Streetcar Named Desirenominiert
Montgomery CliftA Place in the Sunnominiert
Arthur KennedyBright Victorynominiert
Fredric MarchDeath of a Salesmannominiert

„Der Malteser Falke“ und die Arbeit mit John Huston

„Der Malteser Falke“ von 1941 gehört zu den Filmen, mit denen Bogart als Hauptdarsteller bekannt wurde. Das American Film Institute führt für den Film John Huston sowohl als Regisseur als auch als Drehbuchautor; vor der Kamera standen neben Bogart Mary Astor und Gladys George, Produzent war Hal B. Wallis, die Kamera führte Arthur Edeson – derselbe Kameramann, der ein Jahr später auch „Casablanca“ fotografierte.

Häufig ist zu lesen, Huston und Bogart hätten gemeinsam Romane von Raymond Chandler verfilmt. Dafür liegt keine belastbare Quelle vor: Das Drehbuch zum „Malteser Falken“ schrieb Huston laut AFI selbst. Zu Bogarts Filmen zählt Britannica außerdem „The Big Sleep“ (1946) und „The Caine Mutiny“ (1954), auf Deutsch „Die Caine war ihr Schicksal“.

Bogart in den AFI-Bestenlisten

In der Liste „AFI’s 100 Years…100 Stars“ des American Film Institute steht bei den Männern Humphrey Bogart dort auf Platz 1, gefolgt von Cary Grant auf Platz 2. Die AFI-Kurzbiografie nennt als seine drei charakteristischen Filme „Casablanca“, „The African Queen“ und „The Maltese Falcon“. Auch in der Filmliste „AFI’s 100 Years…100 Movies“ ist er mehrfach vertreten.

PlatzFilm
2Casablanca (1942)
17The African Queen (1951)
23The Maltese Falcon (1941)

Humphrey Bogart Schauspielstil

„Play it again, Sam“ – das Zitat, das so nicht fällt

Auf der AFI-Liste „100 Years…100 Movie Quotes“ stehen zwei Zeilen aus „Casablanca“: auf Platz 5 „Here’s looking at you, kid.“ und auf Platz 28 „Play it, Sam. Play ‚As Time goes By.‘“. Die populäre Kurzform „Play it again, Sam“ steht dort nicht – sie ist eine spätere Verkürzung, nicht der Wortlaut aus dem Film.

Rollenbild: der zynische Held mit Rest von Anstand

Was Bogarts Wirkung ausmacht, lässt sich an den belegten Rollen ablesen. In „Casablanca“ spielt er den Barbesitzer Rick Blaine, der sich lange heraushält und am Ende doch Position bezieht. In „Der Malteser Falke“ ist er der Privatdetektiv, der sich von niemandem vereinnahmen lässt. Beide Figuren stehen für denselben Typus: distanziert im Auftreten, aber mit einem Rest von Anstand, der am Schluss den Ausschlag gibt. Dieses Rollenbild hat sich vom Film noir bis in das spätere Genrekino fortgeschrieben.

Warum hier keine Gagen- oder Vermögenssummen stehen

Zu Bogarts Gagen und zu seinem Vermögen nennt dieser Artikel bewusst keine Zahlen. Bogart starb 1957; die Vertrags- und Gehaltsunterlagen der Studios aus dieser Zeit sind nicht öffentlich zugänglich, und die im Netz kursierenden „Net worth“-Angaben zu vor Jahrzehnten verstorbenen Schauspielern lassen sich an keiner benennbaren Quelle prüfen. Eine erfundene Summe wäre keine Information. Belegbar ist stattdessen die berufliche Bilanz: ein Oscar als bester Hauptdarsteller, eine Nominierung für „Casablanca“, drei Filme in den AFI-Bestenlisten und Platz 1 unter den männlichen Leinwandlegenden.

Häufige Fragen

Wofür bekam Humphrey Bogart seinen Oscar?

Für die Hauptrolle in „The African Queen“. Die Academy zeichnete ihn bei der 24. Oscarverleihung am 20. März 1952 im RKO Pantages Theatre als besten Hauptdarsteller aus. Mitnominiert waren unter anderem Marlon Brando und Montgomery Clift.

Gewann Bogart einen Oscar für „Casablanca“?

Nein. Er war bei der 16. Oscarverleihung am 2. März 1944 als bester Hauptdarsteller nominiert, der Preis ging an Paul Lukas für „Watch on the Rhine“. Der Film selbst gewann als bester Film, Michael Curtiz erhielt den Regie-Oscar.

Sagt Bogart in „Casablanca“ „Play it again, Sam“?

Nicht in dieser Form. Das American Film Institute führt aus „Casablanca“ die Zeile „Play it, Sam. Play ‚As Time goes By.‘“ auf Platz 28 seiner Zitateliste sowie „Here’s looking at you, kid.“ auf Platz 5. „Play it again, Sam“ ist eine populäre Verkürzung.

Waren „Ich hätte nicht vom Scotch zu den Martinis wechseln sollen“ seine letzten Worte?

Für diesen Satz gibt es keine nachprüfbare Fundstelle. Er kursiert seit Jahrzehnten als Anekdote und wird auch anderen Personen zugeschrieben. Dieser Artikel führt ihn deshalb nicht als Zitat Humphrey Bogarts.

Wie oft war Humphrey Bogart verheiratet?

Viermal. Britannica nennt Helen Menken (1926–1927), Mary Philips (1928–1938), Mayo Methot (1938–1945) und Lauren Bacall, mit der er ab 1945 bis zu seinem Tod 1957 verheiratet war.

Auf welchem Platz führt das AFI Humphrey Bogart?

Auf Platz 1. In der Liste „AFI’s 100 Years…100 Stars“ steht Bogart an der Spitze der männlichen Leinwandlegenden, vor Cary Grant und James Stewart.

Quellen