Kurz beantwortet
Prada gehört der Familie Prada-Bertelli. Sie kontrolliert die börsennotierte Prada S.p.A. über die Mailänder Prada Holding S.p.A., die im Geschäftsbericht 2025 als Hauptaktionärin ausgewiesen ist. Die Aktie notiert seit Juni 2011 an der Börse Hongkong unter der Kennnummer 1913. Operativ führt seit Januar 2023 Konzernchef Andrea Guerra das Unternehmen.
Das Wichtigste in Kürze
- Prada S.p.A. hat ihren Sitz in Mailand und ist seit dem 24. Juni 2011 an der Hong Kong Stock Exchange notiert (Kennnummer 1913).
- Hauptaktionärin ist laut Geschäftsbericht 2025 die Prada Holding S.p.A. der Familie Prada-Bertelli; der Streubesitz ist die Minderheit.
- Patrizio Bertelli ist Chairman des Verwaltungsrats, Miuccia Prada und ihr Sohn Lorenzo Bertelli sind Executive Directors.
- Group CEO ist seit Januar 2023 Andrea Guerra, zuvor Chef von Luxottica und Eataly.
- Am 10. April 2025 vereinbarte Prada die Übernahme von Versace von Capri Holdings für 1,25 Milliarden Euro; der Vollzug erfolgte am 2. Dezember 2025.
- Zur Gruppe gehören Prada, Miu Miu, Versace, Church’s, Car Shoe, Marchesi 1824 und das Segelteam Luna Rossa.
- 2025 erzielte der Konzern 5,718 Milliarden Euro Nettoumsatz und 852 Millionen Euro Konzerngewinn.
- Miu Miu ist der Wachstumstreiber: nach +93 Prozent Einzelhandelsumsatz 2024 legte die Marke 2025 noch einmal um 35 Prozent zu.
Wer die Anteile an Prada hält
Prada ist ein börsennotiertes Familienunternehmen. Die operative Gesellschaft ist die Prada S.p.A. mit Sitz in Mailand. Ihr Grundkapital beträgt laut Geschäftsbericht 2025 exakt 255.882.400 Euro, aufgeteilt in 2.558.824.000 Aktien zu je 0,10 Euro. Gehandelt werden diese Aktien nicht in Mailand, sondern seit dem Börsengang im Juni 2011 an der Börse Hongkong.
Als Hauptaktionärin führt der Geschäftsbericht die Prada Holding S.p.A. in Mailand auf, daneben die Familiengesellschaften Bellatrix S.p.A. und Ludo S.p.A. Eine exakte Beteiligungsquote veröffentlicht der Bericht nicht. Belegt ist, dass die Familie beim Börsengang 2011 nur einen Minderheitsanteil abgab und die Mehrheit behielt. Die Kontrolle über das Haus liegt damit unverändert bei den Nachfahren des Gründers und deren Anverwandten – die Börsennotierung hat daran nichts geändert.
Die Familie Prada-Bertelli und die Nachfolge
Miuccia Prada, Enkelin des Firmengründers Mario Prada, übernahm 1978 die Leitung des damals regionalen Lederwarenhauses. Sie ist bis heute Executive Director im Verwaltungsrat und gemeinsam mit dem Belgier Raf Simons, der im April 2020 dazustieß, Co-Kreativdirektorin der Marke Prada.
Ihr Ehemann Patrizio Bertelli ist Chairman of the Board und Executive Director. Er führte den Konzern jahrzehntelang operativ, gab den Posten des CEO aber Anfang 2023 ab. Ihr Sohn Lorenzo Bertelli sitzt ebenfalls als Executive Director im Verwaltungsrat und gilt als derjenige, der die Familienlinie fortführen soll. Der Verwaltungsrat umfasst laut Geschäftsbericht 2025 elf Mitglieder, davon sechs Executive Directors und fünf unabhängige Nicht-Geschäftsführende.
Andrea Guerra führt die Gruppe operativ
Seit Januar 2023 ist Andrea Guerra Chief Executive Officer der Prada Group. Guerra war zuvor Vorstandschef des Brillenkonzerns Luxottica und danach von Eataly. Mit ihm besetzte die Familie den obersten operativen Posten erstmals dauerhaft mit einem Manager von außen, während die Gestaltungshoheit über die Kollektionen bei Miuccia Prada blieb. Guerra verantwortete auch den Zukauf von Versace.
Die Versace-Übernahme: der größte Zukauf der Konzerngeschichte
Am 10. April 2025 gab die Prada Group bekannt, Versace vom US-Konzern Capri Holdings zu übernehmen. Der vereinbarte Unternehmenswert lag bei 1,25 Milliarden Euro (1,375 Milliarden US-Dollar). Finanziert wurde der Kauf über 1,5 Milliarden Euro neue Schulden – einen Terminkredit über 1,0 Milliarden Euro und eine Brückenfinanzierung über 0,5 Milliarden Euro.
Der Vollzug erfolgte am 2. Dezember 2025. Seither ist Versace vollständig konsolidiert. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Versace 684 Millionen Euro Nettoumsatz, davon flossen 65 Millionen Euro nach dem Stichtag in die Konzernzahlen ein. Prada rechnet für 2026 ausdrücklich mit rückläufigem Versace-Umsatz und weiter anhaltenden operativen Verlusten, weil die Marke gestalterisch neu aufgestellt wird.
Donatella Versace hatte die Kreativdirektion bereits im März 2025 abgegeben und wirkt seither als Chief Brand Ambassador. Im Februar 2026 wurde Pieter Mulier zum Chief Creative Officer von Versace berufen; er trat die Aufgabe im Juli 2026 an. CEO von Versace ist Emmanuel Gintzburger.
Welche Marken zur Prada Group gehören
| Marke | Bereich | Zugehörigkeit |
|---|---|---|
| Prada | Mode, Lederwaren | Kernmarke seit 1913 |
| Miu Miu | Mode, Lederwaren | 1993 von Miuccia Prada gegründet |
| Versace | Mode, Lederwaren | konsolidiert seit 2. Dezember 2025 |
| Church’s | Schuhe (England) | Konzernmarke |
| Car Shoe | Schuhe | Konzernmarke |
| Marchesi 1824 | Pasticceria, Mailand | Konzernmarke |
| Luna Rossa | Segelsport-Team | Konzernprojekt |
Nicht selbst produziert werden Brillen und Düfte: Die Brillenfertigung ist an Luxottica lizenziert, Parfüm und Kosmetik an L’Oréal. Eine eigene Fondazione Prada betreibt der Konzern als Kulturinstitution in Mailand.
Geschäftszahlen 2025 und erstes Halbjahr 2026
| Kennzahl | 2024 | 2025 |
|---|---|---|
| Nettoumsatz | 5.432 Mio. € | 5.718 Mio. € |
| Einzelhandelsumsatz | 4.849 Mio. € | 5.102 Mio. € |
| Konzerngewinn | – | 852 Mio. € |
| Bereinigtes EBIT | – | 1.324 Mio. € |
| Eigene Geschäfte | – | 843 |
| Mitarbeitende | – | rund 18.000 |
Der Konzern verwies bei der Jahresbilanz 2025 auf zwanzig aufeinanderfolgende Wachstumsquartale. Auffällig ist die Verschiebung innerhalb des Portfolios: Die Kernmarke Prada verlor 2025 im Einzelhandel ein Prozent, während Miu Miu um 35 Prozent zulegte – und das gegen die außergewöhnliche Vergleichsbasis von plus 93 Prozent im Jahr 2024. Miu Miu ist damit vom Zweitlabel zur zweiten Säule des Konzerns geworden.
Im ersten Halbjahr 2026 setzte die Gruppe 3.048 Millionen Euro um, ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, organisch 5 Prozent. Versace steuerte 305 Millionen Euro bei. Der Konzerngewinn sank auf 327 Millionen Euro nach 386 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025, die bereinigte EBIT-Marge von 22,6 auf 17,4 Prozent – die Folge der Versace-Integration. Zum 30. Juni 2026 zählte die Gruppe 832 Geschäfte.
Von Fratelli Prada 1913 zum Börsenkonzern
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1913 | Mario Prada gründet in Mailand ein Lederwarengeschäft |
| 1978 | Miuccia Prada übernimmt die Leitung des Familienbetriebs |
| 1993 | Gründung von Miu Miu |
| 2011 | Börsengang in Hongkong am 24. Juni |
| 2020 | Raf Simons wird Co-Kreativdirektor |
| 2023 | Andrea Guerra wird Group CEO |
| 2025 | Übernahme von Versace, Vollzug am 2. Dezember |
Produziert wird weiterhin überwiegend in Italien: Der Geschäftsbericht 2025 weist 25 eigene Fabriken aus, davon 23 in Italien sowie je eine in Großbritannien und Rumänien. Im Wettbewerb steht Prada damit unter anderem Gucci gegenüber, das zur französischen Kering-Gruppe gehört.
Häufige Fragen
Wem gehört Prada heute?
Die Prada S.p.A. wird von der Familie Prada-Bertelli über die Prada Holding S.p.A. kontrolliert, die der Geschäftsbericht 2025 als Hauptaktionärin nennt. Ein Minderheitsanteil ist seit 2011 an der Börse Hongkong frei handelbar.
Gehört Versace jetzt zu Prada?
Ja. Prada vereinbarte den Kauf am 10. April 2025 mit Capri Holdings für 1,25 Milliarden Euro. Der Vollzug erfolgte am 2. Dezember 2025, seither wird Versace im Konzernabschluss konsolidiert.
Wer ist der Chef von Prada?
Group CEO ist seit Januar 2023 Andrea Guerra. Vorsitzender des Verwaltungsrats ist Patrizio Bertelli. Die kreative Leitung der Marke Prada teilen sich Miuccia Prada und Raf Simons.
Welche Marken gehören zur Prada Group?
Prada, Miu Miu, Versace, Church’s, Car Shoe, die Mailänder Pasticceria Marchesi 1824 und das Segelteam Luna Rossa. Brillen sind an Luxottica lizenziert, Düfte und Kosmetik an L’Oréal.
Wie viel Umsatz macht Prada?
2025 lag der Nettoumsatz bei 5,718 Milliarden Euro nach 5,432 Milliarden Euro im Jahr 2024. Der Konzerngewinn betrug 852 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2026 kamen 3,048 Milliarden Euro hinzu.
Warum ist Prada in Hongkong und nicht in Mailand notiert?
Prada wählte 2011 die Hong Kong Stock Exchange als Handelsplatz und ist dort unter der Kennnummer 1913 gelistet – eine Anspielung auf das Gründungsjahr. Der Unternehmenssitz blieb Mailand.
Quellen
- Prada Group: Full Year 2025 Results, Pressemitteilung (PDF)
- Prada Group: Annual Report 2025 (PDF)
- Prada Group: Acquisition of Versace, Pressemitteilung vom 10. April 2025 (PDF)
- Prada Group: Halbjahresergebnisse 2026, Pressemitteilung (PDF)
- Prada Group: Markenübersicht der Gruppe
- Wikipedia (englisch): Prada
- Wikipedia (englisch): Versace