Kurz beantwortet
Fendi gehört dem französischen Luxuskonzern LVMH. Der Einstieg erfolgte 1999 nicht allein: LVMH und der Konkurrent Prada kauften gemeinsam 51 Prozent, je 25,5 Prozent. Ende 2001 übernahm LVMH den Prada-Anteil, baute die Beteiligung weiter aus und kaufte die Familie schrittweise heraus. Heute wird Fendi als Maison der LVMH-Sparte Mode und Lederwaren geführt.
Das Wichtigste in Kürze
- Fendi wurde 1925 in Rom von Adele Casagrande und Edoardo Fendi als Handelsfirma für Pelze und Leder gegründet.
- 1946 traten die fünf Schwestern Paola, Anna, Franca, Carla und Alda in das Unternehmen ein.
- 1999 verkaufte die Familie 51 Prozent zu gleichen Teilen an LVMH und Prada — dieser Zwischenschritt wird oft übergangen.
- Ende 2001 übernahm LVMH Pradas 25,5 Prozent für 295 Millionen Euro (in US-Quellen: 265 Millionen Dollar).
- Carla Fendi blieb bis 2008 Präsidentin und Minderheitseigentümerin; danach lag die Marke vollständig bei LVMH.
- Karl Lagerfeld arbeitete 54 Jahre für das Haus — laut LVMH die längste Zusammenarbeit zwischen einem Designer und einer Maison in der Modegeschichte.
- Die kreative Führung hat seit Oktober 2025 Maria Grazia Chiuri als Chief Creative Officer; Silvia Venturini Fendi ist Ehrenpräsidentin.
- LVMH weist Fendi nicht einzeln aus. Einen belegbaren Jahresumsatz für die Marke allein gibt es deshalb nicht.
Wem gehört Fendi heute?
Fendi ist eine Maison von LVMH Moët Hennessy – Louis Vuitton. Der Konzern führt die Marke in seiner Sparte Mode und Lederwaren, gemeinsam mit Louis Vuitton, Dior, Celine, Loewe, Kenzo, Givenchy, Emilio Pucci, Marc Jacobs, Berluti, Loro Piana, Rimowa und Patou. Vorsitzender und Vorstandschef von LVMH ist Bernard Arnault.
Eine Beteiligung Dritter an Fendi ist nicht dokumentiert. Wer die Maison im August 2026 operativ als Geschäftsführer leitet, ließ sich über die geprüften Quellen nicht belegen: LVMH nennt auf der Fendi-Markenseite keine Geschäftsführung, und eine aktuelle Bestätigung war nicht zu finden. Diese Lücke wird hier offen benannt, statt einen Namen zu raten.
Die Übernahme 1999: LVMH kaufte nicht allein
Die meisten Darstellungen verkürzen den Vorgang zu „1999 an LVMH verkauft“. Tatsächlich war es ein Gemeinschaftskauf zweier Wettbewerber: LVMH und das italienische Modeunternehmen Prada erwarben 1999 zusammen 51 Prozent von Fendi, je zur Hälfte, also 25,5 Prozent pro Seite. Die Kaufsumme wird in den Quellen unterschiedlich angegeben — die englischsprachige Wikipedia nennt 545 Millionen US-Dollar, die deutschsprachige rund 850 Millionen US-Dollar. Weil sich die Angaben widersprechen, steht hier keine Zahl als Fakt.
Das Gemeinschaftsmodell hielt nicht lange. Ende 2001 übernahm LVMH den Anteil von Prada; der Preis wird mit 295 Millionen Euro beziehungsweise 265 Millionen US-Dollar angegeben — nach dem damaligen Wechselkurs derselbe Betrag. Damit hielt LVMH die Mehrheit. 2002 kamen laut englischsprachiger Wikipedia weitere 15,9 Prozent hinzu. Die Anteile der Gründerfamilie wurden in den Folgejahren schrittweise übernommen; Carla Fendi blieb bis 2008 Präsidentin und Minderheitseigentümerin.
Die Beteiligungen im Zeitverlauf
| Zeitpunkt | LVMH | Prada | Familie Fendi |
|---|---|---|---|
| 1925–1998 | — | — | 100 % |
| 1999 | 25,5 % | 25,5 % | 49 % |
| ab Ende 2001 | 51 % | — | 49 % |
| 2002 | rund 67 % | — | rund 33 % |
| bis 2008 | Mehrheit | — | Minderheit (Carla Fendi) |
| heute | Maison der LVMH-Gruppe | — | keine Beteiligung dokumentiert |
Die Werte für 1999 bis 2002 stammen aus den Wikipedia-Artikeln zu Fendi in englischer und deutscher Sprache. Für die Zwischenstände nach 2002 veröffentlicht LVMH keine Einzelquoten, weshalb die Tabelle ab 2008 nur noch die Rollenverteilung ausweist.
Warum es keinen belegten Fendi-Umsatz gibt
Zahlen wie „Fendi setzt 1,5 Milliarden Euro um“ kursieren im Netz, lassen sich aber nicht auf eine Veröffentlichung des Unternehmens zurückführen. LVMH berichtet nach Geschäftsbereichen, nicht nach einzelnen Marken. Fendi erscheint deshalb ausschließlich als Teil der Sparte Mode und Lederwaren.
| Kennzahl (LVMH-Konzern) | Wert |
|---|---|
| Umsatz 2023 | 86.153 Mio. Euro |
| Umsatz 2024 | 84.683 Mio. Euro |
| Umsatz 2025 | 80.807 Mio. Euro |
| Betriebsergebnis 2025 | 17.755 Mio. Euro |
| Sparte Mode und Lederwaren 2025 | 37.770 Mio. Euro |
| Filialnetz | über 6.280 Geschäfte |
Quelle dieser Werte sind die Kennzahlen auf der Investorenseite von LVMH. Der Anteil, den Fendi daran hat, ist daraus nicht ableitbar.
Von der römischen Werkstatt zum Familienbetrieb
1925 gründeten Adele Casagrande und Edoardo Fendi in Rom eine Handelsfirma für Pelze und Leder. 1946 traten die fünf Töchter Paola, Anna, Franca, Carla und Alda in das Unternehmen ein — jene fünf Schwestern, die Karl Lagerfeld später als „fünf Finger einer Hand“ bezeichnete. Aus der Werkstatt wurde ein international tätiges Modehaus, das bis 1999 vollständig in Familienbesitz blieb.
Zur Zahl der eigenen Boutiquen kursieren veraltete Angaben: 197 Läden für Ende 2014, 215 für 2018. Eine aktuelle, von LVMH bestätigte Zahl für Fendi allein liegt nicht vor. Belegt ist nur das Filialnetz des Gesamtkonzerns von über 6.280 Geschäften.
Karl Lagerfeld: 54 Jahre für ein Haus
Karl Lagerfeld kam 1965 zu Fendi und blieb bis zu seinem Tod im Februar 2019 — als Gestalter der Pelz- und Damenkollektionen. LVMH bezeichnet diese 54 Jahre als die längste Zusammenarbeit zwischen einem Designer und einer Maison in der Modegeschichte. 1966 entwarf Lagerfeld das doppelte F im Quadrat, das bis heute als Markenzeichen dient. Die verbreitete Angabe, das Logo stamme aus dem Jahr 1965, deckt sich nicht mit dieser Quelle.
Parallel zu Fendi arbeitete Lagerfeld ab 1983 als Chefdesigner für Chanel. Beide Ämter hielt er bis zu seinem Tod.
Wer Fendi heute kreativ führt
Nach Lagerfelds Tod übernahm Silvia Venturini Fendi die Verantwortung für die Damenlinie. Im September 2020 wurde der Brite Kim Jones zum künstlerischen Leiter der Damenkollektionen ernannt. Im Oktober 2024 gab LVMH seinen Abschied von Fendi bekannt — Jones legte in der Folge mehrere Positionen im Konzern nieder.
Silvia Venturini Fendi führte die Damenkollektionen danach weiter und gab die Rolle der künstlerischen Leiterin im September 2025 ab; sie wurde zur Ehrenpräsidentin ernannt. Im Oktober 2025 berief das Haus die Italienerin Maria Grazia Chiuri zum Chief Creative Officer. Chiuri hatte zuvor rund ein Jahrzehnt die Damenlinien von Dior verantwortet und dieses Amt 2025 niedergelegt. Sie kehrte damit zu jenem Haus zurück, in dem ihre Karriere begonnen hatte.
Was die Marke bis heute prägt
Silvia Venturini Fendi entwarf 1997 die Baguette-Tasche, die nach der französischen Brotsorte benannt ist, weil sie ähnlich unter dem Arm getragen wird. Zusammen mit der Peekaboo zählt sie zu den Modellen, die LVMH selbst als Signatur des Hauses ausweist.
- 2007: erste Maison überhaupt, die eine Modenschau auf der Chinesischen Mauer veranstaltete
- 2016: Schau zum 90-jährigen Bestehen an der Fontana di Trevi in Rom
- 2019: Couture-Kollektion am Venus-und-Roma-Tempel als Hommage an Karl Lagerfeld
- Sortiment unter anderem: Damen- und Herrenmode, Accessoires, Pelz, Kosmetik und Wohnaccessoires
Im Wettbewerb steht Fendi unter anderem Gucci und Prada gegenüber — beide gehören anderen Eigentümern.
Häufige Fragen
Gehört Fendi zu LVMH oder zu Prada?
Zu LVMH. Prada war von 1999 bis Ende 2001 mit 25,5 Prozent beteiligt und verkaufte diesen Anteil dann an LVMH. Seither hat Prada keine Beteiligung an Fendi mehr.
Hat die Familie Fendi noch Anteile?
Eine Beteiligung der Familie ist nicht dokumentiert. Carla Fendi war bis 2008 Präsidentin und Minderheitseigentümerin. Silvia Venturini Fendi, Enkelin der Gründer, ist seit September 2025 Ehrenpräsidentin des Hauses.
Wie viel Umsatz macht Fendi?
Das ist öffentlich nicht bekannt. LVMH berichtet nach Geschäftsbereichen und weist Fendi nicht einzeln aus. Belegbar ist nur der Umsatz der Sparte Mode und Lederwaren von 37.770 Millionen Euro im Jahr 2025.
Wer entwarf das Doppel-F-Logo?
Karl Lagerfeld. Er kam 1965 zu Fendi und gestaltete laut englischsprachiger Wikipedia im Jahr 1966 das doppelte F im Quadrat.
Wer ist bei Fendi 2026 für das Design verantwortlich?
Maria Grazia Chiuri, seit Oktober 2025 als Chief Creative Officer. Ihre Vorgänger waren Kim Jones (2020 bis Oktober 2024) und danach übergangsweise Silvia Venturini Fendi.
Quellen
- LVMH: Maison Fendi — Geschichte, Lagerfelds 54 Jahre, Schauen
- LVMH: Kennzahlen (Umsatz 2023–2025, Betriebsergebnis, Filialnetz)
- LVMH: Sparte Mode und Lederwaren — Maisons und Umsatz
- Wikipedia (englisch): Fendi — Übernahme 1999/2001, Kim Jones, Maria Grazia Chiuri
- Wikipedia (deutsch): Fendi — Gründung, Prada-Anteil, Karl Lagerfeld
- Wikipedia (englisch): Maria Grazia Chiuri — Wechsel von Dior zu Fendi
- Wikipedia (englisch): LVMH — Konzernstruktur und Bernard Arnault
Stand der Recherche: 22. August 2026. Die Geschäftsberichts-PDFs von LVMH waren über den eingesetzten Zugang nicht abrufbar; verwendet wurden stattdessen die Kennzahlen- und Maison-Seiten auf lvmh.com.