Wem gehört Givenchy? Eigentümer, Führung und Maison

Wem gehört Givenchy

Kurz beantwortet

Givenchy gehört dem französischen Luxusgüterkonzern LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton und wird dort im Geschäftsbereich Mode und Lederwaren geführt. Gegründet hat das Haus 1952 Hubert de Givenchy; übernommen wurde es Ende der 1980er-Jahre. Chief Executive Officer der Maison ist Amandine Ohayon, Kreativdirektorin seit September 2024 Sarah Burton. Der Sitz liegt in Paris.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eigentümer ist LVMH; Givenchy ist eine von mehr als 75 Maisons des Konzerns.
  • Das Modehaus wurde 1952 von Hubert de Givenchy in Paris gegründet.
  • Firmensitz laut LVMH: 3, avenue George V, 75008 Paris.
  • CEO der Maison ist Amandine Ohayon.
  • Kreativdirektorin für Damen- und Herrenkollektionen ist seit September 2024 Sarah Burton.
  • Das erste Parfum L’Interdit erschien 1957.
  • Die Düfte laufen über Givenchy Parfums – eine eigene LVMH-Maison im Bereich Parfum und Kosmetik.
  • Givenchy ist nicht eigenständig börsennotiert; gehandelt wird die LVMH-Aktie.

Wer Givenchy besitzt

Givenchy steht auf der offiziellen Maison-Übersicht von LVMH im Sektor Mode und Lederwaren – gemeinsam mit Louis Vuitton, Christian Dior Couture, Celine, Loewe, Kenzo, Fendi, Emilio Pucci, Marc Jacobs, Berluti, Loro Piana, Rimowa und Patou. An der Spitze des Konzerns steht Bernard Arnault als Chairman und Chief Executive Officer.

Beim Übernahmejahr ist Vorsicht geboten: LVMH datiert den Kauf auf der eigenen Maison-Seite nicht, und die verbreiteten Angaben schwanken zwischen 1988 und 1989. Sicher ist, dass die Modesparte des Hauses Ende der 1980er-Jahre an LVMH ging und dass Hubert de Givenchy danach noch bis 1995 als Designer blieb. Das gelegentlich genannte Jahr 1981 ist in jedem Fall falsch – LVMH existierte damals noch gar nicht, der Konzern entstand erst 1987 durch die Fusion von Moët Hennessy und Louis Vuitton.

Was sich über Givenchys Zahlen sagen lässt – und was nicht

LVMH veröffentlicht keine Umsatz-, Gewinn- oder Mitarbeiterzahlen für einzelne Maisons. Wer im Netz auf konkrete Jahresumsätze für Givenchy stößt, liest Schätzungen Dritter, keine Unternehmensangabe. Belegbar ist nur die Ebene des Geschäftsbereichs, dem Givenchy zugeordnet ist.

Kennzahl (LVMH-Konzern)202520242023
Konzernumsatz80.807 Mio. €84.683 Mio. €86.153 Mio. €
Umsatz Mode und Lederwaren37.770 Mio. €41.060 Mio. €42.169 Mio. €
Ergebnis Mode und Lederwaren13.209 Mio. €15.230 Mio. €16.836 Mio. €
Quelle: LVMH, Kennzahlen des Investor-Relations-Bereichs. Givenchy ist Teil des Segments Mode und Lederwaren, wird darin aber nicht gesondert ausgewiesen.

Zur Einordnung des Mutterkonzerns: LVMH nennt für 2025 ein Vertriebsnetz von über 6.280 Geschäften und mehr als 211.000 Beschäftigte, davon 71 Prozent Frauen. Welche Häuser sonst noch dazugehören, zeigt der Überblick Welche Firmen gehören zu LVMH?.

Die Gründung 1952 und Hubert de Givenchy

Hubert de Givenchy eröffnete sein Haus 1952 mit 24 Jahren an der Plaine Monceau in Paris. Sein Debut setzte nicht auf schwere Abendroben, sondern auf kombinierbare Einzelteile – die „séparables“, mit denen er nach LVMHs eigener Darstellung die spätere Demokratisierung des Luxus vorwegnahm. Die erste Kollektion trug den Namen des Models Bettina Graziani.

1957 folgte mit L’Interdit das erste Parfum der Maison. LVMH bezeichnet den Duft als Symbol der Freundschaft zwischen Hubert de Givenchy und Audrey Hepburn. Kennengelernt hatten sich beide 1953 bei den Dreharbeiten zu „Sabrina“; Hepburn trug in der Folge über Jahre Entwürfe des Hauses, darunter das schwarze Kleid aus „Frühstück bei Tiffany“. Hubert de Givenchy zog sich 1995 aus der Modegestaltung zurück.

Die Kreativdirektion seit 1995

Nach dem Rückzug des Gründers führten mehrere Designer das Haus. Auf John Galliano, Alexander McQueen und Julien Macdonald folgten:

KreativdirektionZeitraum
Riccardo Tisci2005 bis 2017
Clare Waight Keller2017 bis April 2020
Matthew M. Williams2020 bis Ende 2023
Sarah Burtonseit September 2024

Clare Waight Keller war die erste Frau an der Spitze des Hauses; sie entwarf das Brautkleid, das Meghan Markle am 19. Mai 2018 zur Hochzeit mit Prinz Harry trug. Sarah Burton verantwortet laut LVMH sowohl die Damen- als auch die Herrenkollektionen. Zwischen dem Abgang von Matthew M. Williams und Burtons Berufung lag rund ein Dreivierteljahr ohne feste Kreativdirektion.

Givenchy Parfums ist eine eigene Maison

Eine häufig übersehene Besonderheit: Das Duft- und Kosmetikgeschäft läuft nicht über das Modehaus, sondern über Givenchy Parfums. LVMH führt es als eigenständige Maison im Geschäftsbereich Parfum und Kosmetik – neben Parfums Christian Dior, Guerlain, Kenzo Parfums, Loewe Perfumes, Acqua di Parma, Maison Francis Kurkdjian, Benefit Cosmetics, Make Up For Ever, Fresh, Officine Universelle Buly, Ole Henriksen und Fenty Beauty by Rihanna. Dieser Bereich setzte 2025 konzernweit 8.174 Mio. Euro um.

Das Modehaus selbst bietet Haute Couture und Prêt-à-porter für Damen und Herren sowie Lederwaren, Schuhe und Accessoires an. Verbindliche Preisspannen oder Sortimentsgrößen veröffentlicht die Maison nicht; kursierende Zahlen dazu stammen aus Händlerangeboten und ändern sich saisonal.

Wer die Wettbewerber sind

Givenchy tritt im Segment der französischen Haute Couture und des Luxus-Prêt-à-porter an. Direkte Konkurrenten sind Chanel und Hermès, die beide unabhängig von LVMH geführt werden, sowie die Häuser des Konkurrenzkonzerns Kering, darunter Gucci, Saint Laurent, Balenciaga und Bottega Veneta. Hinzu kommen Marken der Richemont-Gruppe und unabhängige italienische Häuser wie Prada und Armani.

Innerhalb von LVMH steht Givenchy nicht in Konkurrenz zu den Schwesterhäusern, sondern in einer Portfoliologik: Der Konzern lässt jede Maison ihre eigene Handschrift, ihr eigenes Management und ihre eigene Kreativdirektion behalten und bündelt dafür Einkauf, Immobilien, Vertrieb und Personalentwicklung.

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Häufige Fragen

Wem gehört Givenchy heute?

Dem französischen Luxusgüterkonzern LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton. Givenchy wird dort als eigenständige Maison im Geschäftsbereich Mode und Lederwaren geführt, mit eigener Geschäftsführung unter CEO Amandine Ohayon.

Seit wann gehört Givenchy zu LVMH?

Seit Ende der 1980er-Jahre. LVMH selbst nennt auf seiner Maison-Seite kein Datum, gebräuchliche Quellen geben 1988 oder 1989 an. Frühere Angaben wie 1981 sind nicht haltbar, weil LVMH erst 1987 gegründet wurde.

Wer entwirft aktuell für Givenchy?

Sarah Burton. LVMH gab ihre Berufung im September 2024 bekannt; sie verantwortet die Damen- und die Herrenkollektionen. Vor ihr führten Matthew M. Williams, Clare Waight Keller und Riccardo Tisci die Kreativdirektion.

Ist Givenchy an der Börse notiert?

Nein. Handelbar ist ausschließlich die Aktie der Konzernmutter LVMH. Einen eigenen Börsenkurs, eine eigene Marktkapitalisierung oder eine eigene Dividende für Givenchy gibt es nicht.

Wie viel Umsatz macht Givenchy?

Dazu gibt es keine Unternehmensangabe. LVMH berichtet nur auf Segmentebene: Mode und Lederwaren kam 2025 auf 37.770 Mio. Euro. Einzelne Maisons werden darin nicht aufgeschlüsselt.

Gehören auch die Givenchy-Parfums zum Modehaus?

Nein, sie werden von Givenchy Parfums verantwortet, einer separaten LVMH-Maison im Geschäftsbereich Parfum und Kosmetik. Beide Häuser tragen denselben Namen, gehören aber unterschiedlichen Sparten des Konzerns an.

Quellen