Wem gehört Tiffany – Luxusmarken Geschichte & Besitzer

Wem gehört Tiffany

Kurz beantwortet

Tiffany & Co. gehört seit dem 7. Januar 2021 dem französischen Luxuskonzern LVMH Moët Hennessy – Louis Vuitton SE. LVMH zahlte 131,50 US-Dollar je Aktie – rechnerisch rund 15,8 Milliarden US-Dollar. Seither ist Tiffany nicht mehr an der New Yorker Börse notiert und legt keine eigenen Geschäftszahlen mehr vor. Geführt wird das Haus von Anthony Ledru als President & Chief Executive Officer.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eigentümer ist LVMH. Der Vollzug der Übernahme wurde am 7. Januar 2021 gemeldet, zugleich endete die Notierung an der New York Stock Exchange.
  • Angekündigt worden war der Kauf am 25. November 2019 zu 135,00 US-Dollar je Aktie und einem Transaktionswert von rund 16,2 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 14,7 Milliarden Euro.
  • Am 29. Oktober 2020 einigten sich beide Seiten auf einen niedrigeren Preis von 131,50 US-Dollar je Aktie und legten damit auch ihren Rechtsstreit vor dem Delaware Chancery Court bei.
  • Einen neuen Gesamtwert nannten die Unternehmen dabei nicht. Die vielzitierten rund 15,8 Milliarden US-Dollar sind eine Ableitung aus dem gesenkten Aktienpreis, keine Unternehmensangabe.
  • Im letzten vollen Geschäftsjahr als eigenständiges Unternehmen – es endete am 31. Januar 2020 – setzte Tiffany rund 4,4 Milliarden US-Dollar um und verdiente 541 Millionen US-Dollar netto.
  • Zum Ende dieses Geschäftsjahres betrieb Tiffany 326 eigene Geschäfte. LVMH nennt für die Maison heute 345 Standorte und rund 4.000 Handwerkerinnen und Handwerker.
  • Gegründet wurde das Haus 1837 in New York von Charles Lewis Tiffany und John B. Young – zunächst als Geschäft für Schreibwaren und Galanteriewaren.
  • Anthony Ledru führt Tiffany seit Januar 2021; zum selben Zeitpunkt zogen Michael Burke als Verwaltungsratsvorsitzender und Alexandre Arnault als Executive Vice President ein.
  • LVMH vereint nach eigenen Angaben mehr als 75 Marken, betreibt über 6.280 Geschäfte und kam 2025 auf 80,8 Milliarden Euro Umsatz.

Die Übernahme durch LVMH: zwei Preise, ein Abschluss

Zur Übernahme kursieren zwei verschiedene Summen – und beide sind für sich genommen richtig, nur zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Am 25. November 2019 teilten LVMH und Tiffany mit, dass LVMH 135,00 US-Dollar je Aktie in bar zahlt; den Transaktionswert bezifferten die Unternehmen damals auf „approximately €14.7 billion or $16.2 billion“. Das war das Angebot.

Im Jahr darauf geriet der Deal ins Stocken. Der Streit über den Vollzug landete vor dem Delaware Chancery Court. Am 29. Oktober 2020 meldeten beide Seiten unter der Überschrift „Tiffany to be Acquired for $131.50 Per Share in Cash“ eine Einigung; zugleich hieß es: „Tiffany and LVMH have also agreed to settle their pending litigation in the Delaware Chancery Court.“ Das war der Abschlusspreis.

Einen neuen Gesamtwert nannte diese Mitteilung nicht. Wer eine Summe angeben will, muss sie ableiten: Der Preis je Aktie sank um rund 2,6 Prozent, bezogen auf die ursprünglich genannten 16,2 Milliarden US-Dollar ergibt das etwa 15,8 Milliarden US-Dollar. Diese vielzitierte Zahl stammt also aus einer Rechnung und nicht aus einer Unternehmensmitteilung – anders als die 16,2 Milliarden, die nur für das zurückgezogene Angebot gelten.

Am 7. Januar 2021 meldete Tiffany den Vollzug an die US-Börsenaufsicht SEC. Die Aktie, die zuvor unter dem Kürzel TIF an der New York Stock Exchange gehandelt wurde, ist seither nicht mehr handelbar. Das Unternehmen ist eine hundertprozentige Tochter von LVMH und berichtet nicht mehr eigenständig; einen weiteren Anteilseigner gibt es nicht.

DatumEreignis
25.11.2019Ankündigung der Übernahme: 135,00 US-Dollar je Aktie, rund 16,2 Mrd. US-Dollar
2020Streit über den Vollzug, Verfahren vor dem Delaware Chancery Court
29.10.2020Einigung auf 131,50 US-Dollar je Aktie, Beilegung des Rechtsstreits
07.01.2021Vollzug der Übernahme, Delisting von der New York Stock Exchange

Wie Tiffany bei LVMH eingeordnet ist

LVMH führt Tiffany & Co. in der Sparte Uhren und Schmuck – gemeinsam mit Bvlgari, Chaumet, Fred, Repossi, Hublot, TAG Heuer und Zenith. Der Konzern beschreibt sein Modell mit mehr als 75 Maisons, über 6.280 Geschäften in 81 Ländern und einem Konzernumsatz von 80,8 Milliarden Euro im Jahr 2025.

Zum Vergleich: Der wichtigste Wettbewerber im Schmucksegment, Cartier, gehört nicht zu LVMH, sondern zu einem anderen Konzern. Auch Gucci hat einen anderen Eigentümer. Innerhalb von LVMH steht Tiffany dagegen neben Häusern wie Louis Vuitton und Dior.

Welche Zahlen es zu Tiffany wirklich gibt

Seit dem Delisting veröffentlicht Tiffany keine eigenen Umsatz- oder Gewinnzahlen mehr. LVMH weist die Marke nicht einzeln aus, sondern nur innerhalb der Sparte Uhren und Schmuck. Jede Zahl, die für Tiffany nach 2020 als Jahresumsatz genannt wird, ist deshalb eine Schätzung – sie stammt nicht vom Unternehmen.

Belastbar sind die Angaben aus der Zeit als börsennotiertes Unternehmen. Im Geschäftsjahr 2019, das am 31. Januar 2020 endete, lag der weltweite Nettoumsatz laut Quartalsmitteilung bei rund 4,4 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn bei 541 Millionen US-Dollar. Der Geschäftsbericht (Form 10-K) weist zum selben Stichtag 326 eigene Geschäfte aus, davon 94 in den USA, 91 im Raum Asien-Pazifik, 58 in Japan, 48 in Europa, 30 in Kanada und Lateinamerika sowie fünf in Schwellenmärkten.

KennzahlWertStand
Nettoumsatz Tiffany & Co.rund 4,4 Mrd. US-DollarGeschäftsjahr 2019 (bis 31.01.2020)
Nettogewinn Tiffany & Co.541 Mio. US-DollarGeschäftsjahr 2019
Eigene Geschäfte32631.01.2020 (Form 10-K)
Standorte laut LVMH345Maison-Profil LVMH, 2026
Konzernumsatz LVMH80,8 Mrd. EuroGeschäftsjahr 2025

Wer Tiffany & Co. heute führt

Mit dem Vollzug der Übernahme setzte LVMH am 7. Januar 2021 eine neue Spitze ein. Anthony Ledru, zuvor Executive Vice President für das weltweite Geschäft von Louis Vuitton, wurde Chief Executive Officer. Das Presseportal von Tiffany führt ihn bis heute als „President & Chief Executive Officer“.

Zum selben Zeitpunkt wurde Michael Burke, damals Chairman und CEO von Louis Vuitton, Vorsitzender des Tiffany-Verwaltungsrats, und Alexandre Arnault, zuvor CEO des Kofferherstellers Rimowa, Executive Vice President für Produkt und Kommunikation. Diese beiden Rollen sind heute anders besetzt: Alexandre Arnault gehört inzwischen dem Verwaltungsrat von LVMH an, Michael Burke wird auf den Governance-Seiten des Konzerns nicht mehr geführt. Eine aktuelle, vollständige Führungsliste für Tiffany veröffentlicht LVMH nicht.

Von der Schreibwarenhandlung zum Juwelier

Charles Lewis Tiffany und John B. Young eröffneten das Geschäft 1837 in New York als „stationery and fancy goods emporium“. Finanziert wurde der Start mit 1.000 US-Dollar, die Charles Tiffanys Vater aus den Erträgen einer Baumwollspinnerei beisteuerte. 1853 übernahm Charles Lewis Tiffany allein, kürzte den Namen auf Tiffany & Company und richtete das Haus konsequent auf Schmuck aus.

1879 erwarb Tiffany einen der größten bekannten gelben Diamanten. Der Stein wiegt geschliffen 128,54 Karat und ist als Tiffany Diamond bis heute das Wahrzeichen des Hauses. 1886 führte Tiffany den Verlobungsring Tiffany® Setting ein. 1887 kaufte das Unternehmen bei der Versteigerung eines Teils der französischen Kronjuwelen mehrere Stücke – ein Auftritt, der den Ruf als Diamanthaus festigte. 1902, nach dem Tod des Gründers, wurde dessen Sohn Louis Comfort Tiffany erster offizieller Designdirektor.

Die Tiffany Blue Box® gibt es nach Darstellung des Unternehmens seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Farbton selbst wurde 1998 als Marke geschützt.

Designer, die das Haus geprägt haben

Tiffany nennt selbst drei Namen, die das Sortiment über Jahrzehnte bestimmt haben. Jean Schlumberger steht für verspielte Naturmotive – seine Brosche „Bird on a Rock“ wurde 2025 in einer neuen High-Jewelry-Kollektion wieder aufgegriffen. Elsa Peretti prägte ab den 1970er-Jahren organische, tastbare Formen. Paloma Picasso steht für kräftige Farben und klare Linien.

Konkrete Verkaufspreise einzelner Kollektionen ändern sich laufend und werden von Tiffany nicht als Liste veröffentlicht; verlässlich sind allein die tagesaktuellen Angaben im Online-Shop des Unternehmens.

Filialnetz, Flagship Store und Marketing

LVMH gibt für Tiffany heute 345 Geschäfte weltweit und rund 4.000 Handwerkerinnen und Handwerker in den eigenen Werkstätten an. Das Stammhaus an der Fifth Avenue Ecke 57th Street in New York wurde nach der ersten umfassenden Renovierung seit fast einem Jahrhundert im April 2023 als „The Landmark“ wiedereröffnet.

Beim Marketing setzt das Haus weiter auf Filmnähe und prominente Gesichter. Für die Weihnachtskampagne 2025 stand Anya Taylor-Joy vor der Kamera. Im Oktober 2025 ging Tiffany zudem eine Partnerschaft mit Netflix ein und stattete Guillermo del Toros „Frankenstein“ mit Schmuck aus.

Nachhaltigkeit und die Tiffany & Co. Foundation

Die Tiffany & Co. Foundation wurde im Jahr 2000 gegründet und feierte 2025 nach Unternehmensangaben 25 Jahre Fördertätigkeit. Ihr Schwerpunkt liegt auf dem Schutz von Meeres- und Landschaftsräumen. Ein Programm namens „Women Shine“ soll die Lebensbedingungen von 5.000 Frauen und ihren Familien in Diamantenregionen verbessern.

Quantifizierte Klimaziele mit Jahreszahl nennt Tiffany auf seiner öffentlichen Nachhaltigkeitsseite nicht; Details stehen im jährlichen Nachhaltigkeitsbericht des Unternehmens. Ein konkretes Netto-Null-Datum lässt sich dort nicht ohne Weiteres belegen und steht deshalb hier nicht.

Häufige Fragen

Wem gehört Tiffany & Co. heute?

Tiffany & Co. ist eine Tochtergesellschaft der LVMH Moët Hennessy – Louis Vuitton SE. Der Vollzug der Übernahme wurde am 7. Januar 2021 gemeldet. Ein anderer Eigentümer besteht nicht; die Aktie ist seither nicht mehr handelbar.

Wem gehörte Tiffany vor LVMH?

Tiffany & Co. war bis Anfang 2021 ein eigenständiges, an der New York Stock Exchange notiertes Unternehmen mit breit gestreutem Aktionärskreis. Einen kontrollierenden Eigentümer gab es unmittelbar vor der Übernahme nicht.

Wie viel hat LVMH für Tiffany bezahlt?

Der endgültige Preis lag bei 131,50 US-Dollar je Aktie, vereinbart am 29. Oktober 2020. Das ursprüngliche Angebot vom 25. November 2019 hatte 135,00 US-Dollar je Aktie und rund 16,2 Milliarden US-Dollar vorgesehen. Rechnerisch sinkt der Kaufpreis dadurch auf etwa 15,8 Milliarden US-Dollar.

Warum wurde der Preis nachverhandelt?

Beide Seiten stritten 2020 über den Vollzug des Kaufvertrags und trugen den Konflikt vor dem Delaware Chancery Court aus. In der Mitteilung vom 29. Oktober 2020 teilten sie mit, den Preis zu senken und das Verfahren beizulegen.

Wie hoch ist der Umsatz von Tiffany?

Dazu gibt es seit 2021 keine offizielle Zahl mehr. Die letzte belegte Angabe stammt aus dem Geschäftsjahr 2019, das am 31. Januar 2020 endete: rund 4,4 Milliarden US-Dollar Nettoumsatz und 541 Millionen US-Dollar Nettogewinn. LVMH weist Tiffany nur innerhalb der Sparte Uhren und Schmuck aus.

Wer ist der CEO von Tiffany & Co.?

Anthony Ledru. Er wurde beim Vollzug der Übernahme im Januar 2021 berufen und wird im Presseportal von Tiffany als „President & Chief Executive Officer“ geführt.

Wie viele Tiffany-Geschäfte gibt es?

LVMH nennt im Maison-Profil 345 Standorte. Die letzte selbst berichtete Zahl von Tiffany lautete 326 eigene Geschäfte zum 31. Januar 2020.

Quellen