Welche Firmen gehören zu Prada Group?

Welche Firmen gehören zu Prada Group

Kurz beantwortet

Zur Prada Group gehören Prada, Miu Miu, Versace, Church’s, Car Shoe, die Mailänder Pasticceria Marchesi 1824 und das Segelteam Luna Rossa. Versace kam am 2. Dezember 2025 dazu, gekauft von Capri Holdings. Der Konzernumsatz lag 2025 bei 5,7 Milliarden Euro. Group CEO ist Andrea Guerra, Verwaltungsratsvorsitzender Patrizio Bertelli.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Portfolio umfasst sieben Namen: Prada, Miu Miu, Versace, Church’s, Car Shoe, Marchesi 1824 und Luna Rossa.
  • Versace wurde am 10. April 2025 zum Kauf angekündigt und am 2. Dezember 2025 vollzogen. Verkäufer war Capri Holdings, nicht Kering.
  • Der Unternehmenswert lag laut Prada-Mitteilung bei 1,25 Milliarden Euro (1,375 Milliarden US-Dollar) auf schulden- und barmittelfreier Basis.
  • Nettoumsatz 2025: 5.717,5 Millionen Euro nach 5.432 Millionen Euro im Vorjahr. Konzernergebnis: 852 Millionen Euro.
  • Miu Miu steuerte 2025 rund 31 Prozent des Konzernumsatzes bei – die Marke wuchs im Einzelhandel um 35 Prozent, während Prada um 1 Prozent nachgab.
  • Zum 30. Juni 2026 hält Prada Holding S.p.A. 80 Prozent der Aktien, 20 Prozent sind Streubesitz am Main Board der Hongkonger Börse.
  • Ende 2025 betrieb die Gruppe 843 eigene Geschäfte und beschäftigte 17.901 Menschen – Versace eingerechnet.
  • Miu Miu wurde laut Prada Group 1993 gegründet, nicht 1992.

Das Markenportfolio der Prada Group

Die Prada Group beschreibt sich selbst als Eigentümerin von „Prada, Miu Miu, Church’s, Car Shoe, Versace, the historic Pasticceria Marchesi and Luna Rossa“. Die Gruppe vertreibt ihre Produkte in mehr als 70 Ländern und produziert in 25 eigenen Fabriken – 23 davon in Italien, je eine in Großbritannien und in Rumänien.

MarkeBereichGegründetNettoumsatz 2025
PradaMode, Lederwaren1913, Mailand3.795,6 Mio. Euro
Miu MiuMode, Lederwaren19931.786,8 Mio. Euro
VersaceMode, Lederwaren1978 von Gianni Versace65,1 Mio. Euro (ab 2. Dezember 2025)
Church’sSchuhe, NorthamptonChurch & Co. 187339,5 Mio. Euro
Car ShoeSchuhe1963 von Gianni Mostilein „Sonstige“ enthalten
Marchesi 1824Pasticceria, Mailand1824, seit 2014 im Konzernin „Sonstige“ enthalten
Luna RossaSegelsport-Teamseit 1997 (America’s Cup)keine eigene Umsatzausweisung

Der Umsatz von Versace fällt für 2025 nur deshalb so niedrig aus, weil die Marke erst ab dem Vollzug am 2. Dezember 2025 konsolidiert wurde – es handelt sich um knapp einen Monat. Im ersten Halbjahr 2026 steuerte Versace bereits 305 Millionen Euro bei.

Prada: die Kernmarke seit 1913

Die Geschichte beginnt 1913 mit der Eröffnung des ersten Geschäfts in der Mailänder Galleria Vittorio Emanuele II. 1977 setzten Miuccia Prada und Patrizio Bertelli ein neues Geschäftsmodell für die internationale Markenentwicklung auf. 1993 kamen die Herrenkollektion, die Fondazione Prada und Miu Miu hinzu, 1997 die Sportlinie Linea Rossa und das America’s-Cup-Projekt Luna Rossa.

Prada bleibt mit 3.795,6 Millionen Euro und einem Anteil von 66,4 Prozent am Konzernumsatz die tragende Marke. Im Einzelhandel gab die Marke 2025 allerdings um ein Prozent nach; im ersten Halbjahr 2026 kehrte sie mit plus 3,3 Prozent auf Wachstumskurs zurück.

Miu Miu: 1993 gegründet, heute die zweite Säule

Auf ihrer eigenen Markenseite schreibt die Prada Group: „Miu Miu was born in 1993 from the independent and unconventional spirit of Miuccia Prada.“ Auch die Konzernchronik führt die Gründung der Marke im Jahr 1993 auf. Wo im Netz 1992 steht, weicht das von der Darstellung des Konzerns ab.

Wirtschaftlich ist Miu Miu vom Zweitlabel zur zweiten Säule geworden: 1.786,8 Millionen Euro Nettoumsatz 2025 entsprechen 31,3 Prozent des Konzernumsatzes. Der Einzelhandelsumsatz stieg 2025 um 35 Prozent – und das gegen einen bereits außergewöhnlichen Vorjahresvergleich. Im ersten Halbjahr 2026 lag das Plus bei 2,5 Prozent.

Versace: der Kauf von Capri Holdings

Die größte Transaktion der jüngeren Konzerngeschichte betrifft Versace – und sie lief nicht mit Kering, sondern mit dem US-Konzern Capri Holdings. Am 10. April 2025 gab Prada die Vereinbarung bekannt: Übernahme von Versace zu einem Unternehmenswert von 1,25 Milliarden Euro beziehungsweise 1,375 Milliarden US-Dollar, schulden- und barmittelfrei. Finanziert wurde der Kauf über 1,5 Milliarden Euro neue Schulden, davon ein Darlehen über 1,0 Milliarden Euro und eine Brückenfinanzierung über 0,5 Milliarden Euro.

Der Vollzug erfolgte am 2. Dezember 2025. Ankündigung und Vollzug liegen also fast acht Monate auseinander – wer die beiden Daten verwechselt, ordnet Versace ein Geschäftsjahr zu früh der Prada Group zu. Patrizio Bertelli begründete den Kauf damit, dass beide Häuser ein Bekenntnis zu Kreativität, Handwerk und Erbe teilten; Andrea Guerra sprach von einer neuen, ergänzenden Dimension für die Gruppe.

Versace wurde 1978 von Gianni Versace gegründet. Im Halbjahresbericht 2026 nennt die Prada Group den Antritt von Pieter Mulier im Juli als Beginn der kreativen Neuausrichtung der Marke.

Church’s, Car Shoe, Marchesi 1824 und Luna Rossa

Church’s stellt in Northampton handgefertigte englische Luxusschuhe her. Die Wurzeln reichen bis 1617 zurück, offiziell gegründet wurde Church & Co. 1873; 1999 kaufte die Prada Group die Marke. 2025 erzielte Church’s 39,5 Millionen Euro Nettoumsatz.

Car Shoe geht auf den italienischen Handwerker Gianni Mostile zurück, der 1963 einen dekonstruierten Loafer mit Gumminoppen an der Sohle entwarf – den Fahrschuh, der die Marke bis heute prägt. Marchesi 1824 ist die historische Mailänder Konditorei, die der Konzern 2014 übernahm. Luna Rossa ist das Segelteam, mit dem Prada seit 1997 beim America’s Cup antritt.

Eigentümer, Börse und Führung

Prada S.p.A. ist seit 2011 als erstes italienisches Unternehmen an der Hongkonger Börse notiert. Zum 30. Juni 2026 hält die Prada Holding S.p.A. 2.046.470.760 Aktien und damit 80 Prozent; die übrigen 512.353.240 Aktien – 20 Prozent – sind Streubesitz am Main Board der HKEX.

Der Verwaltungsrat zählt elf Mitglieder. Patrizio Bertelli ist Chairman und Executive Director, Andrea Guerra Group Chief Executive Officer, Paolo Zannoni Executive Deputy Chairman. Miuccia Prada Bianchi und Lorenzo Bertelli sind Executive Directors, Andrea Bonini ist Chief Financial Officer und Executive Director. Fünf unabhängige Mitglieder ergänzen das Gremium: Pamela Culpepper, Ilaria Resta, Cristiana Ruella, Anna Maria Rugarli und Yoël Zaoui, der zugleich Lead Independent Director ist.

Die Zahlen der Prada Group

KennzahlGeschäftsjahr 2024Geschäftsjahr 20251. Halbjahr 2026
Nettoumsatz5.432 Mio. Euro5.718 Mio. Euro3.048 Mio. Euro
EBIT (bereinigt)1.280 Mio. Euro1.324 Mio. Euro530 Mio. Euro
Konzernergebnis839 Mio. Euro852 Mio. Euro327 Mio. Euro
Eigene Geschäfte843 (31.12.2025)832 (30.06.2026)
Beschäftigte17.901 (31.12.2025)

Ein Hinweis zur Einordnung: Nettoumsatz, Betriebsergebnis und Marktkapitalisierung sind drei verschiedene Größen. Die hier genannten Beträge sind ausschließlich Umsatz- und Ergebniskennzahlen aus den Finanzmitteilungen der Prada Group, keine Börsenwerte. Von den 843 Geschäften Ende 2025 entfielen 423 auf Prada (plus 16 Franchise-Stores), 220 auf Versace, 162 auf Miu Miu (plus 6 Franchise-Stores) und 38 auf die übrigen Marken.

Brillen und Beauty laufen über Lizenzen

Anders als bei Wettbewerbern, die eigene Brillen- und Kosmetiksparten aufgebaut haben, arbeitet die Prada Group in beiden Feldern mit Lizenznehmern. Die Brillenlizenz liegt seit 2003 bei Luxottica. Im Geschäftsbericht 2025 nennt der Konzern für den Duft- und Kosmetikbereich Coty für Miu-Miu-Düfte und L’Oréal für Miu-Miu-Beautyprodukte.

Was früher zur Prada Group gehörte

Um die Jahrtausendwende kaufte Prada deutlich breiter ein, als es dem heutigen Portfolio entspricht. 1999 erwarb der Konzern 51 Prozent an Helmut Lang und die volle Kontrolle über Jil Sander; beide Marken wurden bis 2006 wieder verkauft. Ebenfalls 1999 stieg Prada gemeinsam mit LVMH bei Fendi ein – 2001 verkaufte Patrizio Bertelli den Prada-Anteil von 25,5 Prozent an LVMH. Von diesen Beteiligungen ist heute keine mehr im Konzern.

Häufige Fragen

Gehört Versace zu Prada?

Ja. Die Prada Group hat Versace am 10. April 2025 zum Kauf angekündigt und die Übernahme am 2. Dezember 2025 abgeschlossen. Verkäufer war der US-Konzern Capri Holdings. Seit dem Vollzug wird Versace in den Konzernabschluss einbezogen.

Wann wurde Miu Miu gegründet?

Die Prada Group nennt auf der Markenseite und in ihrer Konzernchronik das Jahr 1993. Häufig kursiert stattdessen 1992; diese Angabe deckt sich nicht mit der Darstellung des Konzerns.

Wem gehört die Prada Group?

Die Prada Holding S.p.A. der Familie Prada-Bertelli hält 80 Prozent der Aktien, Stand 30. Juni 2026. Die restlichen 20 Prozent sind Streubesitz und werden am Main Board der Hongkonger Börse gehandelt, wo Prada S.p.A. seit 2011 notiert ist.

Wer führt die Prada Group?

Group CEO ist Andrea Guerra, Vorsitzender des Verwaltungsrats ist Patrizio Bertelli. Miuccia Prada Bianchi und Lorenzo Bertelli gehören dem Gremium als Executive Directors an, Andrea Bonini ist Finanzvorstand.

Gehört Jil Sander noch zur Prada Group?

Nein. Prada übernahm Jil Sander 1999 und trennte sich bis 2006 wieder von der Marke. Auch Helmut Lang und der Fendi-Anteil sind längst verkauft. Im heutigen Portfolio findet sich keine dieser Marken.

Wie hoch war der Umsatz der Prada Group 2025?

Der Nettoumsatz lag bei 5.717,5 Millionen Euro, ein Plus von 9 Prozent zu konstanten Wechselkursen. Das bereinigte Betriebsergebnis betrug 1.324 Millionen Euro, das Konzernergebnis 852 Millionen Euro.

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Quellen