Wem gehört Amiri – Die Geschichte der Luxusmarke

Wem gehört Amiri

Kurz beantwortet

AMIRI gehört seinem Gründer Mike Amiri. Das Label aus Los Angeles ist nicht börsennotiert und veröffentlicht keine Bilanzen. Seit 2019 hält die italienische OTB Group von Renzo Rosso eine Minderheitsbeteiligung – die Höhe des Anteils hat bis heute keine der beiden Seiten öffentlich genannt. Mehrheit und kreative Kontrolle liegen weiterhin beim Gründer.

Das Wichtigste in Kürze

  • AMIRI wurde 2014 von Mike Amiri gegründet; den Anfang machte eine Capsule-Kollektion im Concept Store Maxfield in Los Angeles.
  • Seit 2019 ist die OTB Group beteiligt. Auf ihrer eigenen Markenübersicht schreibt OTB lediglich, sie halte „a stake in American brand Amiri“ – ohne Prozentangabe.
  • Die häufig zitierte Quote von 20 Prozent ist von OTB oder AMIRI nirgends bestätigt.
  • Für eine Beteiligung von CVC Capital Partners oder eines katarischen Staatsfonds an AMIRI gibt es keinen Beleg.
  • Zur OTB Group gehören Diesel, Maison Margiela, Marni, Jil Sander und Viktor&Rolf; Gründer und Vorsitzender ist Renzo Rosso, CEO ist Ubaldo Minelli.
  • Operativ führt seit dem 1. April 2023 Adrian Ward-Rees als CEO, zuvor Senior Vice President bei Burberry.
  • Mike Amiri ist seit 2018 Mitglied im Council of Fashion Designers of America und wurde 2019, 2021, 2022 und 2023 als Menswear Designer of the Year nominiert.
  • AMIRI zeigt seit 2018 in Paris und ist nach eigenen Angaben bei mehr als 160 Handelspartnern weltweit gelistet.

Wem gehört AMIRI wirklich?

AMIRI ist ein privat gehaltenes US-Unternehmen mit Sitz in Kalifornien. Es gibt keine Börsennotierung, keinen Pflichtabschluss und keine Beteiligungsmeldungen, aus denen sich die Eigentümerstruktur ablesen ließe. Öffentlich belegt sind genau zwei Dinge: Mike Amiri hat die Marke 2014 gegründet und gibt weiterhin die kreative Richtung vor – und seit 2019 ist die italienische OTB Group als Minderheitsgesellschafterin an Bord.

OTB selbst listet AMIRI auf seiner Markenseite bewusst anders als die eigenen Häuser: Diesel, Maison Margiela, Marni, Jil Sander und Viktor&Rolf werden als Konzernmarken geführt, bei AMIRI heißt es nur, die Gruppe halte einen Anteil. Diese Formulierung hat OTB seit dem Einstieg nicht verändert.

Warum die Zahl „20 Prozent“ nicht belegt ist

In vielen Artikeln über AMIRI steht, OTB habe 2019 exakt 20 Prozent übernommen. Diese Quote lässt sich in den Veröffentlichungen der Beteiligten nicht wiederfinden. Weder die Markenübersicht von OTB noch der Newsroom der Gruppe nennen eine Zahl, und AMIRI äußert sich zu seiner Gesellschafterstruktur überhaupt nicht. Da OTB als italienische Holding für eine Minderheitsbeteiligung an einer US-Gesellschaft auch keine Offenlegungspflicht trifft, existiert schlicht keine amtliche Quelle.

Belastbar ist deshalb nur die qualitative Aussage: eine Minderheitsbeteiligung seit 2019, mit dem Gründer als beherrschendem Gesellschafter. Wer eine exakte Prozentzahl liest, sollte prüfen, auf welche Primärquelle sie sich stützt – in aller Regel ist es keine.

CVC oder Katar? Was an den kursierenden Investorennamen dran ist

Rund um AMIRI tauchen regelmäßig andere Investorennamen auf, vor allem CVC Capital Partners und katarische Staatsfonds. Für beides findet sich in den Unterlagen von OTB, in der offiziellen Kommunikation von AMIRI und in den zugänglichen Nachschlagewerken kein Beleg. Der einzige dokumentierte externe Gesellschafter ist die OTB Group.

Ein Grund für die Verwechslung dürfte sein, dass beide Investorentypen in derselben Zeit stark in europäische Modehäuser investiert haben. Auf AMIRI trifft das nach heutigem Kenntnisstand nicht zu. Sollte sich das ändern, wäre eine Mitteilung von OTB der naheliegende Ort, an dem es zuerst stünde.

Vom Einzelstück zum Label: die Gründungsgeschichte

Mike Amiri, geboren am 6. September 1976, arbeitete vor der Markengründung als Schneider in Los Angeles und fertigte Einzelstücke für Musiker. Aus dieser Praxis entstand 2014 eine erste Capsule-Kollektion, die der Concept Store Maxfield in Los Angeles ins Sortiment nahm. Dieser Verkaufsstart gilt als Geburtsstunde des Labels.

Die Marke blieb ihrem Ausgangspunkt treu: aufwendig behandelter Denim, Lederjacken und Grafik-Shirts, die Handarbeit sichtbar machen. Der Aufstieg in den Fachverband kam 2018, als Mike Amiri in den Council of Fashion Designers of America aufgenommen wurde. Für den Titel Menswear Designer of the Year war er anschließend viermal nominiert.

Chronologie der belegten Eckdaten

JahrEreignis
2014Gründung von AMIRI, Debüt-Capsule bei Maxfield in Los Angeles
2018Erste Schau auf der Pariser Modewoche; Aufnahme in die CFDA
2019Die OTB Group von Renzo Rosso erwirbt eine Minderheitsbeteiligung
2023Adrian Ward-Rees wird zum 1. April CEO; Ausbau des Flagship-Netzes
2025Schauen zu den Kollektionen Frühjahr/Sommer und Herbst/Winter in Paris

Wer die Marke operativ führt

Die verbreitete Angabe, Mike Amiri sei zugleich CEO, ist überholt. Zum 1. April 2023 übernahm Adrian Ward-Rees die Position des Chief Executive Officer. Er kam von Burberry, wo er Senior Vice President war, und hatte zuvor die Herrenlinie von Dior geleitet. Mike Amiri verantwortet seither das Kreative, nicht mehr das Tagesgeschäft.

Diese Trennung ist typisch für Labels, die aus einem Designeratelier heraus wachsen: Der Gründer bleibt Gesicht und Gestalter, während ein erfahrener Manager Vertrieb, Expansion und Lizenzen ordnet – oft auf Wunsch des Minderheitsinvestors.

Paris, Läden und Vertrieb

AMIRI zeigte 2018 erstmals auf der Pariser Modewoche und präsentiert seither regelmäßig Kollektionen in Paris, zuletzt zu den Saisons Frühjahr/Sommer 2025 und Herbst/Winter 2025. Der Schritt nach Paris war der eigentliche Statuswechsel: weg vom kalifornischen Nischenlabel, hin zu einem Haus, das im internationalen Schauenkalender mitspielt.

Parallel baute die Marke ein eigenes Ladennetz auf. Bis 2023 kamen Flagship-Standorte in Beverly Hills, New York, Las Vegas, Miami, Chicago, Houston, Atlanta, Neu-Delhi, Shanghai, Tokio, Nanjing und Dubai zusammen. Danach folgten unter anderem der vergrößerte Flagship am Rodeo Drive in Beverly Hills und der erste britische Standort in der New Bond Street in London. Zusätzlich wird AMIRI bei mehr als 160 Handelspartnern geführt.

Umsatz und Markenwert: was sich seriös sagen lässt

Zu AMIRI kursieren sehr unterschiedliche Umsatzangaben – von 50 bis 60 Millionen US-Dollar bis zu über 300 Millionen. Keine dieser Zahlen stammt von der Marke oder von OTB, und keine lässt sich einer benennbaren Veröffentlichung mit Jahresangabe zuordnen. Als Privatunternehmen ohne Publizitätspflicht legt AMIRI seine Erlöse nicht offen; OTB weist die Beteiligung in seiner Konzernkommunikation nicht separat aus.

Belastbar ist deshalb nur die Größenordnung des Umfelds: Die OTB Group insgesamt kam 2023 auf einen Jahresumsatz von 1,9 Milliarden Euro. Für AMIRI selbst bleiben als überprüfbare Indikatoren das Ladennetz, die Zahl der Handelspartner und die Präsenz im Pariser Schauenkalender. Eine Bewertung der Marke in Euro oder Dollar lässt sich derzeit nicht belegen – wer eine nennt, sollte die Quelle mitliefern.

Häufige Fragen

Wem gehört AMIRI?

Die Mehrheit liegt bei Gründer Mike Amiri. Seit 2019 ist zusätzlich die italienische OTB Group als Minderheitsgesellschafterin beteiligt. Die genaue Quote hat keine der beiden Seiten veröffentlicht.

Hat CVC Capital Partners bei AMIRI investiert?

Dafür gibt es keinen Beleg. Der einzige dokumentierte externe Gesellschafter ist die OTB Group von Renzo Rosso. Auch für einen Einstieg katarischer Staatsfonds findet sich keine Quelle.

Wann wurde AMIRI gegründet?

2014, in Los Angeles. Ausgangspunkt war eine Capsule-Kollektion, die der Concept Store Maxfield verkaufte. Mike Amiri hatte zuvor Einzelstücke für Musiker gefertigt.

Wer ist CEO von AMIRI?

Adrian Ward-Rees, seit dem 1. April 2023. Er kam von Burberry. Mike Amiri bleibt Gründer und kreativer Kopf, ist aber nicht mehr Geschäftsführer.

Wie hoch ist der Umsatz von AMIRI?

Das Unternehmen veröffentlicht keine Zahlen, und OTB weist die Beteiligung nicht gesondert aus. Alle kursierenden Umsatz- und Markenwertangaben sind unbelegte Schätzungen ohne benennbare Quelle.

Zeigt AMIRI in Paris?

Ja. Die erste Pariser Schau fand 2018 statt, seither präsentiert die Marke dort regelmäßig ihre Kollektionen, zuletzt für Frühjahr/Sommer 2025 und Herbst/Winter 2025.

Quellen