Wem gehört Moncler – Eigentumsstruktur im Überblick

Wem gehört Moncler

Kurz beantwortet

Moncler S.p.A. ist ein eigenständiges, an der Borsa Italiana notiertes Unternehmen mit Sitz in Mailand. Kontrolliert wird es von Remo Ruffini über die Holding Double R S.r.l., die 18,2 Prozent der Aktien hält. An Double R selbst ist seit September 2024 LVMH beteiligt – Ende 2025 mit 21,945 Prozent. Die Kontrolle über Moncler liegt laut Aktionärsbindungsvertrag weiterhin bei Ruffini.

Das Wichtigste in Kürze

  • Moncler S.p.A. ist seit dem 16. Dezember 2013 an der Borsa Italiana notiert; das Grundkapital beträgt 54.961.191 Euro, verteilt auf 274.805.954 Aktien.
  • Größter Aktionär ist die Holding Double R S.r.l. mit 18,2 Prozent beziehungsweise 50.089.929 Aktien (Stand 28. Juli 2026).
  • An Double R halten die Ruffini Partecipazioni Holding S.r.l. 78,055 Prozent und die LVMH-Tochter White Investissement SAS 21,945 Prozent (Stand 31. Dezember 2025).
  • Der Aktionärsbindungsvertrag wurde am 26. September 2024 geschlossen; LVMH stieg zunächst mit 10 Prozent an Double R ein.
  • Der Vertrag hält ausdrücklich fest, dass die faktische Kontrolle über Moncler bei Remo Ruffini liegt – über Ruffini Partecipazioni und Double R, im Sinne von Artikel 93 TUF.
  • Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die Gruppe 3.132,1 Millionen Euro Umsatz, ein EBIT von 913,4 Millionen Euro und einen Nettogewinn von 626,7 Millionen Euro.
  • Stone Island gehört seit dem 31. März 2021 vollständig zu Moncler; der Kaufpreis lag bei 1,15 Milliarden Euro.
  • Seit Januar 2026 ist Bartolomeo Rongone Group Chief Executive Officer, Remo Ruffini ist Executive Chairman.

Die Eigentümerstruktur von Moncler im Detail

Moncler gehört keinem Luxuskonzern. Das Unternehmen ist selbst börsennotiert, und der Streubesitz ist groß. Kontrolliert wird es dennoch – über eine einzige Holding an der Spitze der Aktionärsliste. Die folgende Aufstellung stammt aus den Investor-Relations-Angaben von Moncler und bezieht sich auf den 28. Juli 2026.

AktionärAnteilAktien
Double R S.r.l.18,2 Prozent50.089.929
Morgan Stanley8,6 Prozent23.566.088
Capital Research and Management Company5,2 Prozent14.311.032
BlackRock Inc.5,0 Prozent13.636.351
Venezio Investments Pte. Ltd.3,1 Prozent8.478.029
Eigene Aktien1,0 Prozent2.816.227
Übrige Aktionäre58,9 Prozent161.908.298

Remo Ruffini hält daneben persönlich 215.269 Moncler-Aktien, das sind 0,08 Prozent. Die verbreitete Angabe, Ruffini besitze „etwa 20 Prozent“ des Unternehmens, meint also nicht seinen direkten Anteil, sondern das Paket der Holding Double R.

LVMH bei Double R: der wichtigste Vorgang der letzten Jahre

Am 26. September 2024 schlossen die Ruffini Partecipazioni Holding S.r.l. (RPH), Remo Ruffini persönlich, die LVMH-Tochter White Investissement SAS und die LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton S.E. selbst einen Aktionärsbindungsvertrag über Double R. LVMH beteiligte sich damit nicht an Moncler direkt, sondern an der Holding, über die Moncler kontrolliert wird.

Zum Stichtag erwarb White Investissement zunächst 10 Prozent von Double R. Bis zum 31. Dezember 2025 wuchs der Anteil auf 21,945 Prozent; die restlichen 78,055 Prozent liegen bei RPH, die vollständig Remo Ruffini gehört. Der Zuwachs kam nach Darstellung des Vertragsauszugs dadurch zustande, dass der Investor Erwerbsrechte im Zusammenhang mit Moncler-Aktienkäufen ausübte.

EbeneBeteiligterAnteil
Double R S.r.l.Ruffini Partecipazioni Holding S.r.l.78,055 Prozent
Double R S.r.l.White Investissement SAS (LVMH)21,945 Prozent
Moncler S.p.A.Double R S.r.l.18,227 Prozent
Moncler S.p.A.Remo Ruffini direkt0,08 Prozent

Entscheidend für die Titelfrage ist eine Passage im Vertrag selbst: Die Abreden berühren die faktische Kontrolle über Moncler nicht, die zum Stichtag von Remo Ruffini über RPH und Double R ausgeübt wird – ausdrücklich im Sinne von Artikel 93 des italienischen Finanzmarktgesetzes (TUF). LVMH ist damit ein bedeutender Minderheitsgesellschafter der Kontrollholding, nicht der Eigentümer von Moncler.

Der Vertrag räumt dem Investor konkrete Rechte ein: Er darf zwei der sechs bis acht Mitglieder im Verwaltungsrat von Double R benennen sowie einen Kandidaten auf Platz fünf der Wahlliste für den Moncler-Verwaltungsrat. Fällt der Anteil unter 10 Prozent, entfällt dieses Benennungsrecht. Für Anteilsübertragungen gilt eine Sperrfrist bis zum 26. September 2027, und die Parteien dürfen 20 Prozent des stimmberechtigten Moncler-Kapitals nicht überschreiten.

Von Monestier-de-Clermont nach Mailand

Moncler ist keine italienische Gründung. Die Marke entstand 1952 in Monestier-de-Clermont, einem Bergdorf bei Grenoble, gegründet von René Ramillon und André Vincent. Den Namen erklärt das Unternehmen selbst: Er ist eine Abkürzung des Ortsnamens. In den Anfangsjahren fertigte Moncler Ausrüstung für den Berg- und Wintersport, darunter gesteppte Schlafsäcke.

Der italienische Unternehmer Remo Ruffini kaufte das Unternehmen 2003 und verlegte es nach Mailand. Von dort aus wurde aus einem Ausrüster eine Luxusmarke. Der Börsengang folgte am 16. Dezember 2013 an der Borsa Italiana.

JahrSchritt
1952Gründung in Monestier-de-Clermont durch René Ramillon und André Vincent
2003Remo Ruffini übernimmt das Unternehmen und verlegt es nach Mailand
16.12.2013Börsengang an der Borsa Italiana
07.12.2020Ankündigung der Übernahme von Stone Island für 1,15 Milliarden Euro
31.03.2021Abschluss der Übernahme – Stone Island gehört zu 100 Prozent zur Gruppe
26.09.2024LVMH steigt über White Investissement mit 10 Prozent bei Double R ein
31.12.2025Der LVMH-Anteil an Double R liegt bei 21,945 Prozent
20.01.2026Bartolomeo Rongone wird Group CEO, Remo Ruffini Executive Chairman

Stone Island: die zweite Marke der Gruppe

Stone Island wurde 1982 von Massimo Osti in Ravarino gegründet und ist für Materialforschung und Funktionsbekleidung bekannt. Moncler kündigte die Übernahme am 7. Dezember 2020 an und schloss sie am 31. März 2021 ab. Der Kaufpreis betrug 1,15 Milliarden Euro, erworben wurden 100 Prozent – nicht, wie oft zu lesen, lediglich eine Mehrheit.

Seither firmiert das Unternehmen als Moncler Group mit zwei Marken. Nach eigenen Angaben beschäftigte die Gruppe 2025 rund 8.533 Menschen, betrieb 390 Verkaufsstellen und war in mehr als 70 Ländern präsent.

Die Geschäftszahlen 2025

Moncler legte die Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 am 19. Februar 2026 vor. Sie zeigen, wie stark die Gruppe von der Kernmarke abhängt: Auf Moncler entfielen rund 87 Prozent des Konzernumsatzes.

KennzahlGeschäftsjahr 2025
Konzernumsatz3.132,1 Mio. Euro
davon Marke Moncler2.720,9 Mio. Euro
davon Marke Stone Island411,2 Mio. Euro
EBIT913,4 Mio. Euro
EBIT-Marge29,2 Prozent
Nettoergebnis626,7 Mio. Euro
Nettoliquidität (ohne Leasingverbindlichkeiten)1.458,0 Mio. Euro
Eigene Läden zum 31.12.2025295 (Moncler) und 95 (Stone Island)

Die Nettoliquidität von rund 1,46 Milliarden Euro ist für die Eigentümerfrage nicht unwichtig: Moncler weist eine Netto-Kassenposition statt einer Nettoverschuldung aus und ist damit nicht auf einen Konzern im Rücken angewiesen.

Wer Moncler heute führt

Am 20. Januar 2026 gab die Gruppe eine neue Führungsstruktur bekannt: Bartolomeo Rongone wurde Group Chief Executive Officer, Remo Ruffini übernahm die Rolle des Executive Chairman. Ruffini ist damit nicht mehr CEO – eine Angabe, die in älteren Texten durchgängig falsch steht.

Dem Verwaltungsrat gehören unter anderem Marco De Benedetti als Vice-Chairman, Luciano Santel als Executive Director sowie Alessandra Gritti als Lead Independent Director an. Auch Sidney Toledano sitzt als nicht geschäftsführendes Mitglied im Gremium – er ist einer der bekanntesten Manager aus dem LVMH-Umfeld. Wer Moncler und die Marktposition mit anderen Häusern vergleichen will, findet den Konzernvergleich etwa im Beitrag Wem gehört Gucci.

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Häufige Fragen

Wem gehört Moncler?

Moncler S.p.A. gehört sich selbst und seinen Aktionären: Das Unternehmen ist an der Borsa Italiana notiert. Kontrolliert wird es von Remo Ruffini über die Holding Double R S.r.l., die 18,2 Prozent der Aktien hält. Ein Mutterkonzern existiert nicht.

Gehört Moncler zu LVMH?

Nein. LVMH hält über die Tochter White Investissement SAS 21,945 Prozent an der Holding Double R, nicht an Moncler selbst. Direkte Moncler-Aktien besitzt der Investor laut Vertragsauszug keine. Die Kontrolle über Moncler liegt weiterhin bei Remo Ruffini.

Wann ist LVMH bei Double R eingestiegen?

Der Aktionärsbindungsvertrag datiert auf den 26. September 2024. Damals erwarb die LVMH-Tochter 10 Prozent von Double R. Bis zum 31. Dezember 2025 war der Anteil auf 21,945 Prozent gestiegen.

Wie viele Anteile hält Remo Ruffini selbst?

Direkt hält er 215.269 Aktien, also 0,08 Prozent. Sein wirtschaftlicher Einfluss läuft über die Ruffini Partecipazioni Holding S.r.l., die ihm vollständig gehört und 78,055 Prozent an Double R hält.

Seit wann gehört Stone Island zu Moncler?

Seit dem 31. März 2021. Angekündigt wurde die Übernahme am 7. Dezember 2020, der Kaufpreis betrug 1,15 Milliarden Euro für 100 Prozent der Marke.

Ist Remo Ruffini noch CEO von Moncler?

Nein. Seit der am 20. Januar 2026 bekannt gegebenen Neuordnung ist Bartolomeo Rongone Group Chief Executive Officer. Ruffini führt die Gruppe als Executive Chairman.

Quellen